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Anleitung zum Wand verputzen und Putz-Risse schlieβen im Selbstbau

Heimwerker-Ratgeber zum Verputzen von Innen- und Auβenwänden sowie Putz-Reparatur mit Baumarktmaterialien

Leider sind die folgenden Hinweise nötig:
Aus gegebenen Anlass vorab ein Wort zum Copyright: Webseitenbetreiber dürfen entsprechend dem Zitierrecht AUSZUGSWEISE Inhalte dieser Unterseite UNTER ANGABE DER QUELLE auf ihre Seite übertragen, um eine Zurückstufung im Google-Suchmaschinenranking wegen duplicate content zu vermeiden: [André Chinnow "Heimwerkerinfos auf www.chinnow.net" Hamburg 2007]
Achtung: Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gegebenen Hinweise wird keine Gewähr oder Haftung übernommen. Bevor Sie diese aufgreifen, klären Sie vor Beginn der Arbeiten mit Fachleuten ab, ob Ihnen daraus Nachteile entstehen können. Auch stellen die Aussagen zu Rechtslagen keine Rechtsberatung dar, sondern spiegeln nur eine persönliche Meinung des Verfassers wieder, welche falsch sein kann.


Ein kleiner Hinweis zu Beginn: Die Arbeitstechniken professioneller Maurer und Verputzer verlangen viel Übung. Hier wird gezeigt, wie ohne die erlernte handwerkliche Fertigkeit gute Putzergebnisse erreicht werden.

Benötigtes Werkzeug und Material

  • Ein Spachtel
  • Eine metallene Glättkelle (mit geraden Kanten)
  • Eine Maurerkelle
  • Einen Spaten zum Vermischen der Putzmischung (oder motorbetriebenes Handrührwerk)
  • Einen groβen Mörtel-Bottich (schwarzer, gummiartiger Kunststoff) für groβe Flächen
  • Einen kleinen flachen Mörtel-Bottich (schwarzer, gummiartiger Kunststoff) für kleine Ausbesserungen
  • Alternativ einen Gipsbecher für kleine Risse und Ausbesserungsarbeiten
  • Vorschlaghammer und groβen Meiβel oder Stemmeisen zum Abschlagen von losem Putz
  • Eine Putzmischung: Beachten Sie die Unterscheidung in Außen- und Innenputz. Für den Sockelbereich und mechanisch beanspruchte Bereiche müssen die entsprechenden Vermerke auf der Packung stehen. Kaufen Sie zunächst nur kleine Packungsgrößen und testen Sie das Putzergebnis: Manche sind im Finish körnig wie Sand, andere nur schwer glatt zu bekommen. Akzeptabel ist beispielsweise 'HAGALITH® Haftputz FF, Fassaden & Feuchträume, auβen und innen'.
  • Ein Glättholz: Ein gut greifbares Kantholz (maximal 1,50 Meter Länge) mit relativ glatten Seitenflächen zum Glattziehen groβer Putzflächen.
  • Ein Wassereimer zum Säubern von Glättkelle und Spachtel beim Glätten.

Arbeitsschritte zur Riss-Ausbesserung oder zum Verputzen

Vorarbeiten

  • Auβenwand: Betroffene Wandbereiche mit Hochdruckreiniger und - sofern vorhanden - Dreckfräser-Aufsatz von losem Putz befreien.
    Wichtiger Hinweis: Beachten Sie bei Arbeiten mit dem Dreckfräser-Aufsatz, dass der Strahl extrem hart ist. Es besteht die Gefahr erheblicher Verletzungen bei Anwesenden. Auch können hiermit intakte Gebäudeteile sowie Fliesen und Einrahmungen schwer beschädigt werden. Druckreiniger und Fräse dürfen nur an den Punkten angewandt werden, wo andernfalls der Einsatz von Hammer und Meiβel erforderlich wäre.
  • Altputz auf Verbindung zum Mauerwerk leicht abklopfen - gelöster Putz klingt hohl. Abgelöste Putzbereiche mit Vorschlag-Hammer und groβem Meiβel abschlagen.

