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Samstag, März 17, 2007

Stromverbrauch ohne Ende?

Ich habe ein Auto, das säuft. Damit kann mein Portemonnaie leben, denn ich bewege mich kaum aus dem kleinen Dreieck meiner Welt hinaus. Doch ich habe auch fünf Rechner im Haus, welche den Strom saufen wie Kamele das Wasser, den Zähler im Keller ins Schwitzen bringen. Im letzten Abrechnungsjahr lag unser Verbrauch mit etwa 10500 KW/h auf dem Niveau eines mittelständischen Betriebes - der von den E-Werken genannte Referenzwert beträgt für unsere Haushaltsgröße lediglich 4000 KW/h. In Kürze wird uns unser Stromversorger mit Weihnachtsgrußkarten und Bonusmeilen bedenken. Was tun?

Ich habe schon vor zwei Jahren sämtliche Leuchten auf Energiesparlampen umgerüstet. Selbst die Standbye-Geräte werden seit gut einem Jahr nach Gebrauch ausgeschaltet - entweder am Gerät oder über Funksteckdosen. Einen sechsten Rechner löste ich auf, indem dessen Funktionen von einem anderen übernommen wurden [siehe Blogbeitrag: 'Simsalabim - aus zwei (Rechnern) mach' eins' ]. Doch scheint der Verbrauch der verbliebenen Computer so dominant zu sein, dass all dies nur wenig einbringt - etwa 26 Euro Ersparnis im Monat. Jede der Kisten saugt je nach Belastung zwischen 180 und 400 Watt pro Stunde aus der Leitung. Da kann ich jedes Zimmer hell erleuchten, die paar 7 oder 11 Watt-Energiesparlampen fallen nicht mehr ins Gewicht.

Doch ein Licht am Horizont gibt es noch. Ich habe über ein Verbrauchsmessgerät entdeckt, dass
  • nur vorn am Netzschalter abgeschaltete oder in den Ruhezustand versetzte Rechner noch 22 Watt (Rechner 1) und 17 Watt (Rechner 2) verbrauchen.
  • der Scanner unbenutzt 13 Watt verbraucht
  • die externe Festplatte 18 Watt Strom zieht
  • unsere TFT-Monitore keinen Ruhestrom saugen
  • selbst am hinteren Netzteil ausgeschaltet ein Rechner noch siebzehn Watt je Stunde (Rechner 1) verbraucht.
Diesen 'Ruheverbrauch' multipliziert mit unseren fünf Rechnern ergibt etwa 120 Watt Grundverbrauch ohne jeden Nutzen in jeder Stunde des Tages. Damit könnten wir schon einen kleinen Raum beheizen oder den Rasen hinter dem Haus in Halogen-Flutlicht tauchen. Weitere 22 Watt Stundenverbrauch für den Fritzbox DSL-Router, zwei Telefon-Netzteile und einen weiterer Hub bleiben unberücksichtigt - diese Geräte werden ganztägig gebraucht.


Hier ist meine zweiteilige Lösung:


1. Hardwareseitig:
Die Rechner samt Monitore, Druckern, Scannern, DVB-T Antennen und externen Laufwerken trennen wir fortan über Funksteckdosen oder abschaltbare Steckdosenleisten aus dem Baumarkt komplett vom Netz, sobald sie nicht benutzt werden. Und sie werden ausgeschaltet bei der kleinen Mahlzeit oder dem kleinen Einkauf zwischendurch, wo sie sonst weiterliefen. So müsste es möglich sein, die Drehscheibe des Stromzählers gelegentlich zum Stehen zu bekommen - wenn der Kühlschrank gerade mal nicht kühlt. Optimal wäre der Umstieg auf schon vom Hause aus energiesparenden Notebooks, an denen die Terrabyte vorhandener Festplatten nur bei Bedarf als externe Laufwerke angehängt werden. Doch würde die Amortisation dieser Hardwarekosten vermutlich länger dauern als die Notebooks halten. Noch ein Tipp: Lassen Sie bei eingeschalteter Steckdosenleiste/Funksteckdose eine 5 oder 7 Watt-Lampe mitbrennen. Das kostet gemessen am Verbrauch der Hardware kaum Strom, erinnert jedoch zuverlässig an das Abschalten. Ich jedenfalls würde es häufiger vergessen.

