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Anleitung zum schadstoffarmen Heizen mit dem Kaminofen

Anheizen ohne Rußbildung, Unterschiede der Brennstoffe, Brennstoff-Quellen und -Lagerung, Kaminofen als Alleinheizung.

Themen auf dieser Seite:

  • Welche Hilfsmittel sind nützlich?
  • Holzlager im Keller oder Freien & Brennholz-Eigenschaften
  • Woher kann ich das Brennholz beziehen?
  • Das richtige Anheizen des Kaminofens
  • Der schadstoffarme Betrieb des Kaminofens
  • FAQ - Fragen, Probleme und Lösungen rund um den Kaminofen

Wussten Sie schon? Ein Raummeter Brennholz enthält 2000 KWh (Kilowattstunden) Heizleistung. Für die gleiche Wärmeleistung verbrennen Sie 300 Kubikmeter Erdgas oder 250 Liter Heizöl. Das klingt ganz gut. Aber wussten Sie auch, dass das Beheizen eines Kaminofens und das gleichzeitige Tragen von guter heller und damit empfindlicher Kleidung zum häufigen Umkleiden führen kann? Davon stand vermutlich nichts in Ihrem Ofen-Prospekt. Man sieht darin nur klinisch reine Aufstellorte mit einigen ebenso sauberen Deko-Holzscheiten. Doch das wahre Leben des Ofennutzers ist rustikaler.


1. Welche Hilfsmittel sind nützlich?

Dies beginnt schon mit dem sinnvollen Zubehör, von dem in Prospekten bis auf ein dekoratives Set mit Ofenbesteck nichts zu sehen ist. Vom klassischen Ofenbesteck brauchen Sie in der Regel nur den Schürhaken und die Schaufel - alles andere ist Dekoration. Hier nenne ich einige weitere Dinge, um die man im täglichen Betrieb nicht herumkommt oder die sich als nützlich erwiesen haben:

  1. Ein paar dicke(!) Arbeitshandschuhe
  2. Einen Schürhaken oder ähnliches
  3. Eine kleine Metallschaufel, um kleinere aus dem Ofen gefallene brennende Holzstücke wieder zurückzuschaufeln und zum Entfernen von Asche aus dem Brennraum
  4. Einen mittelgroßen Pinsel
  5. Einen Küchenschwamm (gelb mit schwarzer Unterseite)
  6. Eine kleine Schüssel
  7. Küchenpapier (Zewa)
  8. Nicht stinkende Grillkohle-Anzünder (Paraffinwürfel), z.B. Aldi® in jedem Frühjahr als Angebot
  9. Extra-lange Streichhölzer, z.B. Aldi® in jedem Frühjahr als Angebot
  10. 3-Liter Gefrierbeutel mit Verschlussclipsen, um die aus der Einschweißfolie luftdicht verpackten Paraffinwürfel einzeln entnehmbar luftdicht aufzubewahren.
  11. Ein Backofenthermometer (siehe Bilder Seite 7), z.B. Aldi® in jedem Herbst als Angebot
  12. Ein Küchen-Kurzzeitmesser für die Anheizphase
  13. Ein größerer Metalleimer (Ikea) oder Weidekorb zum Holzholen
  14. Ein Metalleimer für die Asche aus dem Aschekasten. Asche frühestens zwei Tage nach dem letzten Betrieb in den Ascheimer entsorgen, weil Glutreste einen Brand auslösen würden
  15. Handfeger und Müllschaufel zur schnellen Entfernung von Holzspänen und herausgefallener Asche vor dem Kaminofen
  16. Einen Brikett-Halter oder entsprechendes Behältnis
  17. Einen Kaminofen. Bei Neukauf unbedingt die Emissionsangaben des Herstellers berücksichtigen. Ab 2014 hat der Gesetzgeber strenge Obergrenzen für den Schadstoffausstoß vorgesehen. Orientierung bieten Zertifikate wie das DIN-Plus-Zertifikat, der Blaue Engel und das EFA-Siegel der Europäischen Feuerstätten Gemeinschaft. Offene Kamine könnten Sie durch einen Kamineinsatz täglich nutzen. Dass Kaminöfen mit vielen teuren wärmespeichernden Steinen die Wärme wesentlich länger abgeben halte ich für Unfug. Ist der Ofen aus, kommt auch aus Steinen kaum noch eine nennenswerte Wärme heraus.


2. Das Holzlager - im Keller oder im Freien?

Vorweg: Es verbietet sich, nicht ausgetrocknetes Holz im Keller zu lagern. Wegen der zwangsläufig begrenzten Fläche muss es eng gestapelt werden - zudem ist im Keller keine Rundum-Belüftung des Holzstapels möglich. In Folge würde es schimmeln, muffig riechen und unter dieser Bedingung auch nicht austrocknen. Von den Schimmelsporen würde eine erhebliche Gesundheitsgefahr ausgehen. So können Sie im Keller nur ausgetrocknetes Holz bis zum Verbrauch zwischenlagern. Es reicht auch nicht, wenn das Holz nur gut getrocknet ist, Sie müssen es auch noch absolut trocken - also bei trockener Witterung - in den Keller transportieren können.

Etwas anders verhält es sich mit einem zugigen und luftigen Schuppen oder Unterstand. Sofern Sie Abstände zu Wänden und Dach lassen, trocknet es hierin besser als im Freien. Weitere Varianten sind der freistehende Holzhaufen und die schmale Stapelung an einer Außenwand. Letztere ist dem Holzhaufen vorzuziehen, weil die Scheite an der Wand gestapelt schneller trocknen, als wenn sie zu einem zwei Meter hohen Berg aufgeschichtet sind. Eine obere Abdeckung ist für den Holzhaufen fast Pflicht, aber andererseits schränkt sie die Belüftung ein. Holzstapel also nicht seitlich, sondern nur oben abdecken. Denn ein rundum abgedichteter Holzhaufen würde seine Feuchtigkeit im Trocknungsprozess nicht abgeben können. Holzhaufen sind also zur Holztrocknung nicht unproblematisch, denn vor allem in der Mitte bleibt das Holz lange feucht.


