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Das Kritik-Blog

[03-2006] Verhaltensgestörte Eltern haben gestörte Kinder


 

Ist es nicht merkwürdig, wieviele gestörte Kinder es in heutigen Tagen gibt? War das eigentlich schon immer so oder läuft etwas völlig falsch in unserer Gesellschaft?

Mir ist aufgefallen, dass Kinder seit Beginn der achtziger Jahre mehr und mehr in gestört und nicht gestört eingestuft werden. Was harmlos von den Medien getrieben begann, wurde von den Fachleuten und Experten dankbar aufgenommen nach dem Motto: Gebt dem Volk, was es will ? vor allem, wenn es unserem Geldbeutel guttut. Meine Annahmen hierzu habe ich in den folgenden Zitaten von nach Wahrheit strebenden Fachleuten wiedergefunden, weshalb ich diese einfach aneinandergereiht wiedergebe:

Ich erkenne in unserer Zeit die ausufernde therapeutische Herrschaft, die tendenzielle Pathologisierung von Normalität. Die Folge: Jedes Kind ist potentiell auffällig. Vom geschulten und ausgereiften Blick des Experten seien beliebig viele Störungen auszumachen.
Georg Hörmann, Inhaber eines Lehrstuhls Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Uni Bamberg
Die exzessiv festgestellten Verhaltensstörungen von Kindern ursächlich Eltern und Lehrern zuzuschreiben, hieße, Eckpfeiler unseres unseres Gesellschaftssystems wie Familie und Schule zu hinterfragen. Daher wird in der Regel das Kind als schwächstes Glied in unserer Gesellschaft als verhaltensgestört definiert, anstatt die gestörten Verhältnisse, in denen das Kind lebt, zu hinterfragen.
Reinhard Voß, Privatdozent für Pädagogik an der
Universität Dortmund
Die Arbeit an der Veränderung gestörter Verhältnisse in der Gesellschaft ist eine brotlose Kunst. Hingegen wuchs der Arbeitsmarkt für psychosoziale Berufe in Deutschland von 1973 bis 1993 noch schneller als in der boomenden EDV-Branche. Der prosperierende Psychomarkt schafft es, sich selbst zu versorgen, indem unablässig neue Störungen, Syndrome, Behinderungen oder psychische Erkrankungen in immer mehr Lebensbereichen erkannt werden., die man dann wegtherapieren kann.
Doris Bühler-Niederberger vom Pädagogischen Institut der Universität Zürich
Dies Abstempeln der Kinder als verhaltensgestört, behindert etc. ist verhängnisvoll, weil aus der natürlichen Streuung menschlichen Verhaltens Störungen, Krankheiten oder Behinderungen definiert und die Betroffenen aus dem Kreis der Normalität abgesondert werden ... Kinder haben keine Chance, ihr von den Normen und Wunschvorstellungen der Erwachsenen abweichendes Verhalten zu ent- pathologisieren ... Psychologie und Psychatrie normieren das kindliche Verhalten durch und durch und unterwerfen alles, was abweicht, ihrer therapeutischen Macht.
Jan Kutscher, Autor des Artikels 'Therapie
für Zappelphilipp' am 2.7.1993 in 'Die Zeit'

Es ist ein Verlust in unserer Gesellschaft fühlbar für die, welche nicht in der vom Privatfernsehen dominierten Medienkultur aufwuchsen - nämlich der Verlust der Gelassenheit im Umgang miteinander, das heißt mit den Fehlern und Macken anderer. In den Siebzigern war die Stimmung weniger ernst als heute, der noch nicht lange zurückliegende zweite Weltkrieg hatte als einzig bleibenden Wert Toleranz gelehrt - gegenüber andersdenkenden und mängelbehafteten Menschen. Man hatte als Eltern nicht so angestrengt das Gefühl, alles richtig machen zu wollen. Die Kinder wuchsen unter einer "wohlwollenden Gleichgültigkeit" auf, so Updike [Quelle: Kurzgeschichte 'Wie war's wirklich?']. Man schaute nicht täglich ängstlich auf das Kind, ob es auch keine Störungen entwickele. Es entwickelte sich einfach in einer großen Freiheit, konnte die 'unerträgliche Leichtigkeit des Seins' spüren und auch das Gegenteil hiervon. Es konnte leben, ohne dass ihm dauern auf die Finger geschaut wurde, ohne dass es in den Speisen stetig Vogelgrippe- und BSE-Erreger und anderes berücksichtigen musste. Und AIDS gab es in den Köpfen auch nicht. Das Leben ist seither besonders für die heranwachsende Generation schwieriger geworden, und das hat zum Verlust der Gelassenheit geführt.