2. Softwareseitig:
Wenn Sie den Ruhezustand als Standard beim Druck auf den Ein/Aus-Schalter eingerichtet haben, lohnt auch das Abschalten für wenige Minuten zwischendurch. Auf Wunsch begibt sich der Rechner gar nach einer von Ihnen zu wählenden Zeitspanne der Untätigkeit von selbst in den Ruhezustand Achtung: Angehängte externe Festplatten müssen zuvor manuell vom Rechner oder vom Netz getrennt werden, sonst begibt sich dieser nicht in den Ruhezustand. Und das gelegentliche vollständige Herunterfahren des Systems erfolgt oft erst nach einer zweimaligen(!) Anwahl von 'START/AUSSCHALTEN/AUSSCHALTEN'.
Nach dem Wiedereinschalten ist Ihre Arbeitsumgebung wie zuvor komplett vorhanden und Sie können an gleicher Stelle weiterarbeiten.
  1. Vorgehensweise: Unter 'START/SYSTEMSTEUERUNG/ENERGIEOPTIONEN/ERWEITERT/RUHEZUSTAND AKTIVIEREN' ein Häkchen setzen und unter 'START/SYSTEMSTEUERUNG/ENERGIEOPTIONEN/ERWEITERT' unter 'Beim Drücken des Netzschalters am Computer' den Auswahlpunkt 'In den Ruhezustand wechseln' auswählen. Zusätzlich zur Vermeidung einer Passwortabfrage beim Aufwecken unter 'START/SYSTEMSTEUERUNG/ENERGIEOPTIONEN/ERWEITERT' vor 'Kennwort bei Aktivierung aus dem Standbyemodus anfordern' den Haken entfernen.
  2. Wenn Sie die Firewall Zonealarm nutzen, müssen Sie zudem die DHCP und die DNS-Adresse des DSL-Routers als 'trusted zone', als 'sichere Zone' einrichten. Sonst hätten Sie nach dem Hochfahren aus dem Ruhezustand häufig kein Internet/DSL. So geht's: Erkunden Sie zunächst diese Adressen. Gehen Sie auf 'START/PROGRAMME/ZUBEHÖR/EINGABEAUFFORDERUNG'. Geben Sie in dem DOS-Fenster in der Kommandozeile 'ipconfig /all' ein. In dem angezeigten Ergebnis finden sich weiter unten die DNS- und die DHCP-Server Adressen des Routers. Bei der FritzBox ist dies nur eine - es können jedoch auch mehrere sein. Jetzt gehen Sie in Zonealarm in 'FIREWALL/ZONEN/HINZUFÜGEN/IP-ADRESSE' und geben hierüber nacheinander die gefundenen IP-Adressen vom DNS- und DHCP-Server ein. Zuletzt bestätigen Sie dies mit Klick auf 'ÜBERNEHMEN'. Jetzt muss nur noch unter 'FIREWALL/GRUNDEINSTELLUNGEN' der untere Schieberegler 'Sicherheit für die Sichere Zone' in Mittelstellung gebracht werden - auf 'HOCH' gäbe es nach dem Aufwachen aus dem Ruhezustand ebenfalls keine Verbindung zum Internet. Und wirklich zu guter Letzt muss noch unter 'PROGRAMMEINSTELLUNGEN/GRUNDEINSTELLUNGEN' die automatische Internetsperre deaktiviert werden - sonst läuft nach dem Ruhezustand nix mehr. War doch einfach, oder?

Das war's. So funktioniert es meistens - das Einrichten des Ruhezustand kann jedoch auch schiefgehen, wie ich es im Beitrag 'Vorsicht bei Aktivierung des Ruhezustands unter WindowsXP' beschrieb. Deshalb ist es ratsam, zuvor unter 'START/PROGRAMME/ZUBEHÖR/SYSTEMPROGRAMME/SYSTEMWIEDERHERSTELLUNG' einen neuen Systemwiederherstellungspunkt zu setzen, um es notfalls leicht restaurieren zu können.


PS. Das beispielsweise das Mainboard selbst beim vollständig heruntergefahrenen Rechner noch unter Strom steht, können Sie an ihrem Hub erkennen: Die Netzwerkkarte liefert kontinuierlich ein Signal an den Hub - dessen Diode leuchtet.

Nachtrag aus August 2007: Wenn Sie so verwegen sind, später einmal einen neuen Speicherriegel nachrüsten zu wollen, dann lesen Sie besser gleich meinen Post 'Neuer Speicherriegel stört Ruhezustandsfunktion des PC'.


(!! WEGEN ABMAHNUNGEN WERDEN HERSTELLER UND PROGRAMMBEZEICHNUNGEN NICHT MEHR NAMENTLICH GENANNT !!)

