SORGLOS INTERNET - Ideal für Gastgewerbe und alle anderen free WLAN-Anbieter
Lesewelten

Das Zitat

Einzel-Zitate


 


Der Irrsinn des menschlichen Treibens

Könnte die Welt absurder sein? Still und leise wurden beispielsweise Funk-Telefone von bestimmten, bisher zulässigen Geräteklassen [CT 1+ & CT 2] verboten. Das bekommt fast niemand mit. Werden diese weiter verwendet, drohen Zahlungen von gut eintausend Euro. Es gibt allerorten und zu allen Zeiten nicht verfolgte Verletzungen selbst grundlegender Menschenrechte. CDU-Politiker [u.a. Gottfried Ludewig] fordern nun allen Ernstes, ein Zweiklassenwahlrecht wieder einzuführen. Diesmal nicht in der Unterscheidung Adel/Fußvolk, sondern Leistungsträger/ Sozialleistungsempfänger und Rentner. Was kommt als nächstes? Das Auspeitschen, wenn man zu Unrecht Leistungen bezogen hat? Und im Wiederholungsfalle das Vierteilen?

Schau hin und siehe: "Das Mittelalter geht nicht vorbei". Diese Bemerkung von Reinhard Mey aus den achtziger Jahren ist zeitlos korrekt. Wir können uns, gleich zu welcher Zeit wir leben, um nicht irre zu werden an der Welt und ihrem Treiben, nur abseits halten und um das kümmern, was wir in unserem Leben und Lebensbereich für das Wichtigste halten. Dies kann die Berufsausübung, das Leiten von Kindern ins Leben oder das Studieren der großen Vordenker aller Zeitalter sein. Oder alles zusammen. Aber sicher nicht das Verfolgen des Auf und Ab des Tagesgeschäfts menschlichen Treibens.

Es ist ein zur Ruhe kommen vonnöten. Ein Abstand zu dem manipulierenden Agieren niederer Instinkte folgenden Egomanen. Wie das geschehen kann, habe ich an anderer Stelle einmal ausgeführt. Aber dies kann auch jeder für sich selbst herausfinden.

(Eingestellt Juni 2008)

Nur einmal gute Nachrichten hören

Es gibt kaum ein Entkommen. Schalte ich das Radio ein, erfahre ich von aller Negativität der Welt bis hin aus ihren entlegensten Winkeln. Jedenfalls dann, wenn ein Redakteur ein Ereignis für seine Zielgruppe als relevant einstuft. Und da es diese bei rund 6.6 Milliarden Artgenossen unweigerlich in angemessener Zahl gibt, gibt es Tag wie Nacht etwas zu berichten. Nur eben nichts Positives.

Ich habe den Info-Sendern abgeschworen, bin auf inhaltslose Sender umgestiegen - doch es ist sinnlos: Auch diese bringen brandaktuell immer die neuesten News - kippen den Müll der Welt in regelmäßigen Abständen über ihre Hörer aus. Mit dem Fernsehen verhält es sich ebenso. Die Sensationsgier der Macher überträgt sich auf den Zuschauer - oder umgekehrt. So oder so, nur ein gezieltes Auswählen interessierender Sendungen verschafft Linderung.

Nun sind die Menschen bekanntlich verschieden gestrickt. Je dumpfer und gelangweilter ein solcher durchs Leben trottet, desto begieriger saugt er auf, was sich ihm an Sinnes-Reizen bietet. Gibt es draußen auf der Straße eine laute Unterhaltung, wird durch die Scheiben gegiert. Explodiert in Abstrusistan eine Pipeline, kann dieser nicht genug Verstümmelungen in sich aufsaugen. Auch ein Krimi ohne dargestellte Gewalt ist für ihn ohne Reiz - je härter, desto besser. Dieser Intellekt bedarf einer kontinuierlichen Anregung von außen, um nicht in eine lähmende Langeweile zu verfallen. Darum sind diese Zeitgenossen oft auch sonst sehr rührig, fahren hierhin, besichtigen dort und vieles ist beständig in Planung.

Etwas anders verhält es sich mit demjenigen, welcher sensibel auf das Geschehen in seiner Umwelt reagiert. Er ist der Überflutung negativer Reize über die Medien zunächst ausgeliefert, leidet mit den Betroffenen, ohne sich an ihrem Leid zu weiden. Sein Intellekt ist auch ohne äußerliche Anregung aktiv. Dieser muss sich schützen, die einströmende Informationsflut eindämmen, will er nicht irre werden an der Welt. Welchen Wert das Abnabeln von allen Medien für die Seele hat, merkt dieser in einem längeren Urlaub, wenn er abgeschieden in wenig anregender Umgebung verweilt. Geist und Körper erholen sich - und wenigstens retrospektiv wird dieses Idyll als Paradies empfunden.

Zeigen wir den ach so aktuellen Medien die rote Karte. Es geht auch ohne sie, wie wir dereinst ohnehin einmal feststellen werden, gegen Ende unseres Lebens, wenn das Agieren in diesem Lebenssystem immer begrenzter wird bis wir schließlich völlig auf uns selbst zurückgeworfen sind. Wir könnten uns schon einmal daran gewöhnen, mit uns selbst allein zu sein.

(Eingestellt Mai 2008)

Unitalienische Verhältnisse

Bei uns in der Straße wird kein Müll mehr abgeholt. Es werden nur noch wertvolle Rohstoffe entsorgt. So reißen sich die Hamburger Stadtreinigung und private Entsorger darum, mein Altpapier abholen zu dürfen und beglücken mich mit einer beliebigen Anzahl 'Papiertonnen'. Die gelben Säcke mit den 'grüne Punkt'-Verpackungen werden schon lange kostenlos entsorgt - der Hintergrund ist allerdings ein ärgerliches Thema für sich. Jetzt warte ich nur noch auf 0-Euro-Eimerchen für Glas und Restmüll.

Überhaupt - der Restmüll. Bei strikter Trennung laut Entsorgungsverordnung habe ich kaum noch welchen. Kostenlos entsorgbar sind:

Metalle, Folien, 'grüne Punkt'-Verpackungen, Glas, Papier, Elektro- und Elektronikgeräte, Feuerlöscher, PKW-und Haushaltsbatterien, Altholz, Styropor, Schrott, Korken, Schuhe und Altkleider.

Manches muss allerdings zum Recyclinghof gebracht werden. Noch kann ich das Defizit in der Restmülltonne mit Gartenabfällen ausgleichen, aber irgendwann ist der Garten leer. Und dann? Ich brauche keine "Restmülltonne" und empfinde die Pflicht zur Abnahme derselben für dreizehn Euro sechsundachtzig Cent im Monat als Strafsteuer für die guten Mülltrenner. Doch die Müllentsorger brauchen das Geld, um Verbrennungsanlagen zu bauen und zu unterhalten, in die nun der italienische Restmüll verbracht wird - natürlich umweltfeindlich per Lastkraftwagen von Neapel bis in unsere Nachbarschaft.

Sei's drum. Also, liebe Leute, gebt fein acht, vielleicht haben Euch die Entsorger eine Tonne mitgebracht...

(Eingestellt April 2008)

'Die Supernanny' - oder warum man gestörte Jugendliche nicht mit Druck sozialisieren sollte

TV-Sendungen wie Letzter Ausweg Wilder Westen - Teenager außer Kontrolle geben vor, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Und sind Wasser auf die Mühlen der Vielzahl zur liebevollen Erziehung unfähigen Eltern, welche sich für Druck und Gewalt entschieden haben. Das es auch anders geht, beweist die Serie Die Supernanny, in der sowohl notleidende wie auch erfolgreich führende Eltern Tipps fürs Leben bekommen. Ich sah mir eine Folge an, weil ich die Situationsbeschreibung der Familie für absolut hoffnungslos, die Lage des Kindes für aussichtslos hielt: Es stahl, fiel durch Gewaltdelikte auf, nahm Drogen, riss häufig von Zuhause aus und war ein erst vierzehnjähriges Mädchen. Ich gestehe, mir fiel nichts ein, was das hätte retten können.

Doch dann trat die Supernanny auf und beobachtete zunächst die Familie im Alltag. War einfach da, ohne sich einzumischen. Dann sagte sie den Familienmitgliedern, was ihr aufgefallen war: Es gab unter den Familienmitgliedern keine Gespräche, auch keine Kommunikation beim Essen, keine gemeinsamen Unternehmungen. Keine Zuwendung zum Kind und keine Freundlichkeit. Kein ruhiges bestimmtes Vertreten des eigenen Standpunktes - nur das Gegenteil.

Ich war äußerst skeptisch - wie sollte ein derart abgerutschten Teenager durch Zuwendung und Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und gemeinsam getroffene Vereinbarungen auf einen weniger schlechten Weg gebracht werden? Doch es funktionierte. Die Renitenz des Kindes löste sich mit wachsenden Lernerfolgen der Eltern in Freundlichkeit auf und mir wurde das Folgende klar: Die Eltern, die Erziehenden sind das Problem, wenn es mit dem Kind bergab geht, es aus seiner kalten Welt in Drogen und eine dominierende Freundesclique flüchtet. Die Eltern müssen therapiert werden, nicht das Kind. Und in ihren Sendungen tat die Supernanny genau das.

Ich hatte vor Jahren an anderer Stelle einmal geschrieben, dass Kinder ein einfaches Input/Output-System haben: Was man an Liebe, Gewalt und anderem hereingibt, kommt auch wieder heraus. Dessen erinnerte ich mich jetzt. Es ist nicht jede Reportage des Privatfernsehens schlecht - diese jedenfalls war eine Perle.

(Eingestellt März 2008)

Mehr Geringverdiener in Deutschland als offiziell bekannt

Nach Informationen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW in Berlin die offiziellen Zahlen zum Niedriglohnsektor möglicherweise vorsätzlich fehlerhaft berechnet.

Die vom DIW jetzt veröffentlichten Daten seien laut ver.di-Chefvolkswirt Michael Schlecht "schlicht falsch?. Das DIW errechnet 3,7 Millionen Beschäftigte mit einem Bruttoeinkommen unter EUR 7,50 die Stunde. Das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen dagegen ermittelte 5,5 Millionen Beschäftigte. Die letzte Zahl sei nach Auffassung ver.di's korrekt.

Wodurch kommt die Abweichung zustande? Das DIW unterschlug zum einen alle Beschäftigten, die in einem Nebenjob beschäftigt sind. Zum anderen hat der DIW-Rechnungsmonat grundsätzlich nur 28 Tage, wodurch sich rechnerisch der Durchschnittswert des Stundenlohns erhöht. Tatsächlich ist ein Monat durchschnittlich 30,4 Tage lang.

Das DIW unterstellt in seinen Berechnungen zudem, dass beispielsweise die Armut einer alleinerziehenden Mutter zumutbar sei, wenn sich die Tochter bei Mc. Donalds etwas hinzuverdiene. Denn es bezog offenbar nur Familiengesamteinkommen in die Berechnung ein.

Wenn nun der ehrliche Bürger sieht, auf welche Weise die derzeitige Regierungskoalition und ihre Institute ihn manipulieren, täuschen und ausnehmen, ist es für ihn kaum nachvollziehbar, warum er die amtierenden Parteien auch noch wiederwählen sollte. Jede veröffentlichte Statistik ist ein Politikum, weil sie für oder gegen eine politische Position arbeitet. In diesen Fall arbeiteten die "Daten" des DIW gegen die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes.

(Eingestellt Februar)

Hunger

Er ist der Grund, warum Abnehmen so schwierig ist. Seine Intensität und Dominanz, in der er die ganze Aufmerksamkeit des Geistes verlangt, ist nur zu vergleichen mit derjenigen einer körperlichen Verletzung oder der sexuellen Gier. Ihnen allen ist gemein, dass in kaum einen Moment des Tages die geistige Aufmerksamkeit von diesen, dem physischen Körper geschuldeten Phänomenen abrücken kann.

Niemand ist dagegen gefeilt. Vom Sexualtrieb können wir uns durch Enthaltsamkeit entwöhnen, ihn nahezu einschlafen lassen. Der Körper folgt dem Geist. Selbst schmerzende physische Verletzungen können wir weitgehend ignorieren, wenn der Fokus unseres Interesses auf einen ihn fesselnden Gegenstand trifft. Nicht aber den Hunger. Von der per se negativen Natur dem Menschen eingepflanzt ist er der Schlüssel zum Erhalt einer Art - wenngleich das Individuum der Natur völlig gleichgültig ist. "Die Natur ist niemals grausam", sagt Ralph Waldo Emerson, der große amerikanische Philosoph des neunzehnten Jahrhunderts. Aber sie tut alles, um den Erhalt der Gattungen zu gewährleisten. Und damit sich selbst, ergänzt Schopenhauer.

Wenn wir also abnehmen wollen, haben wir es mit dem mächtigsten Gegner zu tun, den es im physischen Universum gibt. Es ist kein Kampf - wie oft angenommen - gegen sich selbst. Daher kann nur derjenige aus diesem Kampf als Gewinner hervorgehen, welcher in seinem geistigen Entwicklungsstand zum einen über der Natur steht, zum anderen seinen physischen Körper mit dessen Bedürfnissen respektiert. Denn ersteres versetzt uns in die Lage, den Zwängen dieses Lebenssystems zu entkommen, das Zweite lässt uns unser Vehikel dieses physischen Lebens sorgsam behandeln, auf dass es uns in diesem Leben optimal dienen, von Nutzen sein kann.

Magersüchtige haben dagegen anstelle der Nahrung 'keinerlei Weisheit mit Löffeln gefressen'. Sie sind verblendet von der Idee eines nach ihren verquerten Vorstellungen perfekten physischen Körpers. Diese Vorstellungen decken sich jedoch weder mit denen der zugegeben im Grundsatz negativen Natur, noch mit denjenigen einer höheren Geisteshaltung. Denn Magersucht ist durch den obsessiven Wunsch, den Körper zu formen, Ausdruck einer extremen Anhaftung an dieses Lebenssystem, zerstört jedoch zugleich dieses Vehikel des Geistes, so dass der Körper dem Magersüchtigen nicht mehr von Nutzen sein kann.

Niemand ist grundlos in diesem Lebenssystem, ein jeder trägt eine Verantwortung für den geliehenen physischen Körper. Aber gegen das Vorhaben, sich mit der Natur einmal anzulegen, um den Körper funktionsfähig zu erhalten, ist absolut nichts einzuwenden.

(Eingestellt Januar 2008)

Versteckte Vertragsbedingungen oft ungültig

Freenet® macht es. 1und1® macht es - viele machen es. Und schämen sich nicht. Sie stellen Ihre Vertragsbedingungen - auch in Anzeigen - so unleserlich dar, dass man oft nur unter Zuhilfenahme einer Lupe und mit heller Ausleuchtung des Blattes etwas entziffern kann. Dem Provider Freenet® - ohnehin nicht selten im Visier der Kritik bei Computerbild - hat nun einen Prozess verloren.