Das Verputzen oder Ausbessern von Rissen: Arbeitsweise

Wichtiger Hinweis: Der Zementanteil in der Putzmischung ist hautfeindlich. Arbeiten Sie nur mit Arbeitshandschuhen und Beachten Sie die Sicherheitshinweise der Hersteller. Putzen Sie zudem niemals in praller Sonne an heiβen Tagen - der Putz würde zu schnell trocknen und dadurch Risse bekommen. Beachten Sie auch die Mindest-Umgebungstemperatur laut Packungsanweisung.

Los geht's: Nässen Sie den Arbeitsbereich einmal vor dem Anmischen und noch einmal nach dem Anmischen gründlich ein, so dass beim Verputzen noch eine Restfeuchte am Mauerwerk spürbar ist. Dann mischen Sie den HAGELITH-Haftputz nach Herstellerangabe (Aufdruck) mit Wasser. Ein Gipsbecher würde beispielsweise mit einem Viertel Wasser gefüllt und dann durch langsames Hineinstreuen der Putzmischung vom Spachtel zu etwa 80% aufgefüllt. Mit 'langsam' ist gemeint, dass die Putzmischung nicht in zu groβer Menge auf einmal hineingegeben werden darf, weil sie sich sonst nur schwer beim nachfolgendem Verrühren mit dem Wasser zu einem Brei vermengt. Klumpen sind also zu vermeiden. Sollte eine Mischung zu fest oder zu flüssig geraten, kann Wasser beziehungsweise Putzmischung nachgegeben werden, bis die Mischung etwas fester als cremig ist.

Erläuterung: Je cremiger die Mischung ist, desto leichter läβt sich die Oberfläche glatt ziehen oder spachteln. Andererseits muss die Mischung umso fester sein, je gröβer die auszubessernde Stelle ist. Eine ganze Wand lieβe sich beispielsweise nicht mit einer cremigen Mischung verputzen, weil der Putz ins Rutschen kommen würde.
Die gut durchgerührte Mischung lassen Sie fünf bis zehn Minuten 'ziehen' oder abbinden. In der Zeit nässen Sie den Wandbereich ein zweites Mal.

Nun wird zur Riss-Beseitigung der per Spachtel auf die Wand aufgebrachte Putz entweder

  • ebenfalls per Spachtel bei schmalen Bereichen
  • oder bei breiteren betroffenen Stellen mittels der Glättkelle
glattgezogen. Die Übergänge zum Altputz können danach mit dem Spachtel ganz gut angepasst werden. Bei der Riss-Ausbesserung sollte die Putzmischung nach dem 'Glattziehen' höchstens ein- bis zwei Millimeter höher stehen als der Altputz - natürlich mit gleitendem, stufenlosen Übergang zu demselben. Es geht aber auch ohne jede Wölbung, wenn man die überschüssige Putzmischung bündig zur umgebenden Putzfläche abzieht.

Bei der Neuverputzung einer Wand sollte die Putzdicke wenigstens ein Zentimeter betragen - den zulässigen Spielraum nennt der Packungsaufdruck. Hierbei wird der grob an die Wand geworfene Putz zunächst mit einem ein- bis zwei Meter langen Holzstück (möglichst glattes Holz) gleichmäβig verteilt, indem das Holz von unten nach oben gezogen wird. Völlig Ungeübte sollten sich zwei Holzleisten an die Auβengrenzen des zu verputzenden Bereiches nageln, um das Glättholz darauf zu führen. Diese werden später wieder entfernt und der Bereich nachgearbeitet. Zwar könnte man so auch eine drei Meter lange Wand mit einem entsprechend langen Glättholz glattziehen, doch ist das in der Praxis äuβerst problematisch: Denn es kostet extrem viel Kraft und Übung, mit so einem langen Holzstück zu hantieren. Besser und letztlich einfacher ist es, auβen die Führungsschienen anzubringen und mit einem nur einen Meter langen Glättholz zu arbeiten. In der Mitte geschieht das Glattziehen dann 'Pi mal Daumen'. Oder Sie nageln weitere Hilfsleisten an die Wand - dann hätten Sie nach dem Entfernen eine weitere Rinne, die nachgeputzt werden müsste.