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Donnerstag, September 28, 2006

Simsalabim - aus zwei (Rechnern) mach' eins

Ich hatte die folgende geniale Überlegung:
Ein Rechner verbraucht im Betrieb etwa 500 Watt, zwei Rechner etwa 1000. Das ließe sich halbieren, wenn ich beide - die nach meinem Umzug vor zwei Jahren sowieso nebeneinander stehen - zu einem Rechner zusammenführte. Es handelt sich dabei um meinen allseits bekannten 'Medienrechner' mit Filmen und Musik, der an den Fernseher angeschlossen ist und meinen 'Arbeitsrechner', auf dem ich TV-Sendungen aufnehme, mehr schlecht als brauchbar programmiere und u.a. Blogeinträge verfasse. Dieser neue 'Superrechner' sollte also nicht nur sechs Festplatten, ein DVD-Laufwerk und einen Brenner aufnehmen, sondern auch zwei Video-Signale in verschiedenen Auflösungen an TFT-Monitor und Fernseher - ein antiquiertes Röhrengerät aus dem letzten Jahrtausend - senden. Eigentlich relativ einfach.

Das attraktivere Gehäuse des Medienrechners motivierte mich, diesen und dessen Mainboard und Grafikkarte gleich mit als Basis für die Zusammenführung zu nehmen. Zum Testen habe ich zunächst beide Bildschirme an die Elsa™-Grafikkarte des Medienrechners angeschlossen. Beide Signale waren in hoher Auflösung 1280x1024, was auf dem Fernseher zu einer abgeschnittenen Darstellung führte. Denn der 4:1-Fernseher kann nur 640x480 oder maximal 800x600 Bildpunkte darstellen.

Das Einbauen der Laufwerke war unproblematisch, weil im Medienrechner bereits ein einem ausgeschlachteten alten Rechner entnommenes Festplatten-Chassis unten lose eingelegt war. Dieses nahm die beiden Festplatten aus dem Arbeitsrechner auf. Allerdings tauschte ich die Bootlaufwerke, weil auf dem Arbeitsrechner unzählige Programme, Tools und die DVB-T Software installiert waren. Die liefen perfekt - und eine Neuinstallation wollte ich unbedingt vermeiden.

Unter Windows98™ war ein derartiger Tausch der Hardware meist problemlos möglich, das Betriebssystem forderte über die Installations-CD beim ersten Hochfahren lediglich alle neuen Treiber an, die es brauchte - und das war's. WindowsXP™ dagegen zickt - es hasst Umzüge und straft derartige Ansinnen mit einem tiefblauen Bildschirm voller Gemecker.

Also entschied ich mich für eine Neuinstallation - praktischerweise auf einer fast leeren HDD. Folgende Probleme traten auf:


    DVB-T ohne oder mit flackerndem Bild
    War dieser nicht behebbare Fehler nicht der Grund, weshalb ich die DVB-T Karte seinerzeit aus dem Medienrechner in den Arbeitsrechner umsetzte? So war's. Mein Verdacht fällt auf die steinalte AGP-Grafikkarte, die möglicherweise nicht in der Lage ist, neuere DirectX-Befehle zu verarbeiten. Der Tausch der älteren Elsa™ auf die jüngere ATI™ klappte - dies ist nicht selbstverständlich angesichts des Spannungs- und Sockel-Wirrwarrs bei AGP-Karten. Nur bekam ich zunächst das 'Control-Center' der Grafikkarten-Software nicht installiert. Hierfür war - so ein kleiner Hinweis auf der Herstellerseite - das 'Microsoft Framework™' Voraussetzung. Und für dieses wiederum, so zeigte sich bei dessen Installation, war der Microsoft 'Windows Installer™' ab Version 3.0 Vorraussetzung. Diese Zusammenhänge hätte ATI™ auch als Hinweis in seinem Setup-Programm anzeigen können. Doch ATI™ ist nicht FRITZ™ - wenigstens war die Beschaffung der Software über Google™ problemlos. Eine Gedenksekunde länger brauchte ich, um herauszubekommen, dass die DVB-T-Fernsehsoftware DirectX™ ab Version 9.0 brauchte, um überhaupt irgend etwas zu tun, und sei es nur das Suchen von Sendern.

