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Dienstag, Juli 24, 2007

iPhone oder nicht?




Nach der ersten Hype über Apples eierlegende Wollmilchsau kehrt Ernüchterung in die Gemeinde der Handynutzer ein. Die Blogshäre raunt, das Smartphone von Apple könne zwar manches, aber nicht alles Wesentliche. Es sei zwar sehr teuer, biete dafür aber einen Knebelvertrag mit Bindung an nur einen Mobilfunkanbieter. Es würde extrem exklusiv sein, weil es kaum einer haben wolle. Aber das Beste: Es ist nicht zu haben. In der Zeitspanne, in der nun schon über dieses nicht käufliche Produkt geredet wird, verschwinden andere bereits wieder vom Markt.

Und das ist der Knackpunkt - die Konkurrenz schläft nicht. Und wenn Nokia & Co ihre Antwort präsentieren, kann Apple sein Produkt vermutlich einpacken. Das iPhone ist top designed und hat vor allem viele Extras nicht: Keine Zwischenablage, kein Empfang/Versand von MMS, ein Telefonbuch ohne Suchfunktion, einen Kalender ohne Wochenansicht, keine JAVA-Engine, keine Funkübertragung trotz Bluetooth. Ein Erweiterungsslot für Speicherkarten ist nicht vorhanden. Die integrierte Zwei-Megapixel-Digitalkamera kann nur Einzelbilder aufnehmen. MMS für Audio und Video wird nicht unterstützt. Da sich das iPhone nicht an den Bluetooth-Standard Advanced Audio Distribution Profile (A2DP) hält, ist eine Zusammenarbeit mit entsprechenden Bluetooth-Stereo-Geräten wie Kopfhörern und Autoradioschnittstellen anderer Hersteller nicht möglich. Es unterstützt keinen Breitbandzugang per UMTS oder HSDPA.

Die Konkurrenzprodukte werden vermutlich all dies haben - und billiger sowie sicherer sein. Denn schon kurz nach dem Verkaufsstart wurden zahlreiche Sicherheitslücken in der Software des iPhone entdeckt. Also abwarten und Tee trinken...

