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Freitag, März 28, 2008

"LIDL" spioniert Mitarbeiter und Kunden aus

Vom Toilettengang bis hin zu amourösen Beziehungen - LIDL will's wissen. Und wohl weil es zu peinlich wäre, die Mitarbeiter direkt zu befragen, wertet das Unternehmen Kamerabilder aus. Und zwar nicht nur diejenigen, welche zum Überführen von Ladendieben gedacht waren, sondern auch weitere, in Umkleideräumen und Fluren installierte Hochleistungskameras. Offenbar unterscheidet die Unternehmensführung nur unwesentlich zwischen Mitarbeitern und Strauchdieben - wie sonst sollte sie auf die Idee kommen, die Datenschutzgesetze in derart zu ignorieren?

Ziel des Observierens und Analysierens war zum einen der Kunde beim Eingeben seiner Geheimzahl an der Kasse [Quelle: WeltOnline 27.3.08] , zum anderen der Mitarbeiter in allem Tun und Lassen. So wurden nach Angabe einiger Quellen nicht nur Bilder, sondern auch Gespräche aufgezeichnet. Man suchte das Böse, sprich "introvertiert und naiv" wirkende Mitarbeiter, Verliebte und Mehrfach-Toilettengänger. Der Schwerpunkt lag in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Berlin und Schleswig-Holstein. Aber es ist wohl nicht zu weit hergeholt, anzunehmen, dass in den anderen Bundesländern die technischen Voraussetzungen noch nicht weit genug gediehen waren. Der Bundesdatenschutzbeauftragte der Bundesregierung und VerDi kritisierten, bedauerten und verurteilten den Vorgang - und das war es auch schon. Jedenfalls sind explizite juristische Schritte trotz dieser emotionalen Bekenntnis offenbar wenig erfolgsversprechend oder wenigstens derzeit noch nicht angedacht. Denn durch diese Überwachung entsteht nur eine immaterielle Beeinträchtigung des Persönlichkeitsrechts. Und solange die "LIDL"-Führung ihre Videos nicht öffentlich macht, ist nach Ansicht vieler Richter noch nichts passiert. Klagen darf offenbar nur ein betroffener Mitarbeiter - nicht jedoch eine Gewerkschaft oder gar die Staatsanwaltschaft, wie es beispielsweise bei Fahrerflucht praktiziert wird.

Dieses Dilemma legt einmal mehr die völlige Unfähigkeit der gesetzgebenden Politiker bloß, welche derartige Lücken zulassen. So kann "LIDL" & Co auch weiterhin schalten und walten, den Rechtsstaat mit Füssen treten - denn außer einem Imageverlust passiert ihnen: Nichts.

Der Schnüffel-Discounter "LIDL" [O-Ton ZDF-Heute-Journal] erklärt übrigens, dass diese Protokolle "nicht der Mitarbeiterüberwachung, sondern der Feststellung eventuellen Fehlverhaltens dienen". Von denjenigen, welche die Protokollen die Privatsphäre betreffen, distanziert sich das Unternehmen immerhin nachträglich. Also bedauern wir mit. Und machen einen Bogen um "LIDL". Und erwähnen diesen Laden gar nur noch in Gänsefüßchen - wenn wir ihn denn wieder einmal nennen müssen. Wie schon seit Jahrzehnten die "BILD"-Zeitung...

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Donnerstag, März 27, 2008

Vorsicht vor gefälschten STARMONEY-Updates

Zur Zeit werden deutsche Postfächer mit Aufrufen zum Update der Kontoführungssoftware STARMONEY auf die vorgeblich neueste Version überschwemmt. Klickt man auf den gebotenen Link, werden zunächst die Zugangsdaten zum Online-Banking - PIN und iTAN - abgefragt oder besser abgefischt. Mit diesen Daten kann das Konto dann unauffällig geleert werden.

Warum immer wieder Nutzer hierauf hereinfallen? Die verlinkte Seite ist täuschend echt gefälscht, der wechselnde Name der Seite lautet immer in Teilen auf Star Finanz. Hierdurch wird der Besucher nicht über die gezeigte Seite getäuscht - was möglicherweise noch in der Adresszeile erkennbar wäre. Ihm wird vorgemacht, er befände sich auf einer zu Star Finanz gehörigen Unternehmensseite - und das ist für keinen Anwender überprüfbar. So bleibt bloß der Rat, niemals über via Email zugesandte Links auf die Herstellerseiten zu gehen, sondern ausschließlich über die manuelle Eingabe der vertrauten Internetadresse.