Doch Gelassenheit ist unabdingbar, wenn man Kinder zu nicht gestörten und gelassenen Erwachsensein führen möchte. Ihr Fehlen schlägt sich nieder in einer exorbitant anwachsenden Verschreibungshäufigkeit von Psychopharmaka - im Zeitraum 1995 bis 2002 stieg dieser Wert um 500 Prozent [Nationale Studie der USA - Quelle: Welt Kompakt v. 7.6.06], in den letzten 10 Jahren gar um das 4000-fache [Stand 2009]. Nahezu alle diese Kinder werden als manisch depressiv diagnostiziert und wenigstens zum Wohle der Pharmaindustrie, wenn nicht gar zum finanziellen Wohle des Psychiaters mit schnell süchtig machenden Medikamenten 'behandelt'. Rhetorisch geschickte Formulierungen des Arztes bringen denjenigen, welcher sich zuvor vertrauensvoll eröffnet hat und nun im Umkehrschluss Vertrauen erwartet, auf sehr gefährliche, die Persönlichkeit einschläfernde Drogen:

?Hätten Sie ein Bein gebrochen, würde ich Ihnen eine Krücke verschreiben. Dieses Medikament ist Ihre Krücke, die Ihnen für einige Zeit helfen wird.

Das ist Körperverletzung, bei finanzieller Vorteilsnahme durch die Pharmaindustrie Betrug. Das ist tägliche Praxis in der westlichen Welt. Und sind doch diejenigen Depressionen, welche durch das Absetzen der Psychopharmaka ausgelöst werden, extrem heftig, rufen nicht selten Selbstmordgedanken hervor.

Zurück zur Gelassenheit: Es sind die sozial intakten Familien, in denen die Kinder von Anbeginn an einer liebevollen Führung mit deutlichen Sanktionierungen bei 'Regelverstößen' unterliegen. Hierzu gehört, dass es zum einen klare Regeln gibt und diese zum anderen streng überwacht werden. Der Erziehende muss eine charakterliche Stärke besitzen und ein deutliches Interesse an der Entwicklung seines Kindes haben, welches es ihm ermöglicht, das Kind auch dann zu führen, wenn es schwierig wird, es äußerlich schon wie ein Erwachsener auftritt und agiert. Hieran mangelt es meist in den sogenannten 'Problemfamilien', in denen Kinder unführbar geworden sind, sich jeglicher 'Einmischung' verweigern. Dort sollten zuerst die Eltern geschult, mit dem notwendigen mentalen Rüstzeug versehen werden. Ein direktes Einwirken von außen auf die Kinder ohne das beschriebene Einbeziehen der direkten Bezugspersonen erscheint mir aussichtslos.

Diese klar und offen darliegenden Regeln einer Familie werden notwendig ergänzt durch einige weitere, den Kindern nicht direkt bekannte Regeln. So muss man Kinder von dem Moment an, wo sie laufen können, knapp halten; desweiteren ihre Wünsche - gleich ob materiell oder immateriell - niemals unmittelbar oder nach festen zeitlichen Abständen erfüllen. Sie lernen am besten in ihrer Kindheit, ihren zunächst ausufernden Willen knapp zu halten, zu bändigen. Denn was Hänschen nicht beiläufig lernt, lernt Hans nur in Not und unter Qualen. Zudem ertragen wir Eltern am leichtesten in deren frühen Kindheit die hierbei zunächst unvermeidbar auftretenden Aggressionen. Weniger ist mehr. Ein auf diese Weise sozialisiertes Kind kann meist bereits in der Pubertät gut mit seinen Erwartungen und mit Geld umgehen. Es hat gelernt, sich in jeder Hinsicht zu bescheiden ? in materiellen und immateriellen Dingen wie beispielsweise der Erwartungen an die Menschen. Es hat verinnerlicht, dass das Leben kein Wunschkonzert ist. Und wenn Eltern dies erreicht haben, dann haben sie bereits ihren Job getan.