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Samstag, Mai 19, 2007

Der tägliche Wahnsinn Vol.4

Seit dem letzten 'Daily Error'-Post ging wieder so einiges an Kleinkram schief:
  • Sie besuchen eine Webseite. Die Seite ist schön gemacht, verspricht Hilfe in irgendeinem Bereich. Sie werden förmlich zur Kontaktaufnahme gedrungen. Ich habe kontaktiert und warte nunmehr seit vier Wochen auf eine Antwort. Ganz ehrlich, weitere vier Wochen warte ich noch, aber dann bin ich sauer.
  • Ich liebe den Ruhezustand. Nein, nicht nur meinen, auch den des Rechners. Er ist extrem praktisch. Neuerdings muss ich zwei- bis dreimal auf den Ausschalter drücken, bis er eingeleitet wird. Bahnt sich da etwas Interessantes an? [siehe Blogbeitrag: 'Stromverbrauch ohne Ende?']
  • Ich blogge bei Googles Blogger.com. Und wollte die neue 1&1-Blogfunktion meines Providers doch wenigstens mal anschauen. Und legte versuchsweise einen an. Und fortan war chinnow.net komplett lahmgelegt - jeder Aufruf der Haupt- oder einer Unterseite führte zu diesem leeren, noch nicht einmal fertig eingerichteten Blog. Ich bemerkte dies nur zufällig, als ich selbst etwas bei mir nachschauen wollte. Eigene Blogbeiträge mindern nämlich die negativen Auswirkungen von Amnesie und Vergesslichkeit. Jedenfalls war das Problem nur durch Löschen des 1&1-Blogs zu lösen. Auf meine Beschwerde sagte 1&1, dies sei immer so - für den 1&1-Blog müsse eben eine Domain oder eine Unterdomain bereitgestellt werden. Der Einrichtungsassistent verlor jedoch über diese Tatsache kein Wort. Das ist steinzeitlich. Ich warne Betreiber von gutgehenden Webseiten wie das Bundesinnenministerium ausdrücklich davor, einen Blog einzurichten.
  • Wo wir schon bei den Blogs sind: Der blog.buchbesprechungen enthält als Anfang eines jeden Posts einen Bilder-Link zum Online-Buchhändler Amazon.de. Es sollte nämlich der Buchtitel gezeigt werden. Sollte. Denn ein paar Stunden nach dem Hochladen des Blogs oder eines Posts ist dieser in einem IFrame eingebettete Link weg. Spurlos verschwunden. Auch im hochgeladenen Quelltext gelöscht. Mag sein, das dies aus Sicherheitsgründen durch Blogger.com passiert. Doch werde ich dies wohl nie erfahren, denn Blogger.com antwortet nicht auf so profane Anfragen oder Bitten um Unterstützung. Es gibt ein englischsprachiges Hilfeforum, in dem allerdings auch nur User Usern helfen. Und von diesem Problem hat keiner der Aktiven dort je etwas gehört. Sonst hätte doch mal einer geantwortet, oder? So etwas kostet Zeit.
  • Es gibt Menschen auf diesem blauen Planeten, die Sie nicht kennen. Aber die schicken Ihnen Mails. Nett, nicht wahr? Ich habe gut siebzehntausend Spammails in den letzten acht Monaten erhalten. Ich weiß das so genau, weil ich sie sammele. Manche sammeln Briefmarken oder Autos, und ich Spammails. Vielleicht werde ich dereinst das weltweit erste Spam-Museum eröffnen. Bis dahin erfreue ich mich daran, dass fast alle in Englisch sind und sich daher leicht aussortieren lassen.
  • "Mein Haus. Mein Auto. Mein Netzwerk." Sie kennen das: Wenn sich alte Freunde nach Jahren wiedersehen, werden Bilder gezückt. Das Photo meines Netzwerks zeigt einen kaputten 1GB MP3-Player als USB-Stick [siehe Blogbeitrag: 'Das Ende eines MP3-Players ']. Wenn wir zwischen Rechnern Daten zu übertragen haben, nehmen wir diesen Netzwerksersatz. Das kann er noch, auch wenn er nicht so aussieht. Denn bis ich beide Rechner in Freigaben und Firewalleinstellungen soweit habe, dass die Daten übertragen werden können, liege ich bei Nutzung des Sticks schon wieder in der Sonne.
  • Bis vor Kurzem hatte ich Skype installiert. Das Internettelefon. Doch Skype war zu dämlich, sich meine Logindaten länger als fünf Tage zu merken. Nun bin ich wieder ohne Computertelefon. Und vermisse nichts, weil mir das ziellose Geplapper in den 'SkypeCasts', den Liveunterhaltungen sowieso auf den Senkel ging. Anfangs war es noch ganz interessant, zu sehen, wie lange sich die Plauderer Störungen durch gestörte Kids gefallen lassen. Doch irgendwann wurden diese zu dem Highlight fast jeder Liveunterhaltung. Ich musste da raus.



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Samstag, Februar 17, 2007

Das Ende eines MP3-Players



Klicken für maximale Bildgröße

Das ist mein 512 MB MP3-Player. Nein, keine der schönen Neuerwerbungen, von denen ich bereits berichtete. Die waren Geschenke – aber der da oben ist meiner. Gut zwei Jahre lang leistete er mir treue Dienste, dann wurde er alt und senil – er schaltete sich aus, wenn er müde war und begann schließlich einzelne Lieder nach Gutdünken zu wiederholen.