    Wo sind meine Emails?
    Outlook-Express™ ist wirklich zu dämlich programmiert. Da gibt es einen Import-Assistenten, mit dem ich in den vergangenen Jahren erst in einem von etwa einem halben duzend Malen und auch eher zufällig klargekommen war. Über ihn können Emails aus anderen Mailprogrammen eingebunden werden. Doch ist diese Funktion nicht in der Lage, ein Laufwerk selbstständig nach Datendateien zu durchsuchen. Offenbar hängen Microsoft-Programmierer nicht sonderlich an ihren Emails. Denn das Auffinden einer solchen Quelle ist zeitaufwendig. Meist ist es die Datei Outlook.pst, in der die Mails gespeichert sind. Aber nicht immer. Und das bringt Spannung in das öde Einrichten. Denn warum sollten sich auch sämtliche gespeicherten Emails, Programm- und Kontoeinstellungen per Mausklick übertragen lassen?
    Tipp: Am besten kopiert man den kompletten Ordner 'Dokumente und Einstellungen' vom alten Hauptlaufwerk auf das neue. Nach dem 'blinden' Kopieren von 'c:/Dokumente und Einstellungen' in das neue Hauptlaufwerk sind die Outlook-Express Ordner mit den Mails bereits da - und zwar im Ordner 'Windows 2000 /XP': 'c:\Dokumente und Einstellungen\\Lokale Einstellungen\Anwendungsdaten\Identities\{Code}\Microsoft\Outlook Express'. Schauen Sie in den tiefsten Ordner hinein - enthält er die Ordnerstruktur Ihrer bisherigen Mailablage in Outlook-Express. Dann kopieren Sie dessen Inhalt einfach in das zweite Verzeichnis '{Code}\Microsoft\Outlook Express', welches mit der Neu-Installation von Outlook-Express angelegt wurde. Denn nur darin sucht das Mailprogramm nach Daten. Nach der Neuinstallation bereits abgerufene Emails gehen dabei jedoch unwiederbringlich verloren - Sie können diese vorher nur einzeln aufrufen und dann über 'Datei/Speichern unter...' auf der Festplatte separat ablegen..

    Ich mag Microsofts MSNâ„¢ nicht
    Ich schwöre, bei jedem Aufruf des MS Internet Explorers™ werde ich entführt - auf Microsofts MSN™-Seite. Obwohl ich schon diverse Male über 'Extras/Internetoptionen' die Startseite geändert habe. Da gab's einen Trick, nur fällt mir der gerade nicht ein.
    Nachtrag: Nach der kurz darauf beim zweiten Arbeitsrechner fälligen Neuinstallation trat dieses Phänomen nicht auf. Ich vermute eine Infizierung durch Microsofts MSN-Portal beim ersten Aufruf des MS Internet-Explorers, als die Firewall noch nicht eingerichtet war.

    ATI™ zwingt den Fernseher zum primären Monitor...
    ...und lässt beim Hochfahren den sekundären TFT-Bildschirm dunkel. Das ist dann ein Problem, wenn Sie in das BIOS oder über die Taste die erweiterten Startoptionen von WindowsXP™ wollen. Vielleicht wäre das zu korrigieren, wenn mich ATI™ in seine Software 'Control Center' lassen würde. Doch nach dem Erscheinen des Logos hängt sich dieselbe auf. Oder meldet gelegentlich nach dem Hochfahren, dass ich keine Erlaubnis hätte, dieses aufzurufen und den System-Administrator fragen solle. Das ich auf dem Fernseher überhaupt etwas sehe, verdanke ich meinem detektivischen Spürsinn, welcher im ATI™-Programmordner die Tools 'Toggle.exe' und 'Wizard.exe' aufspürte. Die in 'Systemsteuerung/Anzeige' einstellbaren Modi zum Twin-Viewing, zum Betreiben mehrerer Monitore, beschränken sich dagegen nur auf das Aktivieren desselben und Anzeigen des Desktop-Hintergrundes auf dem zweiten Bildschirm.

    Die folgenden Sichworte sollten bei der Einstellung helfen: Im Wizard (C:\Programme\ATI Technologies\ATI.ACE\wizard.exe) unter 'Standard-TV' und 'Analog Monitor' jeweils ein Häkchen, im nächsten Fenster 'Clone (Presentation) Mode' wählen. Im Control-Center, welches sich nur einmal nach dem Neustart laden läßt, 'View/Advanced View' wählen, dann unter 'View/Display Manager' das Monitor-Symbol unter 'Main' hinbekommen und das TV-Symbol unter 'Clone' ggf. durch rechte Maustaste auf eines der Bilder und 'Swap display mapping' auswählen. Dann noch zu guter Letzt unter 'View/Video/Theater mode' 'Theater mode' und 'Scale to full screen' sowie das Fernseher-Format auswählen. Endlich fertig!

    Nachtrag: Jetzt - zwei Tage später - komme ich problemlos in das 'Control Center'. Zwar ist das Einstellen beider Bildschirme hierüber trickreich und von üblen Fallen wie beispielsweise zwei schwarzen Bildschirmen begleitet, woraus mich nur der Restknopf rettete - aber nun geht's. Der Fernseher bekommt Filmsignale im 'Theatermodus', d.h. dort erscheint stets der Film als Vollbild, wogegen auf dem TFT irgend eine andere Anwendung im Vordergrund sein kann. Einfach genial, wenn's denn erreicht ist. Sollte ich jedoch gezwungen sein, diese Einstellung auf einem neuen System zu reproduzieren, wäre ich genauso ratlos zu zuvor.