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Mittwoch, März 26, 2008

Autobörsen im Internet tun zuwenig für die Sicherheit

Auf den ersten Blick bieten die bekannten Autobörsen alles, was das Kaufen via Internet sicherer macht: 'Inserat beanstanden'-Links für vermutete Betrugsanzeigen und aufklärende Texte zu den besonderen Gefahren beim Autokauf im Internet. Doch sind derartige Features nicht ausreichend, wenn der Kunde - wie es heutzutage der Fall ist - im ganz großen Stil betrogen und abgezockt wird.

Denn Betrüger schalten Anzeigen schneller, als sie entfernt werden können. Und nutzen zahlreiche Tricks, um von den internen Analyseinstrumenten der Autobörsen - sofern überhaupt vorhanden - nicht erkannt zu werden. So tarnt sich beispielsweise ein annehmlicher Betrüger als deutscher Autohandel mit 'richtiger' Niederlassung in einer mitteldeutschen Stadt - samt Adresse und Telefonnummern. Sogar ein Bild des 'Autohandels' ist auf den Shop-Seiten abgebildet - auf diesem ist allerdings nur ein Schwerlastkran mit hineinkopierten 'Firmenschildern' zu sehen. Laut Autobörseneinblendung ist dieser Handel mit etwa 220(!) Fahrzeugen seit Juli 2007 dort angemeldet - und bekommt so nach und nach allein durch die Dauer der Anmeldung eine unverdiente positive Reputation. Immer wieder werden Anzeigen dieses Autohauses gelöscht, wenn Nutzer die Betrugsabsicht erkennen und melden. Doch die ebenfalls zur Autobörse gehörige Händlerseite und auch die Emailadresse, über welche nur eine Kontaktaufnahme möglich ist, dürfen weiter Anzeigen schalten.

Dort gibt es Autos aller Preisklassen und Marken - nur eben sehr gut ausgestattet und zum Teil extrem günstig. Der etwas naive Internetnutzer muss fast zwangsläufig auf einige dieser Angebote hereinfallen. Beispiele? Ein fünf Jahre alter Golf Diesel mit etwas über einhunderttausend Kilometern für 4100 Euro - zu diesem Preis werden neun Jahre alte Fahrzeuge gehandelt. Nimmt man per Email Kontakt auf, kommt eine englischsprachige Antwortmail mit einem dem folgenden ähnlichen Text - manchmal auch schlecht übersetzt in deutsch:
"The vehicle is in good condition, has no technical damage at all, no scratches or dents, no hidden defects, no smoking ... It has title of ownership, cleared of any obligations or fees and comes with all the documents you need to register it.You will not have to pay additional taxes for this (VAT reclaimable).

It's my personal car.I've listed the car under *** NAME so I can sell it faster, but it's my personal car. I have worked in Germany for the last 2 years and I've purchased the car there. My company wanted me back home, so currently I'm in England (UK). I've brought the car home with me and it's now located in London, England.

I've decided that it's better to sell it because I don't use it anymore (the steering wheel is on left side and it' very difficult for me to drive it), it `s a pity to keep such a car and not to use it. It's listed in Germany because when i have posted the car on www.mobile.de I had to use a German address.

Now I'm trying to sell it back for such a low price because next week I have a deadline term for paying those taxes. I tried to sell the car in UK, but nobody want`s to buy a left side steering wheel car.

My car is already at the "http://europe-cargo-freight.com" at their local representant.(i paid this company to take care about transaction).
We can have a deal if you are really interested to buy it.
The price is correct and it's not negotiable and it also includes the transport.
Please write me back to discuss only if you are interested because I am tired of people that ask questions and are not interested at all.

Regards"
Wohlgemerkt - für jedes der etwa 220 Fahrzeuge ist nur eine Person der Adressat, dessen von den 'Händlerdaten' abweichende Mailadresse steht bei jedem dieser Wagen im Text oder Bild.