Die kleingedruckten Vertragsbedingungen dienen seit Urzeiten dazu, die auf dem bürgerlichen Gesetzbuch basierenden Rechte des Kunden einzuschränken. Doch glücklicherweise lassen sich nicht alle Verbraucher gesetzeswidrige Bedingungen und andere Tricks gefallen - einige wenige besitzend ausreichend Aggressionspotential und Geld, um derartiges gerichtlich klären zu lassen. Oder sie klären es - wie hier - mit Unterstützung der Verbraucherzentrale - die bekanntlich auch von den armen Rechtsanwalts-Politikern wie dem ehemaligen Hamburger Bürgermeister von Beust gerne genutzt wird

Ergebnis dieser Auseinandersetzung: Sind die Geschäftsbedingungen derart klein gedruckt, dass sie auch unter Zuhilfenahme einer Lupe kaum zu lesen sind, gelten sie nicht. Und wenn diese ungültig oder nicht existent sind, treten an deren Stelle die Bedingungen des bürgerlichen Gesetzbuches. Und diese sind durchweg kundenfreundlicher als das von Anwälten ausgeklügelte Gedöns der Unternehmen. So geschlossene Verträge können nach Angaben der Verbraucherzentrale jederzeit widerrufen oder gekündigt werden. (Eingestellt Januar 2008)

Wenn der Computer dreimal klingelt...

...eile ich natürlich springenden Fußes zum Telefon und melde mich. Eine freundliche Frau begrüßte mich, sagte, ich solle schon einmal Stift und Papier bereitlegen, denn: "SIE HABEN GEWONNEN!" Das höre ich gern, denn ich habe noch nie etwas gewonnen, doch einmal ist ja immer das erste Mal. Doch hat dieser Triumpf einen Schönheitsfehler - ich habe an keinem Gewinnspiel teilgenommen. Doch Widerrede ist sinnlos, die freundliche Stimme von der Festplatte quatscht mich voll und gibt mir nun Anweisungen, wie ich den Schatz bergen kann.

Spätestens hier sollten wir uns wieder beruhigen und auflegen. Meist folgt eine teure Rufnummer - nicht immer als solche erkennbar -, die einmal angewählt wirklich jemanden reich macht. Oder man wird aufgefordert, zum Weiterverbundenwerden eine Ziffer am Telefon zu drücken.

Die Maschen sind verschieden, das Ergebnis immer gleich: Der Betroffene wird ärmer, die sich nicht um gesetzliche Bestimmungen scherenden immer reicher. Selbst unser hanseatischer Bürgermeister Carl-Friedrich Arp Freiherr von Beust - heute 'Ole von Beust' - ist auf einen kostenpflichtigen Dienst im Internet hereingefallen. Eigentlich wollte er nur ein Rezept für Gulasch mallorquinische Art. Er bekam es - und ein zwei Jahre laufendes Rezepte-Abonnement für dreißig Euro Jahresbeitrag ungefragt obendrauf. Und was macht nun ein Hamburger Bürgermeister, der sich betrogen fühlt? Nein, er geht nicht zum Anwalt. Er nutzt auch nicht die kostenlose Rechtsberatung seiner Rechtsschutzversicherung. Auch klärt er die Rechtslage nicht selbst - was er könnte, denn er ist Rechtsanwalt. Er geht zur Verbraucherzentrale - der Einrichtung, der gerade in Hamburg durch die Politik so erhebliche Mittel gestrichen wurden, dass sie fast dichtmachen kann. Dorthin geht unser Bürgermeister und lässt sich beraten, nimmt so dem sogenannten Bürger auch noch einen Teil der verbliebenen Kapazitäten weg.

Er hätte besser einfach nur den Rechner ausschalten sollen. Nebenbei bemerkt - wie soll ein Politiker, der so naiv mit der "neuen Technik" umgeht, eine Ahnung von der Bedeutung eines wirksamen Verbraucherschutzes haben? Immerhin entscheidet er mit darüber, welche Einrichtungen sterben oder gefördert werden.

(Eingestellt Januar 2008)

Jugendgewalt




Zwei Fälle: Ein Zwölfjähriger geht in seinem Wohngebiet zum Einkaufen. Unter einer fast menschenleeren Bahn-Unterführung kommen ihm zwei Dreizehn- bis Vierzehnjährige entgegen. Sie sprechen den ihnen Unbekannten an, werden dabei zunehmend aggressiver, spielen das Machtspiel. Sie drängen den Jungen an die Wand der Unterführung, zücken ein Klappmesser und halten es genussvoll an seinen Hals. Bewegen es einen Schnitt simulierend hin- und her. Der Junge bleibt äußerlich völlig ruhig, antwortet auf ihre Fragen nur knapp mit Ja und Nein, die Kinder lassen von ihm ab.

Die zweite Geschichte: Ein Siebzehnjähriger steht an einer Bushaltestelle. Zwei etwa Fünfundzwanzigjährige kommen hinzu und haben offensichtlich ein Problem: Sie diskutieren, ob sie den Jugendlichen abziehen sollen oder nicht. Ob es sich denn lohnen würde. Ach, sagt der eine, der hat doch nur ein paar Euro in der Tasche. Aber die Jacke, sagt der andere, kann ich vielleicht für fünfzig Euro verkloppen. Dann kommt der Bus und erlöst die Kontrahenten aus ihrem Dilemma.

In beiden Fällen waren es Deutsche, nicht die im Bevölkerungsanteil häufiger auffälligen Kinder mit Migrationshintergrund. Das betroffene Kind des ersten Beispieles war ich, der Jugendliche des zweiten mein Sohn. Es hat sich in fast vierzig Jahren nicht wirklich etwas geändert. Die Statistiken verschlechtern sich durch die Zunahme von Armut, aber eines blieb gleich: Die Politik hat heute wie gestern kein Konzept, keinen Willen zur effektiven Behebung des Problems, das nur in einer Entlastung der Randgruppen von ihren Problemen bestehen kann - der drückenden Armut einerseits und der Perspektivlosigkeit andererseits. Denn der selbst erfahrene wirtschaftliche und gesellschaftliche Druck macht sich Luft - in Machtspielen mit Gewinnaussicht.

So ist der Politik anzuraten, die Ärmsten der Armen nicht kontinuierlich noch ärmer zu machen und die Zuwendungen für Schulen deutlich zu erhöhen, statt sie wie bisher über Jahre zurückzuschrauben. Denn schon das stetige schulische Einbinden der Kinder in kreative Arbeitsgruppen, Musikgruppen oder darstellendes Spiel an Nachmittagen gibt Problemkindern Anregungen und Betätigungsmöglichkeiten, die deren Elternhäuser nicht zu bieten in der Lage sind. Doch dafür fehlt den Schulen Geld und die politische Vorgabe. Machen wir was mit der Jugend - sie sind unsere Zukunft.

PS. Das obige Buch ist eine erstklassige Hilfe für alle Eltern - auch ohne gestörte Kinder. Es zeigt den besten Umgang mit den verschiedenen Problemen.

(Eingestellt Januar 2008)

Talkshows und Political Correctness

Eine Talkshow am Freitag-Abend. Sie heißt Riverboat, und ganz amerikanisch sind auch die Tunnelblicke der Moderatoren. Ein weiblicher Gast - Tine Wittler, Moderatorin und Einrichtungsexpertin - bemerkte scherzhaft, wenn sie in die von ihr geführte Kneipe käme, würde sie wie ein Blockwart eintreten, immer gleich erkennend, was zu richten sei.

Die dumpfnasigen Moderatoren gerieten sogleich in Unruhe, rutschten auf ihren Sitzflächen hin- und her und einer korrigierte schließlich mit ernstem Gesicht: "Sie meinten das doch sicher in Anführungszeichen gesetzt!" und malte dabei mit seinen Händen zwei Gänsefüßchen in die Luft. Für kurze Zeit war die Stimmung gedrückt.

Es ist erschreckend, wie unsere Moderatoren, unsere Medien vor einer sich nach momentanen Stimmungen rapide wandelnden political correctness auf alle Viere gehen. Die Behändigkeit ihrer Anpassung zeigt, dass diese auch unreflektiert schlimmste Negativität gutgeheißen würden, wäre nur dadurch die political correctness gewahrt und ihr verlängertes Rektum fester an den Sessel geklebt. Diese Bemerkung war harmlos und ebenso gemeint - niemand hätte sich vor Eva Hermanns populistischen Entgleisungen daran gerieben. Aber nun ist unsere Öffentlichkeit durch die aktuelle Haltung der Medien sensibilisiert. Oder man könnte sagen: in einem Wahn. Ebenso wird mal für und mal gegen die türkische Kurdenpolitik Stimmung gemacht. Momentan - seit gut drei Wochen - lautet die 'political correctness' auf NDR-Info und in den Nachrichtensendungen wenigstens der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender, dass diese die Guten sind, ihr jetzt eingeleiteter Militärkrieg auf irakischem Grund ihre berechtigten Interessen befriedige. Das wurde dem in der eigenen Urteilsfindung entmündigten Bürger in den letzten Jahren genau andersherum verkauft.

Schwierig wird es, wenn es um uralte Redewendungen geht. Vor gut zwei Jahren monierte der schwarze Berliner Filmschauspieler Pierre Sanoussi-Bliss den Ausspruch der Politikerin Renate Schmidt "Der Mann, der neben mir im Flugzeug saß, gab an wie zehn nackte Neger" mit den folgenden Worten: "Der Ausspruch ist nicht nur rassistisch, sondern ergibt auch keinen Sinn". So ist es aber nun mal mit alten gebräuchlichen Redewendungen - wer reflektiert schon ständig jedes Wort auf 'political correctness'? Das ergäbe doch keinen Sinn. Mit Unkorrektheiten ist also zu leben - oder wir machen uns völlig verrückt.

Wie gut, dass die Medien uns wie Hunderte Blockwarte stets und immer genau sagen, was wir zu denken und zu sagen haben. Doch wehe, wir halten uns nicht daran...

(Eingestellt Oktober 2007)

Die beschönigende öffentlich rechtliche Sprachregelung

Was bitte ist das für eine Formulierung:

"Der entführte Bauingenieur starb am Freitag während der Geiselhaft."

So NDR-Info im Wortlaut und auch die Fernsehmedien in den Nachrichtensendungen der letzten Tage. Sie ist - auch wenn sie nicht so erscheint - obszön.

Falls das bei den Journalisten und den verantwortlichen Intendanten von NDR, MDR, WDR, SFR, BR, ARD, ZDF & Co noch nicht angekommen sein sollte - der Mann wurde ermordet. Und zwar von Geiselnehmern. Er ist weder sanft eingeschlafen noch an einem Herzkasper eingegangen. Dieses Schönreden und damit Verfälschen von Nachrichten ist typisch für eine Kriegspropaganda in Zeiten militärischer Aktivität. Umgekehrt wird von Politik und Medien eine Bedrohung stilisiert, dem Wahlvolk in wohlüberdachten Dosierungen Angst eingejagt, damit dieses die mittlerweile unzweifelhaft kriegerischen Einsätze seiner Truppen mitträgt und nicht aufbegehrt. So kann nun jeder der beteiligten Journalisten im Stillen für sich nachvollziehen, wie unter Hitler aus Journalisten schleichend Propaganda-Journalisten wurden. Damit werden sie in jeder Hinsicht mitverantwortlich für die negativen Folgen des Krieges. Wenn schon nicht nach dem Gesetz, dann doch unzweifelhaft in moralischer Hinsicht. Wir tragen eine tiefe und weitgehende Verantwortung für andere in uns - und werden wir dieser nicht gerecht, entfernen wir uns mehr und mehr von Wahrheit, Mitleid und Gerechtigkeit.

Afghanistan zeigt in Bezug auf Demokratisierung und Innere Sicherheit schon lange nur noch Rückschritte auf. Die dortige Situation gleicht sich derjenigen des Irak mehr und mehr an. Wenn Du als Folge der ebenfalls unsäglichen Kampagne 'Du bist Deutschland' nun annimmst, dass Du Deutschland bist, dann hast Du ein Problem.

(Eingestellt Juli 2007)

Unomig, Untac und Afghanistan - warum sterben unsere Soldaten?

7500 deutsche Wahlbürger sind beruflich mit unserer Verteidigungsarmee in Auslandseinsätzen unterwegs. Bis heute sind 69 von Ihnen für 'das deutsche Vaterland' gefallen. Alleine 25 bis zur Verfassung dieses Post im Juli 2007 in Afghanistan. Weitere sechzehn haben sich unter dem Druck der Verhältnisse in diesen Einsätzen selbst getötet. Sven, Corinna, Pierre, Franz Peter, Jens, Tilo, Kim und andere sind nicht mehr unter uns.

Es sieht nicht gut aus für unsere Nachbarn und Mitbürger, welche von der Bundeswehr zu Auslandseinsätzen nach Bosnien (SFOR, EUFOR), Kambodscha (UNTAC bis 1996), Georgien (UNOMIG), in den Kosovo (KFOR) und nach Afghanistan (ISAF) abkommandiert werden. Zunehmend kehren einige von ihnen liegend im Sarg zurück. Es scheint, als würde die Gefährlichkeit der Arbeit der Bundeswehr unterschätzt. Allerdings ist der Glaube der Soldaten an ihre eigene Unversehrtheit ebenfalls nicht zu unterschätzen - in den USA gehen erst jetzt, im sechsten Jahr des für viele Soldaten tödlichen Irak-Krieges, die Neuzugänge zur Armee zurück. Also treibt auch eine wirtschaftliche Perspektivlosigkeit durch fehlende Jobs in der Heimatregion junge Leute als neues Kanonenfutter in die Kasernen der Welt. Wo sie dann von dummdreisten politischen Vorgesetzten nach belieben verschoben und verheizt werden.

Könnte dies uns etwas lehren? Ja, wenn wir anerkennen, dass Deutschland vor der Aufnahme von Auslandseinsätzen eine 'Insel der Glücksseeligkeit' war, fernab von jeder Terrorgefahr, wenn wir weiter anerkennen, dass erst unsere wechselnden politischen Führungen durch die Unterstützung der USA in deren völlig falschen Kampf, zudem mit falschen Mitteln geführt, uns in den Strudel deren politischen Fehlverhaltens hineinzogen. Nein, wenn wir denken, dass der Beginn des Krieges der USA im Irak nicht auf vorgeschobenen, erdichteten und erlogenen Gründen initiiert wurde und dieser seither ohne Menschenrechtsverletzungen vollzogen wird und hiermit zudem der Kern von weltweit operierenden Terroristengruppen zerstört wird.

Es sieht jedoch nicht nach Letzterem aus. Und es gibt weitere Länder auf Amerikas 'Achse des Bösen'.

(Eingestellt Juli 2007)

Männer = Quasselstrippen?

Ich habe bisher immer geglaubt, dass es die Frauen dieser Welt sind, welchen das Wort so leicht von der Zunge hüpft. Zumindest kann ich da meist nicht mithalten. Vielleicht höre ich aber auch einfach nur lieber ihnen zu als meinen männlichen Artgenossen.

However, der deutsche Professor Matthias Mehl von der Universität von Arizona in Tuscon hat anhand von knapp 400 Absolventen von Hochschulen in den USA und Mexiko herausgefunden, dass Männer etwa gleichviel reden wie Frauen. Und damit nicht genug: Die Spitzenquassler brachten es auf 47000 Worte pro Tag und waren männlich. Der Durchschnitt liegt bei bescheidenen 16000 Worten. Ich habe dort zwar nicht als Proband mitgewirkt, denke aber, dass ich den geringsten ermittelten Wert von 700 Worten/Tag locker unterschreite. Gemessen wurde dies übrigens mittels einer am Körper zu tragenden Sprachaufzeichnungssoftware, welche sich viele Male am Tag nach dem Zufallsprinzip einschaltete und dann für 30 Sekunden aufzeichnete. So wurde die Möglichkeit von Manipulationen durch bewusstes Weniger- oder Mehrreden reduziert.

