Mercedes-Benz® W124/W126/W129 Benziner: Fehlersuche bei schlechtem Leerlauf, ausgehendem Motor oder Startschwierigkeiten
DB W124/W126/W129 Benziner: Anleitung zur Fehlerortung bei schlechtem Leerlauf, ausgehendem Motor oder Startschwierigkeiten..
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Ein kleiner Hinweis zu Beginn: Ein erfahrener Schrauber wird mit den Prüfpunkten
bei den W124/W126/W129 Mercedes Benz®-Benzinern klarkommen. Wenn Ihnen jedoch das
passende Werkzeug fehlt oder Ihnen die Fahrzeugelektrik und -technik völlig fremd
ist, wäre es besser, die Überprüfung einer Werkstatt zu überlassen.
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1. Symptome bei schlechtem Leerlauf, stotternden und ausgehendem Motor oder Startschwierigkeiten von Mercedes-Benz®-Benzinern:
Entweder springt der Mercedes® gar nicht erst an. Oder die Probleme fangen mit einem
plötzlich während der Fahrt unter 1500 U/min auftretenden
Stottern des Motors an. Der Leerlauf ist - wenn noch vorhanden - mit einem Schütteln
des Motors verbunden. Er nimmt warmgefahren schlecht Gas an und geht in einem späteren Stadium
warmgefahren immer öfter ruckartig aus,
als wenn der Motor einen Schlag bekäme. Mit wenig Gas kann man sich manchmal noch beispielsweise
von der auf grün geschalteten Ampel weg in höhere Drehzahlen bewegen, wo das Problem nicht auftritt.
Manchmal springt der Wagen nach einem kurzem Abstellen
von wenigen Minuten nicht mehr an - beispielsweise nach dem Tanken. Startet man ihn wenigstens
zwanzig Minuten nach dem unfreiwilligen Ausgehen, springt er gut an und läuft
auch im Leerlauf seidenweich und
gleichmäßig. Über 1500 U/min läuft er sowohl kalt als auch warm gleichmäßig.
Erschwert ist die Ursachenforschung, weil ein Fehler oft nicht ständig, sondern
unregelmäßig auftritt. Solange er nicht auftritt,
läuft der Motor im Leerlauf auch unter Belastung durch Klimakompressor und vielen
Stromverbrauchern einwandfrei mit korrekter Drehzahl (600 U/min mit eingelegter
Fahrstufe & 750 U/min in P).
2. Anleitung zum Eingrenzen der Fehlerursache (Mercedes-Benz®-Benziner):
Erst wenn der Mercedes® nach dem Ausgehen oder nach längerer Standzeit nicht anspringt,
ist eine genauere Prüfung der Fehlerursache möglich. Bedenken Sie jedoch, dass außer
den im Folgenden zu überprüfenden Bauteilen auch noch andere in Frage kommen und Sie
im Zweifel einen Bosch-Dienst aufsuchen sollten. Dort verfügt man über Messgeräte und
oft auch über das Wissen, um das Ergebnis Ihrer eigenen Prüfung zu verifizieren oder gegebenenfalls
auch andere oder weitere Bauteile als Fehlerursache zu identifizieren:
2.1 Erste Prüfung: Ist nach langer Standzeit der Kraftstoff zersetzt?
Je höher der Bioethanol-Anteil im Kraftstoff ist, desto kürzer ist die Lagerfähigkeit
und desto aggressiver wirkt der Kraftstoff auf das Aluminium beispielsweise in
Einspritzpumpen ein. Jedes längere Zeit abgestelltes Fahrzeug sollte daher nur mit
Marken-Superplus-Kraftstoff beispielsweise von ARAL betankt werden, weil laut der
Zeitschrift AUTOBILD dessen Bioethanol-Anteil am geringsten ist. Dennoch ist es
ratsam, auch mit diesem Sprit den Motor alle zwei Wochen für wenigstens zehn Minuten
laufen zu lassen, bis etwa 80 Grad Kühlmitteltemperatur erreicht sind. Sofern der
Tank aus Metall ist, sollte das Fahrzeug nur randvoll getankt für längere Zeit
abgestellt werden, weil der Tank andernfalls durch das unvermeidbar auftretende Kondenswasser
rosten könnte und Rostkrümel später die Kraftstoffversorgung stören könnten.