Alles in allem habe ich es innerhalb eines Tages geschafft, dass die wichtigsten Programme wieder laufen. Und ganz ohne Datenverlust. Das Leben ist schön.


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Mittwoch, Dezember 14, 2005

Mal eben das Mainboard tauschen - ein Drama über 5 Tage

Wie schon in früheren Posts vermeldet, neigt unser "Medienrechner" mit den inzwischen 5 Festplatten (120+120+300+300+300GB) zu Startschwierigkeiten. Ich habe mich längst daran gewöhnt, doch diesesmal will er gar nicht mehr anspringen - nachdem ich ihn zuletzt mit dem Abschalten des Netzteils "heruntergefahren" habe.

Also muss ein anderes Mainboard her. Und weil unserem dritter Rechner mit einer AMD 1600+ CPU bei dem häufigen Scannen via USB stets die Puste ausgeht, kriegt der eine Intel Celeron D 2800 Mhz-CPU mit einem ASUS-Mainboard P5P800 und noch etwas von dem guten alten DDR1-Hauptspeicher. Warum nichts neueres mit DDR2-RAM usw.? Weil ich dann auch noch eine neue PCIE-Grafikkarte (PCI-Express) bräuchte - so kann ich die alte AGP-8x und den alten Speicherbaustein weiterverwenden. Ein Beitrag zur Kostendämpfung. Doch EUR 220,- kostet es auch bei meinen Händler noch.

Das hier ausrangierte Mainboard wandert in den Medienrechner. Ich werde hier über Nachträge berichten, ob alles klappte und warum nicht:

Tag 1 - Das Grauen nimmt seinen Lauf:
Die Teile waren schnell besorgt, doch schon beim Auspacken des Mainboards stellte sich heraus, dass es gebraucht war, schon einmal irgendwo eingebaut und zudem Teile fehlten. Also zurück zum Händler. Dort ein anstandsloser Umtausch und zurück nach Hause, einbauen. Doch - welch Überraschung -, der Mainboard-Stecker des Netzteiles ist zu klein. Also zurück zum Händler und einen Adapter gekauft. Kostete nur etwa fünf Euro, also nicht so schlimm. Zurück nach Hause. Alles eingebaut, wobei mir der fragile Federmechanismus der CPU-Befestigung zu schaffen machte: Rastet man eine Seite ein, springt die andere wieder heraus. Und das Mainboard wird dabei schön durchgewalkt. Doch das ist alles sicher Stand der Technik.

Nach dem Zusammenstöpseln aller Leitungen ein erstes Einschalten des Rechners - und kein Bild. Ich nehme eine andere AGP-Grafikkarte und immer noch kein Bild. In der Anleitung zum Mainboard steht, dass 3,3 Volt AGP-Karten nicht unterstützt werden. Ich las alles auf den beiden Karten - auch das Kleingedruckte -, doch nirgends steht etwas über deren Betriebsspannung. Zurück zum Händler. Der wirklich kompetente (nicht nur heute, schon seit Jahren) Mitarbeiter der Service-Abteilung brachte mir bei, dass bei neueren Mainboards die Grafikkarte eine eigene Stromversorgung vom Netzteil bekommt. Er steckte das Kabel ein und prüfte gleich noch meinen gesamten Einbau mit Probelauf. Die Federhalter der CPU waren nicht fest genug - auch der Profi brauchte einige Zeit, um alle vier Kunststoff-Füße fest einzurasten. Hier und da noch ein Tipp und wieder nach Hause.

Jetzt lief die Kiste, doch erschien beim Hochfahren von Windows ein blue screen: WindowsXP kam mit der neuen Hardware nicht klar, forderte nicht - wie Windows98 - einfach nur neue Treiber an, sondern verweigerte jeden Dienst. Ich versuchte es mit der Installations-CD und der Reparaturfunktion, doch die verlangte gnadenlos die Eingabe eines Administrator-Kennwortes, das es in dieser letzten Installation nicht gab. Ich habe für alle meine Rechner kein Administrator-Kennwort vergeben, weil sie so ohne dessen Abfrage hochfahren. Mache ich hier jedoch keine Eingabe und drücke 'RETURN', fliege ich aus dem Setup raus und lande auf einer längst verloren geglaubten DOS-Ebene.

