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Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch
eine Allergie oder MCS beginnen schleichend. Bis ich erkannte, dass meine Beschwerden
keine normalen Infektionen waren, vergingen etwa vier Jahre, von meinen vierzehnten
bis zum achtzehnten Lebensjahr. Jedes Jahr in der Zeit von Anfang Mai bis Ende Juni
war ich wie ausgewechselt. Die Auswirkungen betreffen den gesamten Organismus. Das
Denken, das Verhalten, die persönliche Reizschwelle, der Intellekt, die soziale Kompetenz,
all dies ist ebenso beeinträchtigt wie - der klassische Bereich - die Schleimhäute von Nase,
Nebenhöhlen, Lunge und Bronchien. Doch wird niemand im Umfeld des Betroffenen diese komplexen
Auswirkungen und die daraus entstehenden Einschränkungen ernst nehmen; zum einen ist der
Zeitraum des Auftretens in der Regel zu kurz, um eine Überzeugungsarbeit der Betroffenen
abschließen zu können, zum anderen klingt "Allergie" doch recht harmlos und wird seit
jeher nur mit triefenden Nasen in Verbindung gebracht.
In den folgenden zehn
Jahren verschlechterte sich mein Zustand von Jahr zu Jahr. Insbesondere machte mir
ein kontinuierlich stärker werdendes
Asthma bronchiale(1) zu schaffen, das
zuweilen vor allem Nachts lebensbedrohliche Formen annahm. Damit war ein Punkt
erreicht, an dem sich die Erscheinungen nicht mehr länger ignorieren und aussitzen
ließen. Der Leidensdruck war unerträglich; ich begann, mich mit der Krankheit auseinander
zu setzen, neben den gewohnten Pfaden (Ärzte, Medikamente wie Cortison und Antiallergika)
nach Lösungen zu suchen. Im wesentlichen waren es eine genaue Selbstbeobachtung und
Beachtung auch kleinster Veröffentlichungen über Forschungsergebnisse in diesem Bereich,
die mich zu meinem jetzigen beschwerdefreien Leben führten.
Wohlgemerkt, die
Bereitschaft meines Körpers für allergische Reaktionen ist unverändert vorhanden. Nur
genügen heute eine etwas angepasste Ernährung sowie ein auf Kontakt zum Allergen
vermeidendes Verhalten, um mich nahezu beschwerdefrei über den Frühling kommen zu lassen.
Ich lade jeden Betroffenen dazu ein, es auch auf diese Art zu versuchen und mir
von den Erfahrungen zu berichten. Wenn wir dagegen auf ein die Autoimmunreaktionen
verhinderndes und trotzdem das Immunsystem intakt lassendes Wundermedikament warten
wollten, ist es gut möglich, das wir es nicht mehr erlebten.
(1) Asthma
bronchiale ist eine Verengung der Atemwege, die bei einem überempfindlichen Bronchialsystem
durch äußere oder innere Reize ausgelöst werden kann. Spricht man von ?Asthma?, ist
tatsächlich oft das ?Asthma bronchiale? genannt.
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1. Auflage 2009
ISBN-13: 978-3-86858-338-0
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