3. Die Eigenschaften der verschiedenen Kaminofen-Brennstoffe?

Die folgende Liste nennt die Eigenschaften der Brennstoffe:

  1. Anzündholz: Schnell abbrennendes dünn gespaltenes Holz aller Sorten oder kleine Bretter und Zweige
  2. Braunkohle-Briketts: Langsam abbrennend / hoher Heizwert / typischer Geruch im Abgas
  3. Eiche: Langsam abbrennend / hoher Heizwert / 3 Jahre Trocknungszeit / Gerbstoffe schaden dem Schornstein
  4. Buche und Esche: Langsam abbrennend / hoher Heizwert / 3 Jahre Trocknungszeit
  5. Erle: Mittelschnell abbrennend / 2 Jahre Trocknungszeit
  6. Birke: Mittelschnell abbrennend / geringe Rußbildung / 2 Jahre Trocknungszeit
  7. Nadelholz: Schnell abbrennend / 1 1/2 Jahre Trocknungszeit / geringer Heizwert / Funkenflug durch Harz
  8. Papierbriketts: Mittelschnell abbrennend / geringer Heizwert / extreme Rußbildung

Die obige Angabe der Trocknungszeiten beziehen sich auf ofenfertig zerkleinertes Holz.


4. Vorbereitungen zum Zerkleinern von Fällholz

Sofern Sie nicht andere für sich arbeiten lassen und diese teuer bezahlen, werden Sie nicht umhin kommen, sich eine benzingetriebene Kettensäge zuzulegen und einen Kettensägenschein zu machen. Ich warne ausdrücklich vor dem Arbeiten mit Kettensäge ohne Einweisung - Sie werden Fehler machen, die Ihnen Gliedmaßen kosten können! Weiß man jedoch, wie diese Geräte sicher betrieben werden, ist die Kettensäge eine unschätzbare Hilfe. Nehmen Sie nur ein benzingetriebenes Modell - es erfordert zwar einen größeren Wartungsaufwand, dafür können es Sie an jedem Ort einsetzen. Denn wo ist im Wald schon eine Steckdose?


5. Berechnungsgrößen für ofenfertiges Schnittholz

Sortenreines Brennholz enthält maximal zehn Prozent Fremdhölzer. Achten Sie im Preisvergleich auf die Mengenangabe: Als Brennholz-Verkaufseinheiten gibt es den

  • Festmeter (Fm, keine Hohlräume),
  • Ster oder auch Raummeter (Rm, mit Hohlräumen),
  • Schüttraummeter (SRm, lose geschüttet mit Hohlräumen)
  • und Gewicht (Kg, vom Wassergehalt des Holzes abhängig - daher Restfeuchtemessung nötig).

Grobe Umrechnungstabelle für Raummeter/ Schüttraummeter und Festmeter:

  • 1 Rm = 0,5 Fm = 1,5 SRm
  • 1 Fm = 1,8 Rm = 2,4 SRm
  • 1 SRm = 0,4 Fm = 0,8 Rm

Der jährliche Bedarf wird zwischen 3 SRm/1,2 Fm (Wenignutzer) und 24 SRm/10 Fm (Heizungsersatz) je Kaminofen betragen. Wenn Sie das trockene Brennholz enggestapelt im Keller schichten, ist es sinnvoll für den Platzbedarf in Festmeter (Fm) zu rechnen. Haben Sie viel Platz, wird es vermutlich nur lose geschüttet - dann ist SRm Ihr Maß.


6. Holzabfälle von Holzverarbeitungsbetrieben

Erkundigen Sie sich nach großen Unternehmen in Ihrer Nähe, welche Holz für den Fenster- und Türbau, für Transportkisten oder Möbel etc. verarbeiten. Für diese Firmen ist Restholz Abfall, der teuer zu entsorgen wäre, wenn Sie nicht kämen. Der Vorteil ist, dass derartiges Konstruktionsholz sauber, oft in den Ofen passend geschnitten und in der Regel schon ausreichend getrocknet ist, um ohne weitere Trocknungszeit eingesetzt werden zu können.


7. Holz vom Landschaftsgärtner

Im Winterhalbjahr fallen beim Gartenbau-Fachbetrieb besonders viele Baumfällarbeiten an. Somit können Sie Holz in der Fäll-Saison recht günstig erwerben. Etwas teurer wird es, wenn Sie es passend auf Scheitgröße geschnitten haben möchten. Und soll der gute Mann es auch noch liefern, müssen Sie auch das bezahlen. Schließlich würden auch Sie nicht Zeit, Geld und Arbeitseinsatz einen Fremden schenken, nur weil es dieser gerne so hätte. Das wird in den Verhandlungen oft übersehen. Also: Am billigsten wird es, wenn Sie Ihre Kettensäge, Arbeitshandschuhe, die Arbeitsleistung und das Transportfahrzeug selbst zur Verfügung stellen und nur das grob geschnittene Fällholz (ungespaltenes Stamm- oder Astholz) erwerben.


8. Holz aus dem Wald

Dies ist der bekannteste und klassische Weg, um an Brennholz zu kommen. Er führt - sofern es kein Privatwald ist - stets über den Förster, der Ihnen Einzelheiten nennt. Fragen Sie Ihre Gemeindeverwaltung nach dessen Kontaktdaten. Das grob geschnittene Fällholz (ungespaltenes Stamm- oder Astholz) muss in der Regel selbst in transportierbare Einheiten gesägt werden.


9. Brennholz vom Entsorgungsbetrieb für Gartenabfälle

Es gibt landesweit einige private Entsorgungsunternehmen für Gartenabfälle. Dorthin werden die Abschnitte von Baumfällaktionen gebracht. Erkundigen Sie sich im Branchenbuch oder bei Ihrem Gärtner nach einen Betrieb und fragen Sie dort einfach mal an - für das Unternehmen ist Ihr begehrtes Brennholz aufwendig zu entsorgender Abfall, den es in der Regel gegen kleines Geld gerne hergibt.


