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Alle Jahre wieder erwischt uns ein grippaler Infekt. Wenn dies
zeitlich mit Reaktionen des Immunsystems auf Allergene zusammentrifft, können Sie sich trotz
der infektbedingten Einschränkungen glücklich schätzen: Die allergischen Reaktionen treten
für die Dauer des grippalen Infektes nicht oder stark vermindert auf. Was steckt dahinter?
Ein richtiger Infekt aktiviert das Immunsystem zur Bekämpfung eines Krankheitserregers.
Es konzentriert sich auf diesen echten Erreger, und so stimmt jetzt wieder das Maß der
Reaktion auf das Allergen. Nach dem Abklingen der Krankheitssymptome wird es mit der
Normalisierung der Immun-Abwehr zum Wiederauftreten von Auto-Immunreaktionen kommen.
Es ist jedoch ein guter Zeitpunkt, um mit Hilfe der acht goldenen Regeln
(siehe Kapitel 8 im Menü rechte Spalte) das Einsetzen
dieser Reaktion zu verzögern oder gar ganz zu vermeiden. Der gleiche Effekt soll nach
Presseberichten auch nach einer Tetanusimpfung beobachtet worden sein, am besten
gegeben vor Beginn der Leidensperiode, sofern es sich um eine saisonal auftretende
Allergie handelt. Der Mechanismus ist der Gleiche wie bei einer Erkältungskrankheit,
das Immunsystem hat eine sinnvolle Beschäftigung. Belegt wird diese Annahme der
Wirkzusammenhänge auch durch eine kleine Studie mit zehn Patienten der Schweizer
Biotech-Firma Cytos Biotechnology. Sie spritzten ihnen Erbgutschnipsel, die denen
von Mykobakterien ähnelten. Diese bedrohlichen Keime, zu denen auch die Erreger von
Lepra und Tuberkulose gehören, treten in Industrieländern heute kaum noch in
Erscheinung. Nach der Injektion produzierte das Immunsystem der Versuchspersonen
vermehrt T1-Helferzellen, welche schließlich statt der mit Allergien in Verbindung
gebrachten T2-Helferzellen das Immunsystem dominierten. Die Empfindlichkeit gegenüber
Gräserpollen sank um das Hundertfache. Nach Firmenangaben seien die Patienten nach
einer sechswöchigen Behandlung bis zu acht Monate symptomfrei geblieben.
Es hat sich auch gezeigt, dass für die Dauer einer Einnahme von Antibiotika
keine allergischen Reaktionen auftreten. Diese Beobachtung wurde erst gut zehn
Jahre nach der Veröffentlichung der ersten Ausgabe dieses Allergie-Handbuches
in einer Studie des ?Imperial College? in London in 2006 bestätigt: Dort wurde
ein neues Antibiotikum an 278 erwachsenen Asthmatikern (Asthma bronchiale) auf
eine entzündungshemmende Wirkung auf die Luftwege bei einem akuten
Asthmaanfall aufgrund allergener Auslöser untersucht. Alle Studienteilnehmer
hatten einen akuten Asthmaanfall erlitten, bevor sie mit der Behandlung begannen.
Patienten, welche die antibiotische Behandlung erhielten, dokumentierten doppelt
so viele symptomfreie Tage wie die Patienten, die nur ein Placebo erhalten hatten.
Außerdem konnte bei den mit dem Antibiotikum behandelten Patienten während der
10-tägigen Einnahmedauer eine Linderung der Symptome um 40% festgestellt werden,
während diese bei der Kontrollgruppe nur 27% betrug. Zudem erholten sich die mit
Antibiotika behandelten Teilnehmer wesentlich schneller. Sie brauchten im Schnitt
nur die Hälfte der Zeit.
Die vorübergehende(!) Einnahme von Antibiotika
kann angezeigt sein, wenn aus verschiedenen Gründen (z.B. bevorstehende Operation)
eine Allergie vorübergehend ausgeschaltet sein sollte oder das Asthma eine
lebensbedrohliche Schwere angenommen hat. Antibiotika stehen jedoch aus sehr
guten Gründen unter der Verschreibungspflicht. Bei Bedarf sprechen Sie also
bitte mit Ihrem Arzt. Möglicherweise verfügt er über weitergehende Informationen
oder Erkenntnisse.
Über den Zusammenhang zwischen der Einnahme eines
Antibiotikums und der Linderung allergischer Beschwerden und damit auch des
durch Allergien entstandenen Asthma bronchiale gibt es bisher nur Spekulationen.
Nach meiner Auffassung entlastet die durch Antibiotika verringerte Anzahl
bakterieller Erreger das Immunsystem insoweit, dass es nicht mehr überschießt,
Autoimmunreaktionen nicht mehr vorkommen. Bis sich dann einige Zeit nach der
Beendigung der Einnahme des Antibiotikums die Zahl der Bakterien im Immunsystem
auf dass übliches Maß angestiegen ist.
Eine andere interessante Information,
die ich in einer älteren Veröffentlichung von Köstler gefunden habe, möchte
Ihnen nicht vorenthalten: In Experimente der US-amerikanischen Wissenschaftler
A. Mason und S. Black zur Verhinderung allergischer Hautreaktionen wurden einer
Reihe von Patienten Pollenextrakte injiziert, auf die sie gewöhnlich allergisch
reagierten; nach der hypnotischen Behandlung zeigten sie keinerlei Reaktion mehr.
Bei anderen Patienten verhinderte die Hypnose eine allergische Reaktion auf
Tuberkelbazillen. Wie hypnotische Suggestionen die chemischen Reaktionen in
mikroskopisch kleinen Gewebeteilen verändern können, ist noch ein Rätsel.
Nachdem Mason einen sechzehnjährigen Jungen, der an Ichthyosis (Fischschuppenkrankheit,
ein erbliches Hautleiden, das bis dahin für unheilbar gehalten worden war) litt,
durch Hypnose geheilt hatte, schrieb ein Kommentator im British Medical Journal,
dass dieser eine Fall ausreiche, um "die gegenwärtigen Vorstellungen von der
Beziehung zwischen Leib und Seele zu revidieren".
Wer sich für diese Möglichkeit interessiert, kann auf der Internetpräsenz
http://www.hypnoselernen.de/ erste
Informationen zur Hypnose an sich erhalten. Lassen Sie sich durch die
zirkushaft-alberne Aufmachung dieser Seite nicht täuschen - Wolfgang Künzel
alias Alexander Cain® ist annehmlich einer der wenigen Hypnotiseure, die
sich noch auf die alte Kunst der Tiefen-Trance (Somnambulismus) verstehen.
Diesen feinen Unterschied zu moderneren, weniger tiefgehenden Hypnosemethoden sollte man bei der
Suche nach einem Hypnotiseur berücksichtigen.
(zum nächsten Kapitel)
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