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Computing-Themen

Computing-Info: Web 2.0 Communities - Fluch oder Segen?

Ein Blog rund ums Computing - irgendwas geht immer nicht: die Hard- oder Software, im Internet oder im Webspace...

Etwas seltsames geht vor - nicht nur in unserem Lande, sondern weltweit. In dem blinden 'Web 2.0'-Hype schießen Kommunikationsportale wie Pilze aus dem Boden. Als Beispiele dieser Gattung betrachten wir Xing.de und Twitter.com - sie werden in der Web-Diskussion und den Medien zu unabdingbar wichtigen social communities hochstilisiert. Ich habe spaßeshalber einen Twitter-Account angelegt - die überflüssigste Aktion, die man im Web ausführen kann. Hierüber kann ich via PC oder Handy laufend vermelden, was ich gerade so Wichtiges mache: Ich bin auf dem Klo, ich bin in der U-Bahn, ich tanke gerade... "BUMM". Bereits mein drittes Update mit dem Text "Worin liegen Nutzen und Sinn? Ist dies die überflüssigste Web-Anwendung seit der Erfindung der Spam-Mail?" ließ sämtliche bei mir installierten Browser abstürzen. Ich bekomme diese Eilmeldung nicht hochgeladen. Liebe Twitter-Macher, wenn Ihr keine Webseiten programmieren könnt, verkauft Brötchen.

HIER WAR EIN EINGEBETTETES TWITTER-OBJEKT, WELCHES DAZU FÜHRTE, DASS DIESE SEITE ZEITWEISE NICHT ZU LADEN WAR...
So einen 'badge' können Sie auf Ihren Webseiten einbinden, so dass jeder Besucher sofort sieht, was Sie gerade tun oder denken...

Shoemoney meldete, dass ein Twitter.com Mitglied - Andrew Baron -, seine ach so wertvollen Kontakte bei Ebay zu versteigern sucht. Das derzeitige Gebot liegt bei USD 1125 für 1400 Kontakte, welche bei Twitter per Mausklick, bei Xing.de immerhin mit Worten erbeten werden - Beispiel: "Hallo, ich bin immer auf der Suche nach netten Leuten aus meiner Gegend." Oder: "Hi, ich möchte berufliche Kontakte knüpfen." Aber vielleicht bin ich nur alt oder ungerecht. Oder beides. Sicher beides. Hier ein paar andere Meinungen:

"Twitter ist für mich eher ein kleiner Marktplatz, wo man mal kurz auftaucht, was sagt und wieder geht. Gespräche über Twitter finde ich sehr nervig. Eine Frage/ Antwort/ ah, danke-Konversation ist okay, aber sobald irgendwer chattet, geht?s mir auf die Nerven. Ich finde es völlig belanglos, dass Lumma dauernd twittert, dass er jetzt boardet oder bei Starbucks ist. Aber gleichzeitig bin ich inzwischen davon überzeugt, dass die Welt aufhören würde zu existieren, wenn Lumma nicht mehr boarden würde oder bei Starbucks wäre." [Ankes Blog]
"Twitter ist wie Blogosphäre, nur im Schnelldurchlauf. Earlies - Hype - Twitter Meetings - demnächst dann Twitter-Lesungen und Abmahnungen?" [Nico]
"Ich habe erst vor kurzem alle Messenger abgeschaltet und die Profile gelöscht. Es nervt wenn sich zwischen das was man gerade tut irgendwer mit seinem Messengerfenster dazwischen drängelt um doch nur wieder 'Wie gehts?' zu fragen. Irgendwann nervt es einfach nur noch. Twitter wird m.E. nicht viel anders sein, außer das man das belanglose Geblubber nicht mehr schwachsinnig einleiten muss, sondern direkt über allen ?Freunde? auskippt." [René Fischer]

