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Das Kritik-Blog

[08-2007] Auswandern - wenn Freunde und Kinder gehen


 

Das Fernsehen ist zur Zeit voll mit diesen Auswanderersendungen: Flexible ewig fröhliche Menschen gehen mit Sack und Pack, mit Kind, Hund und Katze in's meist entferntere Ausland und lassen scheinbar leichtfertig alles zurück, was ihnen lieb und teuer geworden war - die nahe Familie, die engen Freunde, so manches Mal selbst das eigene vierzehn- oder sechzehnjährige Kind. Natürlich auch den ungeliebten Teil der Mischpoke und die nervigen Bekannten. Am Flughafen werden dann unter Treueschwüren noch ein paar Tränen vergossen - und ab geht's in den Flieger. Und weg sind sie. ['Mein neues Leben' Kabel eins, 'Goodbye Deutschland! Die Auswanderer' VOX u.a.]

Sie sind dann wirklich weg, aus den Augen, aus dem Leben, fast aus der Welt. Für die zurückgebliebenen Eltern ist dies entsetzlich, auch wenn's kaum einer sagt. Für nahe Freunde ebenso, denn sie verlieren ein Stück ihrer Identität. Für die Flüchtenden auch, nur kommt der Katzenjammer erst viel später, weil sie während der ersten Jahre oft im wichtigeren Überlebenskampf stecken. Bis auf die seltenen Fälle, wo eine Ehe zwischen Angehörigen zweier Nationen geschlossen wurde, erscheint mir jedenfalls das Auswandern als ein Exempel des Selbstbetrugs, welcher das Motto zum Gegenstand haben könnte: 'Überall ist es besser, nur nicht hier'.

Gut, ich gestehe: Ich bin geschädigt. Ich habe auf diese Art und Weise vor fünfzehn Jahren nahe Freunde verloren. Weil ich mich schon damals ganz gut einschätzen konnte, habe ich ihnen orakelt, dass unsere Beziehung nicht am Telefon zu führen sein würde, folglich den Bach runtergehen und versanden würde. So kam es - nehmt es meinetwegen als selbsterfüllende Prophezeiung. Aber ich bin nicht in der Lage, bei erkannter Wahrheit mir oder anderen etwas vorzumachen. Doch vielleicht lag es auch nur daran, dass ich nicht selbstgemalte Plakate schwenkend am Flughafen war, als sie gingen.

Wir haben uns noch gelegentlich getroffen - alle zwei Jahre kamen (und kommen?) sie hierher, aus Sentimentalität und der alt gewordenen Eltern wegen. Und wir waren auch zweimal drüben. Und solange die Eltern es noch schaffen, fahren sie auch 'rüber'. Aber ein gemeinsames Leben, ein Austausch des Alltäglichen, eine Unterstützung der schwächer werdenden Eltern ist nicht möglich. Auch nicht mittels Skype, der lobenswerten Erfindung kostenloser Videotelefonie. Sie sind trotzdem weg. Updike hat die zunehmende Entfremdung schön in einer seiner Kurzgeschichten festgehalten, nur waren dort die Reiserichtungen jeweils umgekehrt.

Dass die Auswanderer - ich behaupte unisono - unglücklich in ihrem gelobten Land sind, mache ich an folgendem Verhalten fest:

  • Kinder werden zweisprachig erzogen - bedeutet, keine hundertprozentige Integration im gelobten Land
  • Es wird an alten Traditionen und Gebräuchen festgehalten, auch wenn sie im gelobten Land zu Irritationen führen - Bedeutung siehe oben.
  • Je nach finanziellen Möglichkeiten werden vorzugsweise alle zwei Jahre Weltreisen unternommen und von der zurückgelassenen Familie erwartet, um die Trennung etwas zu erleichtern.

Wenn die Auswanderer dereinst selbst alt und allein sind, weil die Kinder ihre eigenen Leben in vielleicht auch anderen Städten eingerichtet haben, wollen fast alle wieder zurück. Auch noch nach sechzig Jahren, wie in meiner Familie. Nahezu jeder Auswanderer spürt die Entwurzelung, die Last der Fehlentscheidung früher oder später deutlich. Denn eine Entscheidung, die wegen eines monetären Vorteils und/oder besseren Wetters (tatsächlich ein oft an die erste Stelle vorgeschobener Auswanderungsgrund) soviel Leid auf alle Lieben bringt, ist keine mit glücklicher Hand getroffene Entscheidung.





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