Autobörsen im Internet sind Spielplatz für Betrüger
Mit lang bekannten Betrugsmaschen werden Autokäufer um den Kaufpreis oder die Anzahlung betrogen.
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1. Diverse Fallen und Gefahren beim Autokauf in Online-Autobörsen
Auf den ersten Blick bieten die bekannten Autobörsen alles, was das Kaufen via
Internet sicherer macht: Inserat beanstanden-Links
für vermutete Betrugsanzeigen und aufklärende Texte zu den besonderen Gefahren beim
Autokauf im Internet. Doch sind derartige Features nicht ausreichend, wenn der
Kunde - wie es heutzutage der Fall ist - im ganz großen Stil betrogen und abgezockt
wird. Denn Betrüger schalten Anzeigen schneller, als sie entfernt werden können.
Und nutzen zahlreiche Tricks, um von den internen Analyseinstrumenten der Autobörsen
- sofern überhaupt vorhanden - nicht erkannt zu werden.
So tarnt sich beispielsweise
ein annehmlicher Betrüger als deutscher Autohandel mit vorgeblich richtiger Niederlassung in
einer mitteldeutschen Stadt - samt Adresse und Telefonnummern. Sogar ein Bild des "Autohandels"
ist auf den Shop-Seiten abgebildet - auf diesem ist allerdings nur ein Schwerlastkran
mit hineinkopierten Firmenschildern zu sehen. Laut Autobörseneinblendung ist dieser
Handel mit etwa 220(!) Fahrzeugen seit Juli 2007
dort angemeldet - und bekommt so nach und nach allein durch die Dauer der Anmeldung
eine unverdiente positive Reputation. Immer wieder werden Anzeigen dieses Autohauses
gelöscht, wenn Nutzer die Betrugsabsicht erkennen und melden. Doch die ebenfalls zur
Autobörse gehörige Händlerseite und auch die Emailadresse, über welche nur eine
Kontaktaufnahme möglich ist, dürfen weiter Anzeigen schalten. Dort gibt es Autos
aller Preisklassen und Marken - nur eben sehr gut ausgestattet und zum Teil extrem
günstig.
Der etwas naive Internetnutzer muss fast zwangsläufig auf einige dieser
Angebote hereinfallen. Beispiele? Ein fünf Jahre alter Golf Diesel mit etwas über
einhunderttausend Kilometern für 4100 Euro - zu diesem Preis werden derzeit neun Jahre alte
Fahrzeuge gehandelt. Nimmt man per Email Kontakt auf, kommt eine englischsprachige
Antwortmail mit einem dem folgenden ähnlichen Text - manchmal auch schlecht
übersetzt in deutsch:
"The vehicle is in good condition, has no technical damage at all, no scratches
or dents, no hidden defects, no smoking ... It has title of ownership, cleared of
any obligations or fees and comes with all the documents you need to register it.
You will not have to pay additional taxes for this (VAT reclaimable). Its my
personal car.I have listed the car under *** NAME so I can sell it faster, but it is
my personal car. I have worked in Germany for the last 2 years and I have purchased
the car there. My company wanted me back home, so currently I am in England (UK).
I have brought the car home with me and it is now located in London, England. I have
decided that it is better to sell it because I don not use it anymore (the steering
wheel is on left side and it is very difficult for me to drive it), it `s a pity to
keep such a car and not to use it. It is listed in Germany because when i have
posted the car on www.mobile.de I had to use a German address. Now I am trying
to sell it back for such a low price because next week I have a deadline term for
paying those taxes. I tried to sell the car in UK, but nobody want`s to buy a left
side steering wheel car. My car is already at the "http://europe-cargo-freight.com"
at their local representant.(i paid this company to take care about transaction). We
can have a deal if you are really interested to buy it. The price is correct and it is
not negotiable and it also includes the transport. Please write me back to discuss
only if you are interested because I am tired of people that ask questions and are
not interested at all. Regards"
Wohlgemerkt - für jedes der etwa 220 Fahrzeuge ist nur eine Person der
Adressat, dessen von den "Händlerdaten" abweichende Mailadresse steht bei jedem
dieser Wagen im Text oder Bild.