Fast allen Betrugsversuchen ist gemein, dass die Autokäufer in das benachbarte Ausland gelockt werden, um den Kauf abzuwickeln. Ob Sie nun in Frankreich im "ererbten Hotel" des Verkäufers einen gestohlenen Wagen mit perfekten, aus einer deutschen Zulassungsstelle gestohlenen Papieren von einem netten Mann kaufen, der einen ebenfalls perfekt gefälschten Personalausweis vorweisen kann oder ob Sie auf irgendwelche Treuhandkonten- oder Vorkasse-Tricks hereinfallen - im Ergebnis sind Sie mühsam zurückgelegtes Geld losgeworden. Der deutsche Käufer des ersten Beispiels ist gar mit dem Verkäufer zur örtlichen Polizeistation gefahren, um alle Papiere prüfen zu lassen. Jedoch deckte erst der Versuch der Anmeldung in Deutschland den Diebstahl auf. Trau, schau, wem. Seien Sie höchst kritisch und meiden Sie Geschäfte außerhalb der deutschen Staatsgrenze und solche ohne Festnetz-Telefonkontakt. Keiner von uns ist den Raffinessen gutorganisierter großer krimineller Organisationen gewachsen.

Doch was sollen die Autobörsen-Betreiber tun?
  1. Es dürfen zunächst einmal keine Anzeigen ohne Telefonnummer zugelassen werden.
  2. Die 'Nachricht an den Anbieter'-Funktion muss ersatzlos verschwinden - kein ernsthafter Anbieter hat mir je auf eine meiner diversen schriftlichen Anfragen geantwortet, alle bevorzugen den persönlicheren und verbindlicheren Telefonkontakt.
  3. In Bildern oder im Text versteckte Emailadressen müssen konsequent verboten und gefiltert werden. Eine bekannte und existente Handy-Nummer kann zwar einem nicht identifizierbaren Anschlussinhaber gehören, doch erhöht dies die Hürde für Betrüger beträchtlich.
  4. Des weiteren müssen Telefonnummern von Fahrzeuganbietern, deren Anzeige einmal aufgefallen und gelöscht wurde, konsequent von weiteren Anzeigenschaltungen ausgeschlossen werden.
  5. Die Betreiber dieser Auto-Portale dürfen schon gar nicht zulassen, dass auffällig gewordene Anbieter ohne den Nachweis ihres Gewerbes Händlerseiten in ihrem System betreiben. Und wenn die Betreiber die vorgeblichen Händler nach einem Verdachtsfall nicht ausschließen, müssen diese vom Betreiber der Autobörse genauer überprüft werden - beispielsweise durch Vorlage einer Gewerbeanmeldung.
Wenn der Betreiber - wie es derzeit Usus ist - weitgehend untätig bleibt oder den Aufwand scheut, erleichtert dies Betrügern die Arbeit. Es wäre daher den Autobörsen anzuraten, schon aus Gründen des Vertrauenserhaltes die Melde- und Kontrollmechanismen zu verfeinern.

Zu guter Letzt dürfen keine unnötigen Hürden zur Meldung eines Verdachts wie bei Autoscout.de™ aufgebaut werden - dort müssen zeitaufwendige Angaben in einem Bemerkungsfeld des Online-Formulars gemacht und diese später via Email bestätigt werden. Dass es auch anders geht, zeigt uns Mobile.de™ - im Online-Formular wählt man in einem Auswahlfeld einfach die passende Begründung aus und sendet sie ab - fertig. Allerdings bietet Mobile.de™ den annehmlichen Gaunern das oben beschriebene Zuhause...

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Freitag, März 21, 2008

hotton.de: Handys & Handytarife vergleichen

[Trigami-Anzeige]

Mein letztes Handy mit SIM-Karte hatte ich vor ein paar Jahren gekauft - einem aktuellen Angebot folgend. Und habe den Kauf schon kurz danach bereut - ich entdeckte ein wesentlich attraktiveres Bündel für weniger Geld bei einem anderen Anbieter. Hätte ich seinerzeit diese Seite gekannt, wäre mir der finanzielle Nachteil wohl erspart geblieben. Denn www.hotton.de/handyvertrag/ vergleicht ständig die Angebote einer Vielzahl von Anbietern und präsentiert das jeweils Günstigste auf ihrer Webseite. Zwar gibt es auf hotton.de ebenso vergleichende Seiten für Handyverträge ohne Handy und Handys ohne Vertrag, doch möchte ich die Bündels unter die Lupe nehmen, weil nur sie die beiden anderen Varianten beinhalten.

