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Achtung: Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gegebenen Hinweise
wird keine Gewähr oder Haftung übernommen. Sie basieren auf Erfahrungen von
Nicht-Fachleuten. Bevor Sie diese aufgreifen, klären Sie vor der Anwendung
der hier gegebenen Informationen mit Fachleuten ab, ob Ihnen daraus Nachteile entstehen
können. Den Herstelleranweisungen verwendeter Produkte ist unabhängig von den nachfolgenden Ausführungen zu folgen.
Auch stellen die Aussagen zu Rechtslagen keine Rechtsberatung dar,
sondern spiegeln nur eine persönliche Meinung des Verfassers wieder, welche falsch sein kann.
Ein kleiner Hinweis zu Beginn: Die Arbeitstechniken professioneller Maurer und Verputzer verlangen viel übung.
Hier wird gezeigt, wie ohne die erlernte handwerkliche Fertigkeit gute Putzergebnisse
erreicht werden.
1. Benötigtes Werkzeug und Material
- Ein Spachtel
- Eine metallene Glättkelle (mit geraden Kanten)
- Eine Maurerkelle
- Einen Spaten zum Vermischen der Putzmischung (oder motorbetriebenes Handrührwerk)
- Einen großen Mörtel-Bottich (schwarzer, gummiartiger Kunststoff) für große Flächen
- Einen kleinen flachen Mörtel-Bottich (schwarzer, gummiartiger Kunststoff) oder Eimer für kleine Ausbesserungen
- Alternativ einen Gipsbecher für kleine Risse und Ausbesserungsarbeiten
- Vorschlaghammer und großen Meißel oder Stemmeisen zum Abschlagen von losem Putz
- Eine Putzmischung: Beachten Sie die Unterscheidung in Außen- und Innenputz.
Für den Sockelbereich und mechanisch beanspruchte Bereiche
müssen die entsprechenden Vermerke auf der Packung stehen. Kaufen Sie zunächst
nur kleine Packungsgrößen und testen Sie das Putzergebnis: Manche sind im Finish
körnig wie Sand, andere nur schwer glatt zu bekommen. Akzeptabel ist beispielsweise
HAGALITH® Haftputz FF, Fassaden & Feuchträume, außen und innen.
- Ein Glättholz: Ein gut greifbares Kantholz (maximal 1,50 Meter Länge) mit relativ glatten
Seitenflächen zum Glattziehen großer Putzflächen.
- Stabile Abdeckfolie für den Boden und feste Einbauten.
- Einen Wassereimer zum Säubern von Glättkelle und Spachtel beim Glätten.
- Bei zu verputzenden Flächen über 2x2 Meter: Etwa 10 cm breite Bretter
in der Stärke (Dicke) des künftigen Putzbelags zur Unterteilung der Flächen in quadratische Abschnitte.
2. Wann sollten Risse nicht beseitigt werden?
Eine Ausbesserung von Stuckschäden ist stets eine Aufgabe für eine professionelle
Stuck-Restaurierung - selbst Maler und Putzer können hier durch Unkenntnis viel zerstören.
Risse kommen auch nach der professionellsten Ausbesserung wieder zum Vorschein, wenn das
Mauerwerk noch arbeitet. Feine Risse überdecke ich daher nur mit einem Farbanstrich,
wenn entweder davon auszugehen ist, dass sie unvermeidbar sind oder die Erfahrung
gezeigt hat, dass ausgebesserte oder neuverputzte Flächen nach einigen Monaten
wieder feine Risse zeigen oder sich unter der verputzten Fläche eine nachträglich
zugemauerte Wandöffnung befindet. Letzteres führt zu einem inhomogenen Putzuntergrund,
in welchem schon durch ein mögliches unterschiedliches Ausdehnungsverhalten der Materialien
bei Temperaturwechseln die Rissbildung begünstigt. Denn ein mineralischer Putz ist spröde,
kann das unterschiedliche Ausdehnungsverhalten benachbarter Untergründe nicht ausgleichen.
