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blog.Merkwürdigkeiten

Die Rubrik 'Zu guter Letzt: Ist es nicht merkwürdig' der Hauptseite von chinnow.net platzte aus allen Nähten. Hier geht's weiter. Warum ich poste? Meine Bloggerei ist wie Korbflechten im Irrenhaus: Der Patient fühlt sich dabei etwas besser (angelehnt an ein Woody Allen Zitat).

Aufrufe seit September 2005: 105164
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Name: André
Standort: Hamburg, Germany

Mich interessiert das geschriebene Wort - gleich ob es gedruckt oder am Bildschirm angezeigt ist. Als Ausgleich zur Schreiberei bemühe ich mich, Handwerker in meinem Leben überflüssig zu machen.

Freitag, April 18, 2008

Moin allerseits

'Moin' ist nun endlich auch den Amis ein Begriff. Der norddeutsche Ganztags- Gruß wurde bisher in Dokumenten von der Microsoft-Office Rechtschreibprüfung moniert. Ab sofort ist er ein integrativer Bestandteil der deutschen Rechtschreibung in Bills Office-Paket. Die Redmonder haben sich offensichtlich einer stillen norddeutschen Beharrlichkeit gebeugt.

Na, das ist doch mal eine erfreuliche Nachricht. Schoin Tach' noch.

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Dienstag, April 08, 2008

Unitalienische Verhältnisse

Bei uns in der Straße wird kein Müll mehr abgeholt. Es werden nur noch wertvolle Rohstoffe entsorgt. So reißen sich die Hamburger Stadtreinigung und private Entsorger darum, mein Altpapier abholen zu dürfen und beglücken mich mit einer beliebigen Anzahl 'Papiertonnen'. Die gelben Säcke mit den 'grüne Punkt'-Verpackungen werden schon lange kostenlos entsorgt - der Hintergrund ist allerdings ein ärgerliches Thema für sich [siehe Beitrag aus April 2006: 'Vom grünen Punkt, der "Wert-Wertstoff-Sammlung GMBH" und Glasverpackungen']. Jetzt warte ich nur noch auf 0-Euro-Eimerchen für Glas und Restmüll.

Überhaupt - der Restmüll. Bei strikter Trennung laut Entsorgungsverordnung habe ich kaum noch welchen. Kostenlos entsorgbar sind:
Metalle, Folien, 'grüne Punkt'-Verpackungen, Glas, Papier, Elektro- und Elektronikgeräte, Feuerlöscher, PKW-und Haushaltsbatterien, Altholz, Styropor, Schrott, Korken, Schuhe und Altkleider.
Manches muss allerdings zum Recyclinghof gebracht werden. Noch kann ich das Defizit in der Restmülltonne mit Gartenabfällen ausgleichen, aber irgendwann ist der Garten leer. Und dann? Ich brauche keine "Restmülltonne" und empfinde die Pflicht zur Abnahme derselben für dreizehn Euro sechsundachtzig Cent im Monat als Strafsteuer für die guten Mülltrenner. Doch die Müllentsorger brauchen das Geld, um Verbrennungsanlagen zu bauen und zu unterhalten, in die nun der italienische Restmüll verbracht wird - natürlich umweltfeindlich per Lastkraftwagen von Neapel bis in unsere Nachbarschaft.

Sei's drum. Also, liebe Leute, gebt fein acht, vielleicht haben Euch die Entsorger eine Tonne mitgebracht...

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Samstag, März 22, 2008

Das Leid der Kinder - wir dürfen nicht vergessen

...nicht vergessen die Kinder, die von Pädophilen entführt, vergewaltigt, gequält und oft umgebracht werden. Ein Thema, das wir nur zu gern verdrängen - und doch geschieht es laufend, Tag für Tag, meist ohne Beachtung der Medien, welche sich nur den spektakulären Fällen zuwenden. Denjenigen Fällen, welche eine hohe Auflage sichern. Das Leid eines gepeinigten Kindes an sich ist für die Meinungsmacher dagegen ohne jedes Interesse.

