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Ratgeber

Heimwerker

Anleitung zum Streichen einer Putz-Fassade/ Wand-Anstrich erneuern

Detaillierte Beschreibung, Hinweise und Tipps zum Erneuern eines Wand-Anstrichs bei Putzfassaden im Selbstbau

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Achtung: Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gegebenen Hinweise wird keine Gewähr oder Haftung übernommen. Sie basieren auf Erfahrungen von Nicht-Fachleuten. Bevor Sie diese aufgreifen, klären Sie vor der Anwendung der hier gegebenen Informationen mit Fachleuten ab, ob Ihnen daraus Nachteile entstehen können. Den Herstelleranweisungen verwendeter Produkte ist unabhängig von den nachfolgenden Ausführungen zu folgen. Auch stellen die Aussagen zu Rechtslagen keine Rechtsberatung dar, sondern spiegeln nur eine persönliche Meinung des Verfassers wieder, welche falsch sein kann.


1. Benötigte Materialien und Werkzeug

1.1 Werkzeuge, Hilfsmittel und Spachtelmasse

  • Ein großer Fassadenroller, ca. 27 Zentimeter Breite - Farbroller am besten mit Lammfellrolle (tropft und spritzt weniger als billige Aufsätze sowie bessere Farb-Deckung)
  • Wenigstens zwei große Abtropfsiebe für den Farbeimer zum Abstreichen des Farbrollers oder Pinsels. Diese gehen leicht kaputt, sind jedoch billig und unbedingt erforderlich.
  • Ein Pinsel mit langem Griff für die Kanten, an denen der Fassadenroller andere Wandteile mit Farbe verschmieren würde (ca. 6 Zentimeter breit)
  • Ein Pinsel mit langem Griff (schmal, max. 4 Zentimeter breit)
  • Einen sauberen leeren Eimer zum Ablegen der Farbrolle und der Pinsel während der Arbeit und in Arbeitspausen
  • Plastikbeutel zum luftdichtem Einwickeln des Farbrollers und der Pinsel ohne Auswaschen bis zum nächsten Arbeitstag
  • Für Ungeübte: Nicht zu schmales Kreppband zum Abkleben der Dachkanten, Tür- und Fensterrahmen
  • Alte Tapetenrollen (Reste?) zum Abdecken des Untergrundes
  • Je nach Arbeitshöhe eine solide Leiter oder ein Gerüst
  • Ein kleiner Wassereimer oder Schüssel mit Küchenlappen zum schnellen Entfernen von Farbe an Teilen, die eigentlich ungestrichen bleiben sollen
  • Und natürlich Farbe - genaueres dazu unten im Text
  • Einen Spachtel und eine Drahtbürste zum Entfernen loser Altanstriche.
  • Für größere ausgebesserte Bereiche: Lösungsmittelhaltige(!) Grundierung wie beispielsweise 'Fassadengrund' (Bauhaus®) plus Pinsel
  • Für die saubere Ausbesserung von größeren Rissen an schwer zu bearbeitenden Stellen wie Außen-Stuck, Fenstervorsprüngen und Simsen: Polyester-Feinspachtel (zum Anmischen mit Härter, liegt oft beim Autozubehör)
  • Für die dauerhafte überdeckung von Mini-Rissen und ausgebesserten Stellen an beanspruchten und schwer zu bearbeitenden Stellen wie Außen-Stuck, Fenstervorsprüngen und Simsen: Polyester-Harz (zum Anmischen mit Härter, liegt oft beim Autozubehör)

1.2 Die Wahl der richtigen Farbe

In Baumärkten wird ein unüberschaubares Sortiment an Farben für den Außen-Anstrich angeboten. Anhand der Packungsaufdrucke lässt sich eine gute Farbe nicht (mehr) erkennen. Ich habe schon mit einem "Testsieger" die schlechtesten Erfahrungen gemacht - diese teure 'Fassaden-Kunststoff-Dispersionsfarbe mit Nassabriebsklasse 2, Deckvermögen Klasse 2, wetterbeständig', blätterte schon nach wenigen Monaten wie Blätterteig von den Zaunpfosten ab.

Also war ein teures und zeitraubendes Ausprobieren verschiedener Produkte angesagt. Ich nenne nur ungern Hersteller - aber hier hat sich BAHR® Meisterklasse Fassaden-Kunststoff-Dispersionsfarbe nach DIN 53778SM, Scheuerbeständig bewährt. Dieser Anstrich zeigt auch nach nunmehr sieben Jahren keine Mängel und lässt sich im Bahr-Baumarkt in jeden gewünschten Farbton mischen - selbst in die Farbtöne der Farbpaletten anderer Baumartketten.

Wenn der neue Anstrich dem alten Anstrich genau entsprechen soll, leihen Sie sich im Baumarkt die infrage kommenden Farbmuster aus. Zuhause halten Sie diese an den Altanstrich und wählen denjenigen Farbton, welcher diesem am nächsten kommt. Ist Ihnen der Farbcode der letzten Mischung noch bekannt, beispielsweise weil auf dem alten Eimer noch der entsprechende Aufkleber klebt, dann lassen Sie die neue Farbe nach diesem Code mischen. Allerdings verblassen gerade dunkle Farben in den Jahren - und so könnte ein anderer, etwas hellerer Farbton für Ausbesserungen passender sein als der originale.



2. Der Anstrich

2.1 Vorarbeiten zum Anstrich

Das Ausbessern von eventuell vorhandenen Rissen im Untergrund und das Verputzen habe ich an anderer Stelle (hier) detailliert beschrieben. Die ausgebesserten Bereiche müssen vor dem Anstrich mit einer lösungsmittelhaltigen(!) Grundierung vorgestrichen werden. Auch ist es vorteilhaft, mit dem Anstrich frisch verputzter Flächen einige Wochen zu warten, bis die Wand ausgehärtet ist und auswaschbare Stoffe durch Regen herausgespült sind.

