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Das Kritik-Blog

[05-2006] Politiker tun weh


 

Es war so ein schöner Tag. Die Sonne schien, und zum erstenmal seit Oktober war es draußen wieder knochentrocken. In der Wohnung habe ich als jährlich wiederkehrendes Begrüßungsritual der Sommerzeit die Heizungen runtergedreht und dann den Fehler begangen, mich mit der heutigen 'Welt Kompakt' zu beschäftigen. Offenbar ist die Redaktion in ein frühes Sommerloch gefallen, als diese unkommentiert geistlose Worte von einigen Politikernasen wiedergab.

Ein paar Beispiele? Ein Artikel über die besorgniserregende Zunahme von HIV-Neuinfektionen im Jahre 2005. Um 13 Prozent stieg innerhalb eines Jahres dieser Wert, doch weil der Anteil kondomnutzender Singles unter 45 Jahren um 5 Prozent gestiegen ist, sagt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD):

"Das schafft Ansporn für weitere Präventionsarbeit, denn trotz guter Behandlungsmöglichkeiten ist AIDS nach wie vor eine unheilbare tödliche Krankheit."

Habe ich irgendwas verpasst? Seit dem Beginn der Thematisierung der HIV-Infektionsgefahr gegen Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrtausends hat mich keinerlei AIDS-Aufklärung mehr erreicht. Obwohl ich gelegentlich lese und auch mein Fernseher nicht nur Staubfänger ist. Und selbst wenn es eine Aufklärung gegeben hätte und diese die breite Masse erreicht hätte: Ihr Satz beinhaltet, dass sie keine Motivation für weitere Präventionsarbeit gehabt hätte, wäre das Ergebnis noch miserabler geworden. Umgekehrt sollte es nach meinem Verständnis eigentlich sein - je schlechter das Ergebnis, desto größer die Anstrengung. Seit 2001 hat sich die Zahl der Neudiagnosen pro einhunderttausend Einwohner von 1,75 auf 3,02 im Jahr 2005 erhöht. Ich finde, das ist ein katastrophales Zeugnis für die Präventionsarbeit der wechselnden Bundesregierungen. Und der geschickte Hinweis auf die "guten Behandlungsmöglichkeiten" ist eine Verhöhnung derjenigen Betroffenen, welche durch eine bessere Präventionsarbeit nicht infiziert worden wären.

Ich ärgere mich kurz, atme tief durch und wandere zum nächsten Artikel. Der Bundespräsident, welcher zur Zeit Horst Köhler ist, sagte:

"Menschen, die ihrem Lebensende entgegengehen, muss genausoviel Menschlichkeit entgegengebracht werden wie jungen Leuten."

Aha. Und was sollen mir diese Worte sagen? Nichts? Dann waren sie gut gewählt, denn das ist nichtssagend. Banal. Oder unterstellt unser Präsident seinem Volke, dass es seine Alten schlecht behandelt? Wohl nicht - auch wenn es häufig zutreffend ist.

Nach einem Umblättern sehe ich die Forderung vom Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele, die deutsche Nationalhymne um eine türkische Version zu erweitern, damit "Zuwanderer diese als Symbol für die Vielsprachigkeit Deutschlands" singen könnten. Doch dies schiene mir eher ein Symbol für eine tiefgehende Trennung als einem Zusammenfließen der Kulturen zu sein.

Ulla, Horst und Hans-Christian haben sich bemüht, um aus exponierter Position zu konfliktbeladenen Themen Erbauliches zu sagen. Es ist ihnen nicht gelungen. Überlegtes und vorausschauendes Handeln wäre ohnehin angebrachter als blumige Worte. Doch von diesem sind sie alle so weit entfernt wie New Yorks 'Met' von einem Provinztheater.





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