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Samstag, März 17, 2007

Stromverbrauch ohne Ende?

Ich habe ein Auto, das säuft. Damit kann mein Portemonnaie leben, denn ich bewege mich kaum aus dem kleinen Dreieck meiner Welt hinaus. Doch ich habe auch fünf Rechner im Haus, welche den Strom saufen wie Kamele das Wasser, den Zähler im Keller ins Schwitzen bringen. Im letzten Abrechnungsjahr lag unser Verbrauch mit etwa 10500 KW/h auf dem Niveau eines mittelständischen Betriebes - der von den E-Werken genannte Referenzwert beträgt für unsere Haushaltsgröße lediglich 4000 KW/h. In Kürze wird uns unser Stromversorger mit Weihnachtsgrußkarten und Bonusmeilen bedenken. Was tun?

Ich habe schon vor zwei Jahren sämtliche Leuchten auf Energiesparlampen umgerüstet. Selbst die Standbye-Geräte werden seit gut einem Jahr nach Gebrauch ausgeschaltet - entweder am Gerät oder über Funksteckdosen. Einen sechsten Rechner löste ich auf, indem dessen Funktionen von einem anderen übernommen wurden [siehe Blogbeitrag: 'Simsalabim - aus zwei (Rechnern) mach' eins' ]. Doch scheint der Verbrauch der verbliebenen Computer so dominant zu sein, dass all dies nur wenig einbringt - etwa 26 Euro Ersparnis im Monat. Jede der Kisten saugt je nach Belastung zwischen 180 und 400 Watt pro Stunde aus der Leitung. Da kann ich jedes Zimmer hell erleuchten, die paar 7 oder 11 Watt-Energiesparlampen fallen nicht mehr ins Gewicht.

Doch ein Licht am Horizont gibt es noch. Ich habe über ein Verbrauchsmessgerät entdeckt, dass
  • nur vorn am Netzschalter abgeschaltete oder in den Ruhezustand versetzte Rechner noch 22 Watt (Rechner 1) und 17 Watt (Rechner 2) verbrauchen.
  • der Scanner unbenutzt 13 Watt verbraucht
  • die externe Festplatte 18 Watt Strom zieht
  • unsere TFT-Monitore keinen Ruhestrom saugen
  • selbst am hinteren Netzteil ausgeschaltet ein Rechner noch siebzehn Watt je Stunde (Rechner 1) verbraucht.
Diesen 'Ruheverbrauch' multipliziert mit unseren fünf Rechnern ergibt etwa 120 Watt Grundverbrauch ohne jeden Nutzen in jeder Stunde des Tages. Damit könnten wir schon einen kleinen Raum beheizen oder den Rasen hinter dem Haus in Halogen-Flutlicht tauchen. Weitere 22 Watt Stundenverbrauch für den Fritzbox DSL-Router, zwei Telefon-Netzteile und einen weiterer Hub bleiben unberücksichtigt - diese Geräte werden ganztägig gebraucht.


Hier ist meine zweiteilige Lösung:


1. Hardwareseitig:
Die Rechner samt Monitore, Druckern, Scannern, DVB-T Antennen und externen Laufwerken trennen wir fortan über Funksteckdosen oder abschaltbare Steckdosenleisten aus dem Baumarkt komplett vom Netz, sobald sie nicht benutzt werden. Und sie werden ausgeschaltet bei der kleinen Mahlzeit oder dem kleinen Einkauf zwischendurch, wo sie sonst weiterliefen. So müsste es möglich sein, die Drehscheibe des Stromzählers gelegentlich zum Stehen zu bekommen - wenn der Kühlschrank gerade mal nicht kühlt. Optimal wäre der Umstieg auf schon vom Hause aus energiesparenden Notebooks, an denen die Terrabyte vorhandener Festplatten nur bei Bedarf als externe Laufwerke angehängt werden. Doch würde die Amortisation dieser Hardwarekosten vermutlich länger dauern als die Notebooks halten. Noch ein Tipp: Lassen Sie bei eingeschalteter Steckdosenleiste/Funksteckdose eine 5 oder 7 Watt-Lampe mitbrennen. Das kostet gemessen am Verbrauch der Hardware kaum Strom, erinnert jedoch zuverlässig an das Abschalten. Ich jedenfalls würde es häufiger vergessen.