10. Brennholz vom Baumarkt oder Holzhandel

Dies ist die teuerste Möglichkeit, an Holz zu kommen. Dafür ist es auf Scheitgröße passend gesägt und wird auf Wunsch frei Bordsteinkante geliefert. Manche Baumärkte erlauben gar eine Online-Bestellung.


11. Wie dick sollten die Holzscheite sein?

Die Holzscheite sollten eher in kleine Stücke gesägt und gespalten werden. Kleine Scheite trocknen schneller und verbrennen zudem schadstoffärmer mit höheren Temperaturen als große Holzscheite. Hierdurch kann der Brennraum bei gleicher Heizleistung mit weit weniger Holz beschickt werden. Folglich wäre es Verschwendung, die Brennkammer vollständig mit kleineren Scheiten zu Befüllen. Allerdings muss bei Verwendung kleinerer Stücke häufiger nachgelegt werden.


12. Der Holztransport - Kofferraum oder Anhänger?

In den Kofferraum eines Mittelklassewagens oder Kombis bekommen Sie gut einen Raummeter Brennholz, wenn sie bereits beim Einfüllen die Scheite etc. sortieren und eng legen. Werfen Sie diese nur lose hinein, passt nicht einmal die Hälfte Holz hinein.

Ob Sie Ihren Kofferraum für diese Nutzung freigeben oder einen Anhänger benutzen ist fast egal: Es gibt kleine Anhänger mit maximal einem Raummeter Fassungsvermögen und wesentlich größere - ebenso gibt es kleine Kofferräume und große. Gegen den Autotransport spricht, dass Sie hinterher in allen Ecken Holzspäne haben werden, die sich gerne im Teppich festsetzen. Sofern Sie häufiger Brennholz beschaffen müssen, böte sich ein Kombi oder ein mittelgroßer Anhänger mit hoher stabiler Rundum-Seitenbeplankung an.


13. Wichtige Hinweise:

  1. Niemals flüssige Anzünder verwenden! Mangels Frischluftzufuhr besteht eine extrem hohe Explosionsgefahr durch Verpuffung.
  2. Niemals feuchtes Holz zum Trocknen auf den Ofen legen - die Hitze würde Gase aus dem Holz ausdünsten und entzünden!
  3. Niemals das Fach unter den Ofen bis hoch zum Aschekasten befüllen - dieser wird bei einigen Bauarten und hohen Ofentemperaturen so heiß, dass er das ausgasende Holz entzünden kann. Lesen Sie in der Betriebsanleitung des Ofens nach, ob dort überhaupt Holz eingelegt werden darf. Das Vorhandensein dieser großen Öffnung unter dem Ofen impliziert allein noch nicht deren Tauglichkeit zur Holzaufbewahrung. Wenn dort unter dem Aschekasten Holz eingelegt werden darf: Legen Sie feuchtes Holz mit jeweils etwas seitlichen Abstand und wenigen Zentimetern Platz nach oben zum Aschekasten dort ein. Dank der Wärmeabstrahlung trocknet es schnell.
  4. Niemals Holz seitlich am Ofen aufstapeln. Es muss ein Abstand zu brennbaren Stoffen von wenigstens 80 Zentimetern eingehalten werden. Holz ist durch bei Erwärmung austretende Gase leicht entzündlich.

Die Folgen falscher Holzlagerung sehen Sie in diesem Polizeibericht (Öffnet im neuen Fenster).


14. Brennraum vorbereiten und Scheibe reinigen

Zur Vorbereitung des Brennraums fegen Sie mit einem mittelgroßen Pinsel die alte Asche seitlich vom Gitterrost an die Rückwand. Dort können Sie einen Teil der Asche leicht mit Schaufel und Metalleimer entfernen. An den Seiten und an der Rückwand lassen Sie einen kleinen Wall alter Asche stehen - diese beschleunigt - warum auch immer - die Erwärmung des Ofens und die Bildung eines neuen Glutbettes. Ein Ofenhersteller empfiehlt gar, so viel alte Asche als möglich im Brennraum zu belassen. Wenn der Aschekasten mehr als zwei Drittel gefüllt ist, sollte er geleert werden, ansonsten die Asche durch Rütteln darin vor jedem Anheizen nur gleichmäßig verteilen. Achtung Brandgefahr: Zu entsorgende Asche muss mindestens zwei Tage in einem Metalleimer ausglühen können, bevor sie dem Restmüll hinzugefügt wird. Sind gar kleine Holzstückchen darin, dauert es noch länger, bis die Glut erloschen ist.

Dann nässen Sie einen handelsüblichen Haushaltsschwamm und putzen damit das Sichtfenster. Bei nur leichten Verschmutzungen infolge sauberer Verbrennung reicht das Abwischen mit einem Stück trockenen Küchenpapier (Zewa). Wenn der Ruß zu fest sitzt, tippen Sie den feuchten Schwamm in etwas Asche - damit reibend löst sich sofort fast jede Verschmutzung. Dann kurz feucht nachwischen und mit Küchenpapier trockenreiben. Einfacher kann man die Scheibe nicht sauber bekommen. Ich nehme hierbei übrigens immer die schwarze härtere Seite der gelben Küchenschwämme und habe nach sechs Jahren der Reinigung noch keine Kratzer im Glas. Ich will jedoch nicht ausschließen, dass es empfindlichere Scheiben gibt. Also am besten an unauffälliger Stelle ausprobieren. Ganz hartnäckige Verschmutzungen entstehen, wenn ein Holzscheit an der Scheibe anlehnend verbrennt. Das ist nicht weiter schlimm. Selbst die Reste dieser hartnäckigen Verschmutzung verschwinden nach einiger Zeit durch die Hitzeeinwirkung von selbst, wenn der Ofen bei optimaler Temperatur betrieben wird.


