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Opel Astra® G (1998-2000): Anleitung zum Instandsetzen der defekten Fahrzeug-Heizung

Detaillierte Beschreibung zur Reparatur einer funktionslosen Heizung beim Opel Astra® Baujahre 1998 bis 2004.

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Ein kleiner Hinweis zu Beginn: Auch ein unerfahrener Schrauber wird mit der beschriebenen Arbeitsweise zur einfachen Instandsetzung der Heizung beim Opel Astra® G keine Probleme haben. Wenn Ihnen jedoch das passende Werkzeug (siehe Auflistung unten) fehlt oder Ihnen das Handwerkliche bisher völlig fremd war, wäre es keine gute Idee, an diese Arbeit heranzugehen.

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1. Fehlerursachen für fehlende Warmluft der Heizungsanlage

In Internetforen wird auf Anfragen zur Ursache von Heizungsausfällen häufig zuerst der Thermostat als Übeltäter genannt. Ein defekter Thermostat kann jedoch niemals dazu führen, dass die Heizung nur noch Kaltluft liefert. Er öffnet bei niedrigen Kühlwassertemperaturen zunächst nur einen kleinen Kreislauf, welcher die Heizung einschließt. Ab circa 70 Grad Celsius beginnt der Thermostat den großen Kreislauf zu öffnen, so dass auch der Fahrzeug-Kühler in den Kühlkreislauf einbezogen wird. Selbst wenn der Thermostat im geöffneten Zustand hängen würde, wäre das Kühlwasser nach gut 10 Kilometern heiß genug, um über die Fahrzeug-Heizung Warmluft liefern. Sie erkennen also einen defekten Thermostaten entweder am Überhitzen des Motors, wenn er in der geschlossenen Stellung hängt oder aber an einer langsamer ansprechenden Heizung, wenn er im geöffneten Zustand hängt.

Ebenso ist ein Spülen des Heizungswärmetauschers in der Regel überflüssig, weil dieser nicht die Ursache für eine vollkommen ausgefallene Heizung sein kann. Denn ist er mit den Jahren verstopft, weil das Kühlwasser niemals getauscht wurde, kommt doch immer noch genügend Warmwasser hindurch, um wenigstens etwas zu heizen. Zudem fällt der Wärmetauscher niemals schlagartig aus und wird auch nicht defekt, sondern er zeigt im schlechtesten Fall nur eine über die Jahre langsam abnehmende Heizleistung.

Als zweite Ursache für den Totalausfall der Astra-Heizung käme jedoch ein in KALT-Stellung des Heizungsreglers abgerissener Seilzug dieser Heizungsregelung in Frage. Den erkennen Sie daran, dass sich das Stellrad zur Wärmeeinstellung der Fahrzeugheizung ohne jeden Widerstand sehr leicht drehen lässt. Bei intaktem Seilzug ist stets beim Drehen ein leichter rubbelnder Widerstand spürbar.

Die dritte Ursache einer völlig ausgefallenen Heizung wäre ein zu geringer Kühlwasserstand. Prüfen Sie diesen, bevor Sie weitermachen.

Die vierte Ursache einer ausgefallenen Heizung könnte eine vergessene Entlüftung des Kühlsystems nach einem Austausch des Kühlwassers sein. Wurde also das Kühlwasser nach dem letzten Funktionieren der Heizung ausgetauscht, lassen Sie den Motor einige Minuten bei Stellung des Heizungs-Drehreglers am WARM-Anschlag und geöffneten Kühlerverschlussdeckel (am Ausgleichsbehälter) mit etwas erhöhter Drehzahl laufen.