Übersichtlich sind alle Angebote auf einer Seite ohne überflüssiges Beiwerk präsentiert. Jeweils vier Geräte sind mit Abbildungen, Main-Features und günstigsten Preis nebeneinander angeordnet. Zum Zeitpunkt der Recherche waren auf dieser Seite in zehn derartiger Reihen insgesamt neununddreißig Angebote gelistet. Zwar muss man zum Überblicken aller Geräte nach unten scrollen, doch ist hierdurch eine sehr gute Vergleichbarkeit gegeben - die Präsentation der unterschiedlichen Modelle könnte nicht übersichtlicher sein. Hätte ich mir zudem die Angebote aus dem Internet selbst zusammensuchen müssen, wären dafür endlose Stunden drauf gegangen. So jedoch bringt hotton.de/handyvertrag/ einen echten Nutzen, spart Zeit und Geld.

So sieht eines der gelisteten Angebote aus - nur der Tooltip fehlt in diesem Beispiel. Für dieses Handy sind es beispielsweise vierzehn Tarifangebote, die man nach dem Klick erhält.

Wie ist der Ablauf? Wähle zunächst aus dieser Liste ein Handy aus und dann gegebenenfalls noch die Wunschfarbe, wenn es denn in verschiedenen Ausstattungen verfügbar ist. Ein Tooltip-Fenster zeigt beim Drüberfahren mit dem Mauszeiger zu jedem Handy dessen Features und die wichtigsten technischen Daten. Hast Du Dich für ein Modell entschieden, kommst Du auf eine Seite, auf der sämtliche mit diesem Handy lieferbaren Handyverträge der vier großen Anbieter übersichtlich und gut vergleichbar gelistet sind - von etwa vierzehn bis zu achtundachtzig kombinierbare Tarife je nach gewähltem Handy. Dazu kommen diverse Angebote für ein 0-Euro-Handy ohne Schufa auf hotton.de! Diese sind oft gekoppelt mit einem Gratis-Notebook, einem 200 bis 450 Euro-Einkaufsgutschein (Mobilfunkpaket mit Auszahlungsbetrag) , einem MP3-Player oder ähnlichem.

Besonders schön: Es gibt sehr viele Angebote mit 'monatlicher Grundpreis 0 Euro' sowie 'monatlicher Paketpreis 0 Euro' - so kann ein kostenloses Wunschhandy für Wenigtelefonierer zum absoluten Schnäppchen werden. Willst Du jedoch ein topaktuelles und daher relativ teures Gerät mit einem 0-Euro-Grundpreis, dann ist der Paketpreis höher - und umgekehrt. Ebenso verhält es sich mit dem Minutenpreis - je geringer dieser ist, desto höher sind Paketpreis oder Grundpreis oder Handywert. Aus diesen vier Faktoren ergeben sich je nach Gewichtung die unterschiedlichen Handytarife. Es ist also vor der Bestellung ein sorgfältiges Abwägen der folgenden vier Fragen notwendig:
  • Welches Gerät will ich (hochwertig oder günstig) respektive welche Kosten (monatliche Grundgebühr und Paketpreis) bin ich zu tragen bereit?
  • Bin ich Vieltelefonierer (geringer Minutenpreis bevorzugt) oder Wenigtelefonierer (hoher Minutenpreis tolerierbar)?
  • Möchte ich für die Zukunft möglichst geringe monatliche Kosten (0-Euro-Grundpreis) oder ist dieser Punkt nicht relevant?
  • Kann ich bei Auswahl eines hochwertigen Handys einen höheren Paketpreis tragen oder möchte ich die Kosten auf die monatliche Grundgebühr verteilt sehen?
So entscheiden Deine Ansprüche und Deine Nutzungsart, welche der vielen gelisteten Tarife in die engere Wahl kommen. Hier findet jeder Topf seinen Deckel, jeder Handynutzer den zu ihm passenden Vertrag. Noch detailliertere Informationen zum Tarif erhält man durch einen Klick auf die Tarifbezeichnung, wobei angenehmerweise ein Popup aufgeht, so dass die Ausgangsseite geöffnet bleibt. Ein weiterer Klick auf den neben dem jeweiligen Tarif befindlichen 'Bestellen'-Link schließt die Auswahl des Wunschhandys und des passenden Vertrages ab.