Eigene Aggressionen zu zeigen ist den Eltern absolut untersagt. Schreien, Beschimpfungen und Prügel sind Armutszeugnisse der Erziehung, Ausdruck einer Überforderung, welche sich äußerst negativ auf das Gebaren des Kindes auswirkt. Allein das noch ruhige Erheben der Stimme, beispielsweise durch akzentuiertes bestimmendes Sprechen ist in den vielfachen Auseinandersetzungen erlaubt ? ihr Kind gewöhnt sich mit der Zeit an den ruhigen Umgangston und wird selbst ruhig werden, kann jedoch durchaus auch die Bedeutung kleinerer Nuancen in Ihrer Sprechweise unterscheiden. Die Sanktion kindlicher Aggression braucht nur darin zu bestehen, dem aktuellen strittigen Wunsch ihres Kindes nicht nachzugeben ? auch nicht in der Zukunft. Wenn Sie dennoch - auch erst nach Tagen - schwach werden und dem strittigen Wunsch doch noch nachgeben, haben Sie Terrain verloren. Nur ruhig vorgetragene und diskutierte Wünsche werden erfüllt. Auch nicht immer sofort, sondern eher nach längeren unregelmäßigen Zeiträumen - denn wir wollen dem Kinde keine Taktik antrainieren.

Welche Sanktionierungen erscheinen mir noch sinnvoll? Ein probates Sanktionierungsinstrument der heutigen Zeit ist das Abtrennen des Kindes für den ganzen folgenden Tag vom Internet ? sofern es Zugriff auf einen Computer mit Zugang hat. Das Einschalten des Computers zu verbieten ist dagegen wirkungslos ? Sie werden sich kaum ständig hinter der Kinderzimmertür aufhalten, um auf Tastaturgeklapperzu achten. Und wenn doch, machten Sie sich damit verrückt ? und beim Ertappen des Kindes auch das Kind. Also lassen Sie es ? entspannen Sie sich in der eingesparten Vor-Der-Tür-Steh-Zeit und üben Sie sich in Gelassenheit. Bei stärkeren Fehlverhalten sollten Kinder zudem zum guten alten 'Stubenarrest' verdonnert werden ? wenden Sie dieses Mittel jedoch nicht zu häufig an, es verlöre seine beabsichtigte Wirkung. Doch all Ihr Bemühen ist nutzlos, wenn Sie selbst nicht konsequent diesen Erziehungsstil durchhalten. Zudem ist es notwendig, jedes Fehlverhalten zu sanktionieren und niemals, unter keinen Umständen nach 'Goodwill' zu entscheiden. Es gibt für Sie als Eltern nichts zu entscheiden - auch für Sie gelten feste Regeln. Insofern müssen Eltern sich selbst oft mehr erziehen als ihr Kind.


Nachtrag vom 19.03.2007: Überlegungen in der EU gehen nun in Richtung eines strikten Alkoholverbots für Jugendliche unter 18 Jahren. Gleichzeitig solle - so der Sprecher der Drogenbeauftragten der derzeitigen Bundesregierung Sabine Bätzing - der Alkoholkonsum gegenüber Kinder und Jugendlichen thematisiert werden. Der Umgang mit alkoholischen Getränken muss jedoch von den Jugendlichen in einer spannungsfreien Atmosphäre geübt werden können - am besten schon beiläufig im Elternhaus. Man kann ihnen nicht bis zum achtzehnten Lebensjahr Vorträge hierüber halten und dann erwarten, dass diese dann mit dieser geduldeten Droge umgehen können. Zudem sind die dieses Vorgehen belegen sollenden Zahlen einfach lächerlich: Nach Angaben der Drogenbeauftragten gibt mehr als jeder Dritte im Alter zwischen 12 und 25 Jahren an, im vergangenen Monat mindestens ein Mal mehr als 5 Gläser Alkohol zu sich genommen zu haben. Warum wurde nicht die Altersgruppe von zwei bis neunzig Jahren genommen? Die Zwanzig- bis Fünfundzwanzigjährigen fallen völlig aus der 'zu schützenden' Gruppe der Jugendlichen heraus. Wer so abstruse Statistiken heranzieht, belegt damit, dass es ihm an Belegen für sein Ansinnen mangelt.





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