Vor längeren Standzeiten empfiehlt es sich, vor dem letzten Tanken dem Kraftstoff
den hierfür entwickelten Kraftstoffzusatz eines Markenherstellers wie beispielsweise LiquiMoly zuzusetzen.
Dieser soll die Zersetzung moderner Kraftstoffe hinauszögern oder gar
verhindern.
2.2 Zweite Prüfung: Ist die Zylinderkopfdichtung intakt?
Ein mechanischer Fehler wie eine defekte Zylinderkopfdichtung kann
Kühlwasser (häufig) oder Öl (seltener) in den Brennraum sickern lassen,
so dass hierdurch die betroffenen Zylinder (meist einer oder zwei hintere) das Kraftstoffgemisch
nicht mehr zünden können. Dies tritt oft bei warmgefahrenen Motor und niedrigen
Drehzahlen auf. Folge: Der Motor ruckelt vor allem bei niedrigen Drehzahlen ständig
oder geht ganz aus. Tritt der Fehler jedoch nur gelegentlich auf, können Sie mit
dem nächsten Prüfpunkt fortfahren.
Ist die ZKD (Zylinderkopfdichtung) defekt, könnte durch das Hineinsickern von Wasser
in den Brennraum der Motor durchaus mit einem harten Wasserschlag ausgehen und zerstört werden.
Denn Wasser lässt sich vom hochgehendem Kolben nicht komprimieren, so wie es mit dem
Gas-Luftgemisch zum Erreichen der Zündfähigkeit geschieht.
Wenn Sie also bereits einen erhöhten Ölverbrauch (über ½ Liter/1000km) oder
Kühlwasserverbrauch feststellen konnten oder die Fahrzeugabgase warmgefahren(!) weißlich oder bläulich
verfärbt sind (am besten beim Hinterherfahren zu erkennen) oder die Hydrostößel
rhythmisch klappern (Abgase blasen in den Ölkanal und beeinträchtigen deren Schmierung),
drehen Sie zunächst zur weiteren Prüfung alle Zündkerzen heraus - das Kerzenbild sollte
auf allen Zylindern grau-schwarz (viel Kurzstrecke) bis hellgrau (viel Langstrecke) sein.
Sind einzelne Kernen verrostet oder verölt, weist dies auf eindringendes Kühlwasser
respektive Öl hin. Ersetzen Sie zunächst die betroffenen Zündkerzen. Wenn der Motor hiernach zunächst
rund läuft und der Fehler zumindest einige Wochen nicht mehr auftritt, kommen Sie um
eine Reparatur der defekten Zylinderkopfdichtung nicht umhin. Andererseits kann man
mit diesem Defekt durchaus noch zehntausende Kilometer zurücklegen, wenn man den
Motor nur mit geringen Drehzahlen bewegt und weder Öl im Kühlwasser noch Kühlwasser
im Öl nachzuweisen ist. Allerdings schadet beispielsweise der Austritt von Kühlwasser
und Öl nach außen der Umwelt. Darum ist dies ein Prüfpunkt in der TÜV-Prüfung.
Schauen Sie daher zunächst in den Kühlwasserausgleichsbehälter Ihres Mercedes®.
Sehen Sie darin Ölschlieren,
ist dies ein deutlicher Hinweis auf eine defekte Kopfdichtung. Ebenso wenn am Ölmessstab
Ihres Motors nicht nur Öl, sondern auch Wasseranteile zu sehen sind. Bei hohem Wasseranteil
wird das Öl milchig-grau. Dieses wäre ebenfalls ein Indiz für eine defekte Kopfdichtung.
Im Zweifel können Sie in der Werkstatt das Kühlsystem abdrücken und einen Kompressionstest
machen lassen. Sehr unterschiedliche Kompressionswerte weisen jedoch auf mehrere mögliche
Fehlerquellen hin: Nämlich auf eine undichte Zylinderkopfdichtung, verschlissene Kolbenringe oder/und
verschlissene Ventilführungen.
