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Computing-Themen

Computing-Info: Blogger's Verantwortung

Ein Blog rund ums Computing - irgendwas geht immer nicht: die Hard- oder Software, im Internet oder im Webspace...

Eine Vielzahl der Blogs dient der Werbung, andere sind belanglos. Von dieser Masse hebt sich die Gruppe der lesenswerten Blogs wohltuend ab - Basic Thinking Blog, MC Winkel und ShoeMoney sind beispielhaft zu nennen. Doch gibt es unter den Platzhirschen eine kleine Anzahl schwarzer Schafe, die aufgrund ihres Verbreitungsgrades meinungsbildend wirken, jedoch im 'Bildzeitungsstil' indoktrinieren und die Blogsphäre hierüber extrem polarisieren.

Von Letzteren soll hier berichtet werden. Die Übelsten dieser Üblen sind diejenigen Blogs, die vorgebliches Insiderwissen anonym verbreiten. Die diversen Poster der Blogs AdScam und AgencySpy wirken ängstlich aus der Anonymität heraus. Sie verteilen ihre nicht verifizierten Informationen an eine zur Differenzierung unfähige Leserschaft, die sie aufsaugen wie der Bildleser die Schlagzeile des Tages. Auf der Strecke bleiben Recherche, Sachlichkeit und damit die Seriosität sowie die Verantwortung des Bloggers. Doch ich höre schon die Gegenstimmen: 'Verantwortung? Mann, wenn ich das schon hör'. Das ist ein Blog - sonst nix.'

Jedoch können die gutbesuchten Blogs ähnlich vielzitierter Zeitungen über Hetzkampagnen durchaus Menschen in den Tod treiben. Die New York Times nimmt dies an im Falle des durch Selbstmord ums Leben gekommenen Paul Tilley. Tilley war in der Führungsriege der US-amerikanischen Werbeagentur DDB. Seine wohl bekannteste Kampagne war diejenige mit dem 'Ich liebe es' -Slogan für die Fastfoodkette Mc Donalds. Er hatte sich im letzten Monat aus dem Fenster eines Hotelzimmers gestürzt, nachdem er in diversen anonymen und aggressiv gehaltenen Blogbeiträgen attackiert worden war. Zwar räumt einer der Betreiber des involvierten Blogs AdScam nach dem Todesfall ein, dass "die Atmosphäre hier schon ein bisschen säurehaltiger" sei, doch so seien nunmal die Bedingungen in diesem Geschäft. Diese Formulierung offenbart den Zynismus eines Serienkillers. Nur dass dieser von der Exekutive zivilisierter Staaten gesucht und abgeurteilt werden würde. Darum bleiben sie anonym - wohlwissend, welch Schindluder, welch schmutziges Geschäft sie betreiben. So schmutzig, dass sie keinesfalls selbst hiermit in Verbindung gebracht werden wollen. Die englischsprachige Autorin Nina Disesa, Chairman und chief creative officer bei der Werbeagentur McCann-Erickson, sagte dazu in einem Videopost:

"Ich denke, Blogs können jemandem wirklich Schaden zufügen, wenn sie gemein, brutal und vor allem anonym über andere berichten. Viele Menschen da draußen wollen zwar nicht ihren Namen unter die furchtbaren Dinge setzen, die sie über andere Menschen in Umlauf bringen. Doch wenn jemand nicht den Mumm hat, seinen Namen unter einen Kommentar zu setzen, dann sollte er auch nicht die öffentliche Plattform erhalten, sich so destruktiv über andere zu äußern."

Und diese Schmähungen verschwinden nicht - anders als diejenigen einer nur gedruckten Tageszeitung. Sie sind nur einmal googeln von jedem Nutzer des Internets entfernt. Nina Disesa wurde übrigens für diese Aussage heftigst attackiert - in anonymen Kommentaren. Ein Beispiel: "Nina Disesa hasst Dich, mich und alle, die Blogs mögen". Diesem Grad an Dummheit gekoppelt mit Aggressivität und Unverschämtheit ist durch Appelle nicht beizukommen - so bedarf es auch im Schwellenland USA gesetzlicher Regelungen mit Sanktionen für üble Nachrede und Verleumdung - ähnlich wie es hier in Deutschland gehalten wird.

Es ist an der Zeit, die Blogbetreiber einerseits als meinungsbildenden Faktor der Medienlandschaft anzuerkennen, sie aber andererseits in die Pflicht zu nehmen, ihre Beiträge nach journalistischen Grundsätzen sorgfältig zu recherchieren und für deren Aussagen gerade zu stehen. Dies muss ebenso für zugelassene Kommentare gelten, über die andernfalls quasi ersatzweise verleumderische, nicht überprüfbare Gerüchte verbreitet werden könnten. Erfüllt ein Kommentar dieses Kriterium, gehört er binnen einer Frist gelöscht. Ohne wenn und aber.

Wer nun noch die Macht mancher Blogs, deren Öffentlichkeitswirkung bezweifele, der sei an das abrupte Ende der Karriere des Bush-Mitarbeiters Timothy Goeglein erinnert. Der Verbindungsmann zum konservativen Republikanerflügel und rechte Hand vom früheren Chefstrategen Rove schrieb privat für den News-Sentinel, ein lokales Käseblatt in der Heimatstadt Goegleins. Eine Bloggerin, Nancy Hall, fand heraus, dass Goeglein einen großen Teil seiner im Provinzblatt veröffentlichten Beiträge ungefragt via Copy und Paste aus fremden Artikeln entliehen hatte. An einem Freitagmorgen um 7:38 Uhr veröffentlichte sie Ihre Erkenntnis in einem Post. Andere Blogs griffen die Geschichte umgehend auf. Um 11:30 Uhr desselben Vormittags räumte Goeglein die Vorwürfe ein. Am Abend trat er zurück. Die übernehmenden Blogger hatten keine Zeit zur Reflektion, zur Überprüfung der Fakten - es war einmal mehr ein blindes Aufspringen auf den Zug der Lemminge. Nur dass diese Meldung dieses Mal korrekt und gut recherchiert war. Doch wie oft ist sie es nicht?

(März 08, 2008)







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