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Achtung: Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gegebenen Hinweise
wird keine Gewähr oder Haftung übernommen. Sie basieren auf Erfahrungen von
Nicht-Fachleuten. Bevor Sie diese aufgreifen, klären Sie vor der Anwendung
der hier gegebenen Informationen mit Fachleuten ab, ob Ihnen daraus Nachteile entstehen
können. Den Herstelleranweisungen verwendeter Produkte ist unabhängig von den nachfolgenden Ausführungen zu folgen.
Auch stellen die Aussagen zu Rechtslagen keine Rechtsberatung dar,
sondern spiegeln nur eine persönliche Meinung des Verfassers wieder, welche falsch sein kann.
Ein kleiner Hinweis zu Beginn: Die Erscheinung des Rasens zeigt ungeschminkt, ob dieser
fachmännisch gepflegt ist. Dabei haben kleine Fehler oft große Auswirkungen.
1. Wachstum des Rasens
Der Phase des stärksten Wachstums im Frühsommer folgt eine Zeitspanne der Verlangsamung
im regenarmen Hochsommer. Ab Ende August kommt es mit zunehmenden Niederschlägen
wieder zu einem Wachstumsschub, der jedoch schwächer als im Frühjahr ausfällt.
2. Rasen-Bewässerung
Ein Wassermangel macht sich zuerst durch eine Gelbfärbung, später durch das Absterben
von Rasenpartien bemerkbar. Dennoch übersteht ein Rasen auch längere Trockenperioden
meist ohne Schaden, wenn er nach dem ersten Regen aus dem intakten Wurzelwerk nachwächst.
3. Rasenschnitt
Je häufiger Sie ihren Rasen schneiden, desto dichter wird er zwar austreiben,
aber desto schwächer sind sein Wurzelwerk ausgebildet. Viele Unkrautarten und keimende,
wenig trittfeste Wildkräuter können unter einem häufigen Beschnitt nicht überleben.
Seltenes Mähen erzeugt dagegen eine löcherige Rasenfläche mit starkem Wurzelwerk.
Die folgenreichsten Fehler in der Rasenpflege werden in der Schnitthöhe gemacht:
Oft wird das Gras so niedrig geschnitten, wie es der Rasenmäher zulässt. Die optimale
Schnitthöhe liegt jedoch bei fünf Zentimetern, weil bei kürzerem Schnitt Trockenschäden
eher auftreten. Diesen folgen Unkrautbefall und im Schattenbereich Vermoosung.
Bei häufigen Mähen können Sie das abgeschnittene Gras gut verteilt auf der -
am besten trockenen - Rasenfläche belassen. Der Gärtner hat hierfür den Begriff
Mulchen. Es wirkt dort wie eine Düngung mit Stickstoff.
4. Rasen vertikutieren
Im Vertikutieren wird im Monat März oder April die oberste Bodenschicht einige
Millimeter aufgeschnitten, um dem Rasen bessere Wachstumsbedingungen zu bieten.
Unkräuter und Moose werden hierbei teilweise entfernt. Anschließend wird gedüngt
und gewaschener Sand in 2mm-Körnung ausgestreut, um den positiven Effekt der Belüftung
in der Zeit zu strecken.
Gärtnereibetriebe mögen das Vertikutieren, weil es zeitintensiv und damit
teuer ist. Dieses allein bewirkt jedoch fast nichts, wenn beispielsweise der Rasen
beim Mähen stets zu kurz geschnitten wird.
Der traurige Anblick des Rasens nach dem Vertikutieren ist übrigens schon
nach kurzer Zeit wieder vorbei.
5. Düngung des Rasens
Vorab: Düngen Sie niemals Blumenwiesen - ein gestärkter Rasenwuchs könnte das
Zusammenspiel von Rasen und ausgesäten Pflanzen erheblich stören.
Weil der Nährstoffbedarf durch diverse Einflüsse wie Bodenqualität,
Schnittgutverbleib auf dem Rasen u.a. abhängig ist, sollten eigentlich keine pauschale Mengen-
und Häufigkeitsempfehlung gegeben werden. Vorteilhaft ist jedoch das Einschlemmen
von 120 Gramm Kalium je Quadratmeter im Oktober - am Ende der Vegetationszeit jedoch keinen
Stickstoff geben, er würde ungenutzt in das Grundwasser übergehen. Rasen wächst
übrigens auch ohne zusätzliche Düngung auf fast allen Böden ohne Probleme. Weniger
ist daher manchmal mehr. Ein Indiz für Nährstoffmangel wäre jedoch eine
schwächer werdende Grünfärbung des Rasens. Stimmt
zudem die Schnitthöhe (grundsätzlich nicht zu kurz geschnitten), wäre ein
Moosbefall ein weiteres Indiz für einen Nährstoffmangel. In diesen Fällen kann
unbedenklich bis zu zweimal im Jahr gedüngt werden.
6. Unkrautbekämpfung
Klee, Gänseblümchen, Klee, Algen, Hornkraut, Löwenzahn und anderes Unkraut
verdrängen - wenn sie gehäuft auftreten - die Graspflanzen, so dass sich deren
Wurzelwerk zurückbildet. Die Belastbarkeit der Rasenfläche sinkt - in der Folge
treten Schäden auf stark genutzten Flächen schneller auf.