3. Arbeitsschritte zur Riss-Ausbesserung oder zum Verputzen
3.1 Vorarbeiten
- Außenwand: Betroffene Wandbereiche mit Hochdruckreiniger und - sofern
vorhanden - Dreckfräser-Aufsatz von losem Putz befreien. Große tiefe
Risse und Schlitze im Mauerwerk vor dem Glattputzen separat verspachteln.
Eine am besten lösungsmittelhaltige Putzgrundierung verbessert
die Haftung des Neuputzes - sie benötigt einen Tag Trockenzeit.
Wichtiger Hinweis:
Beachten Sie bei Arbeiten mit dem Dreckfräser-Aufsatz, dass der Strahl extrem
hart ist. Es besteht die Gefahr erheblicher Verletzungen bei Anwesenden. Auch
können hiermit intakte Gebäudeteile sowie Fliesen und Einrahmungen schwer
beschädigt werden. Druckreiniger und Fräse dürfen nur an den Punkten angewandt
werden, wo andernfalls der Einsatz von Hammer und Meißel erforderlich wäre.
- Altputz auf Verbindung zum Mauerwerk leicht abklopfen - gelöster
Putz klingt hohl. Abgelöste Putzbereiche mit Vorschlag-Hammer und großem
Meißel abschlagen.
- Es ist sinnlos, wiederkehrende Rissbildungen durch ein
Aufbringen von Kunststoffgewebe auf das Mauerwerk - im Rissbereich oder
flächendeckend - verhindern zu wollen. So ein labiles Gewebe kann nach meiner
Auffassung nichts bewirken. Einzig ein sehr engmaschiges, verschiebefest
verschweißtes Drahtgitter (Streckgitter) könnte - so weit außen in den Putz eingebracht wie
gerade noch möglich ist - den Putzaufbau längere Zeit vor dem Zerreißen schützen.
Aber ein Haus arbeitet. Und so wird irgendwann die Spannung wieder so
groß sein, dass der Putz erneut reisst, nun zudem unter dem Drahtgitter Hohlräume
schaffend. Also ist es nach meiner Auffassung nicht verkehrt, bei der Renovierung
Risse ohne großen Aufwand bündig zuzuspachteln und mit ihrem baldigen Wiederauftreten zu leben.
- Keinesfalls darf der Putz dazu verwendet werden, über unterschiedliche
Putzstärken Wandunebenheiten auszugleichen. Besonders bei alten, nachträglich
vollflächig verputzten Fachwerkhäusern sind größere Differenzen in der Putzstärke
häufig anzutreffen. Diese reißen jedoch in Folge von Schwindspannungen,
welche von den zu dicken Flächen ausgelöst werden, leicht in alle Richtungen - also
horizontal, vertikal und diagonal. Dunkle Verfärbungen des Putzes auf abgetrockneten
Putzflächen weisen hierbei auf durch die feinen Risse eingedrungenes Wasser im Putzaufbau hin.
3.2 Das richtige Verputzen oder Ausbessern von Rissen: Arbeitsweise
Wichtiger Hinweis:
Der Zementanteil in der Putzmischung ist hautfeindlich. Arbeiten Sie nur mit
Arbeitshandschuhen und Beachten Sie die Sicherheitshinweise der Hersteller.
Putzen Sie zudem niemals in
praller Sonne an heißen Tagen - der
Putz würde zu schnell trocknen und dadurch Risse bekommen. Beachten Sie
auch die Mindest-Umgebungstemperatur laut Packungsanweisung - meist fünf Grad Celsius.