Die Kontaktdaten sind für den Käufer vermutlich wertlos. Aber warum ist diese Auktion so erfolgreich? Warum haben Xing.de und Co so großen Zulauf? Um es salopp zu formulieren bedienen viele Portale das Ego des naiven Internet-Nutzers. Fast jedes Mitglied dieser Communities glaubt, hieraus Vorteile zu ziehen - beispielsweise Aufträge oder aber qualifizierte Business-Kontakte zu bekommen, aus denen sich Aufträge generieren könnten. Gerade Xing.de scheint voller Menschen, die sich mit Profilen schmücken, die ihre Träume wiederspiegeln: Ich wäre gern Web-Designer, Autor, Advertiser etc. und möchte davon leben können. Dagegen ist nichts einzuwenden, doch ist die Illusion, diese Communities könnten hierbei in irgend einer Weise hilfreich sein, zeit- und geldraubend. Sollte jedoch wirklich einmal jemand einen Auftrag allein aus seinen Kontakten generiert haben, die nicht schon vor dem Eintritt bei Xing.de bestanden, bitte ich um Nachsicht und Nachricht.

Weil sich dort fast ausschließlich Arbeitssuchende tummeln, ist auf Xing.de und Co nichts so rar wie zu vergebende Arbeiten. Stattdessen klopfen sich die Mitglieder gegenseitig auf die Schultern und verschwenden Stunde um Stunde, um sich in Gruppen anzumelden, bekannt zu machen, mit anderen Suchenden zu kommunizieren oder gar in die 'PremiumWorld' einzutauchen, in der es einen Gutschein für Google-AdWords gibt, einen Gutschein für einen DSL-Provider, Rabatt für eine Autovermietung und auf 'Standard-Englischkurse'. Die Deutsche Bank gibt 50 Prozent Rabatt auf eine 'Xing- Kreditkarte', die Allianz 'Xing- Exklusivtarife', selbst Leser für Burda-Direkt darf man werben und sich einen "trendigen iPod shuffle sichern".

Doch wer sich als 'einfaches Mitglied' kostenlos angemeldet hat, merkt schnell, dass ohne die 'Premium- Mitgliedschaft' für gut sechs Euro im Monat nichts geht - keine Suche nach anderen Mitgliedern, kein Anzeigen einer eigenen Kontakt-Emailadresse, kein gar nichts. Man ist mit seinen Stammdaten drin und ist - sofern man derartige Communities ernst nimmt, unglücklich. Und zahlt dann doch, denn wer einen Mangel an Aufträgen abstellen will, muss eben investieren. Vielleicht wäre jedoch das Geld in Kleinanzeigen besser angelegt.

Doch warum schert mich das alles? Ein Blogger hatte eine geschlossene 'Gruppe' zu einem mich interessierenden Thema bei Xing gegründet. Um dort reinzuschauen, musste ich mich anmelden. Vordergründig geht dies nur, wenn man entweder eine eigene Firma besitzt oder irgendwo fest angestellt ist - andere Alternativen ließ das Anmeldeformular nicht zu. Freiberufler ohne Firmenanschrift oder gar eine schnöde Hausfrau auf der Suche nach Nebenjobs zu sein ist offensichtlich Xing.de unwürdig.

Und so habe ich eiskalt gelogen, mir unter falschen Tätigkeitsangaben vermutlich illegal Zugang zu einer Community verschafft, in der ich mich schon bald unter Meinesgleichen fühlen konnte. Eine Community der Suchenden und Träumer. Zwar gibt es Gruppen, welche die Jobsuche strukturieren, doch ändert dieses nichts am ungünstigen Verhältnis von Angebot und Nachfrage zum Faktor Arbeit. Auch gibt es für dieses vom Hause aus nicht vorhandene essentielle Feature weder eine brauchbare Suchfunktion noch eine differenzierende Sortierung noch eine Aussortierung der Karteileichen. Dafür jedoch - quasi als Ausgleich - viel Eigenwerbung. Und wenigstens die ist erfolgreich.

Nachtrag: Kaum einen Tag nach der Anmeldung hatte ich die erste Kontaktanfrage im Briefkasten: "S. S. möchte Sie auf XING als Kontakt hinzufügen: 'Hallo, ich bin immer auf der Suche...'"

(Eingestellt 2008)






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