15. Brennraum optimal mit Holz beschicken

Schichten Sie das Anzündholz (stets dünnere Holzteile, niemals dicke Holzscheite) und zunächst drei kleine(!) Holzscheite wie folgt: Zuerst zwei Brettchen auf das Rost mit Platz in der Mitte für den Paraffin-Anzünder (siehe Bilder Seite 7). Darüber quer gestellt hinten an die Wand zunächst ein Brikett und davor drei schmale Brettchen oder ähnliches. Darüber folgen zwei mittelgroße Holzscheite. Diese Konstruktion brennt schnell an und heizt daher den Brennraum auch schnell und entsprechend schadstoffarm auf. Je dünner und trockener das verwendete Anzündholz ist, desto schneller entsteht Hitze. Das Braunkohle-Brikett an der Rückwand sorgt dafür, dass schon früh ein kräftiges Glutbett im Brennraum liegt. Denn Holz allein braucht wesentlich länger, um ein heißes Glutbett entstehen zu lassen. Ähnlich gehen Sie vor, wenn Sie den Ofen statt mit Konstruktionsholz-Abfällen mit dünnen Zweigen und Ästen anheizen.
Vorsicht: Verwenden Sie niemals flüssige Anzünder - wegen der mangelnden Durchlüftung würde es im Brennraum zu explosionsartigen zu Verpuffungen kommen. Selbst im Freien ist deren Verwendung noch sehr gefährlich.

Nicht das Holz fängt im Brennraum Feuer, sondern zunächst nur die durch Wärme herausgelösten Gase. Diese entzünden sich und liefern die sichtbaren Flammen. Als Anzünder niemals Papier oder Pappe verwenden - diese entwickeln nur geringe Temperaturen, rußen in der Verbrennung besonders stark und die leichte Asche fliegt bei geöffneter Brennraumtür umher. So verbrennt das Papier häufig schneller, als das Anzündholz Feuer fangen kann. Daher bräuchten Sie schon sehr viel Papier/Pappe mit den beschriebenen Nachteilen.

Selbst wenn Sie den Ofen hauptsächlich mit Kohle-Briketts beheizen wollen, empfiehlt es sich, ihn erst einmal in der beschriebenen Weise mit Anzündholz und einigen Holzscheiten auf Betriebstemperatur zu bringen. Das reduziert den für Braunkohle typischen Schwefelgeruch erheblich. Ihre Nachbarn wird es freuen. Ist der Ofen dagegen auf Betriebstemperatur, verbrennen auch Braunkohle-Briketts nahezu geruchlos, sofern immer nur zwei Stücke zur Zeit und nicht zu viele auf einmal nachgelegt werden.


16. Das Anzünden der Kaminofen-Füllung

Die geruchsfreien Grillkohle-Anzünder (Paraffinwürfel) haben Sie nach dem ersten Öffnung der Verpackung in einen Gefrierbeutel umgefüllt und luftdicht verschlossen - denn andernfalls würden deren beigefügte zündfähige Bestandteile vergasen. Entnehmen Sie einen Paraffinwürfel und schieben Sie den brennenden Würfel in die Mitte unter das eingelegte Holz. Zünden Sie ihn mit den extralangen Streichhölzern an und schieben Sie ihn mit dem Streichholz gleich noch tiefer in den Ofen hinein. Dann schließen Sie die Ofentür und kontrollieren nochmals, ob der Unterluftschieber ganz geöffnet ist. Die Ascheschublade sollte ganz geschlossen sein.

Stellen Sie Ihren Küchen-Kurzzeitwecker auf zwanzig Minuten. Dann ist es Zeit, den Schieber zweidrittel bis 80 Prozent zu schließen. Wenn Sie nicht gerade unverwandt den Abbrand bewundern, vergisst man dies leicht. Infolge erreichte der Ofen nicht seine optimale Betriebstemperatur, weil die hohe Luftzufuhr die Hitze zu schnell in den Rauchabzug abführt.

Stellen Sie danach den Küchen-Kurzzeitwecker nochmals auf zwanzig Minuten. Dann sollte die Betriebstemperatur erreicht und das Holz zum größten Teil mit weißer Asche belegt sein. Wenn dem so ist, schließen Sie den Unterluftschieber ganz. Legen Sie etwas Holz nach, wenn der das Holz im Ofen etwas zusammengesackt ist. Beim ersten Nachlegen noch keine sehr großen Klötze einlegen - noch ist der Ofen nicht heiß genug.


17. Richtige Temperatur und Flamme

Faustregel: Der im Amtsdeutsch Kleinfeuerungsanlage genannte Ofen hat die zu einem emissionsarmen und russarmen Abbrand erforderliche Temperatur erreicht, wenn sich weiße Asche auf Holzstücken und Briketts zeigt. Nach der ersten Anheizphase sollen bei (fast) geschlossenen Unterluftschieber kleine bläuliche Flammen vorherrschend sein - große gelbe Flammen sind Zeichen unvollständiger und rußender Verbrennung, welche nur in der Anwärmphase unvermeidbar sind. Ganz verkehrt ist es, den Ofen nach dem Anheizen weiter mit sehr viel Luftzufuhr zu betreiben. Zwar gäbe es ein beeindruckendes gelbes Flammenspiel und lautes Knistern und Knacken, doch würde sämtliche Wärme vor der Abgabe in den Raum zum Schornstein hinausgeblasen. In Folge wäre die Verbrennung wegen der zu großen Frischluftzufuhr zu kalt und somit im nicht im optimalen Temperaturbereich (auch, wenn Ihr Ofenthermometer Betriebstemperatur anzeigt), was den Holzverbrauch sowie Schadstoff- und Russemissionen erhöht.