Ganz anders verhält sich David Santos. Er weist uns in seiner Öffentlichkeitsarbeit unablässig auf diese Problematik hin, rüttelt auf und appelliert an einen jeden von uns, sich grundsätzlich von Negativität ab- und der Liebe und Freundlichkeit zuzuwenden. Und die Kinder zu behüten, nicht aus den Augen zu lassen. Er erinnert an die ihm bekannten Fälle von Übergriffen gegen Kinder und Jugendliche. Wenn man seine Beiträge liest, die meist aus Gedichten oder Appellen bestehen, fühlt man beinahe den Schmerz und die Traurigkeit, die ihn selbst und seine Schützlinge zu durchziehen scheint.

David Santos leistet eine einsame Arbeit, die ihm glücklicherweise sehr viel positives Feedback einbringt. Besuchen Sie doch einmal die englische Übersetzung seines im Original portugiesisch -sprachigen Blogs.


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Freitag, März 21, 2008

Interessiert das noch irgendwen? (Vol.2)

Ich habe Januar 2006 an dieser Stelle schon einmal gefragt, ob sich noch jemand für das Geschehen im Irak interessiert. Zum fünften Jahrestag des Beginns eines nicht zu gewinnenden Krieges und gut viertausend tote Soldaten der 'Allianz der Willigen', ungezählten Verletzten sowie über einhunderttausend tote Zivilisten später sollte die Frage noch einmal gestellt werden.

Inzwischen sind die seinerzeit vorgeschobenen Kriegsgründe zwar allseits als nicht zutreffend bestätigt, doch wer trägt dann das Verschulden an der Invasion? Die US-Geheimdienste sagen, die Deutschen trügen die Verantwortung für diesem Krieg - eine falsche, nur von einer Quelle bestätigte Information, geliefert vom deutschen Geheimdienst BND, hätte die USA in einen Krieg getrieben, der ohne den deutschen Fehler nicht begonnen worden wäre.

Da die derzeitige Regierungskoalition gegenüber dem Partner USA nur den vorauseilenden Gehorsam zu kennen scheint, sollte sie schleunigst die drei Billionen US-Dollar (3.000.000.000,-) an George W. Bush überweisen, die der Krieg bisher in etwa gekostet hat. Und eine Vorauszahlung für die nächsten fünf Jahre in gleicher Höhe. Dann hätten die USA auch wieder Geld für die Ausstattung ihrer Soldaten und müssten nicht - wie es tatsächlich Usus ist - dem beispielsweise in Bagdad bei einem Anschlag am Kopf lebensgefährlich verletzten Soldaten eine Rechnung über 12000 US-Dollar schicken - für seinen unbrauchbar gewordenen Helm und verlorene Ausrüstungsgegenstände.

Aber auch hier könnte Deutschland doch...

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Samstag, März 01, 2008

'Die Supernanny' - oder warum man gestörte Jugendliche nicht mit Druck sozialisieren sollte

TV-Sendungen wie 'Letzter Ausweg Wilder Westen - Teenager außer Kontrolle' geben vor, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Und sind Wasser auf die Mühlen der Vielzahl zur liebevollen Erziehung unfähigen Eltern, welche sich für Druck und Gewalt entschieden haben. Das es auch anders geht, beweist die Serie 'Die Supernanny', in der sowohl notleidende wie auch erfolgreich führende Eltern Tipps fürs Leben bekommen. Ich sah mir eine Folge an, weil ich die Situationsbeschreibung der Familie für absolut hoffnungslos, die Lage des Kindes für aussichtslos hielt: Es stahl, fiel durch Gewaltdelikte auf, nahm Drogen, riss häufig von Zuhause aus und war ein erst vierzehnjähriges Mädchen. Ich gestehe, mir fiel nichts ein, was das hätte retten können.

Doch dann trat die Supernanny auf und beobachtete zunächst die Familie im Alltag. War einfach da, ohne sich einzumischen. Dann sagte sie den Familienmitgliedern, was ihr aufgefallen war: Es gab unter den Familienmitgliedern keine Gespräche, auch keine Kommunikation beim Essen, keine gemeinsamen Unternehmungen. Keine Zuwendung zum Kind und keine Freundlichkeit. Kein ruhiges bestimmtes Vertreten des eigenen Standpunktes - nur das Gegenteil.