Die Garantie war schon seit Wochen abgelaufen, so entschloss ich mich zu einer Reparatur. So verwegen sind nicht einmal die Hersteller, welche defekte Player dem Elektronik-Müll überantworten und statt dessen neue Ersatzgeräte herausrücken. Ich habe schon Bremsscheiben erneuert, Wasserleitungen verlegt und mit 360V Wechselstrom hantiert und dachte, ich würde auch so ein 1,5V Spielzeug wieder hinbekommen. Doch weit gefehlt. Nach dem behutsamen Öffnen mittels Spezialwerkzeug – meinem Schraubstock und einem Mini-Kreuzschraubenzieher – lag das Hightech-Innere nackt und verheißungsvoll vor mir. Ich drückte hier, wackelte da und hoffte auf Eingebungen, die jedoch ausblieben. Stattdessen wunderte ich mich, dass dieses bisschen Elektronik nicht schon vor Jahren in Handys und Kaffeemaschinen implementiert worden war. Und dass Neuwagen ohne eine solche ausgeliefert werden erscheint mir als schlechter Scherz.

Sie sehen, ich lenke von meiner eigenen Unfähigkeit ab. Natürlich habe ich es nicht richten können, ich fand noch nicht mal den Speicherchip, auf welchem die Lieder oder Daten abgelegt sind. Aber ich machte eine andere wertvolle Entdeckung: Ich fand die Makro-Einstellung meiner Kamera, welche mir sonst auf ewig verborgen geblieben wäre. Nur dumm, dass nach diesen Aufnahmen der Blitz dauerhaft ausgeschaltet blieb. Aber ich kann die Kamera ja mal aufmachen...

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Dienstag, Januar 02, 2007

Neues vom Schrottplatz?

Stellen Sie sich einmal vor, da bringt ein beliebiger Hersteller einen weiteren MP3-Player auf den Markt. Und dieses Ding läuft nur mit einer einzigen, ganz speziellen Software. Na gut, werden Sie sagen, das macht Apple® mit seinem IPod® doch auch. Aber es kommt noch besser: Das neue Ding lässt sich überhaupt nur mit dem Computer verbinden, wenn man sich in dem vom Player erwarteten Land befindet - dieses wird gar über das Internet u.a. verifiziert. Auch wird Musik mit Kopierschutz eines anderen Anbieters nicht abgespielt. Diejenigen Musikstücke mit dem 'eigenen' Kopierschutz jedoch kann man kaufen - per Abonnement für zunächst EUR 11,50 im Monat. Endet das Abonnement, ist die Musik futsch. Denn Sicherungskopien über das Abonnementsende hinaus lässt die Software nicht zu.

Reichen Ihnen diese Einschränkungen schon oder hätten Sie gerne noch mehr? Dieser Player hat eine WLAN-Funktion. Mit ihr könnte man theoretisch ohne Kabelverbindung Lieder auf den PC oder andere Geräte übertragen. Sie bezahlen zwar für diese Funktion, dürfen sie aber nicht frei nutzen. Denn per WLAN empfangene Lieder dürfen Sie nur dreimal und längstens innerhalb eines Zeitfensters von drei Tagen anhören. Diese Beschränkung gilt übrigens für jede per WLAN übertragene Musikdatei - selbst wenn Sie den ersten Schrei Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter auf den MP3-Player übertragen haben, verfällt Ihre Erlaubnis zum Anhören desselben nach dreimaligen Hören oder drei Tagen.

Nun fragen Sie sich, wer denn sowas noch kauft. Ich habe keine Ahnung. Wer so etwas herzustellen wagt, kann ich Ihnen dagegen sagen: Microsoft® mit dem neuen 'Zune®'.

Nachtrag und Endnote: Bill Gates, welcher doch irgendwie immer noch Chef der Garagen-Schmiede Microsoft ist, sagte gegenüber dem Betreiber von 'techcrunch.com', dass das Binden der Kopie an ein bestimmtes Endgerät nicht akzeptabel wäre. Sein Rat: "Leute sollten CD's kaufen und sie rippen - das ist legal." Doch gleichzeitig lassen sich erstmalig mit dem Mediaplayers ab Version 11 keine via Internet gekauften 'DRM'-kopiergeschützte Musikstücke mehr sichern. So sind beispielweise nach einer Neuinstallation des Betriebssystems alle im Internet gekauften Lizenzen verloren.