Befüllen Sie nach Möglichkeit den Brennraum nur im Bereich des Gitterrostes - nicht zu weit nach vorn oder seitlich. Der Abbrand ist nur dort russfrei und sauber, wo er im Luftstrom liegt. Selbst bei geschlossenem Unterluftschieber tritt noch ein geringer Luftstrom durch das Gitterrost - andernfalls würde der Ofen aus Sauerstoffmangel ausgehen. In einem voll gestopften Brennraum wird der Luftstrom derart behindert, dass kein sauberer Abbrand möglich ist. Unverbrannte Holzstückchen in der Asche, dunkle Asche sowie verrußte Schamott-Steine und Scheiben weisen auf eine unvollständige und unsaubere Verbrennung hin. Umgekehrt weist vollständig verbranntes Brennholz und weiße Asche sowie saubergebrannte Schamott-Steine und Scheiben auf eine sehr saubere, emissionsarme Verbrennung bei hoher Betriebstemperatur hin.

Mit einem Backofenthermometer lässt sich die Brennraum-Temperatur einfach kontrollieren. Stellen Sie es in die Ablage über der Ofentür ganz an die Rückseite zum Brennraum - oder wenn diese Ablage bei Ihrem Ofenmodell fehlt, auf den Ofen direkt an das Ofenrohr. Der Wert der angezeigten Temperatur an sich ist völlig gleichgültig. Merken Sie sich nur einmal, bei welcher Temperatur sich die erste weiße Asche auf dem Holz zeigt - das ist der Moment, in dem der Unterluft-Schieber zunächst 2/3tel geschlossen wird. Das Thermometer im Ablagefach über der Ofentür zeigt dann etwa bei 150 Grad (mit Eisenwand zwischen Thermometer und Brennraum) oder 100 Grad (mit Keramikverkleidung zwischen Thermometer und Brennraum). Wenn der Holzhaufen zusammensackt, kann der Unterluftschieber zu 80 Prozent geschlossen werden.

Nach etwa einer Stunde sollte der Kaminofen richtig durchgeheizt sein. Merken Sie sich jetzt die am Thermometer angezeigte Betriebstemperatur (beispielsweise 200 Grad) Ihres Ofens und schließen den Unterluftschieber ganz. Wenn dann das Holz runtergebrannt und die Temperaturanzeige auf den ersten Wert (eines gerade angeheizten Ofens) zurückgefallen ist, legen Sie Holz beliebiger Größe nach. Fällt die Temperatur zurück, obwohl ausreichend Holz im Brennraum ist, erhöhen sie etwas die Luftzufuhr durch zunächst fingerbreites Öffnen des Unterluftschiebers. Kann das Holz nur mit ständig geöffneten Luftschieber verbrannt werden, ist es zu feucht zum Verheizen.

Das ist alles. Der Unterluftschieber kann nach dem Erreichen der Betriebstemperatur (etwa nach einer Stunde) normalerweise durchgehend geschlossen bleiben - außer bei Inversionswetterlagen oder zu feuchtem Holz oder zu großen Holzscheiten oder nur einem eingelegten Holzscheit (es bedarf wenigstens zweier sich kreuzender Hölzer). Lässt man jedoch die Temperatur bis zum Zeitpunkt des Nachlegens versehentlich noch weiter abfallen, wäre das Feuer am Ausgehen und nur noch unter stark erhöhter Luftzufuhr und erhöhtem Schadstoffausstoß wieder in Gang zu bringen. Das muss nicht sein.


18. Die Phasen des Abbrands

  1. Nach dem Anzünden des optimal geschichteten Kleinholz erwärmt sich der Brennraum über etwa zwanzig Minuten bis auf 2/3tel seiner Betriebstemperatur und es zeigt sich weiße Asche. Der Unterluftschieber kann nur zu 2/3tel geschlossen werden. Wenn später die erste Holzschichtung etwas zusammenfällt, sollte der Luftschieber für Unterluft zu 80 Prozent oder ganz geschlossen werden. Nur bei ungünstiger Witterung (Inversionswetterlage), wenn die Luft über dem Haus die Abgase nicht nach oben zieht oder zu großen oder zu feuchten Holzstücken oder zu vielen nachgelegten Holzscheiten, muss dieser Unterluft-Schieber auch weiter als etwa fingerbreit geöffnet bleiben. Der Luftschieber der Scheibenspülung dagegen bleibt außer bei einem Schornsteinbrand immer vollkommen geöffnet.
  2. In der folgenden Stunde erreicht der Ofen durch zunehmende Glutbildung seine Höchsttemperatur. Inzwischen mussten einmal kleinere Holzscheite nachgelegt werden. Ein guter Abbrand ist an einer zunehmend gleichmäßigen Bedeckung mit weißer Asche auf der Oberfläche des Brennguts und an mehr bläulichen als gelben Flammen zu erkennen. Ist die Asche durchweg dunkelgrau und bleiben Schamottsteine und Scheibe rußig, bekommt der Brennraum zuwenig Sauerstoff (siehe Seite 6: FAQ).
  3. Bevor das Brenngut ganz heruntergebrannt ist, sollten gelegentlich
    • ein großes Holzstück und mehrere kleine sowie ein Brikett (Brenndauer mehr als eine Stunde)
    • oder drei bis vier Briketts und ggf. etwas Kleinholz
    nachgefüllt werden. Jedoch ist es zur Erhaltung einer hohen Brennraumtemperatur und für den russarmen Betrieb besser, kleine Mengen häufiger nachzulegen als seltener eine sehr große Menge. Zudem wird bei großen Stücken und/oder großen Mengen die Brennraumtemperatur abfallen, was Sie durch eine Vergrößerung der Unterluftzufuhr ausgleichen müssen, um ein Rußen zu vermeiden. Diese Phase kann solange betrieben werden wie sich jemand findet, der nachlegt. Verlassen Sie beispielsweise für einige Stunden das Haus, ist die Wahrscheinlichkeit unter Verwendung von Briketts größer, nach der Wiederkehr noch ausreichend Glut zum problemlosen erneuten Anheizen vorzufinden. Legen Sie also vor dem Gehen noch zwei Briketts an die Seiten neben das Gitterrost.
  4. In der Schlussphase sind kaum noch Flammen zu sehen. Der Ofen kann jedoch noch weitere zwei Stunden Wärme abgeben. Und zur Not lässt sich mit der Restglut noch ein Feuer entfachen. Jedoch ist es ungleich schwerer, einen einmal fast runtergekühlten Ofen wieder auf Betriebstemperatur zu bringen als einen frisch beschickten. Das liegt dann vermutlich an ungünstiger Beschickung mit Anzündholz und Holzscheiten. Denn wer möchte schon in der Restglut ein neues Türmchen stapeln - vor ein paar Stunden reichte doch das Nachwerfen?