2. Softwareseitig:
Wenn Sie den Ruhezustand als Standard beim Druck auf den Ein/Aus-Schalter eingerichtet haben, lohnt auch das Abschalten für wenige Minuten zwischendurch. Auf Wunsch begibt sich der Rechner gar nach einer von Ihnen zu wählenden Zeitspanne der Untätigkeit von selbst in den Ruhezustand Achtung: Angehängte externe Festplatten müssen zuvor manuell vom Rechner oder vom Netz getrennt werden, sonst begibt sich dieser nicht in den Ruhezustand. Und das gelegentliche vollständige Herunterfahren des Systems erfolgt oft erst nach einer zweimaligen(!) Anwahl von 'START/AUSSCHALTEN/AUSSCHALTEN'.
Nach dem Wiedereinschalten ist Ihre Arbeitsumgebung wie zuvor komplett vorhanden und Sie können an gleicher Stelle weiterarbeiten.
  1. Vorgehensweise: Unter 'START/SYSTEMSTEUERUNG/ENERGIEOPTIONEN/ERWEITERT/RUHEZUSTAND AKTIVIEREN' ein Häkchen setzen und unter 'START/SYSTEMSTEUERUNG/ENERGIEOPTIONEN/ERWEITERT' unter 'Beim Drücken des Netzschalters am Computer' den Auswahlpunkt 'In den Ruhezustand wechseln' auswählen. Zusätzlich zur Vermeidung einer Passwortabfrage beim Aufwecken unter 'START/SYSTEMSTEUERUNG/ENERGIEOPTIONEN/ERWEITERT' vor 'Kennwort bei Aktivierung aus dem Standbyemodus anfordern' den Haken entfernen.
  2. Wenn Sie die Firewall Zonealarm nutzen, müssen Sie zudem die DHCP und die DNS-Adresse des DSL-Routers als 'trusted zone', als 'sichere Zone' einrichten. Sonst hätten Sie nach dem Hochfahren aus dem Ruhezustand häufig kein Internet/DSL. So geht's: Erkunden Sie zunächst diese Adressen. Gehen Sie auf 'START/PROGRAMME/ZUBEHÖR/EINGABEAUFFORDERUNG'. Geben Sie in dem DOS-Fenster in der Kommandozeile 'ipconfig /all' ein. In dem angezeigten Ergebnis finden sich weiter unten die DNS- und die DHCP-Server Adressen des Routers. Bei der FritzBox ist dies nur eine - es können jedoch auch mehrere sein. Jetzt gehen Sie in Zonealarm in 'FIREWALL/ZONEN/HINZUFÜGEN/IP-ADRESSE' und geben hierüber nacheinander die gefundenen IP-Adressen vom DNS- und DHCP-Server ein. Zuletzt bestätigen Sie dies mit Klick auf 'ÜBERNEHMEN'. Jetzt muss nur noch unter 'FIREWALL/GRUNDEINSTELLUNGEN' der untere Schieberegler 'Sicherheit für die Sichere Zone' in Mittelstellung gebracht werden - auf 'HOCH' gäbe es nach dem Aufwachen aus dem Ruhezustand ebenfalls keine Verbindung zum Internet. Und wirklich zu guter Letzt muss noch unter 'PROGRAMMEINSTELLUNGEN/GRUNDEINSTELLUNGEN' die automatische Internetsperre deaktiviert werden - sonst läuft nach dem Ruhezustand nix mehr. War doch einfach, oder?

Das war's. So funktioniert es meistens - das Einrichten des Ruhezustand kann jedoch auch schiefgehen, wie ich es im Beitrag 'Vorsicht bei Aktivierung des Ruhezustands unter WindowsXP' beschrieb. Deshalb ist es ratsam, zuvor unter 'START/PROGRAMME/ZUBEHÖR/SYSTEMPROGRAMME/SYSTEMWIEDERHERSTELLUNG' einen neuen Systemwiederherstellungspunkt zu setzen, um es notfalls leicht restaurieren zu können.


PS. Das beispielsweise das Mainboard selbst beim vollständig heruntergefahrenen Rechner noch unter Strom steht, können Sie an ihrem Hub erkennen: Die Netzwerkkarte liefert kontinuierlich ein Signal an den Hub - dessen Diode leuchtet.

Nachtrag aus August 2007: Wenn Sie so verwegen sind, später einmal einen neuen Speicherriegel nachrüsten zu wollen, dann lesen Sie besser gleich meinen Post 'Neuer Speicherriegel stört Ruhezustandsfunktion des PC'.


(!! WEGEN ABMAHNUNGEN WERDEN HERSTELLER UND PROGRAMMBEZEICHNUNGEN NICHT MEHR NAMENTLICH GENANNT !!)

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