Eigentlich schade, dass der deutsche Leistungsträger aus dem Bereich Wissenschaft Matthias Mehl erst in die USA gehen musste, um sich entfalten zu können. Dies ist kein Einzelfall - denn unabhängig von der Qualität speziell dieser Untersuchung werden den Spitzenabsolventen deutscher Hochschulen in den USA erstklassige Arbeitsbedingungen und bessere Karrierechancen geboten. Warum das so ist? Wir müssen doch sparen, sparen, spaaaaaren... - eben auch an den Unis.

(Eingestellt Juli 2007)

Vorsicht vor Mehrwert-Telefonnummern

Ist es nicht merkwürdig, wie leicht man heute zu Geld kommen kann?

Den Text

'Sag mal, kennen wir uns? Hab deine Nummer gespeichert, kann sie aber nicht wirklich zuordnen!'

als SMS an beliebig viele Handynutzer versandt - und einige simsen oder rufen garantiert zurück. Und schließen hierüber ein Abonnement über irgendwas ab - beispielsweise über eine wöchentliche Wettervorhersage-SMS für 52 Euro - Vertragsdauer 1 Jahr. Oder über Dating-SMSs. Oder sonst etwas Nutzloses.

Es wird getrommelt, die Nummer 0650/6665040 würde dazugehören. Laut Telering-Serviceline ist es jedenfalls einer dieser Mehrwertdienste. Und das österreichische Fernsehen 'ORF' warnt auf seiner Internetseite vor Emails mit ähnlichen Test und dieser Telefonnummer. Vielleicht kann der Anbieter hier einmal etwas dazu sagen. Ich verspüre jedenfalls wenig Neigung, diese Annahmen durch einen Anruf zu verifizieren.

(Eingestellt Juni 2007)

Unsere Verantwortung gegenüber Anderen

Ist es nicht merkwürdig, wie Autoren in den Medien durchweg das unüberlegte direkte Eingreifen fordern, wenn in unserer räumlichen Nähe ein Mensch beispielsweise durch aggressive, ggf. bewaffnete oder physisch starke Personen angegriffen wird?

Warum ich das merkwürdig finde, was auf dem ersten Blick doch als absolut richtig erscheint? Ich hole etwas aus:

Neben der selbstauferlegten Verantwortung eines geistigen 'in die Obhut nehmens' - beispielsweise eines Kindes, eines Nahestehenden etc. - gibt es eine weitere, ganz konkrete, nicht ablegbare schwerwiegende Verantwortung für andere Lebewesen und Dinge. Beispielsweise für Ressourcen aller Art, die wir verschleudern und deren Ausbeutung wir finanzieren, indem wir unnötige Produkte kaufen. Kauften wir ein Teil, mit dem irgendwo in der dritten Welt oder auch in unseren Landen die Umwelt, Menschen oder andere Lebewesen geschädigt werden, sind wir mit dem Kauf in der Verantwortung. Wir sind mit dem Erwerb für die in der Produktion entstehenden Schädigungen von Mensch, Tier und Umwelt ebenso verantwortlich, wie es der Produzent und die beteiligten Arbeitskräfte sind, die hierüber die Augen verschließen. Es gibt kein Delegieren von Verantwortung, kein Delegieren des Wissens um die Umstände des Entstehens, keine Abgabe der Verantwortung und des Wissens durch den Verbraucher an den Produzenten, durch die Arbeitnehmer an die Geschäftsleitung etc.. Es ist wichtig, diese Verantwortung zu kennen, ihr entsprechend zu handeln und beispielsweise keine unnötigen Ressourcen zu beanspruchen.

Das heißt: Wenn wir beispielsweise dafür zahlen, live oder im Film zu sehen, wie Lebewesen geschunden werden, sind wir deren Peiniger. Und zwar unabhängig davon, ob diese freiwillig mitmachten oder nicht. Wenn wir Fleisch essen, sind wir für die Tötung dieses Lebewesens verantwortlich. Auch wenn wir beispielsweise nur mit Schlachtvieh handeln. Hier wurzelt die eigentliche Verantwortlichkeit des Menschen ? und nicht im direkten Eingreifen in Notsituationen, worauf fast alle geführt durch oft tumbe Medien den Begriff der Verantwortung reduzieren. Letzter ist dann abzulehnen beziehungsweise in den Auswirkungen abzuwägen, wenn die eigene Unversehrtheit in Gefahr ist. Denn wir haben eine ebenso große Verantwortung gegen uns selbst wie (die oben beschriebene) gegen andere Menschen und Lebewesen. So ist der Rat der Polizei, bei einem aggressiven Angriff nicht direkt in das Geschehen einzugreifen, sondern Hilfe herbeizuholen, richtig - unabhängig davon, wie sich die Medien hierzu äußern. Denn der Autor, welcher undifferenziert das unbesonnene Eingreifen zu jeder Zeit und Situation propagiert, wird hierdurch ein mitverantwortlicher Täter gegen den Helfenden, macht sich die Sache des Schädigers zu eigen und ist damit in letzter Konsequenz der Schädiger in einer gleichen Weise, wie es der ausführende Täter ist, wenn der Helfer zu schaden kommt.

Zudem käme kein Polizist auf die Idee, unbewaffnet gegen eine ihm überlegene Gruppe anzutreten; er würde stets Verstärkung abwarten. Die seltenen Fälle, in denen dies anders gehandhabt wird, führen häufig zu körperlichen Schädigungen, weil sich Täter - anders als in früheren Zeiten - heute kaum noch vom Status eines Polizisten beeindrucken lassen und gegen ihn vorgehen wie gegen jeden anderen, der ihnen in die Quere kommt.

Wir haben also eine hohe Verantwortung für uns selbst und andere in unserem Handeln. Deshalb will jede auch noch so gering erscheinende Handlung hierauf abgeklopft sein. So bewahren wir Leben, indem wir es auch nicht indirekt töten. So bewahren wir Unversehrtheit, indem wir mit Bedacht agieren.

Nachtrag vom 18.5.07: Die 'Aktion-tu-was' der Polizei nennt sechs sehr gute Tipps zur Zivilcourage (www.aktion-tu-was.de):

  1. Eingreifen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen
  2. Andere zur Mithilfe auffordern
  3. Genau beobachten und Tätermerkmale einprägen
  4. Hilfe über den Polizeinotruf organisieren
  5. Um das Opfer kümmern
  6. Als Zeuge zur Verfügung stehen
(Eingestellt März 2007)

Helge Schneiders ultimativer Tiefpunkt

Ein Radiosender, irgendwo in Deutschland. Die Morgenshow läuft, und damit Hörer und Moderatoren nicht einschlafen, wird eine Anrufaktion gestartet - Thema. Darf man über Hitler lachen?. Aufhänger ist der aktuelle Hitler-Film mit Helge Schneider in der Hauptrolle - Untertitel: Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler.

"Wir haben uns lange genug entschuldigt und schuldig gefühlt", sagt ein Anrufer. "Gut", sagt er, Hitlers Schergen "haben zwar Millionen Juden und Andersdenkende vergast" oder erschossen, den Verbleibenden häufig schwere Traumata auf ihren weiteren Lebensweg mitgegeben, "aber wenn wir doch darüber lachen können?" Wenn auch nur an "zweieinhalb Stellen", wie die FAZ vermeint.

Für den Anrufer Walter K. ist der Film eine Gaudi: "Die Art, wie Helge Schneider das darstellt, finde ich cool." Und diejenigen, die das ablehnen, seien "verspannt". Es sei eben eine Frage der Mentalität, "ob einer über den Dingen steht". Die seinerzeitige Nazi-Führung sei so witzig wie die Panzerknacker aus Walt Disneys 'Lustigen Taschenbüchern'. Und in diesem Tenor sprach die Mehrheit. Es wird also immer Menschen geben, die auch in einem lustig gemachten Film über Kinderschänder lachen würden. Leider scheinen diese die Mehrheit der Menschen auszumachen. Nicht, weil sie schlecht oder verdorben wären, sondern schlicht, weil sie nicht nachdenken.

Denn so einfach ist es nicht. Wer sich für etwas schämt oder schuldig fühlt, der trägt dieses Gefühl nach Schopenhauer - oder war es Kant? - sein ganzes Leben mit sich herum. Und nicht nur bis etwa zum dreißigsten Lebensjahr, wie der Moderator vermeinte. Die genannten Anrufer haben sich demnach für die deutsche Vergangenheit noch nie schuldig oder beschämt gefühlt. Aber vielleicht haben sie einfach nur Glück gehabt, keinen Familienangehörigen im Widerstand, im KZ oder im Kampf verloren und auch keinen mit den typischen Kriegsfolgen erleben müssen: Schreien im nächtlichen Aufschrecken aus Erinnerungen an Grausamkeiten, die sie nicht mehr loslassen, die immer wiederkehren, kaum zu verdrängen sind. Heißa, was sind wir fröhlich.

Aber ob sich Herr Müller-Haselfeld aus Knacking im Westfälischen schuldig fühlt oder nicht, ist letztlich irrelevant. Das Problem, die Krux liegt tiefer. Wir können uns nach Schacter [Daniel L. Schacter, Professor of Psychology at Harvard University, dt. Buchtitel: 'Wir sind Erinnerung'] zwar an die Inhalte, nicht jedoch an deren Quellen erinnern. Es ist, wenn einige Zeit vergangen ist, ein Wissen, von dem wir nicht wissen, woher wir es wissen. Es ist die sogenannte Quellenamnesie. Und so können wir in der späteren Erinnerung an Hitlers Taten nicht mehr die Quellen der Informationen unterscheiden. Wir verweben die im Film vermittelten Infos mit den tatsächlichen. Und nun raten Sie mal, welche Daten in der Erinnerung dominieren werden - die mit eindrucksvollen Bildern über einen Film oder die verbal in der Schule vermittelten? Und was wird von den Hitler betreffenden Fakten nach ein paar Generationen in den Köpfen noch übrig sein? Vermutlich fast nichts - Hitler wird salonfähig, akzeptabel. Würde er heute noch leben, bekäme er nach dem Ende seiner Haftzeit vermutlich Einladungen zu Sabine Christiansen und anderen Gesprächsrunden, und würde wohl auch einen Verleger für seine Memoiren finden. Nur Historiker werden noch die Grausamkeiten des Regimes überblicken. Doch die Fehler der Vergangenheit zu vergessen bedeutet, bereit zu sein für neue.

Verzeiht den Filmemachern und Schauspielern, die sich dafür hergeben und nicht zuletzt dem Publikum, welches sich das Geschichtsbild verfälschen lässt und den Menschen, bei denen es schon verfälscht ist, für welche das Nazi-Regime Disney's Panzerknackern ähnlich erscheint, denn: Sie wissen nicht, was sie tun.

(Eingestellt Januar 2007)

Umformulierung klassischer Texte aus Gründen der 'political correctness'

Die US-Amerikaner machen es uns vor - seit Jahren werden dort Klassiker aus aller Welt wie beispielsweise Rotkäppchen und der böse Wolf unter dieser Motivation von den Verlagen umgeschrieben. Da können wir natürlich nicht zurückstehen. Den Anfang macht in diesem unseren Lande die EKHN (Evangelische Kirche Hessen Nassau) mit der Bibel. Die Evangelisten finanzierte fünf Jahre lang 50 Übersetzer mit EUR 400.000,-, um die bekannte Jahrhunderte alte Übersetzung politisch korrekt umzuformulieren.

Ein Ergebnis von vielen anderen:
Originaltext:

"Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln." (Luther, Psalm 23)

Neuer Text:

"Adonaj weidet mich, mir fehlt es an nichts. Auf grüner Wiese lässt Gott mich lagern." (Luther, Psalm 23)

Sowohl die Zeitform als auch die unterstellte Intention stimmen nicht mehr überein - das Ergebnis scheint mit einem Übersetzungsprogramm erstellt zu sein. Das Geld dieses unnötigen und die Inhalte verfälschenden Projektes mit erbärmlichen Resultat wäre besser aufgehoben gewesen in der Finanzierung sozialer Aufgaben. Zudem: Was bliebe für die nachfolgenden Generationen von dem Originaltext eines großen Denkers, einer Ausnahmeerscheinung wie beispielsweise Kant oder Schopenhauer denn noch übrig, wenn dieser von weniger hochstehenden Köpfen alle paar hundert Jahre an Zeitgeist und Rechtsprechung angepasst würde?

(Eingestellt Oktober 2006)

Handwerker-Pfusch

Ist es nicht merkwürdig, dass weder Amerikas Folterpraxis noch die Reform der 'Jahrhundert-Reform' der Gesundheitsreform sensible Themen sind? Es ist die Thematisierung des 'Deutschen Handwerks', welche Emotionen hervorruft - beim Handwerker, weil dieser sich unverstanden wähnt und beim Kunden aus dem gleichen Grunde.

Probieren Sie es einmal aus: Sind Ihre Kellerwände feucht und Sie fragen einen Handwerker, woran es liegen könnte, heißt es todsicher: Aufsteigende Feuchtigkeit. Und er rät Ihnen zum Einbringen eines Mittels gegen aufsteigende Feuchtigkeit - beispielsweise Wandinjektionen oder das Einfügen einer Trennschicht in die Kellerwand nahe dem Boden. Ist der Keller danach immer noch feucht, hat der Handwerker - wie bei meinem Freund geschehen - zu weit gebohrt, vom Keller bis hinein in das Erdreich, so dass das Wasser aus vielen kleinen Löchern 'wie aus Wasserhähnen' lief. Zudem: Da kann ihr Haus auf einem Hügel stehen oder/und fünfzig Jahre trocken gewesen sein - doch auf wundersame Weise soll sich das Grundwasser um Ihr Haus herum erhöht haben? Nachdem es gebaut wurde, war es doch auch auf Jahre trocken.

Jedes ältere Haus wird jedoch von ebenso alten Steinzeug-Abwasserrohren im Garten umgeben. Und diese sind in keiner Weise flexibel, brechen daher schon nach einigen Jahrzehnten oder werden von einem Rüttler zur Verdichtung des Bodens im wahrsten Sinne des Wortes plattgemacht - wenn Sie beispielsweise jemanden mit der Anlage einer Auffahrt oder eines Weges beauftragen. Ein Handwerker verfügt nur selten über den Weitblick, bei seiner Tätigkeit über den Tellerrand seines Gewerkes hinauszusehen. Und selbst dieses - ihr ureigenes Fachgebiet - beherrschen nur wenige perfekt.

So kann es also sein, dass Sie gegen Feuchtigkeit kämpfen, die dort gar nicht sein müsste. Ein Tipp unter Freunden: Ist der Keller feucht, graben Sie mal die entsprechende Seite auf. Irgendwo ist meist das Steinrohr gebrochen, dann Sand eingedrungen und alles mit Laub und Dreck vom Dach verklebt. Oder der Handwerker hatte schon bei der Verlegung völlig auf Dichtungen zwischen den Rohr-Elementen verzichtet - wie tatsächlich geschehen. Und das Wasser sickert heraus und drückt gegen die Außenwand.

Ist diese zudem ohne Nässeschutz, ist das Auftragen desselben ohnehin immer eine erste Maßnahme. Aber Vorsicht: Es gibt auch hier unbegnadete Handwerker, die selbst tiefe Mauerfugen einfach mit Bitumen zukleistern und dann Erde dagegen schaufeln. Was von diesen 'Experten' - in diesem Fall ein selbsternannter Brunnenbauer - zu halten ist, konnte mein hiervon betroffener Bekannter nicht ausdrücken, ohne die Conténance zu verlieren. So ist es besser: Außenwand zunächst verputzen und je nach Belastung durch Nässe mit mehrmaligen Teeranstrich schützen. Achten Sie besonders auf Fugen und den Übergang zur Bodenplatte. Dann können Sie bei hohem Grundwasserstand eine Drainage im Kiesbett davorbauen und sonst einfach nur Styroporplatten zwischen Erdreich und Schutzanstrich legen.