19. Die Reinigung von Kaminofen und Rauchabzug

In der Regel genügt es, den Schornstein einmal jährlich fegen zu lassen. Der Schornsteinfeger erkennt, wenn eine häufigere Reinigung notwendig ist. Die zweite Kehrung sollte dann etwa in der Mitte der Heizperiode erfolgen - es wäre unnütz, einmal vor Beginn und einmal nach deren Ende zu fegen.

Das Ofenrohr braucht in der Regel nicht gereinigt zu werden, wenn der Ofen immer seine Betriebstemperatur erreicht. Dann setzt sich dort nur wenig Russ ab. Befindet sich in Ihrem Ofenrohr ein Luftschieber, dann bewegen Sie ihn einmal im Jahr ein paar mal hin und her - so löst sich daran befindlicher Ruß, der Luftdurchsatz wird nicht eingeschränkt. Zur Not könnte man ohne eine schmutzige Demontage das Ofenrohr durch dessen verschraubter Reinigungs- respektive Schieberklappe reinigen - der Schornsteinfeger hat das passende Werkzeug. Aber im Baumarkt gibt es in der Haushaltswaren-Abteilung Reinigungsgeräte, die Sie hierfür zweckentfremden könnten. Doch ohne Not sollte man sich das nicht antun.


Frage 1: Wie dick darf Brennholz sein?

Zum Anheizen des Kaminofens nur dünne Holzscheite verwenden, weil sich diese in ihrem gesamten Durchmesser schneller erhitzen, ohnehin bei gleicher Lagerdauer gründlicher ausgetrocknet sind und heißer verbrennen als dicke Holzklötze.

Erst wenn der Kaminofen eine hohe Betriebstemperatur erreicht hat (frühestens nach einer Stunde), kann auch ein dicker Klotz zur Zeit eingelegt werden. Als Docht brauchen diese zum russfreien Abbrand stets einen, besser zwei daneben-, darüber- oder angelegte dünne Holzscheite oder Holzbretter. Wenn sich dabei Rauch bildet oder die Glasscheibe zu verrussen beginnt, muss die Unterluft-Zufuhr erhöht werden - dicke Klötze benötigen zum russfreien Abbrand mehr Sauerstoff als Kleinholz.

Grundsätzlich spalte ich alle Hölzer inzwischen in relativ kleine Holzscheite. Diese verbrennen sauberer und heißer als dicke Klötze - folglich kann ich das Zimmer mit viel weniger nachgelegtem Holz beheizen. Während er mit dicken Klötzen vollgestopft ist, wird mit kleinen Hölzern höchstens die Hälfte der Höhe des Brennraums belegt. Mehr wäre Verschwendung, denn heißer als heiß geht nicht. Es muss zwar etwas öfter nachgelegt werden, man verbraucht jedoch in der Summe nicht mehr Holz. Ich erkenne also in der Verwendung von dünnen Scheiten Vorteile.


Frage 2: Was tun, wenn sich die Tapete durch Hitzeentwicklung von der Wand löst?

Ein Ofen, der im Winterhalbjahr ständig betrieben wird, erfordert eine angepasste Aufstellung. Hierzu gehört nach meiner Erfahrung, dass entgegen dem nur gelegentlich genutzten Ofen die Tapete hinter und um den Ofen herum entfernt wird. Denn die Dauerbelastung mit hohen Temperaturen hält kein an die Wand geklebtes Papier lange aus. Sie können die Tapete um den Ofen herum entfernen und den Übergang vom mit Wandfarbe gestrichenen Putz zur Tapete über weiß gestrichene Holzprofilleisten vornehmen. Dennoch ist bei einem intensiv genutzten Kaminofen im Umkreis von zwei Metern immer wieder mit Tapetenablösungen zu rechnen.


Frage 3: Kann sich der Kaminofen unter starker Hitzeeinwirkung verziehen? Und kann es dabei zum Schornsteinbrand kommen?

Siehe auch Frage 8. Wird der Kaminofen auch nach dem Anheizen unter ständiger hoher Luftzufuhr und kleinen Holzstücken betrieben, entwickelt er extrem hohe Temperaturen bis in den Schornstein hinein. Zum einen kann die Hitze zum Verzug der Stahlkonstruktion des Kaminofens führen. Zum anderen könnte sie bei einem verrussten oder nicht jährlich gekehrten Schornstein zum Schornsteinbrand führen - dessen russ entzündet sich an den heißen Ofenabgasen und verbrennt vollständig.

Ist es passiert, brennt der Schornstein bei harter Dachung und druckdichtem Schornstein in der Regel aus, ohne einen Brand auszulösen. Schließen Sie dann sofort jede Luftzufuhr am Ofen (Ofentür, Ascheschublade & alle Luftschieber) und informieren Sie die Feuerwehr und den Schornsteinfeger. Bei einem Reetdachhaus kann dies durch Funkenflug schnell zum Brand führen. Selbst Schornsteinfeger gestehen ein, dass sie selbst einen bewusst initiierten, kontrollierten Abbrand nur mit größter Sorge begleiten. Nicht zuletzt könnte ein alter gemauerter Schornstein, der nicht mehr druckdicht ist, die Hitze nach innen ins Haus abgeben und hierdurch einen Brand auslösen.


