(zum vorherigen Kapitel)
Eines vorweg: Die in diesem Ratgeber enthaltenen Empfehlungen
gelten uneingeschränkt auch für 'Umweltkranke' mit MCS (Multiple Chemikalien-Unverträglichkeit).
Denn dieser Krankheitsbegriff bezeichnet allergische Reaktionen, also
Autoimmun-Reaktionen auf Chemikalien, welche uns überall in unserer Umwelt begegnen: in der
Nahrung, in der Atemluft und in den Gegenständen und Materialien des täglichen Lebens, von
denen wir umgeben sind.
Allergischen Reaktionen decken eine große Bandbreite von
verschiedenen, teilweise diffusen Krankheitsbildern ab. Bei genauer Betrachtung der körpereigenen
Reaktionen stellt sich spätestens im zweiten Jahr der Beobachtung heraus, dass es ein System
gibt, Anfangs- und Endpunkte für jedes einzelne Symptom und Möglichkeiten, das Überreagieren
des Immunsystems zu verhindern. Dies bewirkt ein die Allergie als vorhandene, nicht reparable
Störung des eigenen Immunsystems akzeptierender Betroffener. Der Betroffene muss sich auf sie
einstellen, andernfalls bestünde die Gefahr einer kontinuierlichen Verschlechterung des
Zustandes in den folgenden Jahren.
Was wir nun oft bagatellisierend als Heuschnupfen
bezeichnen, ist eine Addition mehrerer bei jedem Menschen unterschiedlicher Symptome oder
besser Körperreaktionen. Sie treten zunächst auf am Ort des Eindringens des Allergens - in
der Regel eine innere oder äußere Hautpartie. Die Bemühungen des überreagierenden
Immunsystems, die Allergene als vermeintliche Feinde abzuwehren, haben zudem den Effekt,
dass im Blut zahlreiche Botenstoffe freigesetzt werden, die unser Denken und Empfinden
- welches letztlich auch nur über spezielle Botenstoffe gesteuert ist - beeinflussen
und damit verändern.
Die Auto-Immunreaktion richtet sich gegen den eigenen Körper.
Daher können die Auswirkungen im gesamten Körper auftreten, also äußerst vielschichtig
sein. Das Auftreten von Symptomen lässt sich grob zwei Bereichen zuordnen:
Es sind
zum einen die Reaktionen der Haut, der äußeren Hautpartien und der Augen,
sowie aller inneren Schleimhäute wie die der Nase, des Mundes und der Atemwege, der
Lungenbläschen und der Bronchien. Im inneren Bereich zeigt sich die allergische
Reaktion durch Schwellungen der Schleimhäute mit Schleimabsonderung durch
entzündliche Prozesse. Im äußeren Bereich zeigt sie sich durch Austrocknung,
Rötung, Schwellung, Reizung und/oder Schuppung der Haut, dem folgen auch
hier Entzündungsprozesse. Zum anderen zeigen sich Reaktionen indirekt über
eine veränderte Psyche. Die emotionale Gefühlslage ist verändert,
Aggressivität kann entstehen oder zunehmen, das Kurzzeit-Gedächtnis kann
eingeschränkt sein. Unruhe, ein unspezifisches Angstgefühl, eine eingeschränkte
Kommunikationsfähigkeit und eine geringere Belastbarkeit können auftreten.
Hinzu kommen teilweise eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit
und extreme Müdigkeit. Die möglicherweise in dieser Art Broschüre etwas
unpassenden Kurzgeschichten einer Betroffenen ganz am Ende dieses Ratgebers
könnte Nicht-Allergikern die Komplexität der Einschränkungen beispielhaft
verdeutlichen.
Es erscheint mir sinnlos, einzelne Symptome mit
Medikamenten beeinflussen zu wollen - eine breite Palette von Beschwerden
bliebe erhalten, selbst wenn die Nase nicht mehr trieft. Die allergischen
Reaktionen sollten also in ihrem Kern bekämpft werden: dem Überschießen des
Immunsystems.
(zum nächsten Kapitel)
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