Das Glättholz hinterlässt noch keine ganz glatte Oberfläche. Nun können Sie kleinere Löcher im Putz mit einem Spachtel vorsichtig verschlieβen. Zuletzt wird die ganze Fläche mit der metallenen Glättkelle nachgearbeitet. Diese wird mit wenig Druck in kreisenden Bewegungen über die verputzte Fläche geführt. Sie ist dabei an ihrer Kante der Richtung, in der sie geführt wird, minimal höher zu halten respektive dort mit weniger Druck zu führen, so dass sie sich nicht mit dieser Kante in den Putz einschneidet. Man bekommt hierfür schnell ein 'Gefühl'. Die Reibfläche der Glättkelle sollte immer mal wieder in einem separaten Wassereimer saubergemacht werden, damit es zum einen richtig glatt wird und zum anderen an der Kelle antrocknende Putzrückstände keine Furchen in die frisch verputzte Wand reiβen.

Nacharbeiten beim Verputzen und Risse schlieβen

Schon am übernächsten Tag kann man mit dem Spachtel eventuelle Kanten oder andere Unsauberkeiten vorsichtig abschaben. Es ist sinnvoll, auch bei einer anscheinend glatten Putzfläche jeden Bereich des Putzes in derart nachzuarbeiten, sofern die Fläche nicht unter Fliesen versteckt wird. Denn unter dem späteren Farbanstrich hebt sich jede 'Erhebung' deutlich ab. Dieses letzte Glätten gelingt übrigens später dies kaum noch, weil der Putz in den folgenden Wochen mehr und mehr aushärtet. Lassen Sie also die verputzten oder reparierten Bereiche einige Tage austrocknen, bevor Sie beispielsweise Fliesen, Grundierung oder Farbe auftragen. Das von Fachleuten und vom Packungsaufdruck empfohlene 'Filzen' des Putzes ist unnötig, wenn Sie bis hierher nach der obigen Anleitung eine weitgehend glatte Oberfläche geschaffen haben. Mir hat ein Handwerker auf meiner frisch verputzten Wand die Vorteile des Filzens vorführen wollen - doch selbst er als Fachmann bekam das Filzen wenigstens dieses Mal nicht hin. Ergebnis: Ich verputzte die Wand später noch einmal.



Tipps zum Schluss

Lassen Sie sich niemals von sogenannten Experten dazu verführen, Risse auf eine 'einfachere' Art und Weise mit Acryl-Dichtmasse oder gar Silikon-Dichtmasse zu verschlieβen. Das hält gut ein Jahr - und dann können Sie zusehen, wie Sie das inzwischen selbst gerissene Dichtzeug wieder abbekommen (Ein Tipp: hier hilft ein Druckstrahler mit Fräsaufsatz). Dauerhafter, optisch unauffälliger und professioneller ist das bündige Verschlieβen mit Haftputz. Sehr dünne Risse im Auβenputz sind ohnehin meist nicht tiefgehend und daher unbedenklich. Sie sollten nur mit dehnbarer Acrylfarbe überstrichen werden. Ganz genaue Heimwerker mit zuviel Zeit könnten auszubessernde Risse auf eine Breite von mehreren Zentimetern aufschlagen und ein Netzgeflecht auf das Mauerwerk nageln, auf welches der neue Putz aufgetragen wird. Ich habe es nicht probiert, ahne aber, dass der Putz auch hier wie bei jeder anderen Methode auch früher oder später wieder einreiβen wird. Denn wenn das Haus 'arbeitet', kann der beste Putz nicht unbeteiligt verharren.


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