Wenn die Zylinderkopfdichtung zweifelsfrei als Fehlerursache diagnostiziert werden
konnte, tauschen Sie diese. Dabei unbedingt die Auflageflächen planen lassen. Mercedestypisch
ist die Ursache für deren recht häufige Undichtigkeit ein Verzug des sehr langen
Zylinderkopfes beim Sechszylinder und weniger die Qualität der Dichtung.
2.3 Dritte Prüfung: Surrt Benzinpumpe nach Einschalten der Zündung für zwei Sekunden?
Fahrertür öffnen, nach außen lauschen in ruhiger Umgebung. Surrt die
Benzinpumpe (hinten unter dem Wagen verbaut) für zwei Sekunden nach dem Einschalten
der Zündung?
NEIN (Kraftstoffpumpe läuft nach dem Einschalten der Zündung nicht für zwei Sekunden an):
KPR (Kraftstoffpumpenrelais) prüfen. Es befindet sich in der Steuergeräte und
Relaisreihe zwischen Stirnwand des Motorraums und Windschutzscheibe. Jetzt das mit
KPR beschriftete schwarze Relais herausziehen (oft erst greifbar nach Herausziehen
der benachbarten beiden Relais) und mit einem kurzen Kabelstück den jeweils dritten
Kontakt beider Reihen von Fahrtrichtung rechts aus gesehen (Buchse 7 & 8
entsprechend Klemme 30 & 87) überbrücken. Vorsicht: An
einem der beiden Kontakte liegt Dauerplus an und so wird das Relais auch ohne Einschalten
der Zündung sofort und behelfsweise mit der Fahrzeugspannung überbrückt. Surrt jetzt
die Benzinpumpe auch ohne die Zündung einzuschalten?
JA: Das KPR (Kraftstoffpumpenrelais) ist sehr wahrscheinlich
defekt - Kosten derzeit circa EUR 100,- bei Mercedes-Benz®. Es hält meist nur gut
zwanzig Jahre. Meist ist auf dessen Platine entweder eine kalte
Lötstelle (Lot hat sich von Leiterbahn gelöst) oder der Haarriss einer Leiterbahn
die Ursache. Nach einer Abkühldauer des Relais von wenigstens 20 Minuten kann für
einige Zeit meist problemlos gestartet und weitergefahren werden - bis es wieder
erwärmt ist und sich die Leiterplatte etwas ausdehnt. Meist verschlechtert sich
die Funktion des KPR (Kraftstoffpumpenrelais) schleichend über viele Wochen,
so dass der Wagen erst im Endstadium auch kalt nicht mehr anspringt. Wenn Sie
unterwegs sind, können Sie mit überbrücktem KPR noch nach Hause oder in die Werkstatt
fahren - aber nicht vergessen, die Überbrückung des KPR hiernach zu entfernen,
sonst saugt die ständig laufende Kraftstoffpumpe Ihre Batterie leer.
NEIN: Das ÜSR (gelegentlich, Überspannungsschutzrelais) oder die
Benzinpumpe (selten, 2 Stück bei Mercedes®-Achtzylindermodellen) oder ein
Kabelanschluss (häufig, Kabelbruch) ist defekt. Zunächst die Kabelanschlüsse
an der Benzinpumpe auf eine Kontaktstörung durch Korrosion oder Kabelbruch direkt an den Anschlusssteckern
prüfen. Auffallend oft liefert hierbei das Massekabel keine Verbindung zur Fahrzeugmasse.
