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Achtung: Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hier gegebenen Hinweise
wird keine Gewähr oder Haftung übernommen. Bevor Sie diese aufgreifen, klären Sie vor Beginn
der Arbeiten mit Fachleuten ab, ob Ihnen daraus Nachteile entstehen können. Auch stellen
die Aussagen zu Rechtslagen keine Rechtsberatung dar,
sondern spiegeln nur eine persönliche Meinung des Verfassers wieder, welche falsch sein kann.
Ein kleiner Hinweis zu Beginn: Die Arbeitstechniken professioneller Maurer und Verputzer verlangen viel Übung.
Hier wird gezeigt, wie ohne die erlernte handwerkliche Fertigkeit gute Putzergebnisse
erreicht werden.
Benötigtes Werkzeug und Material
- Ein Spachtel
- Eine metallene Glättkelle (mit geraden Kanten)
- Eine Maurerkelle
- Einen Spaten zum Vermischen der Putzmischung (oder motorbetriebenes Handrührwerk)
- Einen groβen Mörtel-Bottich (schwarzer, gummiartiger Kunststoff) für groβe Flächen
- Einen kleinen flachen Mörtel-Bottich (schwarzer, gummiartiger Kunststoff) für kleine Ausbesserungen
- Alternativ einen Gipsbecher für kleine Risse und Ausbesserungsarbeiten
- Vorschlaghammer und groβen Meiβel oder Stemmeisen zum Abschlagen von losem Putz
- Eine Putzmischung: Beachten Sie die Unterscheidung in Außen- und Innenputz.
Für den Sockelbereich und mechanisch beanspruchte Bereiche
müssen die entsprechenden Vermerke auf der Packung stehen. Kaufen Sie zunächst
nur kleine Packungsgrößen und testen Sie das Putzergebnis: Manche sind im Finish
körnig wie Sand, andere nur schwer glatt zu bekommen. Akzeptabel ist beispielsweise
'HAGALITH® Haftputz FF, Fassaden & Feuchträume, auβen und innen'.
- Ein Glättholz: Ein gut greifbares Kantholz (maximal 1,50 Meter Länge) mit relativ glatten
Seitenflächen zum Glattziehen groβer Putzflächen.
- Ein Wassereimer zum Säubern von Glättkelle und Spachtel beim Glätten.
Arbeitsschritte zur Riss-Ausbesserung oder zum Verputzen
Vorarbeiten
- Auβenwand: Betroffene Wandbereiche mit Hochdruckreiniger und - sofern
vorhanden - Dreckfräser-Aufsatz von losem Putz befreien.
Wichtiger Hinweis:
Beachten Sie bei Arbeiten mit dem Dreckfräser-Aufsatz, dass der Strahl extrem
hart ist. Es besteht die Gefahr erheblicher Verletzungen bei Anwesenden. Auch
können hiermit intakte Gebäudeteile sowie Fliesen und Einrahmungen schwer
beschädigt werden. Druckreiniger und Fräse dürfen nur an den Punkten angewandt
werden, wo andernfalls der Einsatz von Hammer und Meiβel erforderlich wäre.
- Altputz auf Verbindung zum Mauerwerk leicht abklopfen - gelöster
Putz klingt hohl. Abgelöste Putzbereiche mit Vorschlag-Hammer und groβem
Meiβel abschlagen.
Das Verputzen oder Ausbessern von Rissen: Arbeitsweise
Wichtiger Hinweis:
Der Zementanteil in der Putzmischung ist hautfeindlich. Arbeiten Sie nur mit
Arbeitshandschuhen und Beachten Sie die Sicherheitshinweise der Hersteller.
Putzen Sie zudem niemals in praller Sonne an heiβen Tagen - der
Putz würde zu schnell trocknen und dadurch Risse bekommen. Beachten Sie
auch die Mindest-Umgebungstemperatur laut Packungsanweisung.
Los geht's: Nässen Sie den Arbeitsbereich einmal vor dem Anmischen und noch einmal nach dem
Anmischen gründlich ein, so dass beim Verputzen noch eine
Restfeuchte am Mauerwerk spürbar ist. Dann mischen Sie den HAGELITH-Haftputz
nach Herstellerangabe (Aufdruck) mit Wasser. Ein Gipsbecher würde beispielsweise mit einem
Viertel Wasser gefüllt und dann durch langsames Hineinstreuen der Putzmischung vom Spachtel
zu etwa 80% aufgefüllt. Mit 'langsam' ist gemeint, dass die Putzmischung nicht
in zu groβer Menge auf einmal hineingegeben werden darf, weil sie sich sonst
nur schwer beim nachfolgendem Verrühren mit dem Wasser zu einem Brei vermengt.
Klumpen sind also zu vermeiden. Sollte eine Mischung zu fest oder
zu flüssig geraten, kann Wasser beziehungsweise Putzmischung nachgegeben
werden, bis die Mischung etwas fester als cremig ist.
Erläuterung: Je cremiger die Mischung ist,
desto leichter läβt sich die Oberfläche glatt ziehen oder spachteln.
Andererseits muss die Mischung umso fester sein, je gröβer die auszubessernde
Stelle ist. Eine ganze Wand lieβe sich beispielsweise nicht mit einer
cremigen Mischung verputzen, weil der
Putz ins Rutschen kommen würde.
Die gut durchgerührte Mischung lassen Sie fünf bis zehn Minuten 'ziehen'
oder abbinden. In der Zeit nässen Sie den Wandbereich ein zweites Mal.