2. Höchste Gefahr, wenn das angebotene Fahrzeug im Ausland steht
Fast allen Betrugsversuchen ist gemein, dass die
Autokäufer in das benachbarte Ausland gelockt werden, um den Kauf abzuwickeln. Ob
Sie nun in Frankreich im "ererbten Hotel" des Verkäufers einen gestohlenen
Wagen mit perfekten, aus einer deutschen Zulassungsstelle gestohlenen Papieren
von einem netten Mann kaufen, der einen ebenfalls perfekt gefälschten Personalausweis
vorweisen kann oder ob Sie auf irgendwelche Treuhandkonten- oder Vorkasse-Tricks
hereinfallen - im Ergebnis sind Sie mühsam zurückgelegtes Geld losgeworden. Der
deutsche Käufer des ersten Beispiels ist gar mit dem Verkäufer zur örtlichen
Polizeistation gefahren, um alle Papiere prüfen zu lassen. Jedoch deckte erst
der Versuch der Anmeldung in Deutschland den Diebstahl auf. Trau, schau, wem.
Seien Sie höchst kritisch und meiden Sie Geschäfte außerhalb der deutschen
Staatsgrenze und solche ohne Festnetz-Telefonkontakt. Keiner von uns ist den
Raffinessen gutorganisierter großer krimineller Organisationen gewachsen.
Doch was sollten die Autobörsen-Betreiber tun?
3. Forderungen an die Autobörsen-Betreiber
Es dürfen zunächst einmal keine Anzeigen ohne Telefonnummer zugelassen werden.
Die "Nachricht an den Anbieter"-Funktion muss ersatzlos verschwinden -
kein ernsthafter Anbieter hat mir je auf eine meiner diversen schriftlichen
Anfragen geantwortet, alle bevorzugen den persönlicheren und verbindlicheren
Telefonkontakt.
In Bildern oder im Text versteckte Emailadressen müssen konsequent
verboten und gefiltert werden. Eine bekannte und existente Handy-Nummer kann zwar
einem nicht identifizierbaren Anschlussinhaber gehören, doch erhöht dies die Hürde
für Betrüger beträchtlich.
Des weiteren müssen Telefonnummern von Fahrzeuganbietern, deren Anzeige
einmal aufgefallen und gelöscht wurde, konsequent von weiteren Anzeigenschaltungen
ausgeschlossen werden.
Die Betreiber dieser Auto-Portale dürfen schon gar nicht zulassen, dass
auffällig gewordene Anbieter ohne den Nachweis ihres Gewerbes Händlerseiten in
ihrem System betreiben. Und wenn die Betreiber die vorgeblichen Händler nach einem
Verdachtsfall nicht ausschließen, müssen diese vom Betreiber der Autobörse genauer
überprüft werden - beispielsweise durch Vorlage einer Gewerbeanmeldung.
4. Zusammenfassung der Sicherheitsregeln beim Online-Autokauf und -verkauf
Besonders günstigen und reichhaltig ausgestatteten Angeboten immer misstrauen
Inserieren: Niemals vollständige Adresse und Festnetznummer preisgeben. Besser nur Emailkontakt oder Handynummer angeben.
Telefonat: Trauen Sie niemandem, auch wenn er noch so freundlich auftritt.
Übergabe: Immer einen selbst geschriebenen schriftlichen Vertrag mit Uhrzeit und Meldeadresse sowie Personalausweisnummer des Käufers machen. Vertragsvorducke bergen die Gefahr der Unwirksamkeit eines Haftungsausschlusses, weil diese als AGB angesehen werden, welche widerum einen vollständigen Haftungsausschluss verbieten..
Besichtigung: Aus Sicherheitsgründen und Bollwerk gegen Überredungskünste besser zu Zweit erscheinen.
Besichtigung: Nur an belebten hellen Orten. Niemals im dunkeln oder an menschenleeren oder entlegenen Plätzen.
Probefahrt: Niemals den Interessenten unbegleitet fahren lassen. Zuvor unbedingt einen Haftungsausschluss nach Vorlage von Personalausweis und Führerschein unterzeichnen lassen und diesen nicht auf die Fahrt mitnehmen.
Geldübergabe: Übergabe stets in einer Bank, die die Geldscheine sofort auf Echtheit prüft. Betrag am gleichen Tag auf Konto einzahlen, um beispielsweise das Risiko eines gezielten Einbruchs übers Wochenende zu vermeiden.
Geldübergabe: Mit Ausnahme einer kleinen im Kaufvertrag bestätigten Anzahlung niemals im Voraus zahlen, als Verkäufer niemals Schecks akzeptieren - nur Bargeld.
Fahrzeugübergabe: Den Wagen stets abgemeldet übergeben. Der Käufer bekommt für kleines Geld an jeder Zulassungsstelle ein Kurzzeitkennzeichen, welches auch ohne Fahrzeugdaten schon im Voraus beschafft werden kann.