Doch es gibt noch mehr Genies unter den Handwerkern - das folgende sind weitere Beispiele, die ich aus der Nachbarschaft und meinem Bekanntenkreis zusammengetragen habe:

  • Ein Tapezierer verdünnte den Kleister soweit, so dass er nur backte, aber nicht klebte.
  • Ein Tapezierer bekam weder oben die Tapete gerade geschnitten noch ordentliche Übergänge zwischen den Tapetenbahnen hin
  • Ein Tapezierer, der die Tapetenbahnen-Kanten genau auf den Kanten eines Durchgangs enden ließ, Klar, dass sich die Tapete dort zuerst löste. Dazu sah es beschämend nach Pfusch aus.
  • Ein Maurer, dessen vorgemauerte Außenfassaden-Verkleidung mit den Jahren an Halt verlor und sich zu lösen begann.
  • Ein Maurer, der beim Verfliesen eines Kellerbodens die Revisionsöffnung zum Abwasserrohr felsenfest einbetonierte, damit für die Ewigkeit verschloss.
  • Ein Maurer, der zum Bau einer Terrasse ungeeignete Ziegelsteine verarbeitete. An der Brenn- respektive Presskante platzte nach einigen Jahren bei hoher Feuchtigkeitsbelastung durch Gefrieren des aufgesaugten Wassers deren Außenflächen ab. Diese billigen und minderwertigen Ziegelsteine hätten nur unter Putz verarbeitet werden dürfen. Denn deren Poren sind ungünstig verteilt, das Porenvolumen und Scherbenfestigkeit zu gering.
  • Ein Klempner, der ein gebrochenes Steinzeugrohr im Außenbereich mit einer Alditüte und Beton 'reparierte'.
  • Ein Klempner, der einen Hauptwasserhahn nicht vollständig zudrehte, eine Küchenarmatur entfernte und Feierabend machte. Am nächsten Morgen standen vier Wohnungen unter Wasser.
  • Ein Klimaanlagen-Fachmann, der bei Austausch des Kältemittels die falsche Füllmenge - natürlich zuwenig - einfüllte.
  • Ein Glaser, der ein Fenster nach dem Austausch einer blind gewordenen Scheibe nicht dicht bekam.
  • Ein Maurer, dessen gemauerte Steine mit der Hand abgetragen werden konnten- er hatte diese trotz sommerlicher Hitze nicht vorgenässt.
  • Ein Maurer, der die Verputzung einer Reparaturstelle in der Außenwand nicht ebenso glatt bekam, wie es der umgebende Wandputz ist.
  • Ein Handwerker, der - nachdem er dreiviertel des Rechnungsbetrages auf dem Konto hatte - den Termin der Fertigstellung zunächst verlegte, dann vergaß, und noch einmal verlegte und verlegte...
  • Ein Fensterbauer, welcher nach versehentlicher Zerstörung der Klingelleitung sich zunächst hartnäckig weigerte, eine neue Leitung durch eine handelsübliche Holzdecke mit Schuttschüttung zu verlegen. Er vermeinte, das fortan auf Jahre Staub und Schmutz herausrieseln würden.
  • Ein Maurer, der zwei Doppelstufen aus Beton vor zwei Haustüren setzte, dabei vorgeschriebene Maße und Gefälle nicht einhielt. Bereits der Kostenvoranschlag war missverständlich. Nur wer genau las, erkannte, dass der genannte Endbetrag mit zwei multipliziert werden musste. Dann versuchte er ständig, verbale Zustimmungen der Auftraggeberin zu Auftrags- und Kostenerweiterungen im Beisein seiner Mitarbeiter zu erreichen.
  • Ein Gas-Installateur, der die Abnahme einer Flüssiggasanlage nach den TRF 1996 zur Farce werden ließ, indem er die kurze Gasleitung zeitschindend eine halbe Stunde mit dem Gasspürgerät im Zeitlupentempo beschnüffelte und am Schluß eine unsinnige Auflage zur Durchlöcherung der Aufbewahrungsbox an der regenzugewandten Oberseite machte, von der er nach einer Monierung Tage später nichts mehr wissen wollte.
  • Ein Fahrrad-Mechaniker vergaß nach einem Felgentausch die hintere Radbremse wieder einzustellen - sie war nahezu funktionslos. Seitdem fehlen meinem Sohn zwei halbe Schneidezähne.

Wir müssen wach sein - oder es selbst machen, wo immer es geht.

(Eingestellt September 2006)

Das Leben ist gefährlich, oder?

Ist es nicht merkwürdig, dass der Esel immer wieder auf's Eis geht, wenn's ihm zu wohl ist?

Wir sind im Verlaufe unseres Lebens so vielfältigen unwägbaren Risiken ausgesetzt, dass man meinen sollte, jemand hätte genug daran. Das ist jedoch nicht immer so. Vielen wird die oberflächliche Sicherheit ihrer Existenz öde und lässt sie nach Anregungen suchen. Dass das nur in seltenen Ausnahmen glücklich verlaufende Leben dadurch nicht gerade an Qualität gewinnt, liegt auf der Hand. Denn dem Reiz geht das Risiko Hand in Hand wie Bruder und Schwester, und die Krux ist, dass man nicht immer nur gewinnen kann in diesem Glücksspiel, welches wir Leben nennen.

Das Unglück in jedweder Form zu provozieren ist daher eine Form der Raserei. Möglichkeiten gibt es viele - doch je höher der Verstand, desto weniger werden sie genutzt. Als da beispielhaft wären:

  • Bungee-Jumping im Urlaub in exotischen Ländern. Selbst mit Richtlinien entsprechenden Gerät und der bei uns üblichen regelmäßigen technischen Kontrolle durch unabhängige Überwachungsorganisationen geht solches gelegentlich schief. Der kluge Kopf verzichtet.
  • Unangeschnallt Auto fahren: dieses geht nur solange gut, solange es gut geht. Ein kapitaler Unfall zeigt den Unterschied des klugen zum überheblichen Kopf ? der erste ist wesentlich geringer oder gar nicht geschädigt, der Zweitgenannte gegebenenfalls tot.
  • Das Rauchen: hier bekommt die alte Lebensweisheit ihre volle Bedeutung, welche besagt, abgerechnet würde zum Schluss. Der kluge Kopf wird einen weniger schweren Abgang vorziehen.
  • Das unvorsichtige Gebaren: hierunter fällt alles, was Not oder Leid provozieren kann, jedoch ohne ein solches Gebaren ausgeblieben wäre. Ein Tourist, welcher ohne Kenntnis der lokalen Gang-Regeln aufgrund der Farbe seines T-Shirts in den Slums von L.A. (Californien/USA) erschossen wird, hatte keine Möglichkeit der Vorsorge oder Vermeidung. Der Fußballfan, welcher in Kenntnis gewaltsuchender Hooligans sein Ego in einer diese provozierenden Aufmachung spazieren trägt, hätte die Möglichkeit der Vermeidung. Ist er ansonsten ein kluger Kopf, war sein Ego ? welches Ausdruck seines Willens ist ? größer als sein Verstand.

Es ist hierbei wie bei allen anderen genannten Gefahren, denen man sich aussetzt oder nicht: Man geht nicht an den ersten Zigaretten zugrunde, viele Bungee-Sprünge können klappen und Hooligans wollen sich einfach nicht blicken lassen; aber wehe, wenn... Die Unversehrtheit nur wegen der flüchtigen Befriedigung eines ungezügelten Willens wegen zu gefährden, ist - wie Anfangs bemerkt - Raserei. Man muss oft bei seinem Willen auf der Bremse stehen, ihn immer wieder bewusst zügeln, bis ?die Aura die Farbe des Handelns und Denkens angenommen hat? [Meek], bis diese Kontrolle unbewusst ausgeübt wird. Wenn man bis dahin den Fuß von der Bremse nimmt, fährt der in alle Richtungen probierende Wille fort, seine Ziele anzupeilen.

Mit dem Willen ist es wie in der folgenden Metapher beschrieben - er ist hierin der Antrieb des Flugzeugs:

Stellen Sie sich vor, Sie säßen auf dem Flughafengelände im Cockpit eines Flugzeugs. Sie hätten zwar keinerlei Ahnung von diesen Dingern, aber ein Bekannter hat Ihnen das zeigen wollen. Nun ist er kurz gegangen und Sie berühren einen Hebel ? und nichts ahnend setzt sich das große Flugzeug in Bewegung, rollt los. Sie kennen nur die Fußbremse und das Lenkrad, bremsen bis zur Erschöpfung gegen die Kraft der Turbinen an und lenken um Hindernisse herum. Aber sobald Sie in Aufmerksamkeit und Widerstand gegen den Verlauf nachlassen, rollt das Flugzeug wieder los und bringt Sie in schwierige, manchesmal gefährliche Situationen.

Hat Ihr Bewusstsein jedoch durch langjährige Übung den Willen unter Kontrolle, müssen Sie sich erst motivieren, um überhaupt einen Willen auszubilden ? denn dieser ist in einem solchen Bewusstsein eliminiert, nur auf das Lebensnotwendige begrenzt, und selbst hierfür muss sich so mancher gelegentlich motivieren. Dessen Flugzeug steht ? um in der Metapher zu bleiben ? wie eine ?Eins?. Und er rollt nur nach größeren Willensanstrengungen ein paar Meter vor. Deshalb sagt man diesen extrem kontrollierten Menschen nach, dass sie selbst ihre Alltagsgeschäfte nur tändelnd, mit schwankender, aber eher geringer Motivation abwickeln. So kann bei Ihnen im Alter selbst die Sexualität einschlafen, wenn sie sich nicht kontinuierlich neu motivieren. Also einen Willen hierzu herausbilden und fördern.

Dieser Trainierte entscheidet also, wo er sich die Mühe macht und mit etwas Willen engagiert, der Untrainierte läuft ungebremst von allein unter Volldampf, und ist damit in den künstlichen Hierarchien dieses Lebenssystems - beispielsweise im Beruf und in der Politik - erfolgreicher. Hieraus kommt es, dass diese Welt in der bekannten miesen Verfassung ist, die menschlichen Verhältnisse derart im Argen liegen, dass auch der annehmlich Ehrenhafteste im besten Anzug und mit dem schönsten Anwesen der Gier folgt. Gerade dieser.

(Eingestellt September 2006)

Die ewig rückschrittlichen Fahrräder

Ist es nicht merkwürdig, dass auch nach nunmehr einhundert Jahren Entwicklung der Fahrrad-Technik immer noch Ketten abspringen, dass Räder eierig werden, sich der Lenker mit der Zeit verdreht und immer noch keine Aktentasche auf den Gepäckträger passt, ohne auf jeden Meter Fahrt mehr und mehr seitlich abzurutschen? Von der Qualität der Akkulampen wollen wir gar nicht erst reden.

Wo sind denn auch nur die geringsten technischen Innovationen? Es kann doch nicht so schwierig sein, einen automatischen Kettenspanner zu verwenden, Leichtmetallfelgen mit massiven Stegen zur Achse, eine Lenkstange mit einer Nut zur Führung der exakten Position und - zu guter Letzt - einen Gepäckträger, der seiner Bezeichnung gerecht wird. So jedenfalls ist immer irgendwas an den Fahrrädern zu richten; und wenn sie sich dann mal bewegen, geht manchmal Gepäck verloren.

Aber Nicht-Könner gibt es auch in den kleinen Reparaturwerkstätten, die von dem derzeitigen Stand der Technik gut leben. Ein solcher vergaß nach einem Felgentausch die hintere Radbremse wieder einzustellen. Seitdem fehlen einem meiner Familienmitglieder zwei halbe Schneidezähne. Wer sich an meiner zugegeben verallgemeinernden Ausdrucksweise stört, kann sich ja mal versuchsweise ohne Hinterradbremsen einer Vollbremsung im Verkehr unterziehen. Ich rate jedoch ab.

Offenbar sind wir einfach einhundert Jahre zu früh auf die Welt gekommen. Na denn, im nächsten Leben wird alles anders...

(Eingestellt August 2006)

Von Abmahnungen, genetisch verändertem Saatgut und dem Libanonkrieg

Ist es nicht merkwürdig, dass in Deutschland gegen ein paar Euro nahezu jeder Begriff als Marke geschützt werden kann, worauf die Verwendung der Begriffe in einem anderen Zusammenhang als mit dem neuen Markeninhaber durch Abmahnungen extrem teuer werden kann?

Ist es nicht merkwürdig, dass in Deutschland Saatgut von Pflanzen patentrechtlich geschützt werden kann, wenn nur ein Teil des genetischen Codes verändert wurde? Selbst wenn sich diese Pflanzen auch auf natürlichem Wege verbreiteten, müssten Sie Lizenzstrafen und -gebühren zahlen, wenn in Ihrem Garten ein solches wächst. Bauern ergeht es schon heute so; einmal patentiertes Saatgut ausgestreut, und alleine durch das nicht zu verhindernde teilweise Nachwachsen werden diese 'Gebühren' fällig. Dieses Vorgehen ist bereits ausgeurteilt und nicht mehr anfechtbar. Die Durchsetzung ganzer Regionen mit genmanipulierten Pflanzen ist zudem unumkehrbar. So entstehen geschlossene Monopole. Doch auch dem Produzenten selbst - hier Bayer - macht der Wildwuchs seines genveränderten Reis Probleme. Weil sich die Pflanzen aus einem 2001 in den USA beendeten Experiment mit genmanipuliertem, nicht zum Verzehr zugelassenen Reis verbreiteten und hierüber Jahr für Jahr Ernten mit nicht genmanipuliertem Reis verunreinigen, hat Japan bereits ein Einfuhrverbot für Reis aus den USA erlassen - Südkorea und Europa denken darüber nach. [Quelle: U.a. 'Welt Kompakt' Nr.163]. So kann in nicht allzu ferner Zukunft keine nicht-genmanipulierte Nutzpflanze unter freiem Himmel angebaut werden, weil aus der Umgebung genmanipuliertes Saatgut durch natürliche Verbreitung hinzukommen wird. Selbst wenn dieses schon lange nicht mehr angebaut wird, infiziert es doch durch den unvermeidbaren unzählige nicht-genmanipulierte Pflanzen. Doch auch das ist noch steigerungsfähig: Sogenannte Terminator-Pflanzen werden nach der Reife durch Genmanipulation unfruchtbar, infizieren jedoch zuvor noch nicht-genmanipulierte Pflanzen, so dass diese auch unfruchtbar werden. Und weil wir Krimis und Horrorfilme so sehr lieben - andernfalls wäre das Fernsehen nicht voll davon - gibt es auch hiervon noch eine Steigerung: Durch genmanipulierten Fruchtmais wurden überraschend Rinder und Kühe unfruchtbar. Warum sollte es Menschen besser ergehen? Fußnote: In der US-amerikanischen Kontrollbehörde für derartigen Anbau sitzen nicht wenige ehemalige Angestellte der Rechteinhaber in Schlüsselpositionen. Wen wundert's, dass die Zulassung dieser genmanipulierten Sorten gegen den Rat der Wissenschaftler eben dieser Behörde erfolgte.