Ich war äußerst skeptisch - wie sollte ein derart abgerutschten Teenager durch Zuwendung und Aufmerksamkeit, Freundlichkeit und gemeinsam getroffene Vereinbarungen auf einen weniger schlechten Weg gebracht werden? Doch es funktionierte. Die Renitenz des Kindes löste sich mit wachsenden Lernerfolgen der Eltern in Freundlichkeit auf und mir wurde das Folgende klar: Die Eltern, die Erziehenden sind das Problem, wenn es mit dem Kind bergab geht, es aus seiner kalten Welt in Drogen und eine dominierende Freundesclique flüchtet. Die Eltern müssen therapiert werden, nicht das Kind. Und in ihren Sendungen tat die Supernanny genau das.

Ich hatte vor Jahren an anderer Stelle einmal geschrieben, dass Kinder ein einfaches Input/Output-System haben: Was man an Liebe, Gewalt und anderem hereingibt, kommt auch wieder heraus. Dessen erinnerte ich mich jetzt. Es ist nicht jede Reportage des Privatfernsehens schlecht - diese jedenfalls war eine Perle.


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Dienstag, Februar 19, 2008

Finden die "Du bist Deutschland"-Aktionen niemals ein Ende?

Die Initiatoren in der Politik geben nicht auf - komme was wolle. Gut siebzig Jahre nach Hitlers 'Du bist Deutschland' -Kampagne und mehr als zwei Jahre nach der unsäglichen, von vermögenden Prominenten verkauften braunen Idee [siehe Beitrag 'Du bist Deutschland' aus 10/2005] hat man die massive Kritik berücksichtigt.

Heute zeigen nicht mehr vom Gelde verwöhnte Erfolgsmenschen mit dem Finger auf Verlierer des Wirtschaftssystems wie beispielsweise 'Hartz-4' Empfänger, um sie mit dem inhaltlich ohnehin sinnentleerten Satz "Du bist Deutschland" zu motivieren. Heute sind es kleine Kinder im Alter von weniger als fünf Jahren, welche die alte Nazi-Botschaft weitertragen.

Es ist und bleibt eine unsäglich unverschämte, taktlose und anmaßende Kampagne. Aber Scham und Feingefühl sind von der dem letzten Weltkrieg so fernen Politikerkaste nicht mehr zu erwarten - jeder von ihnen hält sich offenbar für 'Deutschland' und seinen Wahn für alle Deutschen verbindlich.

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Samstag, Februar 16, 2008

Des Steuersünders verräterische Spuren im Internet

Ist es nicht merkwürdig - Politiker jammern und lamentieren über die geringe Bereitschaft der Deutschen, den Schritt in die Selbständigkeit zu gehen. Und dann das:

Das Bundesamt für Finanzen ließ von der Deutsche Börse Systems AG und deren Tochterfirma Xlaunch die Suchmaschine 'Xpider' entwickeln, mittels derer seit dem Jahr 2003 alle im Web befindlichen Verkaufsplattformen ohne Pause durchforstet werden. Dabei gleicht das Programm sämtliche Anbieter- respektive Verkäuferdaten mit Handelsregistereinträgen und den Umsatzsteuerdaten der eigenen Datenbanken ab. Erkennt es eine Unstimmigkeit, sichert es selbständig gerichtsverwertbar alle relevanten Beweise und setzt eine Überprüfung durch eine/n Beamtin/ Beamten oder eine/ einen Angestellte/n im öffentlichen Dienst des zuständigen Finanzamtes in Gang. Und es ist lernfähig - mit zunehmender Nutzungsdauer perfektioniert das Programm seine Erkennungsrate.

Ebay, Amazon, Mobile.de, Autoscout.de, nahezu alle Kleinanzeigen- & artverwandte Seiten werden inzwischen von Xpider berücksichtigt. Nach Auskunft eines Steuerberaters dürfen Privatpersonen jedoch einen Gewinn bis zu 512 Euro steuerfrei erzielen. Umsatzsteuer werde erst ab 17.500 Euro fällig. Darüber hinaus seien Ein- Mann- Unternehmen von der Gewerbesteuer befreit, solange ihr Gewinn nicht 24.500 Euro übersteigt.