Hierzu könnten Sie zunächst mit überbrücktem KPR an den Kabelanschlüssen mit Schutzhandschuhen
etwas wackeln und diese vorsichtig hin- und herbiegen. Weil während der Überbrückung
Dauerstrom anliegt, könnte die Benzinpumpe hierbei kurz Kontakt bekommen und
anlaufen. Vorsicht: Die Mercedes®-Kraftstoffpumpe ist nicht durch
eine Sicherung abgesichert - ein Kurzschluss durch Verbinden von Masse- und Plusleitung
könnte die Fahrzeugelektronik beschädigen. Nach der Prüfung die
Überbrückung am KPR sofort entfernen, damit Sie gefahrlos für Sie und die Bordelektrik
die Kabelanschlüsse der Benzinpumpe blank machen respektive den Kabelbruch beheben
können. Tritt der Fehler danach immer noch auf, prüfen
Sie die beiden Sicherungen oben unter dem Deckel des
ÜSR (Überspannungsschutzrelais). Sind diese intakt und nicht oxydiert, könnten Sie das ÜSR
auf Verdacht ersetzen - Kosten derzeit circa EUR 20,-. Tritt der Fehler danach
immer noch auf, kommt nach meinem Kenntnisstand noch die Kraftstoffpumpe
selbst als Fehlerquelle infrage. Dies ist jedoch ein seltener Fehler, weil er eigentlich
nur bei einer Dauerüberlastung durch einen verstopften Kraftstofffilter auftritt.
JA (Kraftstoffpumpe läuft nach dem Einschalten der Zündung für zwei Sekunden an):
Das KPR (Kraftstoffpumpenrelais) und das ÜSR (Überspannungsschutzrelais)
sind in Ordnung. Vor allem bei einem ständig auftretenden, reproduzierbaren Fehler
kommt nun die Zündanlage in Verdacht. Alle Zündkabel und
Kerzenstecker sowie das Kabel vom Zündverteiler zur
Zündspule auf Marderbisse, Brüchigkeit und Oxydation der Kontakte
prüfen (Sichtkontrolle und Einsprühen
mit WD40-Kriechöl - wenn Leerlauf dabei besser wird, Zündkabel ersetzen).
Zündkerzen prüfen
und bei abgebrannten Elektroden, Verölung etc. erneuern.
Wenn der Fehler weiter besteht, den bei Mercedes oft nur 60.000km störungsfrei
arbeitenden Verteiler ausbauen und auf Fehler wie
Haarrisse, Verschleiß und Abbrandstellen an Verteilerkappe, Läufer und Kontakten
prüfen - gegebenenfalls ersetzen. Hinweis: Ein extremer Abbrand könnte durch einen
Fehler in der Zündspule entstehen - diese dann vorsorglich beim Bosch-Dienst
prüfen lassen. Andererseits hält der komplette Verteiler auch im Neuwagen kaum mehr als
60t Kilometer - so kann man sich die Prüfung der Zündspule sparen, wenn diese Spanne
erreicht ist. Zwei Tipps zum Ausbau des Zündverteilers:
Bei den meisten Modellen
ist er mit drei Inbusschrauben an der Stirnseite des Zylinderkopfes befestigt. Die
oberen beiden Inbusschrauben lassen sich mit jeden beliebigen Inbusschlüssel lösen
und festziehen - lediglich für die untere Inbusschraube benötigen Sie eine kurze
Verlängerung und Ratsche. Denn es ist nahezu unmöglich, die eng und versteckt
liegende untere Schraube mit einem der verbreiteten einfachen Winkel-Inbusschlüssel zu
lösen oder festzuziehen.
Zum Wiederaufstecken der Zündkabel in richtiger Reihenfolge notieren Sie
schon beim Abziehen mit einem dunkelblauen Edding (permanent Marker) deren Position
als Uhrzeit auf dem Steckerrücken.
Tritt der Fehler dann immer noch auf, können dort auch die folgenden Fehlerquellen
ausgeschlossen werden:
Zündspule und ZSG (Zündsteuergerät) - starker Zündfunke, wenn
eine Zündkerze mit Handschuhen gegen Masse gehalten wird? Dann intakt (ggf. mit Multimeter zu prüfen),
Alle Temperaturgeber, welche Signale an das Steuergerät senden,
Mengenteiler (selten Fehlerursache),
ZSG (Zündsteuergerät),
LMM-Potentiometer am Mengenteiler vorsorglich tauschen (Einzeln bei Bosch für
derzeit EUR 160,-, bei Ebay für EUR 40,- erhältlich, vom Boschdienst
einbauen und einmessen lassen). Diese Teile liefern nämlich oft selbst dann noch
korrekte Messwerte bei einer Überprüfung, wenn sie abgenutzt sind und Fehler im Motorlauf verursachen.