Der Rest ist die übliche und notwendige Eingabe Deiner Daten - das war's. Was könnte hotton.de verbessern? Nur zwei Kleinigkeiten: Einige wenige Tooltipps enthielten keine ergänzenden Informationen und bei der Auswahl eines weiter unten auf der Seite abgebildeten Handys kommt man auf den Folgeseiten ebenso weit unten an - auch wenn dort gar kein Inhalt mehr ist. Man muss also hoch scrollen. Aber dieses wird vom Betreiber sicher schneller behoben werden, als ich schreiben kann.

Das Fazit: Was mir vor allem gefällt sind die vielen Vergleichsangebote für Handys und Handyverträge und die sehr einfache und übersichtliche Abwicklung - die Nutzerführung. Es entfallen das schon erwähnte mühsame Zusammensuchen von Angeboten, das Hinfahren zum erwählten Anbieter, das Anstehen im Laden und die zähe Kommunikation mit gestressten Verkäufern - bei denen ich zudem immer etwas misstrauisch bin, ob sie mir nicht einen Ladenhüter unterjubeln oder Fehler beim Ausfüllen der Formulare machen. Online vergleichen und kaufen via hotton.de ist unproblematischer und sicherer.





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Samstag, März 15, 2008

China - jetzt No.1-Nation im Internet

Erstmals sind mehr Chinesen mit dem Internet verbunden als US-Amerikaner. Dieses Land holt in einem atemberaubenden Tempo die letzten fünfzig Jahre der Industrialisierung nach. Es steht außer Zweifel, dass die asiatische Region in absehbarer Zeit die Vorherrschaft in Technologie und Entwicklung übernehmen wird. Es ist nur eine Frage von Jahren, bis sich beispielsweise der westliche Internet-User an chinesische Technologien anpassen und sie verstehen muss. Derzeit sind die uns vertrauten Programmiersprachen wie C, Delphi, PHP, Java, Javascript, CSS, HTML u.a. westlichem know how entsprungen. Spätere Generationen hiervon und asiatische Eigenentwicklungen werden für uns Großnasen nicht mehr so einfach zu händeln sein.

Ein Baustein zu diesem Erfolg ist die chinesische Tradition des Nachmachens. Während es in der westlichen Zivilisation verpönt ist und sanktioniert wird, ist dies ein integraler Bestandteil der chinesischen Kultur. Das 'chinesische Lernprinzip' geht auf die hochgeachteten Überlieferungen chinesischer Weiser wie Konfuzius zurück, welche zwar keiner Religion entsprechen, aber von den Chinesen wie eine solche respektiert werden. Dieser Umgang mit fremden know how bringt die chinesische Wirtschaft in eine hervorragende Position im Wettbewerb. Hinzu kommt sozusagen als Brandbeschleuniger, dass westliche Staaten und Unternehmen nur zu gerne eines kurzfristigen wirtschaftlichen Vorteils wegen ihre Technologien an China verscherbeln - sie wollen um jeden Preis ein Bein in den chinesischen Markt bekommen. Das wird ihnen auch gewährt, doch werden sie in wenigen Jahren um ihr Wissen betrogen auf Krücken nach Hause humpeln.

Wenn man es mit einem mächtigen Gegner zu tun hat - und das ist China für alle westlichen Unternehmen und Staaten -, dann muss man ihn einschätzen können. Und dazu gehört unabdingbar, seine Sprache zu beherrschen, diese verstehen und lesen zu können. Derzeit lassen sich westliche Unternehmen und Staaten ebenso leicht ausnehmen wie einst die afrikanischen Ureinwohner und deren Staatsführer - und sind damit die Verlierer in einer Beziehung, in der sie sich als Profiteur wähnen. Andersherum kann man sich das Erlernen von chinesischer Schrift und Sprache ersparen, wenn man diesen Markt nicht bedient. Langfristig zahlte es sich aus. Und als schönen Nebeneffekt könnten westliche Medien, Staatsmänner und -frauen endlich wieder die unsäglichen Menschenrechtsverletzungen in China monieren, anprangern und sanktionieren. Denn derzeit machen sich Merkel, Bush & Co indirekt zu Mittätern derjenigen, die Tag für Tag den in chinesischen Gefängnissen Einsitzenden ohne Betäubung und Nachversorgung die Nieren aus dem Körper herausschneiden, um sie an zahlungsfähige Kranke - auch aus dem Ausland - zu verkaufen. Dieses Verfahren der chinesischen Regierung mit Falun-Gong-Opfern ist dokumentiert durch Menschenrechts- Organisationen. Und es gibt weitere sehr grausame Foltermethoden, die systematisch angewandt werden.