Damit erstickt dieser unser Staat einmal mehr zarte Pflänzchen der Selbständigkeit, die aus ersten Anfängen des Handels erblühen könnten. Denn auch ein Bill Gates hatte bei seinen ersten Verkäufen weder einen Steuerberater an der Seite noch eine erforderliche eigene Krankenversicherung abgeschlossen, welche alleine monatlich mehr kostet, als die ersten "Geschäfte" in der Regel einbringen. Politiker, jammert also nicht darüber, dass Deutschland in den Unternehmens -Neugründungen in der weltweiten Rangliste auf dem letzten Platz liegt...

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Sonntag, Februar 03, 2008

Mehr Geringverdiener in Deutschland als offiziell bekannt

Nach Informationen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW in Berlin die offiziellen Zahlen zum Niedriglohnsektor möglicherweise vorsätzlich fehlerhaft berechnet.

Die vom DIW jetzt veröffentlichten Daten seien laut ver.di-Chefvolkswirt Michael Schlecht "schlicht falsch“. Das DIW errechnet 3,7 Millionen Beschäftigte mit einem Bruttoeinkommen unter EUR 7,50 die Stunde. Das Institut für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen dagegen ermittelte 5,5 Millionen Beschäftigte. Die letzte Zahl sei nach Auffassung ver.di's korrekt.

Wodurch kommt die Abweichung zustande? Das DIW unterschlug zum einen alle Beschäftigten, die in einem Nebenjob beschäftigt sind. Zum anderen hat der DIW-Rechnungsmonat grundsätzlich nur 28 Tage, wodurch sich rechnerisch der Durchschnittswert des Stundenlohns erhöht. Tatsächlich ist ein Monat durchschnittlich 30,4 Tage lang.

Das DIW unterstellt in seinen Berechnungen zudem, dass beispielsweise die Armut einer alleinerziehenden Mutter zumutbar sei, wenn sich die Tochter bei Mc. Donalds etwas hinzuverdiene. Denn es bezog offenbar nur 'Familiengesamteinkommen' in die Berechnung ein.

Wenn nun der ehrliche Bürger sieht, auf welche Weise die derzeitige Regierungskoalition und 'ihre' Institute ihn manipulieren, täuschen und ausnehmen, ist es für ihn kaum nachvollziehbar, warum er die amtierenden Parteien auch noch wiederwählen sollte. Jede veröffentlichte Statistik ist ein Politikum, weil sie für oder gegen eine politische Position arbeitet. In diesen Fall arbeiteten die "Daten" des DIW gegen die Einführung des gesetzlichen Mindestlohnes.

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Sonntag, Januar 27, 2008

Hunger

Er ist der Grund, warum Abnehmen so schwierig ist. Seine Intensität und Dominanz, in der er die ganze Aufmerksamkeit des Geistes verlangt, ist nur zu vergleichen mit derjenigen einer körperlichen Verletzung oder der sexuellen Gier. Ihnen allen ist gemein, dass in kaum einen Moment des Tages die geistige Aufmerksamkeit von diesen, dem physischen Körper geschuldeten Phänomenen abrücken kann.

Niemand ist dagegen gefeilt. Vom Sexualtrieb können wir uns durch Enthaltsamkeit entwöhnen, ihn nahezu einschlafen lassen. Der Körper folgt dem Geist. Selbst schmerzende physische Verletzungen können wir weitgehend ignorieren, wenn der Fokus unseres Interesses auf einen ihn fesselnden Gegenstand trifft. Nicht aber den Hunger. Von der per se negativen Natur dem Menschen eingepflanzt ist er der Schlüssel zum Erhalt einer Art - wenngleich das Individuum der Natur völlig gleichgültig ist. "Die Natur ist niemals grausam", sagt Ralph Waldo Emerson, der große amerikanische Philosoph des neunzehnten Jahrhunderts. Aber sie tut alles, um den Erhalt der Gattungen zu gewährleisten. Und damit sich selbst, ergänzt Schopenhauer.

Wenn wir also abnehmen wollen, haben wir es mit dem mächtigsten Gegner zu tun, den es im physischen Universum gibt. Es ist kein Kampf - wie oft angenommen - gegen sich selbst. Daher kann nur derjenige aus diesem Kampf als Gewinner hervorgehen, welcher in seinem geistigen Entwicklungsstand zum einen über der Natur steht, zum anderen seinen physischen Körper mit dessen Bedürfnissen respektiert. Denn ersteres versetzt uns in die Lage, den Zwängen dieses Lebenssystems zu entkommen, das Zweite lässt uns unser Vehikel dieses physischen Lebens sorgsam behandeln, auf dass es uns in diesem Leben optimal dienen, von Nutzen sein kann.