Demnächst wird übrigens das Erbgut von Hausschweinen gentechnisch patentiert. Die Patentierung von Leben jeder Art(!) ist jedoch im hohen Grade unethisch - es bedeutet, Leben als Erfindung zu behandeln. So kommen seit Jahrtausenden kultivierte, natürlich wachsende Pflanzen und Lebewesen in den Besitz von Patentinhabern.

Ist es nicht merkwürdig, dass in Deutschland nahezu eine Politikernase alleine darüber entscheidet, ob deutsche Truppen in einem nicht-europäischen Krisengebiet zur Waffe greifen? Für so eine Banalität wie beispielsweise dem Israel/Libanonkrieg reicht der von Lobbyisten mit Zuwendungen verkleisterte Verstand desselben, um deutsche Soldaten wie Bonbons im Karneval in alle Welt zu zerstreuen. Ohnehin beinhaltet das aktuelle Mandat Einsätze gegen Terroristen(!)

  • im Nato-Gebiet
  • auf der arabischen Halbinsel,
  • in Mittel- und Zentralasien,
  • in Nordostafrika und den angrenzenden Seegebieten.

Ist es nicht merkwürdig, dass niemand gegen dies alles auf die Strasse geht? Nein, denn die Medien spielen nahezu unisono das Lied der politischen Rosstäuscher - und eine wirksame Opposition gibt es zur Zeit der 'großen Koalition' nicht. Der gemeine Bürger kriegt von den unzähligen Sauereien fast nichts mit. Und wenn? Es sind zu viele, um eine Art Opposition auf etwas davon zu fokussieren. Also bleibt nur der oberflächliche und unsachliche, aber richtige Eindruck, dass alles in die falsche Richtung läuft, die hohe Politik sich einsam auf ihrem hohen Ross selbst feiert und der kleine Wähler die Zeche zahlt - ohne Einfluss nehmen zu können.

Armes Deutschland.

(Eingestellt August 2006)

Elterngeld

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat ein Elterngeld durchgesetzt, das in der höchsten Stufe Eltern in einem Jahr soviel Geld auszahlt, wie die Anfang des Jahres gestrichene Eigenheimzulage und Baukindergeld zusammen in sieben Jahren erbrachten: Eltern mit einem Einkommen ab EUR 2666,- bekommen also 12 bis 14 Monate je EUR 1800,-, das sind in 12 Monaten EUR 21.600,-.

Ich bin absolut dafür, Eltern in dieser Form zu unterstützen. Auch weil sich der Staat dieses Geld durch Aufhebung der Lernmittelfreiheit, über Studiengebühren und Kürzungen am Kindergeld - einmal mehr ab Januar 2007 [Quelle. dpa 3.5.2006] - wieder zurückholt. Dennoch hat diese Gesetz einen erheblichen Webfehler: Geringverdienende Eltern wie beispielsweise Arbeitslose oder Hausfrauen bekommen EUR 300,- im Monat. Und können - wirtschaftlich ohnehin am Existenzminimum entlangkratzend - dieses Geld wohl kaum zurücklegen für das Studium und die Ausbildung ihrer Kinder. Somit ist es für die Ärmsten in unserer Gesellschaft unverändert schwer, ihren Kindern eine gute Ausbildung zu ermöglichen. Die Kluft zwischen den Leistungen ist zudem gewaltig, steht wie ein Symbol für das Nicht-Vertreten-Sein der Schwächsten unserer Gesellschaft in der politischen Szene.

Was spräche eigentlich dagegen, allen Eltern unabhängig vom Einkommen das gleiche Elterngeld zu zahlen, in einer Höhe irgendwo zwischen den Extremen?

(Eingestellt Mai 2006)

Suspekte Praktiken der Grüne Punkt Wertstoff-Sammlung

Ist es nicht merkwürdig, dass die "Wert-Wertstoff-Sammlung GMBH" den grünen Punkt auch für Glasverpackungen und Glas-Flaschen vergibt, sich dieses von allen Herstellern mit 1,6 Milliarden Euro im Jahr [Quelle: 'Die Zeit' 13.4.06] honorieren lässt, dieselben jedoch nicht einsammelt? Wir Verbraucher zahlen bereits diese Abgabe der Hersteller für den grünen Punkt über den Verkaufspreis der Ware mit, beispielsweise 5 Cent bei 1,5 Liter PET-Flaschen, aber sollen diese Verpackungen dann auch noch zum Glas-Container schleppen. Das stinkt nach einer Vorteilsnahme durch die "Wert-Wertstoff-Sammlung GMBH", welche der Gesetzgeber in der rechtlichen Grundlage für dieses Entsorgungssystem nicht vorgesehen hat. Oder doch?

Das herauszubekommen ist nicht einfach. Die "Wert-Wertstoff-Sammlung GMBH" reagiert weder auf höfliche Anfragen noch auf Aufforderungen zur Nennung der Rechtsgrundlage - gerichtet an deren Rechtsabteilung - mit Fristsetzung. Wie unsere Politiker sitzen Monopolunternehmen auf einem hohen Ross und kümmern sich offenbar nicht um die Fragen, Sorgen und Nöte des Kunden unter ihnen.

Man braucht schon ein gehöriges Maß an Aggressivität und finanziellen Mitteln, um diese Frage zu klären. Denn ohne anwaltliche Führung verläuft sich der Laie schon nach wenigen Metern im Paragraphen-Dschungel. Doch mangelt es mir an beidem - somit bleibt's beim Kritisieren. Still ruht die Kloake...

Und Jürgen Hahn, Abteilungsleiter für Abfall im Umweltbundesamt, sagte in 'Die Zeit': "Die Bürger werden über den Unsinn der Mülltrennung nicht informiert. Im Gelben Sack findet eine mentale Entsorgung des schlechten Gewissens statt." Nur weniger als die Hälfte des getrennt gesammelten Mülls würde recycled, der Rest verbrannt.

(Eingestellt April 2006)

Politik betreibt den Niedergang Deutschlands

Es wird kalt werden in Deutschland, so kalt wie in den noch armen Ländern Osteuropas. Wir erleben derzeit den tiefstgehendsten Wandel seit sechzig Jahren, ohne ihn wahrzunehmen. Sein schleichendes Vorgehen täuscht darüber weg, dass er unumkehrbar ist, wir nun kontinuierlich, aber unaufhaltsam all das verlieren, was uns Deutschen lieb und teuer war. Nicht nur uns - auch Menschen anderer Nationen bemühten sich um Zugang zu unser nun verlorenes Paradies, um teilzuhaben an Wohlstand und Sicherheit. Die siebziger Jahre des vergangenen Jahrtausend dürften der Höhepunkt unserer Entwicklung gewesen sein. Die großen US-amerikanischen Heuschrecken-Konzerne, gefüttert mit Pensionsgeldern oder in Hedge-Fonds angelegtem Kapital der amerikanischen Bevölkerung, machten um unser Paradies einen Bogen. Zu aufwendig unsere Bilanzierungsregeln, zu guter Kündigungsschutz der Arbeitnehmer, zu hoher Gläubigerschutz in der Kapitalbeschaffung. Und dann kam Dr. Helmut Kohl. Und mit ihm die Umsetzung des europäischen Gedankens in die Form einer Vereinigung von Ungleichen, eines Aufgehens in etwas größeren - in Europa.

Die Gründe für den anschließenden Verfall sind so vielfältig wie mächtig: Niedrige Sicherheitsstandards, Unternehmenssteuern, Lohnkosten, Investitionskosten, Bilanzierungskosten in den Armenvierteln Europas, hohe bei uns. Das Kapital begann, in Richtung Osteuropa zu rutschen, und mit ihm die Arbeitsplätze und der Wohlstand. Nun folgen zwangsläufig auch die sozialen Errungenschaften, denn nur in einer Wirtschaft, die polnische Rahmenbedingungen bietet, wird investiert. Doch selbst Polen ist bereits zu teuer, billigere Staaten kommen kontinuierlich nach in diese europäische Union und machen so ein Stabilisieren der Verhältnisse unmöglich.

Überall, wo sich der Staat mit seinem regulierenden Einfluss aus der Gesetzgebung zurückzieht, erwacht im hinterlassenen Vakuum das Faustrecht des Mittelalters aus seinem Dämmerschlaf. Wo beispielsweise kein Kündigungsschutz besteht, muss sich der Lohnsklave Auge um Auge mit einem Verhandlungspartner auseinandersetzen, der übermächtig ist - dieser ist nicht mittellos, nicht sozial eingestellt und nicht bereit, mehr als ein absolut notwendiges Minimum an Zugeständnissen zu bieten. So wie die Ratten in den Versuchslaboratorien nur deswegen gefüttert werden, weil der Ersatz verhungerter Tiere teurer käme. Die Heuschrecken fressen die blühenden Felder leer und ziehen weiter. Der Mensch bleibt hungernd zurück. Und der Staat? Der Staat - bestehend aus selbstversorgungsorientierten Egomanen - will und kann nicht mehr regulierend einschreiten. Deutschland ist verraten, verkauft und dumm, dass es das mit sich machen lässt. Und weil Deutschland den Bach runtergeht, vermitteln uns Einkommensmillionäre in den Medien, du ? der hungernde Deutsche ? seiest Deutschland. Vielleicht weil die Reichen es ohnehin selten sind. Sie sind Neu-Österreicher, Neu-Schweizer oder zahlen in das monacinische Steuersäckl.

Was gibt es für Mittel gegen diese Entwicklung? Keine. Derzeit jedenfalls. Allenfalls nationale Zollschranken und eine Loslösung von der alles egalisierenden europäischen Gesetzgebung könnte diese Entwicklung umkehren. Doch wird dies nicht passieren, weil der politische Wille und derer der Medien hierzu fehlt. Es wird noch viel Wasser die Elbe herunterfließen, bis ein namhafter Politiker öffentlich bekennen wird: ?Der Beitritt zur europäischen Union war ein Fehler?.

Gute Nacht, dummes Deutschland.

(Eingestellt April 2006)

Verhaltensgestörte Eltern haben gestörte Kinder

Ist es nicht merkwürdig, wieviele gestörte Kinder es in heutigen Tagen gibt? War das eigentlich schon immer so oder läuft etwas völlig falsch in unserer Gesellschaft?

Mir ist aufgefallen, dass Kinder seit Beginn der achtziger Jahre mehr und mehr in gestört und nicht gestört eingestuft werden. Was harmlos von den Medien getrieben begann, wurde von den Fachleuten und Experten dankbar aufgenommen nach dem Motto: Gebt dem Volk, was es will ? vor allem, wenn es unserem Geldbeutel guttut. Meine Annahmen hierzu habe ich in den folgenden Zitaten von nach Wahrheit strebenden Fachleuten wiedergefunden, weshalb ich diese einfach aneinandergereiht wiedergebe:

Ich erkenne in unserer Zeit die ausufernde therapeutische Herrschaft, die tendenzielle Pathologisierung von Normalität. Die Folge: Jedes Kind ist potentiell auffällig. Vom geschulten und ausgereiften Blick des Experten seien beliebig viele Störungen auszumachen.
Georg Hörmann, Inhaber eines Lehrstuhls Allgemeine Erziehungswissenschaft an der Uni Bamberg
Die exzessiv festgestellten Verhaltensstörungen von Kindern ursächlich Eltern und Lehrern zuzuschreiben, hieße, Eckpfeiler unseres unseres Gesellschaftssystems wie Familie und Schule zu hinterfragen. Daher wird in der Regel das Kind als schwächstes Glied in unserer Gesellschaft als verhaltensgestört definiert, anstatt die gestörten Verhältnisse, in denen das Kind lebt, zu hinterfragen.
Reinhard Voß, Privatdozent für Pädagogik an der
Universität Dortmund
Die Arbeit an der Veränderung gestörter Verhältnisse in der Gesellschaft ist eine brotlose Kunst. Hingegen wuchs der Arbeitsmarkt für psychosoziale Berufe in Deutschland von 1973 bis 1993 noch schneller als in der boomenden EDV-Branche. Der prosperierende Psychomarkt schafft es, sich selbst zu versorgen, indem unablässig neue Störungen, Syndrome, Behinderungen oder psychische Erkrankungen in immer mehr Lebensbereichen erkannt werden., die man dann wegtherapieren kann.
Doris Bühler-Niederberger vom Pädagogischen Institut der Universität Zürich
Dies Abstempeln der Kinder als verhaltensgestört, behindert etc. ist verhängnisvoll, weil aus der natürlichen Streuung menschlichen Verhaltens Störungen, Krankheiten oder Behinderungen definiert und die Betroffenen aus dem Kreis der Normalität abgesondert werden ... Kinder haben keine Chance, ihr von den Normen und Wunschvorstellungen der Erwachsenen abweichendes Verhalten zu ent- pathologisieren ... Psychologie und Psychatrie normieren das kindliche Verhalten durch und durch und unterwerfen alles, was abweicht, ihrer therapeutischen Macht.
Jan Kutscher, Autor des Artikels 'Therapie
für Zappelphilipp' am 2.7.1993 in 'Die Zeit'

Es ist ein Verlust in unserer Gesellschaft fühlbar für die, welche nicht in der vom Privatfernsehen dominierten Medienkultur aufwuchsen - nämlich der Verlust der Gelassenheit im Umgang miteinander, das heißt mit den Fehlern und Macken anderer. In den Siebzigern war die Stimmung weniger ernst als heute, der noch nicht lange zurückliegende zweite Weltkrieg hatte als einzig bleibenden Wert Toleranz gelehrt - gegenüber andersdenkenden und mängelbehafteten Menschen. Man hatte als Eltern nicht so angestrengt das Gefühl, alles richtig machen zu wollen. Die Kinder wuchsen unter einer "wohlwollenden Gleichgültigkeit" auf, so Updike [Quelle: Kurzgeschichte 'Wie war's wirklich?']. Man schaute nicht täglich ängstlich auf das Kind, ob es auch keine Störungen entwickele. Es entwickelte sich einfach in einer großen Freiheit, konnte die 'unerträgliche Leichtigkeit des Seins' spüren und auch das Gegenteil hiervon. Es konnte leben, ohne dass ihm dauern auf die Finger geschaut wurde, ohne dass es in den Speisen stetig Vogelgrippe- und BSE-Erreger und anderes berücksichtigen musste. Und AIDS gab es in den Köpfen auch nicht. Das Leben ist seither besonders für die heranwachsende Generation schwieriger geworden, und das hat zum Verlust der Gelassenheit geführt.

Doch Gelassenheit ist unabdingbar, wenn man Kinder zu nicht gestörten und gelassenen Erwachsensein führen möchte. Ihr Fehlen schlägt sich nieder in einer exorbitant anwachsenden Verschreibungshäufigkeit von Psychopharmaka - im Zeitraum 1995 bis 2002 stieg dieser Wert um 500 Prozent [Nationale Studie der USA - Quelle: Welt Kompakt v. 7.6.06], in den letzten 10 Jahren gar um das 4000-fache [Stand 2009]. Nahezu alle diese Kinder werden als manisch depressiv diagnostiziert und wenigstens zum Wohle der Pharmaindustrie, wenn nicht gar zum finanziellen Wohle des Psychiaters mit schnell süchtig machenden Medikamenten 'behandelt'. Rhetorisch geschickte Formulierungen des Arztes bringen denjenigen, welcher sich zuvor vertrauensvoll eröffnet hat und nun im Umkehrschluss Vertrauen erwartet, auf sehr gefährliche, die Persönlichkeit einschläfernde Drogen:

?Hätten Sie ein Bein gebrochen, würde ich Ihnen eine Krücke verschreiben. Dieses Medikament ist Ihre Krücke, die Ihnen für einige Zeit helfen wird.