Doch sowohl die politische als auch die Wirtschaftselite schauen darüber hinweg, während sie mit der chinesischen Führung schachern. Der internationale Gerichtshof - eine vom Westen initiierte an sich lobenswerte Einrichtung - hält sich aufgrund seiner von Politikern, insbesondere der USA gesetzten Befugnisse für nicht zuständig. Und so sind unsere 'Eliten' zu Täter geworden in ihrer nicht wahrgenommenen Verantwortung, dem Unterlassen der Hilfeleistung an den Opfern des chinesischen Staatsapparates.

Gute Nacht, lieber Westen, schlafe gut weiter - lasse Dich nur nicht stören...

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Freitag, März 14, 2008

Reisetipps aus den Metropolen der Welt

In einem hart umkämpften Markt optimieren Reiseagenturen zunehmend ihren Kundenservice, um sich von anderen Anbietern abzuheben und den Kunden zu umwerben. Citytrip hat einen Blog geschaffen, in dem erprobte Autoren aller Herren Länder jeweils über eine ihnen vertraute Stadt berichten. So kann man sich schon vor Reiseantritt wertvolle Insider- Informationen über gute Restaurants, besondere Locations und Unterkünfte am Zielort verschaffen. Oder abwägen, welche der dargestellten Städte die Interessanteste ist.

Ob Wellington/ Neuseeland, Paris oder Wien - inzwischen sind schon sehr viele Städte im Archiv. Doch warum in die Ferne schweifen - der Artikel über Berlin ist besonders gelungen und enthält zahlreiche Tipps, die selbst Berlinern für ihre Unternehmungen hilfreich sein könnten. Schön wäre allerdings eine alphabetische Listung der Städtenamen, über die man direkt zu den jeweiligen Beschreibungen springen kann - sowohl im Blog als auch auf der Hauptseite. Derzeit muss man sich noch etwas mühsam durch das Blog-Archiv hangeln.

Ist eine Wahl getroffen, vermittelt Citytrip auf seiner Hauptseite die Bus-/ oder Bahnverbindung, die Unterkunft und das Unterhaltungsprogramm.

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Samstag, März 08, 2008

Blogger's Verantwortung

Eine Vielzahl der Blogs dient der Werbung, andere sind belanglos. Von dieser Masse hebt sich die Gruppe der lesenswerten Blogs wohltuend ab - Basic Thinking Blog, MC Winkel und ShoeMoney sind beispielhaft zu nennen. Doch gibt es unter den Platzhirschen eine kleine Anzahl schwarzer Schafe, die aufgrund ihres Verbreitungsgrades meinungsbildend wirken, jedoch im 'Bildzeitungsstil' indoktrinieren und die Blogsphäre hierüber extrem polarisieren.

Von Letzteren soll hier berichtet werden. Die Übelsten dieser Üblen sind diejenigen Blogs, die vorgebliches Insiderwissen anonym verbreiten. Die diversen Poster der Blogs AdScam und AgencySpy wirken ängstlich aus der Anonymität heraus. Sie verteilen ihre nicht verifizierten Informationen an eine zur Differenzierung unfähige Leserschaft, die sie aufsaugen wie der Bildleser die Schlagzeile des Tages. Auf der Strecke bleiben Recherche, Sachlichkeit und damit die Seriosität sowie die Verantwortung des Bloggers. Doch ich höre schon die Gegenstimmen: 'Verantwortung? Mann, wenn ich das schon hör'. Das ist ein Blog - sonst nix.'

