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Band 1 - 'Einführung in die Grundlagen der Physik'

Erstes Buch von den acht Bänden des Gesamtwerkes 'Hinter den Kulissen unserer Welt - Ein System der Metaphysik

Kapitel 1.6.1 Ooops, ein paar quantentheoretische Grundlagen
Die theoretischen Physiker bauen heute auf das Paulische Ausschließungsprinzip; es besagt, dass nur ein einziges Elektron eine Umlaufbahn innerhalb eines Atoms zu einem gegebenen Zeitpunkt besetzen kann oder genauer: dass in einem neutralen Atom nicht zwei Elektronen denselben Satz an Quantenzahlen haben können [Lit 53]. Dieses Ausschließungsprinzip ist ebenfalls eine rein mathematische Konstruktion, für die hinsichtlich der physikalischen Kausalprinzipien keinerlei Rechtfertigung aufgezeigt werden konnte außer der Tatsache, dass ohne dieses Prinzip die Quantentheorie keinen Sinn ergab. Es ist für die meisten Strukturierungsprozesse in der Natur verantwortlich und ruft die Wechselwirkungskräfte hervor, die Atome zu Molekülen binden und Moleküle zu Kristallen; es bewirkt, dass Eisen magnetisiert werden kann und dass sich Materie nicht beliebig klein zusammenpressen lässt. Die Undurchdringlichkeit der Materie, ihre Stabilität kann hierauf zurückgeführt werden. Nun enthält dieses Prinzip jedoch keinerlei dynamische Aspekte. Es wirkt zwar wie eine Kraft, ist aber keine Kraft.

Innerhalb eines Neutronensterns, in dem diese in einem Atom strukturerhaltenen Bindungen durch extrem große Temperaturen aufgehoben wurden, fallen also die dem Atom sonst eigenen relativ großen Zwischenräume weg. So bleibt von einem durchschnittlichen Sternenkern nach einen diesen Prozess einleitenden Supernova-Ausbruch nur die Masse einer Kugel von etwa 10 Kilometern Durchmessern übrig - allerdings mit einer millionenmal dichteren Masse als der eines weißen Zwerges und dadurch einer sehr starken Raumzeit-Verbiegung entsprechend einem sehr schnellen Zeitfluss, was auch als Gravitation bezeichnet wird.

Nach Broglie ist das Elektron gleichzeitig Korpuskel und Welle. Diese winzigen Teilchen, die man für die letzten und kleinsten Bestandteile hielt , stellten sich nicht als Dinge, sondern als Prozesse heraus - ziemlich analog den Schwingungen von Saiteninstrumenten. Diese Materiewellen wurden zuerst von de Broglie postuliert - einem Liebhaber von Kammermusik -, um die Schwierigkeiten zu überwinden, die das rudimentäre Atommodell von Bohr mit sich brachte. Doch verhielten sich die Bestandteile der Materie einerseits wie materielose Wellen, andererseits jedoch unter bestimmten Umständen wie massive Teilchen. Noch während Eddington seine Zeilen über seinen ‚Schattentisch' schrieb, wurde also dessen Tisch weiter zerlegt, diesesmal nicht in eine Atomstruktur mit ihren großen leeren Zwischenräumen, sondern in noch kleinere Einheiten mit einem weiteren damit einhergehenden bei visueller Betrachtung erscheinenden Strukturverlust: nämlich in Schwingungen [Lit 42]. Diesen für die moderne Physik fundamental bedeutsamen Dualismus, Broglies Feststellung, dass das Elektron gleichzeitig Korpuskel und Welle ist, nannte Bohr das Komplementaritätsprinzip. Diese Komplementarität wurde zur Grundlage für die ‚Kopenhagener Schule' - die von ihm begründete dominierende Richtung in der theoretischen Physik.

Atome sind auch nach Heisenberg [Lit 48] keine Dinge mehr; jedenfalls keine Dinge im Sinne der früheren Physik, die man ohne Vorbehalte mit Begriffen wie Ort, Geschwindigkeit, Energie, Ausdehnung beschreiben könnte. Wenn man bis zu den Atomen hinabsteigt, gibt es keine solche objektive Welt in Raum und Zeit. Die mathematischen Symbole der theoretischen Physik bilden nur das Mögliche, nicht das Faktische ab. Dem kausalen Determinismus in der Physik und damit auch in der Philosophie bereitete Heisenberg durch die von ihm formulierte Unbestimmtheitsrelation (auch Unschärferelation genannt) ein Ende. Schon der Versuch, ein Bild der Elementarteilchen zu entwerfen und über sie in anschaulichen Begriffen zu denken, bedeutet nach ihm, sie vollkommen falsch zu interpretieren. Der neugeprägte Begriff der Komplementarität sollte eine Situation beschreiben, in der wir ein und dasselbe Geschehen mit zwei verschiedenen Betrachtungsweisen erfassen können. Diese beiden Betrachtungsweisen schließen sich zwar gegenseitig aus, aber sie ergänzen sich auch, und erst durch das Nebeneinander der beiden widersprechenden Betrachtungsweisen wird der anschauliche Gehalt des Phänomens voll ausgeschöpft. Was die Kopenhagener Schule Komplementarität nennt, stimmt nach Koestler recht hübsch mit dem kartesianischen Dualismus von Geist und Materie überein.

Bestimmte Quantenphänomene schließen nach Bohm die Ablehnung der klassischen Lehrmeinung, nämlich dass sich ein System entlang einer festgelegten Bahn fortbewegt, zugunsten der Vorstellung ein, dass unter dem Einfluss des Störungspotentials das System dazu neigt, Übergänge in alle Richtungen gleichzeitig vorzunehmen [Lit 36]. Aber auch wenn ein beliebiger physikalischer Vorgang beginnt, sendet er ‚Fühler' in alle Richtungen aus; Fühler, in denen die Zeit umgekehrt sein kann, normale Gesetze verletzt werden und unerwartete Dinge geschehen können. Jedoch nur bestimmte Übergangsarten können nach seiner Auffassung in dieselbe Richtung dauernd voranschreiten, nämlich jene, die reale Transformationen genannt werden, im Unterschied zu den sogenannten virtuellen Transformationen, die gegen das Prinzip der Erhaltung der Energie verstoßen und somit umkehren müssen, bevor sie zu weit geraten sind. Virtuelle Übergänge sind oft von größter Bedeutung, denn eine große Anzahl physikalischer Vorgänge resultiert aus den diesen virtuellen Übergängen und implizieren damit eine reale Wirkung.

Margenau [Lit 51] vertrat ebenfalls die Auffassung, dass es notwendig ist, die Existenz solcher virtuellen Vorgänge herbeizuführen, die von extrem kurzer Dauer sind. Eine sehr kurze Zeit lang kann - wie gesagt - jeder physikalische Vorgang in einer Weise ablaufen, die den heute bekannten Naturgesetzen widerspricht, und sich dabei stets hinter dem Mäntelchen der Unschärferelation verstecken. Diese virtuellen Vorgänge sterben dann aus, und nach einer gewissen Zeit beruhigt sich die Materie wieder. Ein Kunstgriff, um aus diesen Vorgängen Präkognition, also Vorhersehung von Ereignissen zu erklären besteht in der Annahme einer mehrdimensionalen Zeit. Diese gestattet ein Rückwärtslaufen der Zeit, so dass ein zeitlicher Abstand in der einen Dimension positiv, in einer anderen negativ mit der Wirkung vor ihrer Ursache werden kann.

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[André Chinnow "Hinter den Kulissen unserer Welt - Ein System der Metaphysik" Hamburg 2007].

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