Das ist Körperverletzung, bei finanzieller Vorteilsnahme durch die Pharmaindustrie Betrug. Das ist tägliche Praxis in der westlichen Welt. Und sind doch diejenigen Depressionen, welche durch das Absetzen der Psychopharmaka ausgelöst werden, extrem heftig, rufen nicht selten Selbstmordgedanken hervor.

Zurück zur Gelassenheit: Es sind die sozial intakten Familien, in denen die Kinder von Anbeginn an einer liebevollen Führung mit deutlichen Sanktionierungen bei 'Regelverstößen' unterliegen. Hierzu gehört, dass es zum einen klare Regeln gibt und diese zum anderen streng überwacht werden. Der Erziehende muss eine charakterliche Stärke besitzen und ein deutliches Interesse an der Entwicklung seines Kindes haben, welches es ihm ermöglicht, das Kind auch dann zu führen, wenn es schwierig wird, es äußerlich schon wie ein Erwachsener auftritt und agiert. Hieran mangelt es meist in den sogenannten 'Problemfamilien', in denen Kinder unführbar geworden sind, sich jeglicher 'Einmischung' verweigern. Dort sollten zuerst die Eltern geschult, mit dem notwendigen mentalen Rüstzeug versehen werden. Ein direktes Einwirken von außen auf die Kinder ohne das beschriebene Einbeziehen der direkten Bezugspersonen erscheint mir aussichtslos.

Diese klar und offen darliegenden Regeln einer Familie werden notwendig ergänzt durch einige weitere, den Kindern nicht direkt bekannte Regeln. So muss man Kinder von dem Moment an, wo sie laufen können, knapp halten; desweiteren ihre Wünsche - gleich ob materiell oder immateriell - niemals unmittelbar oder nach festen zeitlichen Abständen erfüllen. Sie lernen am besten in ihrer Kindheit, ihren zunächst ausufernden Willen knapp zu halten, zu bändigen. Denn was Hänschen nicht beiläufig lernt, lernt Hans nur in Not und unter Qualen. Zudem ertragen wir Eltern am leichtesten in deren frühen Kindheit die hierbei zunächst unvermeidbar auftretenden Aggressionen. Weniger ist mehr. Ein auf diese Weise sozialisiertes Kind kann meist bereits in der Pubertät gut mit seinen Erwartungen und mit Geld umgehen. Es hat gelernt, sich in jeder Hinsicht zu bescheiden ? in materiellen und immateriellen Dingen wie beispielsweise der Erwartungen an die Menschen. Es hat verinnerlicht, dass das Leben kein Wunschkonzert ist. Und wenn Eltern dies erreicht haben, dann haben sie bereits ihren Job getan.

Eigene Aggressionen zu zeigen ist den Eltern absolut untersagt. Schreien, Beschimpfungen und Prügel sind Armutszeugnisse der Erziehung, Ausdruck einer Überforderung, welche sich äußerst negativ auf das Gebaren des Kindes auswirkt. Allein das noch ruhige Erheben der Stimme, beispielsweise durch akzentuiertes bestimmendes Sprechen ist in den vielfachen Auseinandersetzungen erlaubt ? ihr Kind gewöhnt sich mit der Zeit an den ruhigen Umgangston und wird selbst ruhig werden, kann jedoch durchaus auch die Bedeutung kleinerer Nuancen in Ihrer Sprechweise unterscheiden. Die Sanktion kindlicher Aggression braucht nur darin zu bestehen, dem aktuellen strittigen Wunsch ihres Kindes nicht nachzugeben ? auch nicht in der Zukunft. Wenn Sie dennoch - auch erst nach Tagen - schwach werden und dem strittigen Wunsch doch noch nachgeben, haben Sie Terrain verloren. Nur ruhig vorgetragene und diskutierte Wünsche werden erfüllt. Auch nicht immer sofort, sondern eher nach längeren unregelmäßigen Zeiträumen - denn wir wollen dem Kinde keine Taktik antrainieren.

Welche Sanktionierungen erscheinen mir noch sinnvoll? Ein probates Sanktionierungsinstrument der heutigen Zeit ist das Abtrennen des Kindes für den ganzen folgenden Tag vom Internet ? sofern es Zugriff auf einen Computer mit Zugang hat. Das Einschalten des Computers zu verbieten ist dagegen wirkungslos ? Sie werden sich kaum ständig hinter der Kinderzimmertür aufhalten, um auf Tastaturgeklapperzu achten. Und wenn doch, machten Sie sich damit verrückt ? und beim Ertappen des Kindes auch das Kind. Also lassen Sie es ? entspannen Sie sich in der eingesparten Vor-Der-Tür-Steh-Zeit und üben Sie sich in Gelassenheit. Bei stärkeren Fehlverhalten sollten Kinder zudem zum guten alten 'Stubenarrest' verdonnert werden ? wenden Sie dieses Mittel jedoch nicht zu häufig an, es verlöre seine beabsichtigte Wirkung. Doch all Ihr Bemühen ist nutzlos, wenn Sie selbst nicht konsequent diesen Erziehungsstil durchhalten. Zudem ist es notwendig, jedes Fehlverhalten zu sanktionieren und niemals, unter keinen Umständen nach 'Goodwill' zu entscheiden. Es gibt für Sie als Eltern nichts zu entscheiden - auch für Sie gelten feste Regeln. Insofern müssen Eltern sich selbst oft mehr erziehen als ihr Kind.


Nachtrag vom 19.03.2007: Überlegungen in der EU gehen nun in Richtung eines strikten Alkoholverbots für Jugendliche unter 18 Jahren. Gleichzeitig solle - so der Sprecher der Drogenbeauftragten der derzeitigen Bundesregierung Sabine Bätzing - der Alkoholkonsum gegenüber Kinder und Jugendlichen thematisiert werden. Der Umgang mit alkoholischen Getränken muss jedoch von den Jugendlichen in einer spannungsfreien Atmosphäre geübt werden können - am besten schon beiläufig im Elternhaus. Man kann ihnen nicht bis zum achtzehnten Lebensjahr Vorträge hierüber halten und dann erwarten, dass diese dann mit dieser geduldeten Droge umgehen können. Zudem sind die dieses Vorgehen belegen sollenden Zahlen einfach lächerlich: Nach Angaben der Drogenbeauftragten gibt mehr als jeder Dritte im Alter zwischen 12 und 25 Jahren an, im vergangenen Monat mindestens ein Mal mehr als 5 Gläser Alkohol zu sich genommen zu haben. Warum wurde nicht die Altersgruppe von zwei bis neunzig Jahren genommen? Die Zwanzig- bis Fünfundzwanzigjährigen fallen völlig aus der 'zu schützenden' Gruppe der Jugendlichen heraus. Wer so abstruse Statistiken heranzieht, belegt damit, dass es ihm an Belegen für sein Ansinnen mangelt.

(Eingestellt März 2006)

Vom Abschieben der Eltern in Heime

Eine Reportage im Bayrischen Fernsehen: 'Höfe unter dem Hammer' auf 3-SAT über das Hofsterben in Bayern.

Eine alte Bäurin hatte sechs Kinder. Keiner von ihnen wollte den Hof übernehmen und die alte Dame bis zu ihrem Ableben dort wohnen lassen.

Schließlich erklärte sich nach zähen Verhandlungen ihr zweitgeborener Sohn hierzu bereit. Auch dazu, seine Mutter - wenn es denn einmal notwendig wird - zu betreuen. Aber nur bis zur Pflegestufe I. Ab Pflegestufe II muss sie ins Heim, sofern er dann noch ledig ist; wenn er dagegen bis dahin verheiratet ist, könne sie bis Pflegestufe II wohnen bleiben und müsse erst mit Stufe III ins Heim. So steht es in dem mühsam mit Beratern ausgehandelten Vertrag. Und so wird ihr einziger Wunsch wohl letztlich unerfüllt bleiben, auf dem Hof zu sterben.

Derzeit läßt sich über Pflegedienste eine weitgehende Versorgung der Pflegebedürftigen organisieren. Es wäre also mit etwas guten Willen durchaus machbar. Wer jedoch solche Kinder hat, braucht keine Feinde mehr. Möge es ihnen dereinst ähnlich ergehen wie ihrer Mutter.

(Eingestellt Februar 2006)

Sind die meisten Grundschullehrer Schulversager?

Ist es nicht merkwürdig, dass bei der Einschulung in die Grundschule fast jedes Kind hoch motiviert ist, nach wenigen Monaten jedoch die meisten schon demotiviert sind? Und der Rest gibt meist in den nächsten Grundschuljahren auf.

Das Problem der von mehr oder minder geeigneten Charakteren geleiteten Ausbildungen lässt sich hervorragend mit dem folgenden Zitat zum Unterricht in der ersten Klasse verdeutlichen:

?Da stand vorne jemand, der wurde sauer, wenn ich Fehler machte.?

Durch diese übliche miese Pädagogik wurden und werden auch künftig Heerscharen von Schülern in einem Zeitraum von nur wenigen Monaten desillusioniert. Kommen anfangs fast alle hoch motiviert in die Grundschule, schaffen es die gedankenlosen und uninspirierten Vertreter unseres Schulsystems, nahezu jedem den Spaß am Lernen zu nehmen. Jedoch gibt es wenige begnadete Pädagogen, die in einer Weise zu Lehren verstehen, welche nahezu alle Kinder einer Klasse an den behandelten Stoff fesselt und ihnen Bestätigung und Ermutigung gibt.

Dass es sich Grundschullehrer zudem anmaßen, zum Abschluss der Grundschule Gymnasialempfehlungen auszusprechen oder nicht, von denen nachweislich etwa 50 Prozent falsch sind, ist ein weiteres dieselben betreffendes unerfreuliches Thema. Doch wenigstens in diesem Punkt stinkt der Fisch vom Kopf - hier sind es die politischen Entscheidungsträger der Bundesländer, die den Bock zum Gärtner machen. In vielen Bundesländern wie beispielsweise Bayern ist dieses Urteil zudem bindend - ohne Empfehlung kein Gymnasium. Kann es ein schlechteres Grundschulsytem geben?

[Februar 2007]: Laut dem UN-Menschenrechtsinspektors Vernor Muñoz Villalobos weist das deutsche Schulsystem auf Grund seiner frühen Selektion Defizite bei der Kompatibilität mit den Menschenrechten auf. Neben der USA und China verstößt also auch Deutschland gegen Menschenrechte - genauer deren Grundschullehrer/innen.

(Eingestellt August 2005)

Autobild-Journalismus

Ist es nicht merkwürdig, dass einer nur einundeinhalbes Jahr auf Bewährung und ein paar Auflagen bekommt, der folgendes macht:

Er fährt sturzbetrunken auf ein Fahrzeug auf. Der Kontrahent - ein Rentner - steigt aus. Der Auffahrende gibt Gas und will den Unfallgegner überfahren und dann flüchten. Dieser ist jedoch sportlich und springt auf dessen Motorhaube, kann sich festhalten. Der Flüchtige versucht nun über annähernd zwei Kilometer Fahrstrecke, den Menschen durch Zickzack-Fahren abzuwerfen. Der Mann überlebt.

Dieses Gerichts-Urteil ist wie eine Einladung zu Unfallfluchten & Körperverletzungen & Wiederholungstaten, ausgesprochen von 'Richtern' in ihren Wolkenkuckucksheimen. Und Auto-Bild (Heft 4/2006) kommentiert das Urteil:

" Klingt insgesamt hart, ist für Jens aber so was wie eine allerletzte Chance: Als Wiederholungstäter hätte führ ihn auch eine Haftstrafe im Raum gestanden. "

Ich bin gerührt angesichts des 'harten' Schicksals dieses Wiederholungstäters. Die körperliche Unversehrtheit zählt in der Rechtssprechung, in den Medien und in den Köpfen der meisten Mitmenschen wenig. Ich bin eindeutig im falschen Lebenssystem.

Dass es dieser "Bild"-Zeitung an ordentlichem Journalismus mangelt, mag auch deren Fazit eines Verbrauchstests verschiedener Fahrzeuge auf der Langstrecke Redaktionsbüro Hamburg nach Heide in Holstein und zurück belegen (Heft 37/2006) - in einem kurzen abschließenden Statement verwendete Auto-"Bild" die folgenden unsachlichen Superlative:

"Unsere Autos können knausern ... verblüffende Werte ...
Super Werte ... grenzt an ein Wunder ... ein Segen"

Schon 1980 hatte mein damaliger Golf I Diesel 'Formel E' auf einer ähnlichen Strecke mit 3,7 L/100 km weniger verbraucht als der "Testsieger" Polo Bluemotion 1,4 TDI. Es hat sich also im letzten Vierteljahrhundert fast nichts getan. Fast, weil die Verbräuche der Dickschiffe in dieser Zeit marginal zurückgegangen sind. Wäre zudem der Kurzstreckenanteil in diesem sogenannten Test größer gewesen, wäre es auch dem Unbedarften aufgegangen, dass die heutigen Autos unakzeptabel viel Kraftstoff verbrauchen. Unsere Autoindustrie verschwendet zu viele Entwicklungskapazitäten für Elektronik und Design, anstatt alles zu tun, dass diese Kisten sparsamer werden. Und Autobild tätschelt die Hersteller.

Diese Art der Berichtserstattung ist jedenfalls für den Leser kein Segen - und angesichts der "Bild"-Zeitung aus dem gleichen Springer-Hause auch nicht verblüffend. Verblüffend ist, dass die wöchentlich erscheinende Computerbild aus dem gleichen Stall einen nach meiner Auffassung sehr guten Journalismus bietet - sorgfältige und gründliche Vergleichtests, sachlich gehaltene Bewertungen und Beiträge etc.

Na bitte, geht doch, könnte man sagen.

(Eingestellt Januar 2006)

Sozialdemokratische Politik der Umverteilung

Um ein halbes Prozent entsprechend sechs Milliarden Euro sind laut Verdi im Jahre 2005 die Arbeitnehmerentgelte inklusive Lohnnebenkosten gesunken. Einschließlich des Inflationsverlustes ist es ein tatsächlich erfahrener Verlust von 2,5 Prozent. Nun denken Sie bitte nicht, Deutschland ginge es schlecht. Das stimmt so nämlich nicht ganz, denn unser Volkseinkommen ist in dieser Zeit um satte 26 Milliarden Euro gewachsen.

Aber wo blieb das Geld? Nun, die Unternehmens- und Vermögenseinkommen sind in dieser Zeit gar um 32 Milliarden Euro gestiegen. Den ewig jammernden Unternehmern geht's nämlich prächtig. "Was hat das noch mit sozialer Marktwirtschaft zu tun?", fragt Verdi zu recht. Nichts. Darf man dem jammernden Vorsitzenden eines Arbeitgeberverbandes noch glauben? Auch nichts. Die Vermögenden horten ihren Mammon, daher kommt auch die Binnennachfrage und damit die Wirtschaft nicht in Schwung.

Sie lesen dies immer noch? Dann lassen Sie uns doch mal fragen, warum niemand hiervon weiß. Sind es die Print- und TV-Medien, die - fest in der Hand des Privateigentums - uns nur die Informationen zum Fraß vorwerfen, die wir kriegen sollen? Aber was ist dann mit dem öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Rundfunksendern? Sind die Intendantenposten an ihrer Spitze eben durch diejenigen Politiker besetzt worden, welche uns diese Umverteilung einbrockten?

Ich glaube: Ja.