Jedoch können die gutbesuchten Blogs ähnlich vielzitierter Zeitungen über Hetzkampagnen durchaus Menschen in den Tod treiben. Die New York Times nimmt dies an im Falle des durch Selbstmord ums Leben gekommenen Paul Tilley. Tilley war in der Führungsriege der US-amerikanischen Werbeagentur DDB. Seine wohl bekannteste Kampagne war diejenige mit dem 'Ich liebe es' -Slogan für die Fastfoodkette Mc Donalds. Er hatte sich im letzten Monat aus dem Fenster eines Hotelzimmers gestürzt, nachdem er in diversen anonymen und aggressiv gehaltenen Blogbeiträgen attackiert worden war. Zwar räumt einer der Betreiber des involvierten Blogs AdScam nach dem Todesfall ein, dass "die Atmosphäre hier schon ein bisschen säurehaltiger" sei, doch so seien nunmal die Bedingungen in diesem Geschäft. Diese Formulierung offenbart den Zynismus eines Serienkillers. Nur dass dieser von der Exekutive zivilisierter Staaten gesucht und abgeurteilt werden würde. Darum bleiben sie anonym - wohlwissend, welch Schindluder, welch schmutziges Geschäft sie betreiben. So schmutzig, dass sie keinesfalls selbst hiermit in Verbindung gebracht werden wollen. Die englischsprachige Autorin Nina Disesa, Chairman und chief creative officer bei der Werbeagentur McCann-Erickson, sagte dazu in einem Videopost:
"Ich denke, Blogs können jemandem wirklich Schaden zufügen, wenn sie gemein, brutal und vor allem anonym über andere berichten. Viele Menschen da draußen wollen zwar nicht ihren Namen unter die furchtbaren Dinge setzen, die sie über andere Menschen in Umlauf bringen. Doch wenn jemand nicht den Mumm hat, seinen Namen unter einen Kommentar zu setzen, dann sollte er auch nicht die öffentliche Plattform erhalten, sich so destruktiv über andere zu äußern."
Und diese Schmähungen verschwinden nicht - anders als diejenigen einer nur gedruckten Tageszeitung. Sie sind nur einmal googeln von jedem Nutzer des Internets entfernt. Nina Disesa wurde übrigens für diese Aussage heftigst attackiert - in anonymen Kommentaren. Ein Beispiel: "Nina Disesa hasst Dich, mich und alle, die Blogs mögen". Diesem Grad an Dummheit gekoppelt mit Aggressivität und Unverschämtheit ist durch Appelle nicht beizukommen - so bedarf es auch im Schwellenland USA gesetzlicher Regelungen mit Sanktionen für üble Nachrede und Verleumdung - ähnlich wie es hier in Deutschland gehalten wird.

Es ist an der Zeit, die Blogbetreiber einerseits als meinungsbildenden Faktor der Medienlandschaft anzuerkennen, sie aber andererseits in die Pflicht zu nehmen, ihre Beiträge nach journalistischen Grundsätzen sorgfältig zu recherchieren und für deren Aussagen gerade zu stehen. Dies muss ebenso für zugelassene Kommentare gelten, über die andernfalls quasi ersatzweise verleumderische, nicht überprüfbare Gerüchte verbreitet werden könnten. Erfüllt ein Kommentar dieses Kriterium, gehört er binnen einer Frist gelöscht. Ohne wenn und aber.

Wer nun noch die Macht mancher Blogs, deren Öffentlichkeitswirkung bezweifele, der sei an das abrupte Ende der Karriere des Bush-Mitarbeiters Timothy Goeglein erinnert. Der Verbindungsmann zum konservativen Republikanerflügel und rechte Hand vom früheren Chefstrategen Rove schrieb privat für den News-Sentinel, ein lokales Käseblatt in der Heimatstadt Goegleins. Eine Bloggerin, Nancy Hall, fand heraus, dass Goeglein einen großen Teil seiner im Provinzblatt veröffentlichten Beiträge ungefragt via Copy und Paste aus fremden Artikeln entliehen hatte. An einem Freitagmorgen um 7:38 Uhr veröffentlichte sie Ihre Erkenntnis in einem Post. Andere Blogs griffen die Geschichte umgehend auf. Um 11:30 Uhr desselben Vormittags räumte Goeglein die Vorwürfe ein. Am Abend trat er zurück. Die übernehmenden Blogger hatten keine Zeit zur Reflektion, zur Überprüfung der Fakten - es war einmal mehr ein blindes Aufspringen auf den Zug der Lemminge. Nur dass diese Meldung dieses Mal korrekt und gut recherchiert war. Doch wie oft ist sie es nicht?