Los geht's: Nässen Sie den Arbeitsbereich einmal vor dem Anmischen und ggf. noch einmal nach dem
Anmischen gründlich ein, so dass beim Verputzen noch eine
Restfeuchte am Mauerwerk spürbar ist. Dann mischen Sie den HAGELITH-Haftputz
nach Herstellerangabe (Aufdruck) mit Wasser. Für große Mengen nehmen Sie einen
Mörtelkübel oder Eimer und rühren die Putzmischung mittels Aufsatz für die
Bohrmaschine oder Spaten ein. Bei kleinen Ausbesserungen würde
ein Gipsbecher beispielsweise zu einem
Viertel mit Wasser gefüllt und dann durch langsames Hineinstreuen der Putzmischung vom Spachtel
zu etwa 80% aufgefüllt. Mit langsam ist gemeint, dass die Putzmischung nicht
in zu großer Menge auf einmal in den kleinen Spachtelbecher hineingegeben werden darf, weil sie sich sonst
nur schwer beim nachfolgendem Verrühren mit dem Wasser zu einem Brei vermengt.
Klumpen sind also zu vermeiden. Sollte eine Mischung zu fest oder
zu flüssig geraten, kann Wasser beziehungsweise Putzmischung nachgegeben
werden, bis die Mischung etwas fester als cremig ist.
Erläuterung: Je
cremiger die Mischung ist,
desto leichter läßt sich die Oberfläche glatt ziehen oder spachteln.
Andererseits muss die Mischung umso fester sein, je größer die auszubessernde
Stelle ist. Eine ganze Wand ließe sich beispielsweise nicht mit einer
cremigen Mischung verputzen, weil der
Putz ins Rutschen kommen würde.
Die gut durchgerührte
Mischung lassen Sie einige Minuten 'ziehen'
oder abbinden. Wenn die Wand inzwischen wieder trocken sein sollte - z.B. bei häheren
Lufttemperaturen -, nässen Sie den Wandbereich einige Minuten vor dem Verputzen ein zweites Mal.
Nun wird zur Riss-Beseitigung der per Spachtel auf die Wand aufgebrachte Putz
entweder
- ebenfalls per Spachtel bei schmalen Bereichen
- oder bei breiteren betroffenen Stellen mittels der Glättkelle
glattgezogen. Die Übergänge zum Altputz können danach mit einem Spachtel
ganz gut angepasst werden. Bei der Riss-Ausbesserung sollte die Putzmischung
nach dem 'Glattziehen' höchstens ein- bis zwei Millimeter höher stehen als
der Altputz - natürlich mit
gleitendem, stufenlosen übergang zu demselben. Es geht aber auch ohne jede
Wölbung, wenn man die überschüssige Putzmischung bündig zur umgebenden Putzfläche abzieht.
Bei der Neuverputzung einer
Wand sollte die Putzdicke etwa 15 bis 20 Millimeter betragen - den
zulässigen Spielraum nennt der Packungsaufdruck. Dickere Putzschichten als
vom Hersteller zugelassen führen zu Schwindrissen beim Austrocknen. Um die
Haftung des Putzes zu erhöhen und um die Verarbeitung zu vereinfachen, können
Sie zunächst die Wand unregelmäßig mit etwas Putz 'bewerfen'. Nach dem
Antrocknen haben Sie am folgenden Tag einen sehr haftfähigen Untergrund,
welcher zudem die Gefahr des Abrutschens grosser Putzflächen reduziert.
Beim eigentlichen Glattputzen der Fläche können Sie - je nach Geschick -
die Putzmischung entweder an die Wand werfen oder mittels der Kelle auftragen.
Der so grob auf der Wand verteilte Putz wird dann mit einem ein-
bis zwei Meter langen Holzstück
(möglichst glattes Holz) gleichmäßig verteilt, indem das Holz von unten nach oben
gezogen wird. Völlig Ungeübte sollten sich zwei zehn Zentimeter breite Holzbretter
mit Dicke der gewünschten Putzstärke an die
Außengrenzen des zu verputzenden Bereiches nageln, um das Glättholz
darauf zu führen. Im Handel sind hierfür spezielle und daher kostspielige Schnellputzleisten
erhältlich, die man sich jedoch sparen kann. Diese werden später wieder entfernt und die Lücke nachverputzt.