(Eingestellt Januar 2006)

Gefahren des Gewährleistungsrechts beim Privatverkauf

Das waren noch Zeiten, Leute! Als man so'n alten Dödelkram noch billig kriegen konnte. Nun haben wir ja die EU, und Dank dieser 'Europäischen Wirtschaftsunion' ein neues Recht. Nicht ganz neu, aber seit etwa einem Jahr. Und der europäische Gesetzvorgeber will, dass ein jeder Bürger für die Fehlerfreiheit der von ihm verkauften Neu- und Gebrauchtwaren geradezustehen hat - etwas, dass nicht einmal Konzerne ohne gewaltigen Kostenaufwand bei Neuware immer hinbekommen. Geht etwas verkauftes kaputt, muss er den Schaden ersetzen. Nicht nur am Kaufgegenstand, sondern auch durch diesen Schaden entstandene Vermögens-, Sach- und Personenschäden. Der berühmte Satz: 'Gekauft wie besehen unter Ausschluß jeglicher Gewährleistung' ist laut Gesetz komplett unwirksam, weil er auch die Haftung für Schäden aus einer Verletzung von Leib oder Leben vollständig ausschließt. Wenn Sie also verkaufen, brauchen Sie vorher anwaltliche Beratung. Denn nur mit individuellen, vom Käufern unterschriebenen Vereinbarungen über gesetzlich zulässige Haftungsbegrenzungen lässt sich das Risiko noch vermindern. Doch lassen Sie sich mal von einem EBAY-Ersteigerer was unterschreiben. Das klappt nur, wenn Sie es schon in der Auktionsbeschreibung als Bedingung nennen. So weit, so schlecht.

Denn fängt nun dieser oben angebotene und von Ihnen nach Handeln für 5 Euro erworbene Monitor in der Gewährleistungsfrist durch einen Kurzschluss Feuer, muss ich als Verkäufer für alle daraus entstehenden Vermögens-, Sach- und Personenschäden aufkommen. Ohne Begrenzung. Für das abgebrannte Haus, die Krankenhaus- und Rehakosten - eben für alle hieraus entstandenen wirtschaftlichen Nachteile. Politiker scheinen Bürger zu hassen - wie sonst könnten derart weltfremde Lösungen erdacht oder gar umgesetzt werden? Auch schweben dieselben Dank enormer Einkünfte in Regionen, in denen selbst ein 400.000 Euro-Schaden kein unlösbares Problem darstellt. Zudem sind sie und ihre Familien auf Erlöse aus Verkäufen der Altgeräte nicht angewiesen.

Wenn ich mir so eine alte Möhre ins Haus hole, ist mir klar, dass es Risiken beinhaltet - diese nehme ich in bewusster Entscheidung wegen des lächerlichen 'Kaufpreises' sprichwörtlich in Kauf. Auch ich bin Deutschland, deshalb will ich, dass dieses Schrottgesetz eingestampft wird - ohne die Möglichkeit, es später noch einmal zu recyceln. Oder lasst uns wenigstens die 'Politiker' durch Bürger ersetzen. Denn früher waren wir einmal der Souverän. Und nicht die Handvoll größerer Konzerne wie beispielsweise Musik- und Filmverlage, Energieriesen, Autoindustrie und Chemische Industrie, wie es mit Blick auf die neueren Gesetze der letzten Jahre heute zu sein scheint.

(Eingestellt Dezember 2005)

Kontakt, Küssen, raufen... in den USA verboten!

Der Bananenstaat USA übertrifft sich unter Baby Bush zum Jahresende noch einmal selbst: Eine erste Schule in Culver City setzte ein landesweites Programm um, welches es den Schülerinnen und Schülern verbietet, sich zu berühren. Zwar sind nun weniger Prügeleien und Belästigungen unter den Schülern zu bemerken, aber auch jede noch so zärtliche Anbahnung - ein wichtiger Lernabschnitt in der Kommunikation in der Sozialisation Jugendlicher - ist in der Schulzeit, welche in den USA den ganzen Tag von acht Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags umfasst, unter Strafe gestellt. [Quelle: Spiegel-Online/Stern-Online 29.12.05] Das muss als totale Isolation empfunden werden. Was wirklich im Hirn der für die Einführung dieser Regelung Verantwortlichen vor sich geht, verrät uns dieser Satz des Schulleiters Jerry Kosch:

"Das Händchenhalten und Küssen ist ebenfalls verboten, denn was nach dem Küssen auf dem Rasen passiert, kann man sich ja selber ausmalen."

Ein hochgradig verklemmter Schulleiter - annehmlich ebenso hochgradig kinderlos, dafür von der Natur als Ausgleich mit ausgeprägten sexuellen Phantasien ausgestattet - lässt also in Bezug auf seine Schülerinnen keine reinen Gedanken kreisen, sondern wähnt dort einen sexuellen Abgrund, dem es einen Zaun vorzusetzen gilt.

Wenn sich das durchsetzt, sind seine Schülerinnen und Schüler als Erwachsene ebenso gestört wie Jerry - und das bedeutet noch mehr Arbeit für Therapeuten.

(Eingestellt Dezember 2005)

Änderung der Änderungen der deutschen Rechtschreibung

Haben Sie jetzt die neue Rechtschreibung drauf? Nein, nicht die erste Reform, sondern auch die Änderungen und Klarstellungen zur derselben? Ja? Dann sind Sie Deutschlehrer. Oder Mitglied des Rechtschreibrats, der niemals mehr zu Ruhe zu kommen scheint.

Eigentlich waren die neuen Regeln am 1. August in fast allen Bundesländern verbindlich in Kraft getreten. Aber wen kümmert's, neue Änderungen braucht das deutsche Land. Man wolle sich wieder "mehr am Sprachgebrauch" orientieren. Was bedeutet, dass selbst die Printmedien die Reform und die nachfolgenden Änderungen nicht vollständig umsetzten.

So soll beispielsweise 'deutsche Land' als feststehender Begriff künftig in Großbuchstaben geschrieben werden. Außerdem darf man dann wieder klein- und zusammengeschrieben Pleite gehen, bzw. Bankrott machen. Wird auch Zeit. Back to the roots ist das Motto, und ich frage mich, warum überhaupt die ganzen Änderungen dereinst eingeführt wurden, wenn sie jetzt scheibchenweise wieder zurückgenommen werden. Ich weiß, zurückgenommen wie auch oben zusammengeschrieben schreiben sich noch getrennt, aber warten Sie mal ab - bald bin ich mit meinem Mischmasch aus alter und neuer Rechtschreibung wieder genau in der Spur. Und dann freut sich der Deutschlehrer, der meine Texte ließt, und rümpft nicht mehr distinguiert die Nase.

Lasst uns also die Kommas setzen, wo es nach unserem Empfinden Sinn macht und die Worte zusammenschreiben, die nach diesem Empfinden zusammen gehören.

PS. Das 'du' wird in einem Brief derzeit noch klein, das 'sie' groß geschrieben. Mal ehrlich, wussten Sie das?

(Eingestellt November 2005)

Familienpolitik: Blinder Aktionismus oder: "Wir machen da was!"

Wegen der in Hamburg durch Verwahrlosung durch die Eltern zu Tode gekommenen kleinen Jessica bringen nun politische Entscheidungsträger mit der heißen Nadel gestrickte 'Lösungen' - sie nennen es Frühwarnsysteme - auf den Weg: Nach Familienministerin Ursula von der Leyen soll beispielsweise der Frauenarzt eine solche Problematik erkennen und gegensteuern, und auch Hebammen sollen nun die Familien regelmäßig aufsuchen und - so wörtlich - "professionell" erziehungsberatend begleiten [Quelle: N24].

Eine wundervolle Idee. Nur schade, dass nicht nur die in Frage kommenden Frauen ihren Arzt bei derartigen Problemen nun nicht mehr ins Vertrauen ziehen können, weil sie strikte Reaktionen durch die Jugendämter befürchten (müssen). Auch sind Hebammen dafür ausgebildet, Babys auf die Welt zu holen. Ihnen fehlt jede Kompetenz, erziehungsberatend tätig zu werden. Oder würden Sie sich auf einen Erziehungsberater als professionellen Geburtshelfer einlassen, wenn eine Geburt bevorstände? Politiker können so kurzsichtig sein.

Die Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes Gabriele Wichert stellt fest, dass dieses Modellprojekt unzureichend ist, Fälle wie Jessica könne man dadurch nicht verhindern. Nicht nur als 'Problemeltern' erkannte Väter und Mütter, sondern alle Eltern müssten mehr Unterstützung erhalten.

Vielleicht war die Ärztin der Frauenheilkunde Ursula von der Leyen als professionelle Familienministerin keine so gute Wahl - denn jemand, der nicht um die Ecke zu denken in der Lage ist, sollte sich Rat von Institutionen einholen, die sich mit der Problematik beschäftigen. Damit nicht ein Erziehungsberater ohne den Rat einer Hebamme Babys auf die Welt bringt oder eine Hebamme ohne den Rat eines Erziehungsberaters in der Erziehung beratend tätig wird.

PS. Ministerin Ursula von der Leyen hat sieben Kinder im Alter von drei bis dreizehn Jahren, ein Pony und zwei Ziegen. Ihr Mann ist Medizinprofessor und Biotech-Unternehmer. Ein Paar auf dem Ego-Trip: Kinder ja, auch viele - aber bloß nicht selbst betreuen. Man kann nur hoffen, dass das die Kinder betreuende Personal hierfür besser motiviert ist.

(Eingestellt November 2005)

Hamburger Bildungspolitik mit Volldampf zurück in die Steinzeit

Ist es nicht merkwürdig, dass ein kleiner piefiger Senator Jörg Dräger in Hamburg - nicht zu verwechseln mit seinem Namensvetter der 'Neun Live' Gameshows ?Geh aufs Ganze? und ?Zonk?- es sich anmaßt, anhand eines einzigen völlig irrsinnigen Kriteriums die Lehre der Geisteswissenschaften um mehr als die Hälfte der Kapazitäten zu reduzieren - somit mal eben ganze Studiengänge abzuschaffen.

Diverse spezielle, nur in Hamburg gelehrte Studiengänge wie die der 'Orchideenfächer' fallen hierdurch ganz weg, in den Kernfächern wird nur noch ein Minimalprogramm möglich sein. So wird bis zum Jahre 2012 die Zahl der Studenten in den geistes-, kultur- und sprachwissenschaftlichen Fächern um fast 60 Prozent reduziert und die Zahl der Professoren halbiert werden. Die Folgen: Außer den Lehramtsfächern müssten alle Fächer der Geisteswissenschaften geschlossen werden.

Sein einziges, der ihm eigenen Ignoranz entsprechendes Kriterium ist es, Hochschulen nach dem Arbeitsmarktbedarf der Region auszurichten. Doch dies in jedem Bundesland angewandt bedeutete, 80 Prozent der derzeit von den Universitäten alternierend angebotenen Fächer im Bereich Kulturwissenschaften vollständig abzuschaffen. Denn für diese gibt es in keinem Bundesland allein einen ausreichenden Bedarf, sondern stets nur bundesweit. Dieses ist - so Konrad Ehlich vom Deutschen Germanistenverband eine abzulehnende "drastische Ökonomisierung des Wissens". Alles, was nicht der unmittelbaren wirtschaftlichen Verwertbarkeit diene, werde "platt gemacht". Die Situation sei "dramatisch". Und alles nur, weil sich Dräger mit seiner Reform offenbar profilieren will, so Knut Hickethier, einer der vier Hamburger Dekane. [Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 30.08.04]

(Eingestellt August 2004)

Politikwissenschaftler Strohmeier aggitiert gegen Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg

Na sowas! Da stellt jemand eine seit Jahrzehnten erfolgreich laufende Hörspielreihe für Kinder auf die Beine, und dann kommt ein Politikwissenschaftler daher und bemängelt, dass deren Inhalt nicht den Ansprüchen wissenschaftlicher Auseinandersetzung politikrelevanter Themen entspricht [Quelle: http://www.tagesschau.de]. Politiker seien darin "grundsätzlich lächerliche und inkompetente Figuren, die faul, reich geld- und machtgierig, verschlagen, am eigenen Wohl orientiert sowie unfreundlich, unmenschlich und unbeliebt sind". Damit sind diese Kindergeschichten jedoch beängstigend nah an der Wirklichkeit platziert. Sollte man Kinder besser nicht hierauf vorbereiten?

Doch damit nicht genug. Dieser Politikwissenschaftler - Gerd Strohmeier aus Passau - moniert beispielsweise, ein Polizeipräsident würde durch die folgende Vorstellung am Telefon lächerlich gemacht:

"Hier das Polizidium, äh äh äh äh Präsidalpolizidium, na egal hier spricht der Polizeipolizient, na ich bin's."

Man kann wirklich leicht lächerlich gemacht werden. Oder sich selbst lächerlich machen.

Gratulation, Herr Strohmeier.

(Eingestellt November 2005)

Reich sein ist alles - oder negative Lohnsteigerungen positiv betrachtet

Ist es nicht merkwürdig, dass Medien und Politikern noch immer von 'Lohnsteigerungen' sprechen, obwohl das durchschnittliche Tarifergebnis des Jahres 2004

  • durch den Abbau übertariflicher Leistungen,
  • durch tariflose Zustände in verschiedenen Wirtschaftszweigen,
  • durch eine zunehmende Anzahl tariflicher Öffnungsklauseln
  • und wachsendem Lohndruck durch die Hartz-Gesetze

mit -1,5 Prozent letztlich negativ war [Quelle: Verdi]. Dieses - beschönigend 'negative Einkommensentwicklung' genannt - verdeckt die seit Beginn der neunziger Jahre stattfindende Umverteilung von unten nach oben, von arm zu reich. Arme werden noch ärmer, Reiche noch reicher. Auch das ist Deutschland. Wenn Sie also nicht reich sind, sind Sie ein Verlierer. Sind Sie jedoch r


eich, herzlichen Glückwunsch. Sie sind hier genau richtig, können sich wohlig in den Vorzügen des ehemaligen Sozialstaates Deutschland suhlen wie das Ferkel im Schlamm.

Wenn nun in diesem unseren Lande das Geld zur Sanierung der Staatsfinanzen fehlt, woher sollte die Politik es einziehen? Bei den armen oder doch bei den reichen Bürgern? Da wir alle gerne einmal reich wären und - jung und gesund - insgeheim hoffen, es noch zu schaffen, und uns zudem gerne von Armut distanzieren, ist die Antwort klar: Weiter so, Deutschland.
(Diese unsägliche Deutschtümmelei ist übrigens eine Nebenwirkung der ebenfalls unsäglichen "Wir sind Deutschland"-Kampagne)

(Eingestellt November 2005)

Du bist Deutschland

Ist es nicht merkwürdig, daß diese unsägliche Kampagne ausschließlich von erfolgreichen Medienleuten getragen wird, die zum Teil ein- bis zweistellige Millionenbeträge auf ihrem Konto liegen haben? Als da wären Gerald Asamoah, Reinhold Beckmann, Bobby Brederlow, Yvonne Catterfeld, Sarah Connor, Wojtek Czyz, Justus Frantz & Orchester, Maria Furtwängler, Günther Jauch, Oliver Kahn, Walter Kempowski, Johannes B. Kerner, Oliver Korritke, Walter Lange, Dr. Florian Langenscheidt, Patrick Lindner, Sandra Maischberger, Xavier Naidoo, Minh-Khai Phan Thi, Oliver Pocher, Dominic Raacke, Marcel Reich-Ranicki, Hans Martin Rüter, Kool Savas, Harald Schmidt, Gabriele & Gerd Strehle, Ulrich Wickert, Anne Will, Dr. Martin Winterkorn, Katarina Witt.