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Freitag, März 07, 2008

Technischer Hintergrund der NZ-Online

Die Online-Publikation Niendorfer Zeitung kommt daher wie eine Tageszeitung. So sieht man nicht auf Anhieb, dass hinter ihren Seiten eine vollautomatische Logik für Darstellung und Organisation der Inhalte steht. Lediglich die Artikel werden noch von Menschen geschrieben, die Präsentation dagegen erfolgt ohne manuellen Eingriff, ohne Satz der Texte, ohne manuelles Layout und auch ohne redaktionelle Entscheidungen, wo welcher Beitrag zu platzieren ist.

Das Layout- und Content-System der Niendorfer Zeitung besteht aus drei Säulen:
  1. dem CSS-basierten Layout,
  2. dem PHP gesteuerten Content Management System (CMS), welches die Inhalte sucht, herbeischafft und grob einsetzt
  3. und der Javascript basierten Fein-Verteilung in Spalten und Rubriken.
Hierüber ist es möglich, Publikationen wie diese im beliebigen Layout mit minimaler Manpower zu realisieren. Erhöhte Sicherheitseinstellungen wie beispielsweise ein abgeschaltetes Javascript sind für die Funktionalität kein Problem - in diesem Fall würden der Text nicht in Spalten dargestellt werden und ein Content-Ausgleich der Rubriken entfallen.

So bietet sich dieses System beispielsweise auch für Unternehmen und Vereine an, die regelmäßig Texte aus bestimmten Quellen zusammenführen und online stellen. Das Layout ist frei wählbar. Eine MySQL- Datenbank ist nicht erforderlich. Mögliche Anwendungsbereiche sind somit interne Mitarbeiter -Informationssysteme ebenso wie den Kunden fokussierende Newsletter, Hauszeitungen oder Infobriefe. Einmal eingerichtet, kann es bei Beibehaltung der Strukturen auf unbegrenzte Dauer ohne manuellen Eingriff genutzt werden. Das System ist jedoch nicht zur Selbstinstallation geeignet, weswegen der Vertrieb mit dessen Einrichtung gekoppelt ist.

Schöne neue Internet-Welt. Oder mögen Sie's doch lieber von Hand gemacht?

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Samstag, März 01, 2008

Sinkende Einnahmen für Google-Adsense Publisher?

Im AdSense-Forum wird in regelmäßigen Abständen ein Einkommensrückgang vermeldet mit der Frage nach den Ursachen. Der Tenor ist, es gäbe mehr Konkurrenz bei den Publishern - unter anderem durch Arbitrage, wodurch sich der Werbekuchen auf mehr Publisher verteilen würde. Die Arbitrage verhält sich jedoch einkommensneutral - es werden AdWords-Anzeigen geschaltet, um den eigenen AdSense-Umsatz zu steigern.

Eine Zunahme der Gesamtzahl aller Publisher würde dagegen zu Umsatzeinbußen führen - sofern dies der Fall ist. Von Google werden jedoch keine genauen Daten zum Verhältnis der Publisher zu den Werbenden veröffentlicht. Wenn ich mir meine eigenen Daten ansehe, stelle ich fest, dass sich der tatsächlich je Klick gezahlte, durchschnittliche Betrag seit dem Jahr 2004 nicht verändert hat. Erhebliche monatliche Schwankungen gibt es hier zwar, aber im Mittel gleichen sich diese aus. Dies spricht gegen ein neues Ungleichgewicht im Verhältnis der Publisher zu den Werbenden.

Was jedoch zurückgegangen ist, ist die Klickhäufigkeit. Diese ist einerseits abhängig vom Inhalt und der Qualität der geschalteten Anzeigen, aber auch von den technischen Vorgaben durch Google AdSense. Und diese sind es, welche im Dezember 2007 erheblich zum Nachteil der Publisher verändert wurden. Seit diesem Zeitpunkt muss ein Besucher schon genau auf den in der Textanzeige befindlichen Link klicken, um eine Aktion auszulösen. Zuvor genügte es, irgendwo in die Anzeigenfläche hinein zu klicken. Seither verzeichnet beispielsweise das chinnow network einen Umsatzrückgang um etwa ein Drittel.

Dennoch - AdSense ist für die Vielzahl der Publisher dasjenige Programm, welches mit dem geringsten Aufwand einen konstanten, relativ hohen Ertrag liefert. Also Gemach, liebe Kollegen Publisher...

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