Gelegentlich machen sie durch leichtes Rütteln im Leerlauf bei eingelegter Fahrstufe
auf sich aufmerksam (Lebensdauer circa 200tkm),
Stauscheiben-Einstellung stimmt nicht (LMM-Poti am Mengenteiler
nachjustieren durch Bosch-Dienst),
EHS (elekrohydraulisches Stellglied) - schwarzer Kasten am Mengenteiler,
Kraftstoffgemisch-Einstellung
Für einen schlechten Leerlauf Ihres Mercedes® kommen des weiteren Falschluft, undichte
Unterdruckleitungen und -Anschlüsse, eine defekte ESD (Einspritzdüse - die
teurere Messingversion hält länger), eine verschmutzte Dichtung der Drosselklappe,
eine verschmutzte Stauscheibe (LiquiMoli Luftmassenmesser-Reiniger hilft)
und verschlissene Ventilschaftabdichtungen infrage. Und vieles mehr. Wenn Sie
den Fehler also mit dieser Anleitung nicht eingrenzen konnten, wird es Zeit für den
Bosch-Dienst oder ein kompetentes Mercedes®-Markenforum. Von hier ab geht es nicht ohne
Erfahrung und diverse Messgeräte, wenn man nicht nur blind und
unbezahlbar teuer Teil für Teil erneuert, bis der Fehler weg ist. Und warum zum Bosch-Dienst
und nicht zu Mercedes Benz®? Bei Bosch können eher auch einzelne Bestandteile von komplexen Bauteilen ersetzt
werden, wo DB nur das ganze Bauteil austauschen kann. Auch sind nach meinen Erfahrungen
kleinere Betriebe sehr um die Kundenbindung bemüht - eine DB-Niederlassung erscheint
dagegen so persönlich wie eine Behörde. Im übrigen haben sich Bosch-Ersatzteile
als besonders langlebig erwiesen.
In vielen markenspezifischen Fahrzeugforen wird sowohl für Benziner als auch für Dieselmotoren
der Rat gegeben, direkt vor jeder Betankung ein selbstmischendes und russarmes
Zweitaktöl der Spezifikation API TC und JASCO FC /beispielsweise LiquiMoly No.1052 für einen
Liter, No.1189 für 5 Liter oder No.4700 für das 60 Liter-Gebinde) in den Tank zu
geben.
Mischungsverhältnis: 0,2 Liter LiquiMoly 2-Takt-Motoröl auf 50 Liter Benzin/Diesel (entspricht 1:250)
Mischungsverhältnis nicht über 1:100 steigern.
Dieses
soll durch einer Erhöhung der Zündfähigkeit zu einer wesentlich weicheren Verbrennung
beitragen, die Schmierfähigkeit der Kraftstoffe erhöhen und durch die Reinigungswirkung
erstklassige ASU-Werte ermöglichen. Die Erhöhung der Zündfähigkeit ist der Grund, warum
es nicht für alle modernen Benzinmotoren geeignet ist - es könnte das sogenannte Klopfen
des Motors fördern. Die alten Reihen- und Verteilereinspritzpumpen, beispielsweise bei
alten Mercedes-Benz® Fahrzeugen sollen diese Zugabe
jedoch sehr gut vertragen. Das 1-Liter-Gebinde verfügt übrigens über einen
herausziehbaren Einfüll-Rüssel, welcher die Zugabe direkt in den Tank erleichtert. Stimmen
Sie diese Zugabe jedoch unbedingt mit Ihrer Fachwerkstatt ab, um sicherzugehen, dass Ihr
Fahrzeug diese Ergänzung verträgt.
2.4 Wichtiger Hinweis
Die beschriebenen Bauteile sorgen recht häufig für Ausfälle. Doch
niemals ungeprüft
Bauteile ersetzen. Dafür sind sie zum einen viel zu teuer. Zum anderen gibt es in
der komplexen Mercedes®-Technik einige weitere Fehlerquellen, zu deren Ortung man am besten
den Bosch-Dienst aufsucht. Dort hat man die Messinstrumente und oft auch das Know
How, um eine weitergehende Suche nach dem defektem Bauteil oder zur Verifizierung
Ihres Prüfungsergebnis zu betreiben.