Magersüchtige haben dagegen anstelle der Nahrung 'keinerlei Weisheit mit Löffeln gefressen'. Sie sind verblendet von der Idee eines nach ihren verquerten Vorstellungen perfekten physischen Körpers. Diese Vorstellungen decken sich jedoch weder mit denen der zugegeben im Grundsatz negativen Natur, noch mit denjenigen einer höheren Geisteshaltung. Denn Magersucht ist durch den obsessiven Wunsch, den Körper zu formen, Ausdruck einer extremen Anhaftung an dieses Lebenssystem, zerstört jedoch zugleich dieses Vehikel des Geistes, so dass der Körper dem Magersüchtigen nicht mehr von Nutzen sein kann.

Niemand ist grundlos in diesem Lebenssystem, ein jeder trägt eine Verantwortung für den geliehenen physischen Körper. Aber gegen das Vorhaben, sich mit der Natur einmal anzulegen, um den Körper funktionsfähig zu erhalten, ist absolut nichts einzuwenden.




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Dienstag, Januar 22, 2008

NZ versus SZ - Oder können Kontinente sinken?

Der Journalist Axel Bojanowski hat in einen Artikel der Süddeutschen Zeitung (03/2008, Titel: 'Stillstand auf Erden') eine abenteuerliche These aufgestellt: Würden die Kontinente sich nicht in einer beweglichen Erdkruste befinden, wären sie 'längst im Meer versunken'. Nur vergaß er zu bedenken, dass Kontinente gewöhnlich nicht auf Wasser schwimmen, sondern auf Magma, also flüssigen Gestein. Und sie schwimmen auf diesem, weil sich durch Abkühlung eine Kruste gebildet hat - dieses sind die Kontinente. Zwar können diese durch tektonische Bewegungen unter andere Kontinente geschoben werden, doch steigt an anderer Stelle wieder Magma auf , kühlt ab und ergänzt vorhandene Kontinente.

Nächste Theorie - hierfür bezieht sich der Autor auf die Geophysiker Paul Silver und Mark Behn aus den USA: Es drohe ein Ende der Bewegungen, wenn sich die Kontinente zu einen Superkontinent vereinigen würden. Doch vergaßen sowohl die US-amerikanischen Geophysiker als auch Bojanowski zu bedenken, dass hierzu mit diesen Stop ein Ende der Erdrotation einhergehen müsste. Denn diese hat die Platten dereinst aus einen Ur-Superkontinent herausgelöst und wird auch weiter als Antrieb wirken. Stellen Sie sich die Kontinente vor wie die Haut auf dem abkühlenden Pudding - wenn Sie den Topf schwenken, in Bewegung bringen, kommt auch die Haut irgendwann in Schwung.

Nächste Idee: Der Sog der versinkenden Platten treibe die Bewegung aller Platten an. Das ist nun völlig absurd - denn: Die Platten bewegen sich nicht, weil sie versinken, sondern sie versinken gegebenenfalls beim Zusammenstoß mit einen anderen Kontinent, weil sie sich - angetrieben durch die Erdrotation - bewegen.

Noch eine These: Der Pazifik könne dereinst 'komplett im Erdinnern verschwunden sein', was zu einen Stillstand der Kontinente führe. Dies schmerzt den Grundschulabsolventen sehr, denn: Würde er im Erdinnern verschwinden, verschwände sämtliches Wasser der Weltmeere. Und was passiert, wenn man Wasser in flüssiges Magma kippt? Es verdunstet. Zur Klarstellung: In die Luft und nicht in das flüssige Magma. Die Verdunstung würde zu vermehrten Regen führen, was den Pegel der Weltmeere ziemlich konstant halten dürfte. Und was ist mit dem angedeuteten Stillstand? Siehe oben.

Was lehrt uns all das? Die US-amerikanischen Schulen und Universitäten sind schlechter als ihr Ruf. Und Journalismus ist ein schwieriges Geschäft.

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