[Quelle: Computerbild 24/2006 & 01/2007]


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Samstag, November 11, 2006

MP3-Player vom Schrottplatz?

Nun war es mal wieder soweit. Es trieb mich unaufhaltsam in eine dieser 'Ich bin doch nicht blöd'-Filialen einer großen Elektronikhandelskette zum Zwecke des Erwerbs eines MP3-Players. Die Marke war mir egal, nur billig sollte er sein.

Das erste dieser Prachtexemplare aus dem Angebot für 39 Euro war nach 500 Megabyte bereits voll. Laut Packung sollten aber 1 Gigabyte draufpassen. Saublöd, dachte ich und fuhr wieder in die Filiale. Er wurde anstandslos zurückgenommen, und so suchte ich mir einen neuen aus, vorsichtshalber ein anderes Modell, 10 Euro teurer. Doch oh weh und Schreck, auch bei diesem brach Microsofts WindowsXP das Kopieren vorzeitig ab. Diesesmal jedoch formatierte ich den Wechseldatenträger und siehe da - nun hatte der MP3-Player 1 Gigabyte Kapazität. Schön. Als alle Lieder draufwaren, wollte ich sie auch anhören. Das ging jedoch nicht - dieses kleine Mistding hängte sich jedesmal auf oder stürzte ab oder wie immer man es nennen will. Es tat nichts mehr, ließ sich nicht einmal ausschalten. Daraufhin rief ich bei der Hotline des urdeutschen Herstellers an, dessen Name mit 'Ph..' beginnt und hatte einen kostenpflichtigen, aber unterhaltsamen 20-minütigen Kontakt zum Telefonsupport. Am Ende riet mir der freundliche Mitarbeiter, das Gerät zum Händler zurückzubringen.

Dies tat ich - nach einer angemessenen Pause zum Luftholen. Der Mitarbeiter - mir nun schon persönlich bekannt - begrüßte mich wie einen alten Freund. Er nahm das Ding anstandslos zurück. Doch ich hatte schon seit Stunden das arrogante Schwein aus deren aktueller Fernsehwerbung vor Augen. Es grinste mich an.

Inzwischen war es in dem Laden voll geworden. Diesesmal entschied ich mich für den - nach Meinung des Verkäufers - besten Hersteller für weitere 6 Euro Aufschlag und stellte mich an eine der kürzeren langen Kassenschlangen an. Natürlich waren alle anderen Schlangen schneller, denn meine Kassiererin telefonierte längere Zeit, und natürlich durfte ich, an der Kasse angekommen, die Gutschrift hier nicht verrechnen lassen. Denn zuvor wäre ich ja an der anderen Kasse gewesen, und genau zu der müsste ich jetzt hin.

Nette Wartende hinter mir hatten Mitleid und rieten, direkt zur anderen Kassiererin zu gehen. Ich hatte jedoch heute noch keinen Kaffee getrunken und irgendwie zuwenig Testosteron im Blut. Also ging ich zurück und stellte mich brav an die andere Schlange an. So bekam ich im dritten Anlauf einen MP3-Player, der die kopierten Lieder sogar wiedergab. Nachdem ich auch ihn zunächst formatiert hatte.

Und die Moral von der Geschichte? Es gibt keine. Wer nicht bemerkt, dass die Kapazität zu gering ist, der ärgert sich auch nicht. Und wer es bemerkt, der bessert am besten selbst nach. Oder bringt den Edelschrott zurück. Aber wenn das Ding erstmal funktioniert, ist es eine wunderbare Sache. Man hat auf jeder Party seine eigene Musik dabei, im Auto sowieso, selbst dem Jäger im dunklen Wald erheitert es beim Warten auf die Sau. Womit der Kreis sich schließt. Ich bin jedenfalls froh, dass ich keine Sau bin und mich nur mit Telefonhotlines und defekten elektronischen Geräten beschäftigen muss.


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