Nun wird zur Riss-Beseitigung der per Spachtel auf die Wand aufgebrachte Putz
entweder
- ebenfalls per Spachtel bei schmalen Bereichen
- oder bei breiteren betroffenen Stellen mittels der Glättkelle
glattgezogen. Die Übergänge zum Altputz können danach mit dem Spachtel
ganz gut angepasst werden. Bei der Riss-Ausbesserung sollte die Putzmischung
nach dem 'Glattziehen' höchstens ein- bis zwei Millimeter höher stehen als
der Altputz - natürlich mit
gleitendem, stufenlosen Übergang zu demselben. Es geht aber auch ohne jede
Wölbung, wenn man die überschüssige Putzmischung bündig zur umgebenden Putzfläche abzieht.
Bei der Neuverputzung einer
Wand sollte die Putzdicke wenigstens ein Zentimeter betragen - den
zulässigen Spielraum nennt der Packungsaufdruck. Hierbei wird der grob
an die Wand geworfene Putz zunächst mit einem ein- bis zwei Meter langen Holzstück
(möglichst glattes Holz) gleichmäβig verteilt, indem das Holz von unten nach oben
gezogen wird. Völlig Ungeübte sollten sich zwei Holzleisten an die
Auβengrenzen des zu verputzenden Bereiches nageln, um das Glättholz
darauf zu führen. Diese werden später wieder entfernt und der Bereich nachgearbeitet.
Zwar könnte man so auch eine drei Meter lange Wand mit
einem entsprechend langen Glättholz glattziehen, doch ist das in der Praxis
äuβerst problematisch: Denn es kostet extrem viel Kraft und Übung, mit
so einem langen Holzstück zu hantieren. Besser
und letztlich einfacher ist es, auβen die Führungsschienen anzubringen
und mit einem nur einen Meter langen Glättholz zu arbeiten. In der Mitte
geschieht das Glattziehen dann 'Pi mal Daumen'. Oder Sie nageln weitere Hilfsleisten
an die Wand - dann hätten Sie nach dem Entfernen eine weitere Rinne, die nachgeputzt werden müsste.
Das Glättholz hinterlässt noch keine ganz glatte Oberfläche. Nun können
Sie kleinere Löcher im Putz mit einem Spachtel vorsichtig verschlieβen.
Zuletzt wird die ganze Fläche mit der metallenen Glättkelle nachgearbeitet.
Diese wird mit wenig Druck in kreisenden Bewegungen über die verputzte Fläche
geführt. Sie ist dabei an ihrer Kante der Richtung, in der sie geführt wird,
minimal höher zu halten respektive dort mit weniger Druck zu führen, so dass
sie sich nicht mit dieser Kante in den Putz einschneidet. Man bekommt hierfür
schnell ein 'Gefühl'.
Die Reibfläche der Glättkelle sollte immer mal wieder in einem separaten Wassereimer
saubergemacht werden, damit es zum einen richtig glatt wird und zum anderen
an der Kelle antrocknende Putzrückstände keine Furchen in die frisch verputzte
Wand reiβen.
Nacharbeiten beim Verputzen und Risse schlieβen
Schon am übernächsten Tag kann man mit dem Spachtel eventuelle Kanten oder
andere Unsauberkeiten vorsichtig abschaben. Es ist sinnvoll, auch bei einer
anscheinend glatten Putzfläche jeden Bereich des Putzes in derart nachzuarbeiten,
sofern die Fläche nicht unter Fliesen versteckt wird.
Denn unter dem späteren Farbanstrich hebt sich jede 'Erhebung' deutlich ab.
Dieses letzte Glätten gelingt übrigens später dies kaum noch, weil der Putz in den
folgenden Wochen mehr und mehr aushärtet. Lassen Sie also die verputzten oder
reparierten Bereiche einige Tage austrocknen,
bevor Sie beispielsweise Fliesen, Grundierung oder Farbe auftragen. Das von
Fachleuten und vom Packungsaufdruck empfohlene 'Filzen' des Putzes
ist unnötig, wenn Sie bis hierher nach der obigen Anleitung eine weitgehend glatte Oberfläche
geschaffen haben. Mir hat ein Handwerker auf meiner frisch verputzten Wand
die Vorteile des Filzens vorführen wollen - doch selbst er als Fachmann bekam
das Filzen wenigstens dieses Mal nicht hin.
Ergebnis: Ich verputzte die Wand später noch einmal.
Tipps zum Schluss
Lassen Sie sich niemals von sogenannten Experten dazu verführen, Risse auf
eine 'einfachere' Art und Weise mit Acryl-Dichtmasse oder gar Silikon-Dichtmasse
zu verschlieβen. Das hält gut ein Jahr - und dann können Sie zusehen,
wie Sie das inzwischen selbst gerissene Dichtzeug wieder abbekommen (Ein Tipp:
hier hilft ein Druckstrahler mit Fräsaufsatz). Dauerhafter, optisch unauffälliger
und professioneller ist das bündige Verschlieβen mit Haftputz. Sehr dünne Risse im
Auβenputz sind ohnehin meist nicht tiefgehend und daher unbedenklich.
Sie sollten nur mit dehnbarer Acrylfarbe überstrichen werden. Ganz genaue Heimwerker
mit zuviel Zeit könnten auszubessernde Risse auf eine Breite von mehreren
Zentimetern aufschlagen und ein Netzgeflecht auf das Mauerwerk nageln, auf
welches der neue Putz aufgetragen wird. Ich habe es nicht probiert, ahne
aber, dass der Putz auch hier wie bei jeder anderen Methode auch früher oder
später wieder einreiβen wird. Denn wenn das Haus 'arbeitet', kann der beste Putz
nicht unbeteiligt verharren.