Zu deren Beseitigung gibt es drei Wege: Entweder wird das Unkraut und
die Moose manuell entfernt durch Herausreissen respektive Ausharken. Oder es werden
chemische Unkrautvernichter eingesetzt. Diese Herbizide zerstören nur die sogenannten
zweikeimblättrigen Unkräuter - der Rasen gehört nicht hierzu und bleibt intakt.
Man erhält diese Mittel auch kombiniert mit Dünger.
Sinnvoll ist das gleichmäßige Ausbringen mittels eines Streuwagens.
In der Handverteilung wird leicht erheblich zuviel Unkrautvernichter ausgebracht.
Nach erfolgreicher Unkrautbekämpfung müssen die schadhaften Stellen im Rasen durch
Nachsaat ausgebessert werden. Prüfen Sie zudem, ob die am Rasenmäher eingestellte
Schnitthöhe der oben angegebenen entspricht. Denn bevor sich Unkraut großflächig
ausbreiten kann, müssen Pflegefehler gemacht worden sein.
Im dritten Verfahren werden
Wurzelwerk und Pflanze des schwer zu beseitigenden Unkrauts wie beispielsweise Giersch
abgetötet, indem über die betroffenen Flächen Pappe ausgelegt und diese mit einer
etwa 10 cm dicken Erdschicht bedeckt wird. In die verdichtete Erdschicht wird Grassaat
eingebracht. Die Pappe zersetzt sich mit der Zeit. Bis dahin ist jedoch das Unkraut
vollständig abgestorben.
7. Moos im Rasen beseitigen
Insbesondere an feuchten und schattigen Stellen bilden sich oft großflächige
Moospolster. Die häufigsten Ursachen sind eine falsch gewählte Grassorte, Nährstoffmangel,
überkalkung und ein zu tiefer Schnitt des Rasens. Bei geringer Verbreitung der Moose
können Herbizide eingesetzt werden - bei starker Verbreitung muss der Einsatz von
Herbiziden mechanisch unterstützt werden durch Vertikutieren und /oder der Entfernung
mit einer Eisenharke.
8. Neuanlage von Rasenflächen
8.1 Blumenwiese oder Schnittrasen?
Einmal angelegt, begnügt sich die Blumenwiese mit zwei- bis dreimaliger Zuwendung
im Jahr. So oft sollte sie unter Beseitigung des Schnittguts gemäht werden. Sie ist
nur etwas für das Auge - eine intensive Nutzung würde sie zerstören.
Der Schnittrasen dagegen ist durch Saatauswahl und Pflege auf hohe Beanspruchung
auslegbar. Er benötigt jedoch einen häufigen Schnitt.
8.2 Grassorten - die Saatgutauswahl
Das Saatgut muss unbedingt der späteren Nutzung entsprechen. So wird sich die
Wahl eines Zierrasens an schattigen Stellen später als Fehler erweisen. Auf der
sicheren Seite ist, wer einen strapazierfähigen Schattenrasen wählt, wenn die Fläche
teilweise verschattet ist und diese auch zum Aufenthalt genutzt werden soll. Im Handel
werden die folgenden Sorten angeboten: Gebrauchsrasen, Strapazierrasen, Schattenrasen,
Zierrasen, Futtergras.
Letzteres ist zwar am billigsten, doch nicht für den Anspruch einer hochwertigen
Rasenfläche zu empfehlen. Die Grassaat kann auch noch Jahre nach dem Verkauf verwendet werden.
8.3 Das Aussäen
In der Zeit von April bis September kann ausgesät werden, wobei sich der September
besonders eignet. Denn die Saat benötigt zum Keimen eine Bodentemperatur von wenigstens
10 Grad und Lufttemperaturen von 15 bis 25 Grad Celsius. Auch beschleunigt die erhöhte
Niederschlagsneigung im Spätsommer das Anwachsen. Leichte Nachtfröste stellen keine Gefahr dar.
Die benötigte Saatgutmenge variiert - bei Billigangeboten benötigt man oft mehr
Saatgut als bei Markenprodukten, um eine dichte Grasfläche zu erhalten. Bei Letzteren
können Sie sich also an die Herstellerempfehlungen halten. Die Saat wird auf dem mit
einer Harke aufgelockerten und vom Unkraut befreiten Boden ausgestreut und danach
bis zu einen Zentimeter Tiefe gründlich untergeharkt, so dass möglichst wenig Saatgut
sichtbar ist. Das Festtreten wird zwar häufig empfohlen, hat sich jedoch nicht immer
bewährt, weil das Bewässern erschwert wird. Zudem trocknen die sichtbaren Saatanteile eher aus.
8.4 Das Bewässern der Aussaat und der erste Schnitt
Es dauert gut eine bis zu drei Wochen, bis die Keimung abgeschlossen ist und
das junge Gras aus dem Boden herauswächst. Weil noch kein Wurzelwerk ausgebildet
werden konnte, müssen Sie diese Flächen jeden Abend leicht bewässern, und zwar bis
etwa vier Wochen nach dem Herauswachsen des Grases. Natürlich nur bei Trockenheit.
Mähen Sie diese Flächen erstmals, wenn das Gras eine Höhe von sieben bis neun
Zentimetern hat. Es darf auch nicht kürzer als fünf Zentimeter geschnitten werden.
Das Schnittgut muss entfernt werden. Vorsicht beim Drehen und Bewegen des Rasenmähers:
Wegen der fehlenden Wurzeln pflügt man den Boden nur allzu schnell um. Schäden sofort nachsäen.