Bei sehr großen Wandflächen muss diese ohnehin in maximal zwei mal zwei
Meter große Abschnitte unterteilt werden, weil der Putz andernfalls dem
Ungeübten leicht ins Rutschen käme.
Aber es kostet viel Kraft und Übung, mit so einem langen Holzstück zu hantieren.
Der Anfänger darf darum auch gerne kleinere Abschnitte bilden. Ist das Glättholz
kleiner als der Abstand zwischen den Führungsbrettern, geschieht das Glattziehen
ohne Auflage 'Pi mal Daumen'.
Das Glättholz nun hinterlässt noch keine ganz glatte Oberfläche. Hiernach können
Sie kleinere 'Löcher' im Putz, die sich beim Glattziehen ergeben haben,
mit einem Spachtel vorsichtig verschließen.
Zuletzt wird die ganze Fläche mit der sauberen(!) und nassen metallenen Glättkelle
nachgearbeitet. Diese wird mit wenig Druck in kreisenden Bewegungen über die verputzte Fläche
geführt. Sie ist dabei an ihrer Kante der Richtung, in der sie geführt wird,
minimal höher zu halten respektive dort mit weniger Druck zu führen, so dass
sie sich nicht mit dieser Kante in den Putz einschneidet. Man bekommt hierfür
schnell ein 'Gefühl'.
Die Reibfläche der Glättkelle sollte immer mal wieder in einem separaten Wassereimer
saubergemacht werden, damit es zum einen richtig glatt wird und zum anderen
an der Kelle antrocknende Putzrückstände keine Furchen in die frisch verputzte
Wand reißen.
3.3 Nacharbeiten beim Verputzen und Risse schließen
Schon am übernächsten Tag kann man mit dem Spachtel eventuelle Kanten oder
andere Unsauberkeiten vorsichtig abschaben. Es ist sinnvoll, auch bei einer
anscheinend glatten Putzfläche jeden Bereich des Putzes in derart nachzuarbeiten,
sofern die Fläche nicht unter Fliesen versteckt wird.
Denn unter dem späteren Farbanstrich hebt sich jede 'Erhebung' deutlich ab.
Dieses letzte Glätten gelingt übrigens später kaum noch, weil der Putz in den
folgenden Wochen mehr und mehr aushärtet. Lassen Sie also die verputzten oder
reparierten Bereiche einige Tage austrocknen,
bevor Sie beispielsweise Fliesen, Grundierung oder Farbe auftragen. Das von
Fachleuten und vom Packungsaufdruck empfohlene 'Filzen' des Putzes
ist unnötig, wenn Sie bis hierher nach der obigen Anleitung eine weitgehend glatte Oberfläche
geschaffen haben. Mir hat ein Handwerker auf einer von mir frisch verputzten Wand
die Vorteile des Filzens vorführen wollen - doch selbst er als Fachmann bekam
das Filzen wenigstens dieses eine Mal nicht hin. Ergebnis: Ich verputzte die Wand später noch einmal.
4. Tipps zum Schluss
Lassen Sie sich niemals von sogenannten Experten dazu verführen, Risse auf
eine 'einfachere' Art und Weise mit Acryl-Dichtmasse oder gar Silikon-Dichtmasse
zu verschließen. Das hält gut ein Jahr - und dann können Sie zusehen,
wie Sie das inzwischen selbst gerissene Dichtzeug wieder abbekommen (Ein Tipp:
hier hilft ein Druckstrahler mit Fräsaufsatz). Dauerhafter, optisch unauffälliger
und professioneller ist das bündige Verschließen mit Haftputz. Sehr dünne Risse im
Außenputz sind ohnehin meist nicht tiefgehend und daher unbedenklich.
Sie sollten nur mit dehnbarer Acrylfarbe überstrichen werden. über das Unterlegen
der Risse mit einem Netzgeflecht habe ich mich oben geäußert - der Putz wird auch
damit früher oder
später wieder einreißen. Denn wenn das Haus 'arbeitet', kann der beste Putz
nicht unbeteiligt verharren.