Risse an besonders schwer zu reparierenden Stellen wie in Stuckverzierungen oder an besonders beanspruchten Putzflächen wie horizontalen Bereichen auf Simsen, oberen Zaunabschlüssen etc. werden dauerhaft und überstreichbar mit Polyesterharz versiegelt. Streichen Sie diesen über die feine Risse oder ausgebesserte Stellen. Größere Risse in diesen empfindlichen Bereichen können mit Polyester-Feinspachtel eventuell sauberer verschlossen werden, als es mit einer Putzmischung möglich ist.

Einwände gegen die Rissausbesserung: Das Polyester-Material sehr teuer - so muss abgewogen werden, ab welchen Umfang eine Ausbesserung der Risse durch Putz-Materialien vorzuziehen ist. Die Ausbesserung von Schäden am Stuck ist eine Sache für die professionelle Stuck-Restaurierung durch Spezialisten. Auch werden Risse ohnehin wieder zum Vorschein kommen, wenn die betroffenen Partien noch arbeiten. Sehr feine Risse belasse ich daher unbearbeitet und überdecke sie nur mit einem Farbanstrich.

Ansonsten besteht die ganze Vorarbeit in einem Säubern des Untergrundes: Oft reicht das Abfegen des Altanstrichs, gründlicher ist das Reinigen mit einem Dampfstrahler - dies ist notwendig, wenn Verscmutzungen sichtbar sind. Diese beeinträchtigen die Haftung der neuen Farbe. Loser Alt-Anstrich kann auch mit Spachtel und Drahtbürste von Wandflächen und dem sichtbaren Konstruktionsholz der Dachung entfernt werden.

Wenn Sie es für sinnvoll halten, die übergänge zu Dach, Fenstern und Türen abzukleben, kleben Sie nur den Bereich ab, den Sie noch am gleichen Tag streichen. Malerkrepp zeigt - je länger es irgendwo draufklebt - einen zunehmenden Unwillen, den Untergrund wieder zu verlassen.


2.2. Die Ausführung des Fassaden-Anstrichs

Nun kommt der angenehmste und einfachste Teil: Zuerst beginnen Sie mit dem Farbroller und streichen die von Gerüst oder Leiter erreichbaren Flächen von oben nach unten. Ob Farbroller oder Pinsel: nach dem Eintauchen in die Farbe muss er ein paar Mal am Sieb abgerollt/ abgestrichen werden, damit er gleichmäßig mit Farbe durchtränkt ist und nicht größere Farbmengen von der Rolle/ dem Pinsel laufen. Dann wird also oben angefangen und horizontal soweit gestrichen, wie Sie ankommen, ohne Gerüst oder Leiter zu verschieben. So arbeiten Sie sich nach und nach herunter. Meist - wenn Sie nicht gerade zur Billig-Farbe gegriffen haben - ist ein zweimaliger Anstrich völlig ausreichend. Ein einmaliger Anstrich ist es nie - weil nämlich selbst mit der Farbrolle niemals die gesamte Fläche völlig deckend gestrichen werden kann. Kleine unbedeckte Punkte finden sich immer. Auch ist die Farbe mit zweimaligen Auftrag weniger durchscheinend und etwas widerstandsfähiger gegen mechanische Beanspruchungen.

Danach werden die übergänge zu Dachung, Fensterrahmen und Türen mit den beiden Pinseln gestrichen. Dieses kommt nach den Farbroller-Arbeiten, weil Sie jetzt genau sehen können, wieweit Sie mit der Farbrolle an diese Kanten herangehen konnten. Fängen Sie dagegen mit dem Pinsel an, würden Sie damit entweder zu viel oder aber zu wenig streichen. Welchen der beiden Pinsel Sie verwenden, hängt von der erforderten Genauigkeit und Ihrem Geschick ab - mit dem größeren ginge es deutlich schneller, aber ohne übung malte man dauernd 'über', so dass Sie möglicherweise mehr mit dem nassen Küchenlappen am sauber wischen wären als am streichen.

Womit wir beim Beseitigen von Farbe am falschen Ort wären: Diese lässt sich gleich nach dem Malheur sehr gut mit einem feuchten Lappen entfernen - je länger Sie warten, desto schwerer geht sie ab. Bis sie auf ewig fest sitzt. Gleiches gilt für das Malerkrepp: Nach einem Tag lässt es sich gerade noch einigermaßen entfernen. Aber schon nach einigen Tagen - wohlmöglich in der Sonne - geht es selbst mit einem Spachtel kaum noch ab, reißt den neuen Anstrich mit und hinterlässt unschöne Rückstände. Darum sollte Malerkreppband stets am gleichen Tag nach dem Antrocknen der Farbe abgezogen werden. Der Farbeimer läßt sich übrigens mit Paketklebeband auf der Fuge zwischen Deckel und Eimer luftdicht verschließen - Hautbildung und Eintrocknen werden so über lange Zeit verhindert.



3. Nacharbeiten

Je schneller Farbkleckse mit Wasser entfernt werden, desto leichter gelingt dies. Weitere Nacharbeiten sind nach meiner Auffassung nicht erforderlich.

Nehmen Sie sich also einen bequemen Gartenstuhl, positionieren Sie ihn so, dass Sie das ganze Werk im Blick haben und genießen Sie das Ergebnis bei einem Cappuccino. Oder Bier, je nach Gusto. Und denken sie noch nicht daran, dass Sie in zehn Jahren wohl wieder den Anstrich erneuern müssen...




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