Die fünfte Ursache einer ausgefallenen Heizung könnte ein defektes primäres Heizungsventil sein. Es ist dasjenige seilzuggesteuerte Ventil im Kühlkreislauf, welches entsprechen der Einstellung des Heizungsdrehschalters den Zulauf zum Wärmetauscher und damit in den Heizungskreislauf regelt. Defekte sind äußerst selten. Wenn dieses den Zulauf nicht mehr regelt, bleiben die beiden vom Motorraum durch die Spritzwand in den Innenraum führenden Rohre zum Wärmetauscher immer gleich kalt oder warm, je nachdem in welcher Stellung es festgegangen ist. Haben Sie jedoch im Innenraum keinerlei Heizleistung und diese Rohre sind bei warmgefahrenen Motor heiß, dann ist dieses primäre Heizungsventil in Ordnung.

Die sechste und letzte Ursache einer ausgefallenen Heizung könnte ein hängendes elektrische Kühlmittel-Absperrventil (= sekundäres Heizungsventil) sein. Die Behebung dieser Schadensursache wird nachfolgend beschrieben.


2. Merkmale für ein hängendes Kühlmittel-Absperrventil der Heizungsanlage

  • Der Innenraum bleibt auch nach 5 Kilometern Fahrt völlig kalt
  • Die Heizung liefert keinerlei Warmluft
  • Beide Heizungsrohre (Vor‑ und Rücklaufrohr) sind im Motorraum am Durchgang der sogenannten Spritzwand zum Innenraum heiß
  • Das Fahrzeug verfügt über eine Klimaanlage und ist Baujahr 1998 bis 2000 (nur dann ist das sekundäre Heizungsventil verbaut).

3. Das Kühlmittel-Absperrventil (auch Stellventil oder sekundäres Heizungsventil) als Ursache für eine immer kalte Heizung:

Liefert die Heizung also ständig Kaltluft und sind die obenstehenden Schadensursachen ausgeschlossen, ist ein elektrisch gesteuertes Kühlmittel-Absperrventil defekt. Dieses stammt offenbar vom US-amerikanischen Hersteller Delphi® und fällt häufig aus, in meinem Fall schon nach 12000 Kilometern Gesamtfahrleistung. Es sitzt sehr versteckt im Innenraum zwischen Spritzwand und Mittelkonsole unter dem Armaturenbrett und kennt nur die Stellungen offen und geschlossen (ohne Zwischenschritte).

Die einzige Funktion dieses Heizungs-Absperrventils ist, den Heizungszulauf in Richtung Wärmetauscher zu schließen und das heiße Kühlwasser über eine direkte Verbindung in den Heizungsrücklauf zu leiten, wenn der Temperaturregler der Heizungsanlage im Innenraum am Anschlag auf KALT steht und die Klimaanlage eingeschaltet ist. Es ist nicht identisch mit demjenigen Heizungsventil, welches über den Seilzug des Heizungseinstellrades im Innenraum in vielen Abstufungen geöffnet und geschlossen wird - dieses primäre Heizungsventil zur Temperatureinstellung arbeitet zuverlässig und geht so gut wie nie kaputt.

Opel hat auf die häufigen Defekte reagiert und ab Baujahr 2000 dieses sekundäre Heizungsventil einfach weggelassen. Betroffen sind also nur Fahrzeuge mit Klimaanlage und der Baujahre 1998 bis 2000. Das Element mit dem sekundären Heizungsventil wurde einfach durch einen 35 Euro teuren Kunststoffbaustein ersetzt, welcher die Vor‑ und Rücklaufrohre nur verlängert, aber nichts mehr absperrt. Wenn Sie also heute mit diesem Defekt zum Opel-Fachhändler fahren, wird dieser in drei Stunden das Kühlmittel-Absperrventil durch diese Rohrverlängerung ersetzen. Und weil dies durch dessen versteckter Einbaulage eine aufwendige Arbeit ist, werden dafür 270 bis zu nicht angemessenen 600 Euro verlangt. Beheben könnte der Fachhändler diesen Schaden jedoch meist in 5 Minuten durch Abziehen des Steckers am Schaltelement oder Trennen einer Steckverbindung.