Diese suggerieren dem am Existenzminimum entlangkratzenden, es läge nur an ihm, wenn der Dampfer Deutschland nicht in Fahrt kommt. Geht es noch großkotziger? Sicherlich - wir werden sehen, was noch so kommen wird, um vom völligen Versagen der Macht- Inhaber in Politik und zum Teil auch Wirtschaft abzulenken.

Aber diese Kampagne hätte auch anders aussehen können - auf flickr.com gibt es eine Plakatstrecke, welche mit Scheissegal betitelt ist und die Kehrseite des deutschen Wohlstandes zeigt...


Nachtrag: Diese Kampagne gab es zu allem Überfluß um 1935 schon einmal - es existiert ein Photo einer NS-Kundgebung mit diesem Spruch samt Hitlerbild auf dem Ludwigplatz.

Nachtrag vom 23. Mai 2009: Die Werbe-Agentur, welche die 'Du bist Deutschland'-Kampagne entworfen und betrieben hat, mahnte nun den Hersteller eines Überwachungsstaat-kritischen YouTube-Videos ab, obwohl auf die Kampagne m.E. kein Bezug genommen wird - nur Titel und Schlusssatz sind ähnlich: "Du bist Terrorist". Mit der Abmahnung einer finanzstarken Werbeagentur wäre bewiesen, dass die einer Besorgnis entspringenden, kritischen Aussagen des gut gemachten Videos richtig sind und die Meinungsfreiheit als Wert an sich nicht mehr besteht. Denn sage ich meine Meinung, drohen dank der deutschen Besonderheit des Abmahnwesens(!) extreme wirtschaftliche Nachteile. Und dies nicht immer vorhersehbar, oft für die Betroffenen sicher völlig unerwartet.

(Eingestellt Oktober 2005)

US-amerikanische Polizei agiert wie im Bananenstaat

Rein zufällig wurde die Polizei von New Orleans bei einem Einsatz ohne ihr Wissen gefilmt. Dies wirft ein Licht auf den Alltag ihrer Arbeit und auch auf den alltäglichen Machtmißbrauch.

Die Version der Polizei:
Der 64jährige Robert Davis war wegen Trunkenheit in der Öffentlichkeit aufgefallen. Zwei weiße Polizisten drückten daraufhin den Schwarzen vor einer Bar im Vergnügungsviertel von New Orleans gegen eine Wand. Mindestens viermal schlug einer der Beamten auf ihn ein. Davis wurde von mehreren Polizisten zu Boden gedrängt und später blutüberströmt in Handschellen weggebracht.

Die Version des Betroffenen Robert Davis:
Robert Davis erklärte, daß er seit 25 Jahren alkoholfrei lebt. Er war an dem Tag in die von Hurrikan Katrina zerstörte Stadt zurückgekommen um nach seinem Eigentum zu sehen. Beim Kauf von Zigaretten fragte er einen Polizisten nach dem Ausgehverbot. Darauf wurde er plötzlich attackiert und wie oben beschrieben zusammengeschlagen.

Ein Kamerateam hatte die Szene gefilmt. Als ein Polizist das Fernsehteam bemerkte, beleidigte er einen der Journalisten und schlug ihm in den Magen. Der Interims-Polizeichef von New Orleans Warren Riley sagte später in einer Pressekonferenz, die Polizisten hätten offensichtlich "mehr Gewalt als notwendig" angewendet.

Tatsächlich hätte hier in keinem Fall Gewalt angewendet werden dürfen - die wohl auch ausgeblieben wäre, wenn Robert Davis weiß gewesen wäre. Doch die Polizei von New Orleans scheint eine eigene Macht im Staate zu sein - unkontrolliert und bei Vergehen und Übergriffen weitgehend unsanktioniert - denn auch hier stinkt der Fisch vom Kopf.

Ähnlich erging es vor einigen Jahren zwei jungen deutschen Touristen, die nach der Aufforderung eines anwesenden Polizisten, eine Bar zu verlassen, zusammengeschlagen und monatelang ohne Botschaftskontakt und Anklage eingesperrt wurden. Sie hatten das Vergehen begangen, nachzufragen, wieso sie die Bar verlassen sollten.

(Eingestellt Oktober 2005)

USA: Waffengebrauch in Florida

... und das ist so ziemlich das Traurigste, was man über die USA im aktuellen Jahrtausend sagen kann.

Jeff Bush, der große Bruder von Präsident Bush Junior, hat in und für Florida heute ein Gesetz erlassen, nachdem es einem jeden Bürger erlaubt ist, die Waffe zu ziehen und einen anderen zu erschießen, wenn er sich von diesem bedroht fühlt. Bisher war dies nur innerhalb der eigenen vier Wände erlaubt, doch nunmehr überall. "Der Grundsatz, daß es wesentlicher sei, gefürchtet zu werden als Zutrauen zu genießen, würde auch, weil auf die Gerechtigkeit des Menschen wenig zu bauen ist, so falsch nicht sein, wenn wir im Naturzustande lebten, wo jeder sich selbst zu schützen und seine Rechte unmittelbar zu verteidigen hat. Aber im Stande der Zivilisation, wo der Staat den Schutz unserer Person und unseres Eigentums übernommen hat, findet er keine Anwendung mehr und steht da wie Burgen und Warten aus den Zeiten des Faustrechts, unnütz und verlassen zwischen wohlbebauten Feldern und belebten Landstraßen...", so Schopenhauer vor 150 Jahren. Und weiter: "Dieses sich absichtlich in den Fall der Notwehr versetzen heißt im Grunde nur, einen plausiblen Vorwand für den Mord zu suchen." Hiernach hat sich der Bundesstaat Florida mit diesem Gesetz aus der Zivilisation verabschiedet.

Zudem: Wie oft fühlt sich jemand im Alltag von einem anderen bedroht, ohne bisher deswegen zu einer Waffe zu greifen. Selbst wenn hierdurch also nur ein einziger Mensch zu schaden oder zum Tode kommt, ist das Inkraftsetzen dieses Gesetzes falsch gewesen. Und es bedarf keiner prophetischen Fähigkeiten, um vorauszusehen, daß dieses Gesetz eines der irrsinnigsten US-Gesetze ist nach demjenigen immer noch nicht aufgehobenen eines anderen Bundesstaates, dass einer Frau am Steuer in der Dunkelheit ein Mann mit einer Laterne vorweggehen muß.

Dieses Land verabschiedet sich in kleinen Schritten von der Zivilisation und unterscheidet sich immer weniger von den sogenannten Bananenstaaten. God bless America!

(Eingestellt Oktober 2005)

Rassismus in Groß Britanien gegen Deutsche

...gibt es nicht? Möglicherweise nicht gegen Schwarze, doch weiße Familien deutscher Abstammung sind häufig ein gerngesehenes Ziel von verbalen Anfeindungen und Beleidigungen, körperlicher Gewalt, Sachbeschädigungen und gar Schüssen aus einem Hinterhalt. [Quelle: 'Die Welt', 30.9.05]

Die Mehrzahl der Briten ist sicherlich friedfertig und tolerant, doch wie überall unterliegen einige einer nur geringen Hemmung des Auslebens von Aggressionen, die sich in diesem Land eben gegen Deutsche richtet. Zudem foltern ihre Soldaten im Irak den amerikanischen gleich, warum also sollte die Bevölkerung an sich die Unversehrtheit eines anderen höher halten, mehr achten als ihre Entscheidungsträger in Politik und Militär? Doch scheint der Kern dieser Fremdenfeindlichkeit in dem Schulsystem zu liegen, daß auch noch 60 Jahre nach Kriegsende ein altes Feindbild erfolgreich aufrecht erhält.

(Eingestellt September 2005)

USA - 45 Tote im Krankenhaus, weil alle nach Hausse gingen

Ist es nicht merkwürdig, dass die Helfer erst zwei Wochen nach dem Wirbelsturm in ein Krankenhaus hineinschauen? Und sie finden - man höre und staune - 45 Leichen [Quelle: NDR4 13.9.05/Welt Kompakt 14.9.05]. Das Krankenhauspersonal des Memorial Medical Centers hatte sich nach einer ersten Evakuierung von 200 transportfähigen leichten Fällen entfernt und die nicht transportfähigen Patienten unversorgt zurück gelassen. Weder Katrina noch das Hochwasser konnten sie töten - das Übernahmen der 'Idiot Bush' (Bezeichnung von Schauspieler Larry Hagman , der 'J.R.' aus der Serie 'Dallas') und seine inkompetente Heimatschutz-Behörde durch schlechte Organisation und Unterlassung der Hilfeleistung.

Die Klinikleitung behauptet zwar auf ihrer Website, keine lebenden Patienten zurückgelassen zu haben. Doch wäre diese Aussage nur dann haltbar, wenn sie vor ihrer Flucht alle lebenden Patienten getötet oder aber die letzten 45 vor Katrina im Krankenhaus Verstorbenen nicht an Bestatter übergeben hätte. So ist dieser Hinweis der Website dummdreist.

Unglaublich, aber USA.

(Eingestellt September 2005)

Hurrikan Katrina

Ist es nicht merkwürdig, daß es der Bananenstaat USA auch mehr als eine Woche nach den Hurrikan nicht geschafft hat, dessen noch lebende Opfer im eigenen Land zu evakuieren, geschweige denn in etwas anderem als einem texanischen Footballstadium unterzubringen?

In einem anerkannten Dritte-Welt-Land hätte ein Netzwerk aus Hilfsorganisationen diese Aufgaben koordiniert - vermutlich erfolgreicher, da Erfahrungen mit ähnlichen Ereignissen vorhanden sind. Doch so wird der Dritte-Welt-Status der USA - der bisher noch mühsam unter dem Deckel gehalten werden konnte - nun offenbar.

Nicht nur, daß nur Wenige gerettet wurden. Tagesschau.de schreibt: "Die Rettungsaktionen in der Stadt wurden aus Sorge um die Sicherheit der Mannschaften ausgesetzt, da es bei den Einsätzen immer häufiger zu tätlichen Übergriffen von Hilfesuchenden gekommen war ... Auf einer Autobahn flehten hunderte Menschen vorbeifahrende Autofahrer an: 'Bitte helft uns!' Andere bettelten um Wasser. Reporter berichteten von teils brutalen Kämpfen um Plätze in Rettungsbooten."
Daß unter diesen Umständen die zivile Ordnung drauf geht, verwundert nicht. Wer wollte es jemanden verübeln, vor dem Verdursten und Verhungern einen Supermarkt 'auszurauben'? Doch Vergewaltigungen und brutale Gewalt gehen zeitgleich damit einher, und die US-amerikanischen Abgeordneten geben die von Präsident Bush-Junior beantragte Hilfsgelder nicht frei, weil sie um die Frage 'Abriß oder Wiederaufbau' streiten.

Gute Nacht, Amerika.

(Eingestellt September 2005)

US-Fernsehprediger Pat Robertson

Ist es nicht merkwürdig, dass der einflußreiche enge Freund des Präsidenten Bush Junior ungestraft zur Ermordung von Staatsmännern aufrufen darf. Und das ihm überhaupt noch jemand zuhört, nachdem er Sätze von sich gab wie:

"Feminismus ermutigt Frauen, ihre Männer zu verlassen, ihre Kinder zu töten,
Hexerei zu betreiben, den Kapitalismus zu zerstören und lesbisch zu werden." (1992)

Die spinnen, die US-Amerikaner.

(Eingestellt August 2005)

Danke, Helmut Schmidt und Helmut Kohl für den Ausverkauf Deutschlands

  • Continental macht ein Werk bei Hannover dicht und entlässt 320 Menschen - zuvor hat es ein neues Werk in einer der ehemaligen Sowjetrepubliken aus dem Boden gestampft und trotz dieser Investition noch einen erheblich gestiegenen Gewinn eingefahren.
  • Opel beschloss 2004 den Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen. Nun, wo schwarze Zahlen erwartet werden, sich alleine im Werk Bochum 780.000 Überstunden angesammelt haben und 230 Leiharbeiter aushelfen müssen, plant die Geschäftsleitung die Entlassung weiterer Menschen.
  • Ford hatte laut Chef Mattes ein gutes Jahr- so werden als Bonus für die Belegschaft 1200 weitere Stellen abgebaut.
  • DaimlerChrysler plant die Entlassung von 8500 Menschen an verschiedenen Standorten in Deutschland.
  • VW steigerte seinen Gewinn um fast 50 Prozent in den ersten neun Monaten in 2005. Ein schöner Anlass, um ab 2006 einige tausend Mitarbeiter rauszuschmeißen.
  • Alles was laufen kann, probiert eine Standortverlegung nach Osten.

Und warum? In Osteuropa kostet die Arbeitsstunde nur ein Drittel des hiesigen Lohnes. Dank an Helmut Schmidt und Helmut Kohl und die anderen beteiligten Politiker für die europäische Wirtschaftsunion. Man könnte meinen, unsere Politiker würden ausschließlich von Konzernlenkern gewählt. Aber es gibt keine politische Opposition - denn Politiker aller Parteien halten diese Entwicklung für absolut notwendig.

So eine Landesgrenze mit Zollschranken und eigenem Wirtschaftsraum inklusive weitgehender politischer Autonomie hat jedoch nicht nur Nachteile...

(Eingestellt Dezember 2005)

Tageszeitung Die Welt wirbt für jeden Mist

Ist es nicht merkwürdig, dass Professor Peter Gruss als Präsident der Max-Planck-Gesellschaft mit Schaum vor dem Mund in der "Welt" (Juli 2005) dafür plädiert, ggf. auch über 80 bis 100-jährige für den Arbeitsmarkt zu aktivieren:

"Wissenschaftlich betrachtet, ist lediglich unsicher, ob diese Aussage über die geistigen Reserven des Alters auch generell auf das hohe Alter zutrifft, also für die Jahre ab 90 oder 100. Es obliegt vor allem der Forschung, nach neuen Methoden für die Stärkung und Aktivierung dieses Leistungspotentials zu suchen."

Dieser verblendete Theoretiker sowie der Chefredakteur der Welt Jan-Eric Peters, geb. 1965, sollten sich nur einmal zu einem Praktikum in einem beliebigen Altersheim herablassen. Das könnte das Nightmare-Team in die Realität zurückholen. Doch - es geht hier ums Geld. Direktor Gruss macht Stimmung für staatliche Zuwendungen für die Forschungen seines Instituts und hat in der "Welt" ein kostenl

oses Anzeigen-Blättchen gefunden.

< Nachtrag 2006: Mehr Pech als die Max-Planck-Gesellschaft hatte die Deutsche Bank - sie musste für zwei ganzseitige Anzeigen auf der Vorder- und Rückseite der Welt Kompakt vermutlich bezahlen. Die Zeitung sah hierdurch aus wie eine Werbebeilage. Und die Anzeigen waren nicht als solche zu erkennen.

(Eingestellt Juli 2005)




Hinter den
Kulissen
unserer Welt


Sterbeforschung





Hinter den
Kulissen
unserer Welt


Intuition & Träume



Hinter den
Kulissen
unserer Welt


Einführung in die Metaphysik





Gefährliche
Lebensmittel-
Zusatzstoffe


E-Nummerliste der Lebensmittel-Zusatzstoffe mit Risikobewertung





Zitate
und
Weisheiten


Zeitkritische Zitate &amp; kleine Weisheiten





Frei
von
Allergien


Allergien:
Beschwerdefrei ohne Medikamente