3. Übersicht weiterer Ursachen von Leerlauf- und Anlassstörungen bei Mercedes-Benz®-Benzinern
Die folgende Übersicht ergänzt die oben beschriebene Fehlersuche um einige Hinweise. Sie
ist jedoch nicht vollständig. Zudem kann es diverse weitere Fehlerquellen geben, auf die
hier nicht eingegangen wird:
F E H L E R
M Ö G L I C H E U R S A C H E
Sägender Leerlauf
Nebenluft (Falschluft) kommt ins System z.B. durch die Schläuche
um den Leerlaufsteller
Motor nimmt sporadisch und nicht reproduzierbar schlecht Gas
an (ruckelt beim Gasgeben) oder geht aus
Elektrik: KPR (Kraftstoffpumpenrelais) oder
ÜSR (Überspannungsschutzrelais) oder Kontaktstörungen an Kraftstoffpumpe
oder im Zündsystem
Motor nimmt ständig und reproduzierbar schlecht Gas
an (ruckelt beim Gasgeben) oder geht aus
Verteiler ausbauen und auf Fehler wie Haarrisse, Verschleiß
und Abbrandstellen an Verteilerkappe, Läufer und Kontakten prüfen - gegebenenfalls
ersetzen. Ein zu starker Abbrand weist auf einen Fehler in der Zündspule hin -
beim Bosch-Dienst prüfen lassen.
Leichtes Rütteln im Leerlauf bei eingelegter Fahrstufe
LMM-Potentiometer am Mengenteiler tauschen (Einzeln bei
Bosch für derzeit EUR 160,- erhältlich, vom Boschdienst einbauen und
einmessen lassen) - diese Teile liefern manchmal selbst dann noch korrekte
Einstellwerte, wenn sie abgenutzt sind
Erhöhter Leerlauf bei verringerter Motorleistung und verzögerter
Gasannahme
Unterdrucksystem zieht Nebenluft (Falschluft) ein - beispielsweise
Schlauch zwischen ZSG (Zündsteuergerät) und Gummischlauch in Nähe der Drosselklappe
Kraftstoffpumpe schaltet in Zündschlüsselstellung 2 (Motor aus)
nicht mehr ab
KPR (Kraftstoffpumpenrelais) defekt
Bei ersten Kaltstart holpriges erstes Hochdrehen bis 1100 U/min
Einspritzventile könnten tropfen - prüfen (Bosch-Dienst) oder/und
Leerlaufsteller ausbauen und mit WD40-Kriechöl gängig machen
Unter Last und viel Gas würgt sich der Motor ab oder stottert - ohne Last
dreht der Motor sauber hoch.
Stauscheibe könnte gelegentlich klemmen - sorgfältig mit einer
Fühlerlehre einstellen (Bosch-Dienst)
Leerlaufruckeln unter 1000 U/min und Startschwierigkeiten
der warmen Maschine sowie nach Standzeiten.
Wenn alle anderen Fehlerquellen ausgeschlossen sind, LiquiMoly Reiniger für
Einspritzdüsen auf mindestens 1000 Kilometer Laufleistung dem Kraftstoff zugeben. In
manchen Foren wird auch die Zugabe von LiquiMoly selbstmischendes Zweitaktöl im Verhältnis
1 zu 100 empfohlen - sowohl für Benziner als auch für Diesel. Als Dauerzugabe zum
Reinhalten von Einspritzung und Abgassystem wird übrigens die Mischung 1 zu 250 genannt. Hierüber
sollen selbst verkokte Einspritzdüsen wieder frei werden. Deren Austausch ist wegen der hohen
Kosten nur die zweite Wahl. Zudem ist er nicht angezeigt, wenn nicht alle möglichen
Fehlerquellen zuvor ausgeschlossen worden sind - auch hier nicht behandelte
wie Steuerkette & Kettenspanner und so weiter.