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Das Kritik-Blog

[01-2006] Autobild-Journalismus


 

Ist es nicht merkwürdig, dass einer nur einundeinhalbes Jahr auf Bewährung und ein paar Auflagen bekommt, der folgendes macht:

Er fährt sturzbetrunken auf ein Fahrzeug auf. Der Kontrahent - ein Rentner - steigt aus. Der Auffahrende gibt Gas und will den Unfallgegner überfahren und dann flüchten. Dieser ist jedoch sportlich und springt auf dessen Motorhaube, kann sich festhalten. Der Flüchtige versucht nun über annähernd zwei Kilometer Fahrstrecke, den Menschen durch Zickzack-Fahren abzuwerfen. Der Mann überlebt.

Dieses Urteil ist wie eine Einladung zu Unfallfluchten, Körperverletzungen und Wiederholungstaten, ausgesprochen von Richtern in Wolkenkuckucksheimen. Auto-Bild (Heft 4/2006) kommentiert das Urteil:

"Klingt insgesamt hart, ist für Jens aber so was wie eine allerletzte Chance: Als Wiederholungstäter hätte führ ihn auch eine Haftstrafe im Raum gestanden. "

Soviel Mitgefühl für den Täter? Ich bin gerührt angesichts des 'harten' Schicksals dieses Wiederholungstäters. Die körperliche Unversehrtheit zählt in der Rechtssprechung, in den Medien und in den Köpfen der meisten Mitmenschen wenig. Ich bin eindeutig im falschen Lebenssystem.

Dass es der "Bild"-Zeitung an solidem Journalismus mangelt, mag auch deren Fazit eines Verbrauchstests verschiedener Fahrzeuge auf der Langstrecke Redaktionsbüro Hamburg nach Heide in Holstein und zurück belegen (Heft 37/2006) - in einem kurzen abschließenden Statement verwendete Auto-"Bild" die folgenden unsachlichen Superlative:

"Unsere Autos können knausern ... verblüffende Werte ... Super Werte ... grenzt an ein Wunder ... ein Segen"

Schon 1980 hatte mein damaliger Golf I Diesel Formel E auf einer ähnlichen Strecke mit 3,7 L/100 km weniger verbraucht als der heutige Testsieger Polo Bluemotion 1,4 TDI. Es hat sich also im letzten Vierteljahrhundert fast nichts getan. Fast, weil die Verbräuche der Dickschiffe in dieser Zeit marginal zurückgegangen sind. Wäre zudem der Kurzstreckenanteil in diesem 'Test' größer gewesen, wäre es auch dem Unbedarften aufgegangen, dass die heutigen Autos unakzeptabel viel Kraftstoff verbrauchen. Unsere Autoindustrie verschwendet zu viele Entwicklungskapazitäten für Elektronik und Design, anstatt alles zu tun, dass diese Kisten sparsamer werden. Und Autobild tätschelt die Hersteller.

Diese Art der Berichtserstattung ist jedenfalls für den Leser kein Segen - und angesichts der "Bild"-Zeitung aus dem gleichen Springer-Hause auch nicht verblüffend. Verblüffend ist, dass die wöchentlich erscheinende 'Computerbild' aus dem gleichen Stall einen nach meiner Auffassung sehr guten Journalismus bietet - sorgfältige und gründliche Vergleichtests, sachlich gehaltene Bewertungen und Beiträge etc.

Na bitte, geht doch, könnte man sagen.





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