4. Vorarbeit zum Instandsetzen der Heizung

Vorsicht: Trennen Sie niemals Kabel der elektrischen Anlage Ihres Fahrzeugs mit dem Seitenschneider oder durch Durchschneiden. Zum einen kann man niemals sicher sein, das richtige Kabel durchtrennt zu haben - eine Reparatur würde dann teuer werden. Zum Anderen besteht dann eine hohe Kurzschluss‑ und Brandgefahr und die Fahrzeugelektronik könnte Schaden nehmen. Es gibt genügend Steckverbindungen, an denen elektrische Verbraucher vom Stromnetz getrennt werden können.

Sie können damit jedoch erst dann beginnen, wenn die Heizung zumindest kurzzeitig noch einmal Warmluft geliefert hat, also dieses sekundäre Heizungs-Absperrventil offen ist. Denn trennt man es von der Stromzufuhr, bleibt es in der letzten Stellung stehen.

Oft gelingt es, das sekundäre elektrische Heizungsventil noch einmal zu schalten, wenn Sie bunt durcheinander die Klimaanlage ein‑ und ausschalten - mal bei Stellung des Heizungsreglers am WARM-Anschlag und mal am KALT-Anschlag. Das macht natürlich nur Sinn, wenn Sie den Wagen zuvor einige Kilometer warm gefahren haben, damit Sie überhaupt bemerken können, wenn dieses Heizungsventil den Zulauf zum Wärmetauscher freigibt.

Wenn dann das Kühlmittelabsperrventil den Zulauf noch einmal freigegeben hat, kommt unmittelbar darauf Warmluft. Dann schalten Sie sofort den Motor und die Zündung aus, ohne an der letzten Heizungseinstellung etwas zu verändern. Jetzt können Sie anfangen.


5 Welches Werkzeug brauche ich zum Trennen des sekundären Heizungsventils von der Stromversorgung?

Das folgende Werkzeug muss vorhanden sein - andernfalls überlassen Sie die Arbeit besser einer Werkstatt:

  • Ein mittelgroßer Schraubendreher zum Lösen der Steckverbindung
  • Torx-Schraubendrehersatz

6. Heizung Instandsetzen: Stromzufuhr zum Kühlwasser-Absperrventil unterbrechen

Bilderläuterung: Blick in den Hohlraum der Handschuhfach-Öffnung mit der zu trennenden roten Steckverbindung.
Bilderläuterung: Blick in den Hohlraum der Handschuhfach-Öffnung mit der zu trennenden roten Steckverbindung.

Ein Nutzer dieser Seite teilte mir mit, dass es hinter dem Handschuhfach in den verschiedenen Astra-Modellen sehr unterschiedlich aussieht. Er stellte freundlicherweise nach erfolgreicher Instandsetzung der Heizungsfunktion die obigen beiden der drei rechts verlinkten Bilder zur Verfügung.

Zuerst bauen Sie das Handschuhfach aus. Es ist mit jeweils drei Torx-Schrauben oben und unten befestigt. Sie gelangen an die unteren Schrauben mit geschossenem, an die oberen bei geöffneten Handschuhfachdeckel.

Bilderläuterung: Blick in den Hohlraum der Handschuhfach-Öffnung mit der zu trennenden roten Steckverbindung.

Ziehen Sie das gesamte Handschuhfach etwas heraus, bis Sie links den Stecker der Handschuhfachbeleuchtung abziehen können. Sofern das Handschuhfach an die Kühlung angeschlossen ist, muss vermutlich noch ein Luftschlauch abgezogen werden. Danach können Sie das Handschuhfach ganz herausziehen.

In dem Hohlraum hängt links ein gut erreichbares 2‑adriges Kabel mit einer roten Steckverbindung. Heben Sie mit dem Schraubenzieher die Plastik-Lippe des Steckerteils etwas an, so dass dieser entriegelt wird. Dabei können Sie ihn auseinanderziehen und hierüber die Kabelverbindung trennen. Umwickeln Sie nun die gelösten Steckerteile mit etwas Schaumstoff, damit diese später nicht klappern. Dann bauen Sie das Handschuhfach wieder ein. Das Anstecken der Handschuhfachbeleuchtung nicht vergessen. Das war's.

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