Gesundheit

Kapitel 2 - Wie erkenne ich eine Allergie oder MCS-Erkrankung?

Die Unterscheidung von allergischen Reaktionen und Erkältungs- und anderen Reaktionen des Körpers.


(zum vorherigen Kapitel)

Eines vorweg: Die in diesem Ratgeber enthaltenen Empfehlungen gelten uneingeschränkt auch für 'Umweltkranke' mit MCS (Multiple Chemikalien-Unverträglichkeit). Denn dieser Krankheitsbegriff bezeichnet allergische Reaktionen, also Autoimmun-Reaktionen auf Chemikalien, welche uns überall in unserer Umwelt begegnen: in der Nahrung, in der Atemluft und in den Gegenständen und Materialien des täglichen Lebens, von denen wir umgeben sind.

Allergischen Reaktionen decken eine große Bandbreite von verschiedenen, teilweise diffusen Krankheitsbildern ab. Bei genauer Betrachtung der körpereigenen Reaktionen stellt sich spätestens im zweiten Jahr der Beobachtung heraus, dass es ein System gibt, Anfangs- und Endpunkte für jedes einzelne Symptom und Möglichkeiten, das Überreagieren des Immunsystems zu verhindern. Dies bewirkt ein die Allergie als vorhandene, nicht reparable Störung des eigenen Immunsystems akzeptierender Betroffener. Der Betroffene muss sich auf sie einstellen, andernfalls bestünde die Gefahr einer kontinuierlichen Verschlechterung des Zustandes in den folgenden Jahren.

Was wir nun oft bagatellisierend als Heuschnupfen bezeichnen, ist eine Addition mehrerer bei jedem Menschen unterschiedlicher Symptome oder besser Körperreaktionen. Sie treten zunächst auf am Ort des Eindringens des Allergens - in der Regel eine innere oder äußere Hautpartie. Die Bemühungen des überreagierenden Immunsystems, die Allergene als vermeintliche Feinde abzuwehren, haben zudem den Effekt, dass im Blut zahlreiche Botenstoffe freigesetzt werden, die unser Denken und Empfinden - welches letztlich auch nur über spezielle Botenstoffe gesteuert ist - beeinflussen und damit verändern.

Die Auto-Immunreaktion richtet sich gegen den eigenen Körper. Daher können die Auswirkungen im gesamten Körper auftreten, also äußerst vielschichtig sein. Das Auftreten von Symptomen lässt sich grob zwei Bereichen zuordnen:

Es sind zum einen die Reaktionen der Haut, der äußeren Hautpartien und der Augen, sowie aller inneren Schleimhäute wie die der Nase, des Mundes und der Atemwege, der Lungenbläschen und der Bronchien. Im inneren Bereich zeigt sich die allergische Reaktion durch Schwellungen der Schleimhäute mit Schleimabsonderung durch entzündliche Prozesse. Im äußeren Bereich zeigt sie sich durch Austrocknung, Rötung, Schwellung, Reizung und/oder Schuppung der Haut, dem folgen auch hier Entzündungsprozesse. Zum anderen zeigen sich Reaktionen indirekt über eine veränderte Psyche. Die emotionale Gefühlslage ist verändert, Aggressivität kann entstehen oder zunehmen, das Kurzzeit-Gedächtnis kann eingeschränkt sein. Unruhe, ein unspezifisches Angstgefühl, eine eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit und eine geringere Belastbarkeit können auftreten. Hinzu kommen teilweise eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit und extreme Müdigkeit. Die möglicherweise in dieser Art Broschüre etwas unpassenden Kurzgeschichten einer Betroffenen ganz am Ende dieses Ratgebers könnte Nicht-Allergikern die Komplexität der Einschränkungen beispielhaft verdeutlichen.

Es erscheint mir sinnlos, einzelne Symptome mit Medikamenten beeinflussen zu wollen - eine breite Palette von Beschwerden bliebe erhalten, selbst wenn die Nase nicht mehr trieft. Die allergischen Reaktionen sollten also in ihrem Kern bekämpft werden: dem Überschießen des Immunsystems.


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