Frage 4: Kommt durch Brennholz Ungeziefer in mein Haus?

Sofern Sie kein Abfallholz eines holzverarbeitenden Betriebes verwenden, lässt es sich nicht vermeiden, dass mit dem Brennholz auch einiges an Spinnen und deren Freunde hereingetragen werden. Wenn Sie das Holz Eimerweise von draußen holen, können sie jeden Holzscheit kurz abklopfen, auf einen Stein schlagen oder ähnliches. Dabei fällt schon so manches Insekt ab. Gleich, ob das Brennholz in den Keller oder in das Wohnzimmer gebracht wird - ein paar Stöße Insektenspray in den Lagerbehälter oder im Keller wenigstens im Krabbelbereich einmal Drumherum helfen, die Plage einzudämmen. Doch Vorsicht: Dabei gut durchlüften. Das Zeug ist hochgiftig, verwenden Sie es sparsam. Beispielsweise ist es völlig ausgeschlossen, durch Insektenspray in einem Raummeter Brennholz alles darin befindliche Ungeziefer beseitigen zu wollen. Sie würden nur sich selbst vergiften.


Frage 5: Ein brennendes Holzstück fällt heraus - was tun?

Das ist kein Beinbruch - wenn Sie vorbereitet sind. Ich öffne die Ofentür ohnehin nur mit dicken Arbeitshandschuhen aus dem Baumarkt. Fällt etwas heraus, greife ich es mit dem Handschuh und schiebe/werfe es zurück. Das Greifen, einlegen und loslassen muss natürlich sehr schnell gehen, sonst wird es auch im Handschuh zu heiß.

Für weniger Verwegene böte sich eine stabile große Greifzange an, wie sich gelegentlich im Grillzubehör zu finden ist. Sie muss in sich verwindungssteif sein, große Greifzangen haben und ist dennoch nur eine Notlösung. Größere Stücke bringen Sie am sichersten mit einer Metallschaufel (beispielsweise aus dem Kaminofen-Besteck-Set) zurück in den Ofen. Sorgen Sie dennoch für einen Feuerlöscher auf der Etage. Der Schürhaken des Kaminofen-Besteck-Sets ist dagegen nur hilfreich und nützlich, um innerhalb des Ofens etwas zu verschieben.


Frage 6: Infiziert wurmstichiges Brennholz gesundes Holz im und am Haus?

Ich rate insbesondere bei alten Häusern mit Holzkonstruktionen dringend davon ab, vom Holzwurm befallenes Holz im Ofen zu verbrennen. Die Holzwürmer verbreiten sich durch Flug(!) im nahen Umkreis. Es ist nahezu unmöglich, die Möglichkeit der Ausbreitung zu verhindern. Zwar fliegen Holzwürmer nicht ständig umher, könnten es aber. Ist dies geschehen, kann versucht werden, den Holzwurm über hierfür geeignete Gifte zu beseitigen. Wegen des Risikos sich erheblich ausbreitender Schäden ist dies eine Sache für den Fachmann.


Frage 7: Warum wird mein Ofen nicht richtig heiß und geht aus?

Erreicht der Ofen nicht binnen einer halben Stunde seine optimale Brenntemperatur, müssen Sie Ihre Anheiz-Gewohnheiten verändern (Siehe auch Ziff. 5). Entweder

  • war das Brenngut nicht locker genug geschichtet
  • oder der Anzünder untauglich
  • oder es fehlte dünnes Anzündholz
  • oder die darüberliegenden ersten Holzscheite waren zu dick
  • oder der Brennraum wurde im kalten Ofen überfüllt
  • oder der Aschekasten ist randvoll, so dass dem Brennraum keine Unterluft zugeführt wird
  • oder das verwendete Holz ist durch zu kurze Lagerzeit nicht durchgetrocknet oder regennass
  • oder er bekam in der ersten Viertelstunde zuwenig Luft über den Unterluft-Schieberegler
  • oder der Raum ist von einer Außen-Luftzufuhr abgetrennt (Niedrigenergiehaus, Nullenergiehaus) und der Ofen folglich von der Sauerstoffeinfuhr bei geöffneten Luftschiebern. Oft qualmt es dann bei geöffneter Ofentür in den Raum hinein. Der Ofen kann nicht ziehen, weil nirgends die hierfür benötigte Luft in den Wohnraum eindringen kann - der Wohnraum gleicht einem hermetisch abgeschlossenen Vakuum. Lösung: Fenster öffnen und Dunstabzugshaube in der Küche während des Ofenbetriebs nicht benutzen - sie verschlimmert das Problem, weil sie ihrerseits Luft aus dem Haus saugt und den vom Kaminofen erzeugten Unterdruck verstärkt.
  • oder Sie haben schon zu Beginn einen großen Holzklotz oder nur große Holzklötze in den Ofen gegeben - es braucht schon zwei drei kreuz und quer angeordnete, verschieden große Scheite und einen Ofen auf Betriebstemperatur, damit ein großer Holzklotz russfrei runterbrennt. Tipp: Je kleiner und trockener die größeren Scheiten beigelegten Holzstücke sind, desto heißer wird der Ofen und desto schneller wird die Betriebstemperatur erreicht.
  • oder Sie haben zu viel Holz auf einmal nachgelegt - dann Unterluftschieber ganz öffnen, bis das nachgelegte Holz mit weißer Asche bedeckt ist (circa 10 bis 15 Minuten, bis die Betriebstemperatur wieder erreicht ist).
  • oder der Rauchabzug ist durch falsches Heizen (russbildung) oder ausgelassene jährliche Reinigung verstopft

Frage 8: Was tun, wenn der Ofen zu heiß wird?