Also musste ich XP neu installieren. Doch einfach drüber installieren - über die vorhandene XP-Installation unter Beibehaltung der Einstellungen - ist nicht. Denn die Festplatte hatte nur wenig freien Speicher und das XP-Setup will in jedem Fall Platz haben für eine vollständige neue Installation. Doch wie löscht man etwas auf der Festplatte, die nicht startet. Mit einer XP-Installations-CD, welche keine DOS-Ebene mehr anbietet? Antwort: Es geht nicht. Ich behalf mich mit der alten Windows98 Installations-CD. Dort wird beim Start die DOS-Ebene angeboten, und so kann man wenigstens manuell über den Befehl "DEL *.*" den Inhalt von Verzeichnissen löschen. Sofern die Festplatten mit FAT32 formatiert sind. Zwischen den Verzeichnissen bewegt man sich übrigens mit "CD VERZEICHNISNAME" und "CD..". Da ich keine meiner Daten löschen wollte, löschte ich auf diese umständliche Art die alten XP-Systemverzeichnisse. Und fing an, WindowsXP neu zu installieren. Das klappte, doch hinterher waren alle Outlook-Daten weg, Mails und die Kontoeinstellungen sowieso. Warum die Mails verschwunden sind, ist mir schleierhaft, denn deren Datendatei liegt eigentlich außerhalb des Systemverzeichnisses, unter 'Dokumente und Einstellungen'. Hat das XP-Setup diese freundlicherweise gelöscht?

Das war nur der erste Rechner, den es einzurichten galt, und wenn ich zu dem Zeitpunkt dachte, es könnte nicht schlimmer kommen, dann hatte ich mich geirrt. Das alte Mainboard des ersten Rechners wanderte nun in den defekten Medien-Rechner. Hier lagen auf 1,2 Terrabyte (ca. 1200 Gigabyte) Spielfilme, private Familienvideos, Reportagen und Musik ohne Ende. Der Umbau und natürlich auch hier notwendige Neuinstallation liefen problemlos - doch hätte ich auf die Frage des XP-Setups, ob denn die Festplatten von dem alten FAT32 auf das neuere NFTS-Dateisystem umgestellt werden sollen, besser 'nein' geantwortet. Mir war bekannt, dass diese Umwandlung auch jederzeit nachträglich ohne Datenverlust gemacht werden kann. Also warum nicht gleich, zumal ich unter FAT32 schon einige Probleme mit Datensalat auf diesem Rechner hatte (siehe Blog-Einträge 'Programmfehler oder Virus', 'Programmfehler oder Virus II', 'Und zum Nachtisch Filmsalat').

Zur Auswahl standen die Optionen:

  • Alle Partitionen auf NFTS umstellen und formatieren,
  • oder nur auf NFTS umstellen.
Ich wählte letzteres.

Die Installation war bald darauf abgeschlossen. Es gab nur einen Schönheitsfehler: Nur das Hauptlaufwerk 'C' ist ohne jeden Datenverlust umgewandelt worden, die fünf anderen Festplatten dagegen waren nicht nur ohne Daten - bei jedem Zugriff kam der Hinweis, dass diese Laufwerke noch formatiert werden müssten. So waren alle Festplatteninhalte einschließlich deren Backups mit Ausnahme des Laufwerks 'C' in das Bill-Gates-Datennirvana entschwunden.Und ich? Ich gehe jetzt in den Keller, um ein bisschen zu weinen.

Tag 2 - Morgendämmerung:
Dies ist der Tag des Installierens, des CD-Jonglierens, des Wunderns und Rätselns. Ich habe stundenlang erst den 2800er ASUS-Rechner eingerichtet, wobei - wen verwunderts - sich die zickige alte DVB-T Karte unter dem neuem WindowsXP nicht installieren ließ (Siehe auch: 'DVB-T Karte und Bill treiben es bunt'). Dann kam der zu restaurierende Medien-Rechner dran. Viel war nicht mehr übrig. Anfangs wurden nach dem Booten sogar noch alle fünf Festplatten angezeigt, gegen Abend dann nur noch die drei formatierten, fertig eingerichteten. Warum? Ich weiß es nicht und werde wohl auch nicht mehr drauf kommen.

Outlook zum Leben zu erwecken ist interessant. Meine ganzen Mails, in diversen Outlookordnern fein säuberlich sortiert, wollen nicht ins neu installierte Outlook rein - weder über Importfunktionen, noch durch das Hineinkopieren in die entsprechenden Verzeichnisse. Lediglich das Adressbuch konnte ich noch übernehmen.