Zu heiß kann der Ofen bei geschlossener Unterluft-Zufuhr sowie geschlossener Aschekasten-Schublade eigentlich gar nicht werden - eine sehr hohe Temperatur bedeutet nämlich eine optimale Ausnutzung des Brennstoffs sowie eine sehr saubere Verbrennung mit wenig Schadstoffen. Diese hohe Abbrenntemperatur darf jedoch nicht mit einem hohen Luftdurchsatz, also einem geöffneten oder teilgeöffneten Unterluft-Schieber erreicht und betrieben werden. Dieser müssen bereits nach der ersten Weißglutbildung zunächst teilweise und später - bei trockenem Holz - ganz geschlossen werden. Denn durch eine weitere hohe Luft- und damit Sauerstoffzufuhr könnte der Kaminofen überhitzen und sich verziehen. Der Luftschieber der Scheibenspülung dagegen bleibt außer bei einem Schornsteinbrand immer vollkommen geöffnet.

Zudem brennt das Brennmaterial bei unnötig hoher Luftzufuhr viel zu schnell herunter, ohne dass die Wärme auch entsprechend an den Innenraum abgegeben werden kann. Denn hierbei würde die entstehende Hitze in den Rauchabzug abgeleitet, ohne dem Wohnraum zu nutzen.


Frage 9: Mein Holz verbrennt zu schnell, was tun?

Ist die im vorgenannten Punkt beschriebene Belüftung korrekt, entstehen die Unterschiede in der Brenndauer einer Befüllung nur noch

  • im verwendeten Brennmaterial
  • und der Scheitgröße
  • und der eingelegten Holzmenge.

Ist Ihr Ofen beim Abbrand sehr heiß, können Sie die nachzulegende Holzmenge reduzieren. Allerdings müssen Sie dann verständlicherweise viel häufiger nachlegen.

Auch spielt die Holzart eine sehr große Rolle für die Brenndauer: Nadelholz verbrennt bei gleicher Scheit-Größe deutlich schneller als Buche, Birke oder festes Stammholz. Dünne Hölzer verbrennen schneller als dicke Scheite. Durch die Zugabe von Braunkohle-Briketts verlängern Sie die Zeit, in welcher der Ofen Wärme abgibt und Glut hält, um weitere Stunden. Dabei sollte das Anheizen wie oben beschrieben erfolgen - danach können maximal vier bis fünf Kohlebriketts in den heißen Brennraum luftig angeordnet nachgelegt werden (Wenn Sie Ihre Nachbarn nicht mit Schwefelgeruch belästigen möchten, legen Sie jeweils nur zwei Stück nach). Bedenken Sie jedoch, dass selbst unter Zugabe von Kohlebriketts der Ofen nach etwa sechs Stunden aus ist. Das ist immerhin mehr als eine Verdoppelung gegenüber der ausschließlichen Verwendung von Holz.


Frage 10: Warum verrusst meine Scheibe zum Brennraum?

Der Luftschieber zur Scheibenspülung muss immer ganz geöffnet sein. Scheidet dies als Grund aus, kommt der Brennraum nicht auf seine Betriebstemperatur. Entweder ist zuviel Holz auf einmal eingefüllt worden oder nur große Holzklötze ohne kleinere Holzstücke oder feuchtes Holz oder die Unterluftzufuhr ist zu weit geschlossen (siehe Ziff. 7.6.1).


Frage 11: Welches sind die Vor- und Nachteile einer Innenschornstein-Sanierung gegen einen außengeführten Edelstahl-Rauchabzug?

Dieser Punkt wird meist entschieden, bevor ein Kaminofen gesetzt wird. Ist bereits ein alter, nicht mehr druckdichter Rauchabzug in der Wand, böte es sich an, diesen durch das Einziehen eines Edelstahl-Rauchrohres zu sanieren. Optisch ist diese Lösung bei alten Häusern oft gefälliger als das Setzten eines Rauchabzuges von außen an die Außenwand.

Jedoch ist zumindest in meinem Fall die oberhalb der Dachziegel befindliche Abdichtung des Edelstahl-Rauchrohres zum Hohlraum unter der Beton-Abdeckplatte für meinen Schornsteinbauer ein (fast) unlösbares Problem gewesen. Stets sickerte trotz Metallschellen Wasser am Stahlrohr entlang auf die zur Sanierung erforderliche Betonplatte als Schornsteinabdeckung. Und von dort in die Zimmer.

Gelöst hat er es schließlich mit einer simplen Farbsprühdose, Inhalt: graue Grundierung. Diese ist extrem dünnflüssig und lief wie zuvor das Wasser in die Ritze um das Rauchrohr hinein und trocknete dort. Seither ist diese etwas merkwürdig anmutende Abdichtung meiner beiden Edelstahl-Rauchabzüge seit Jahren intakt. Der Schornsteinbauer hatte diesen Abdichtungstipp vom Hersteller der Rauchabzugs-Bauteile bekommen.

Dennoch würde ich mich heute für die Außenlösung entscheiden. Und kostengünstiger ist sie ohnehin. Geübte Heimwerker können zudem den Außenschornstein im Baumarkt ordern und selbst setzen. Das verbietet sich beim komplizierten Einziehen eines Edelstahlschornsteins in einen vorhandenen Rauchabzug: Denn verkantet sich das Rohr während des Ablassens, ist der Zug unrettbar verloren. Zudem ist das Setzen der oberen Betonabdeckung und das Herstellen des Dachdurchbruchs eine Sache für den Fachmann. Letzteres gar für den geübten Dachdecker, welcher Dachziegel so anzupassen in der Lage ist, dass sie plan auf der Unterkonstruktion aufliegen. Achten Sie unbedingt auf diesen Punkt bei der Auftragsvergabe - auch Ihr Schornsteinbauer wird hierzu vermutlich nicht in der Lage sein und lieber Unmengen Bitumendichtmasse in die Spalten schmieren.

Fazit: Verwenden Sie den alten Innenschornstein als Versorgungsschacht für Elektroinstallation, Datennetzwerke, Leitungen der Video-Überwachung sowie für Gasrohre (keine Wasserrohre wegen Frostgefahr). Aber nicht zum Abführen von Verbrennungsgasen.


 






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