Noch übler war, dass die neuere DVB-T Fernsehkarte hier auch nicht erkannt wurde. Das heißt, erkannt wurde sie zunächst, doch die hierzu gehörige Software fand das Gerät nicht. Also habe ich - wie aus Win98 Zeiten wohlvertraut -, die Karte ausgebaut, 2x gebootet und dann wieder eingebaut. Danach war sie ist wieder da, doch ließen sich die Treiber auch jetzt nicht installieren; stets brach der Versuch mit einer Fehlermeldung ab.

Ich bin müde, geschafft, mag nicht mehr. Will nur noch Musik hören, rufe auf eben diesen Rechner eine Titelliste auf, um mich berieseln zu lassen. Doch so einfach geht das nicht. Die von WindowsXP mitgelieferte Version des Windows Mediaplayers kennt noch keine Titellisten. Also weiter im Text, noch schnell den Medaplayer 10 installiert. Jetzt spielt er die Liste zwar ab, aber ohne dass die Videos gezeigt werden. Denn: Ich habe die Codecs noch nicht installiert.

Lieber Bill, ich mag zwar viel falsch gemacht haben, aber deine Software hat den Gipfel der programmiertechnischen Evolution noch nicht erreicht.

Gute Nacht.

Tag 3 - Mittags heiter bis wolkig, stellenweise Regen:
Nachdem die beiden letzten Tage jeweils etwa dreizehn Stunden Arbeit verschlangen, ließ ich es heute ruhiger angehen. Ich konzentrierte mich auf das 'zum Laufen bringen' der DVB-T Karte, was misslang. Nach der Neuinstallation des Betriebssystems meldete WindowsXP die Karte als korrekt installiert - nur die zur Karte gehörige Anwendung fand dieselbe nicht. Also habe ich die Karte ausgebaut, 2x gebootet und wieder eingebaut. WindowsXP erkannte sie und wollte die Treiber-CD - doch fand darauf die Treiber nicht, selbst als ich den korrekten Pfad auf der CD vorgab. Ich habe nun eine Mail an den Hersteller-Support geschrieben. Mal schauen, wie lange ich auf eine Antwort warten darf und ob sie das Problem löst.

Eine andere Baustelle war heute das Zurückkopieren der noch übrig gebliebenen Daten. Kein Problem, sollte man meinen, wenn sich diese blöden Rechner im Netzwerk bloß auf Anhieb finden würden. Schalte ich einen ein, dauert es gut zehn Minuten, bis er andere findet oder selbst gefunden werden kann. Das ist schwach, nach 13 Jahren Windows-Entwicklungszeit. Wenn einer eingeschaltet wird, sollten sich die Dinger sofort 'sehen' können und aufeinander zugreifen, wenn dann die entsprechenden Freigaben erteilt sind.

Überhaupt das Hochfahren. Ich hatte schon vor 10 Jahren ein Acer-Notebook, das beim Ausschalten den Hauptspeicherinhalt auf die Festplatte ratterte und nach dem Einschalten denselben wieder einlas. Das dauerte bloß Sekunden und funktionierte. Warum können die ach so tollen heutigen Rechner das nicht in der Grundeinstellung? Weil wir dann mit den Kisten Spaß haben könnten?

Während des Kopierens fiel dann nur einmal die Bildschirmdarstellung des Medienrechners aus - aber das war es schon. Der Rechner schrieb trotzdem fleißig Daten auf seine riesigen leeren Festplatten, also war das auch egal.

Tag 4 - Es dauert wohl noch ein bisschen:
Ich habe von den noch übrig gebliebenen Daten rund zehn Stunden zurückgesichert. Doch nun stellte ich fest, dass alle vier mit NFTS neu formatierten Festplatten nur 127 GB Kapazität hatten - anstelle von 300 GB. Ursache war der veraltete separate PCI-Kontroller, an dem vier zusätzliche Festplatten an 2 Strängen angeschlossen waren.

WindowsXP kann nicht mehr Gigabyte partionieren, als das BIOS des Festplatten-Controllers erkennt, respektive verwalten kann. Also versuchte ich, ohne den PCI-Kontroller jede einzelne Festplatte - außer derjenigen mit dem Hauptlaufwerk 'C' - mit FDISK partionieren und danach zu formatieren. Klar, das DOS-Tool FDISK gibt's nicht unter WindowsXP, aber ich habe ja noch die Windows98-CD. Doch musste ich aufpassen, nicht die Festplatte mit dem intakten Hauptlaufwerk zu bearbeiten. Sonst wären noch mehr Daten weg. FDISK zeigte das Laufwerk 'C' als einziges Laufwerk mit einem Laufwerksbuchstaben und sinnigerweise als letzte Festplatte an. Ich ließ diese also aus und partionierte die anderen neu. Dazu löschte ich unter FDISK zunächst die Nicht-DOS-Partition einer Festplatte, legte dann eine primäre DOS-Partition an. Als ich damit fertig war, erkannte ich, dass der Laufwerkbuchstabe unter FDISK falsch angezeigt worden ist. Und auch 'C' war nun gelöscht, partioniert, platt gemacht.

Sollten Sie einmal in genau dieser Verlegenheit sein, vergessen Sie FDISK. Man kann höchstens mit dem Befehl "FDISK /mbr" das Partition-Table der Festplatte neu schreiben, um Viren oder spezielle Verwaltungssoftware der Festplatten dort herauszubekommen. Ansonsten kann dies WindowsXP über die Funktion 'Partionieren' (über rechte Maustaste in "START/ SYSTEMSTEUERUNG/ VERWALTUNG/ COMPUTERVERWALTUNG/ DATENSPEICHER/ DATENTRGERVERWALTUNG" erreichbar) ausnahmsweise besser.

Was ich an Daten schon rüberkopiert hatte, hatte ich jedoch vorher auf eine der zu kleinen Festplatten gepackt - und diese abgehängt. Ein paar Daten zum Vernichten sind also noch da...

Tag 5 - Der Tiefpunkt und die Wende:
Als erstes fuhr ich erneut zu meinem Händler, um einen Controller zu kaufen, der auch Festplatten mit mehr als 130 und 200 Gigabyte Kapazität verwalten konnte. Ich nahm eine Promise Fasttrak TX2000 Ultra ATA/133 RAID Card. Erst Zuhause erst bemerkte ich, dass auch dieses Bauteil nicht Originalverpackt war. Beim ersten Hochfahren hing sich das System auf. Das mag daran gelegen haben, dass die angeschlossenen Laufwerke zu dem Zeitpunkt nicht partioniert waren. Ich schloss dann versuchsweise das Hauptlaufwerk 'C' an; jetzt hing sich das System nicht mehr auf, jedoch wurde die Festplatte vom Controller beim Hochfahren noch immer nicht gelistet. Also zurück zum Händler. In deren Testrechner funktionierte die Karte. Der Service-Mitarbeiter bat mich, mit dem Rechner zu kommen.

Zuhause wieder eingebaut listete die Karte beim Hochfahren brav alle Laufwerke auf - nur erschienen diese noch nicht im Microsoft Internet-Explorer, weil der Treiber auf der mitgelieferten CD nicht gefunden und installiert werden konnte. Es lag zwar noch eine Diskette bei, doch keiner unserer Rechner verfügt noch über ein Diskettenlaufwerk. Also zurück zum Händler. Der Mitarbeiter fand den Treiber nach einigen Suchen nicht auf der CD, sondern auf der Diskette. Er installierte ihn netterweise auch gleich und - die Karte funktionierte.

Das war die Wende. Nun gab es nur noch die Baustelle DVB-T Karte.

Tag 6 - Selbst schuld:
Die Lösung des letzten Problems: Ich habe die ohnehin für mich nicht installierbare ältere DVB-T Karte nicht aus dem Mainboard herausgenommen, als ich es in den Medienrechner einbaute. So wähnte ich später - schon völlig verwirrt - die einzig bei mir funktionierende neue DVB-T Karte darin (siehe Blog-Eintrag: 'DVB-T Karte zum Zweiten') und versuchte, dessen Treiber mit der Älteren zu verbinden. Das konnte nicht gehen.

Kurzum, die neuere TV-Karte war - wie schon nach dem Kauf - schnell eingerichtet und arbeitet. Ich dagegen mache erstmal Urlaub.

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Freitag, September 23, 2005

Rien ne vas plus

Zwei Wochen stand der Medien-Rechner mit seinen Filmen und den MP3's im temporären Ruhestand - sein Zimmer wurde renoviert. Dann folgte das Anschließen, Einschalten und Stille. Kein Lüfter lüftete, kein Lämpchen leuchtete, nix.

Was macht man da? Na klar, erstmal an der Zuleitung wackeln. Also Stecker aus dem Netzteil ziehen und wieder rein und nochmal raus und rein und - es zischte und Kurzschluß. Also, ab in den Keller und Sicherung wieder eingeschaltet. Das ging, obwohl das Netzkabel noch im Netzteil steckte. Nochmal dran gewackelt und Peng - wieder Kurzschluß. Ab in den Keller..., danach Zuleitung getauscht und - Peng, wieder Kurzschluß. Nochmal ab in den Keller..., und Netzteil getauscht und dann - nichts als Ruhe, Frieden, aber keine Harmonie. Jetzt zischelte zwar nichts mehr, aber dieses niegelnagelneue Netzteil löste das Problem nicht - es tut sich nichts...

Fortsetzung folgt.

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